Burschenschafter raus?

Anbiederung an die katholische Kirche, Gespräche mit der Industrie und, nicht zuletzt, Waffenbrüderschaft mit rechten Zionisten. War alles vergeblich? Die „politisch neutrale“ (Selbstbezeichnung) Wiener-Hofburg Kongresszentrum BetriebsgmbH. setzt entgegen ihrer offiziellen Ausrichtung den der Freiheitlichen Partei nahestehenden Wiener Korporationsring (WKR) aus politischen Erwägungen vor die Tür.                                         Ab 2013 soll es in der Hofburg keinen WKR-Ball mehr geben. Eine Vorgangsweise mit nordkoreanischem Anstrich.

In einer Aussendung des Hofburg-Mitgesellschafters Casino-Austria an SOS-Mitmensch heißt es dazu vorausgehorsam mäßig: „Wir lehnen jede Form von Extremismus entschieden ab und wollen Organisationen, die die nötige Distanz zu einschlägigem Gedankengut vermissen lassen, keine Bühne geben. Daher wird sich der Vertreter von Casinos Austria in der Generalversammlung am 1. Dezember gegen die Abhaltung dieses Balls aussprechen.“                                                                                                                            Von dieser Ausgrenzung wahrscheinlich ausgenommen jene Organisationen, deren Vertreter  heute noch dem kommunistischen System nachweinen oder Palästinenser foltern.

Zuvor hatten bereits im November SOS-Mitmensch und andere Empörungs-Bewirtschafter wie auch die Israelitische Kultusgemeinde u. a.m. in Schreiben und Telefonaten die einzelnen Betreiber der Hofburg-Räumlichkeiten auf den „Charakter des WKR-Balls“ hingewiesen. Und so wurde am 1. Dezember das Aus für diesen Ball beschlossen, verbunden mit dem frommen Wunsch, daß für 2012 eine Absage durch den Ballveranstalter bereits sehr gelegen käme.

Die Reaktion der Freiheitlichen Partei kam postwendend, und weitere sind vorstellbar. So meinte etwa Obmann Strache, daß man „offenbar nunmehr dem linken Mobbing und dem Druck der Straße nachgegeben“ habe. Von „linkem Mob“ sprach eine blaue Webseite.                                                                                                                                               Nun ja, ganz so einfach ist die Sache wieder nicht. Es stimmt zwar, daß die rot-grüne Jagdgesellschaft mehr als sonst bereits im Vorfeld Druck gemacht hat, aber entscheidend könnte etwas anderes gewesen sein: Raiffeisens zwar geringer Anteil an Casino-Austria und des Konzerns geschäftliche Verbindungen zu anderen Gesellschaftern.

Dazu muß man wissen, daß Strache den Raiffeisen-Konzern und dessen Generaldirektor insgesamt seit Jahren mit giftigen Angriffen (Stichwort „Krake“) eindeckt. Nun stimmt es zwar, daß dieser Konzern in Österreich mitregiert, ob aber, auch in diesem Fall, Straches Strategie die klügste ist?                                                                                                          Zumindest wenn man wie Strache und Co. breite gesellschaftliche Akzeptanz und eine Regierungsbeteiligung anstrebt. Mit weiteren Störmanövern von schwarz-grün(orange) zugeneigter Raiffeisen-Seite wird die Partei also rechnen müssen.

Nun wird sich so mancher Kenner der Szene aber doch fragen: Und was ist mit Straches neuen Freunden, sind die nicht auch mächtig? Könnten die nicht die Dinge wieder ins rechte Lot bringen, wo diese „Freunde“ doch in der Lage wären, einen Dritten Weltkrieg anzuzetteln..                                                                                                                                     Weiter gilt zu bedenken, daß zwar auch das zionistische Lager politisch in Rechts und Links gespalten ist, in einer ganz bestimmten Frage aber doch einheitlich denkt.                                                                                                                                                                    So sehr nun die rechte, eigentlich faschistische Seite in Israel Strache, Kabas und Co., als Verbündete auch schätzen mag, gegenüber der Partei insgesamt bleibt man aus nachvollziehbaren Gründen gewiß mißtraurisch genug.                                                            Das wird wohl auch auf jene dem Wiener Judentum nicht ganz ferne stehende Familien zutreffen, die in der Hofburg-Betriebsgesellschaft anteilsmäßig stark vertreten sind. Und es ist sogar leicht möglich, daß man, von Israel aus gesehen, eine symbolische Niederlage der „ewiggestrigen“ nationalen, nicht kooperationswilligen  Recken in der Partei eher begrüßt.

So könnte der nationalzionistische Zuruf an Strache und Co. jetzt dahingehend lauten, man möge doch noch ein Stückchen weiter entgegenkommen, um endgültig voll akzeptiert werden zu können.                                                                                                                            Was bei Straches Ehrgeiz und Selbstverliebtheit vorstellbar wäre, aber eben nur mit einem schwindenden Einfluß der Nationalen in der Partei einhergehen könnte,  zuletzt auch mit einer möglich scheinenden Abspaltung (etwa nach einer Regierungsbeteiligung).

Weitere Gelegenheiten zu einer ideologischen Flurbereinigung werden Strache und Freunde bis dahin gewiß  noch da und dort (an)geboten werden und könnten – trotz aller anderslautenden HC-Lippenbekenntnisse – auch schon willkommen sein. Wer möchte nicht dabei sein, zu den Reichen und Schönen gehören?                                                        Anbiederung mit folgender Unterwerfung sind immerhin Begriffe, die vor allem auf politische Selbstdarsteller einen gewissen Reiz ausüben, aber im Politischen ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr rückgängig zu machen sind. Vor allem, wenn man das Ende Haiders vor Augen hat.

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5 Antworten zu Burschenschafter raus?

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    So richtig das alles über weite Strecken sein mag: klar wird mir nicht, ob Strache nun „klug“ handeln oder seinen Weg (welcher ist das allerdings?) unbeirrt gehen soll, ohne sich irgendwo anzubiedern oder sich mit irgendjemandem gutzustellen. Richtig wäre wahrscheinlich letzteres, nur müßte innerhalb einer Partei Konsens darüber herrschen, was man nun eigentlich will. Das dürfte sich nicht auf „Freiheit“, „Gerechtigkeit“ und andere Worthülsen beschränken, sondern angefangen von einer in sich stimmigen Weltanschauung bis hinunter in die letzten Verästelungen des angewandten Teils, das jeweilige Verhalten wem gegenüber usw. gehen. Da müßte dann auch wohlüberlegt, aber unerschrocken, argumentiert werden. Die Art, wie man zu kläffenden Hunden „kusch“ sagt, läßt sie den Schwanz einziehen.

  2. Helmut Müller schreibt:

    Strache steht an einer Weggabelung, die er zu umgehen versucht. Irgendwann muß er sich aber entscheiden. Aber ohne „in sich stimmige Weltanschauung“ und stets abhängig von seltsamen Beratern und Verbündeten könnte am Ende jeder Weg der falsche sein. Wie zu Haiders Zeiten sind jetzt alle von Umfragen berauscht und wollen vom kommenden Katzenjammer nichts wissen. Denn er sei doch anders als der Jörgl, sagt man. Eine Kopie gleicht natürlich nie dem Original. Ob das reicht?

  3. Pingback: Burschenschafter raus? « Sache des Volkes

  4. sozrev schreibt:

    „Eine Vorgehensweise mit nordkoreanischen Anstrich“.

    Eher nicht, da in Nordkorea alle proamerikanischen und prozionistischen Organisationen verboten wären. Also das ganze Spektrum in Österreich – von SPÖ, Grüne, ÖVP bis hin zur FPÖ und dem BZÖ. Der von der WWG verteufelte „Steinezitkommunismus“ hat insofern schon Vorteile (nationale Souveränität).

    • Cornelia schreibt:

      Zu Nordkorea: Vorteile hin oder her, leben möchte ich dort nicht.
      Zu Burschenschafter: Wenn sie nur halb so gesellschaftspolitisch fortschrittlich und mutig wären wie ihre Vorgänger, hätten sie echt Chancen einmal dieses Österreich neu zu gestalten.

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