Laßt die Griechen pleite gehen!

 Ein Gastkommentar von Walter Lüftl

Da behaupten Fachleute, dass man Griechenland nicht pleite gehen lassen könne weil das jedem EU-Bürger € 8000 kosten würde. Dazu eine Rechnung:                                                 500 Mill EU-Bürger x 8000 € sind 4 Billionen €. Die Griechen haben aber nur 350 Milliarden Staatsschulden. Das sind bei 350 Millionen EU-Steuerzahlern nur € 1000 pro Kopf bis 2020! Da gibt es 3,650 Billionen Differenz. Wo ist das Loch? Zinsen auf die Staatsschulden? Subvention der Banken zu Lasten der EU-Steuerzahler? Oder Alimentation der Griechen über zehn Jahre wie es Schäuble und Leitl verkündet haben (letzterer, weil sonst die österreichischen Exporte um 500 Million nach Griechenland einbrechen, d.h. wir stecken den Griechen Milliarden zu, damit sie dann mit geringen Anteilen aus diesem Transfer um ein paar Millionen bei uns einkaufen? Dümmer geht es nicht!).

Von der (regelwidrigen) Transferunion zur (ruinösen) Transfusionsunion? Laßt die Griechen doch endlich pleite gehen! Das kostet (siehe oben) pro Kopf bloß 1000/10/52= 2 Euro pro Woche durch 10 Jahre. Und das soll den EURO Kratzen? Wieso geht ein Zahlungsmittel (wie Kaurimuscheln, seit Jahrtausenden in der Südsee erprobt!) zugrunde wenn betrügerische Schuldner pleite gehen?  Also die Lösung:                                      Griechenland geht pleite. Die EU bürgt für die 350 Mia €. Dann kriegen alle Gläubiger bei Fälligkeit ihr Geld. Keine Bank und kein Gläubiger muss auch nur einen € abschreiben. Die Bilanzen bleiben sauber, kein (bloß herbeigeredeter!) Dominoeffekt! Die Gläubiger kriegen bloß keine Zinsen mehr; übrigens allesamt Wucherzinsen.  Diese Wucherzinsen sind übrigens die Quelle für die „Boni“ macher unserer „Banksters“.

Wer so sein Geld anlegt muss um das erhöhte Risiko wissen, lasst also die „Spekulanten“ und die Nutznießer der in Wahrheit nicht verdienten Boni bluten!                                              Bei jedem Konkurs endet der Zinsenlauf mit der Einleitung. Und wenn die Griechen jetzt „fresh money“ brauchen, dann nur gegen Pfand! Dann können sie zeigen, wie sie das Leben meistern werden. Und niemand ist kreativer, als der, dem das Wasser bis zum Halse steht. Die mildtätigste Hand ist die, die am eigenen Handgelenk angewachsen ist.

Also: Neues Geld nur für Pfänder. Das weiß jeder Häuselbauer. Kreta an Deutschland und Korfu für Österreich. Inseln haben die Griechen genug, die reichen für alle neuen Darlehensgeber.                                                                                                                                     Wie sagte doch unlängst der Wiener emeritierte Professor Erich Streissler:  „Wir haben nur mehr ökonomische Laien in der Politik“.  Offenbar auch in der Lehre!  

Dazu passend ein Aufruf von Neutrales Freies Österreich (NFÖ):                           

„In wenigen Tagen – am 30. September – findet im Parlament eine Sondersitzung statt, in der die Abgeordneten der Regierungsparteien im Auftrag der EU-Kommission und der EZB ein höchst undemokratisches „Zahlungsbilanzstabilisierungsgesetz“ beschließen wollen.
Aus Wortmeldungen scheint es wahrscheinlich, dass die Grünen diesem Antrag folgen und den permanenten „Rettungsschirm“ ESM (zur „Rettung“ der Gläubiger-Banken in Frankreich, Deutschland u.a. Ländern!) ebenfalls beschließen werden, womit die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit erreicht wäre.
Undemokratisch und hinterhältig erscheint uns vor allem die geplante Vorgehensweise der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP, die anstelle einer Volksabstimmung  – die sich ja aus der verfassungsrechtlichen Verpflichtung ergeben würde –  die Rechtsform eines Staatsvertrages wählen wollen.
Erst dann wäre die gesetzliche Grundlage geschaffen, die Kredite für bankrotte Euro-Staaten auf 4,3 Milliarden und den Haftungsrahmen auf 21,6 Milliarden Euro erhöhen zu können. Dabei sind diese exorbitanten Summen nach oben nicht wirklich limitiert.
Derart weitreichende budgetäre Verpflichtungen ohne Volksentscheid der Republik (den Steuerzahlern) aufbürden zu wollen, empfinden wir als ein skandalöses Drüberfahren über die Bürger.
So möchten wir Sie, geschätzte Damen und Herren, nachdrücklich bitten, das Menschenmögliche zu versuchen. Schreiben Sie an die Abgeordneten ihres Wahlkreises und vor allem jene der „Grünen“ (Email-Adressenliste untenstehend), die die Beschlussfassung noch verhindern bzw. eine Volksabstimmung zusammen mit FPÖ und BZÖ ermöglichen könnten.  Auch Leserbriefe und jede Art von Protestschreiben an Medien-Redaktionen, Bürgermeister und an diverse Politiker auf Landes- und Gemeindeebene sind hilfreich. Danke!“

Hier die E-Adressen der „Die Grünen“-Abgeordneten zum Nationalrat:
dieter.brosz@gruene.at; christiane.brunner@gruene.at; eva.glawischnig@gruene.at;kurt.gruenewald@gruene.at;                 helene.jarmer@gruene.at;werner.kogler@gruene.at; alev.korun@gruene.at;ruperta.lichtenecker@gruene.at; gabriela.moser@gruene.at;daniela.musiol@gruene.at; karl.oellinger@gruene.at;peter.pilz@gruene.at; wolfgang.pirklhuber@gruene.at;birgit.schatz@gruene.at; judith.schwentner@gruene;albert.steinhauser@gruene.at; alexander.vdbellen@gruene.at;harald.walser@gruene.at; tanja.windbuechler@gruene.at;wolfgang.zinggl@gruene.at

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7 Antworten zu Laßt die Griechen pleite gehen!

  1. Alexander Blechinger schreibt:

    Wirklich sehr einleuchtend, die Argumentation! Dieser Artikel sollte auch in anderen Publikationen zu lesen sein.
    Schon mal dort angeboten?

    MfG

    Alexander Blechinger

  2. Pingback: Laßt die Griechen pleite gehen! « Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

  3. fritz schreibt:

    Eine Schande, was unsere Politiker aufführen. Die gehören samt und sonders in die Klapsmühle. Vorher müßten sie uns aber ihr angerafftes Vermögen abliefern.

  4. Body schreibt:

    Deutschland hat 2.000 Milliarden Stastsschulden, da ist es schon egal wenn es jetztz auch noch der halben EU aus der Patsche hilft. Aber wer hilft Deutschlandf einmal? Oder Österreich? Da bin ich schon neugierig. Uns würde es wahrscheinlich härter treffen als die Griechen auf auch niedrigerem ökonomischen und technischem Niveau.

  5. Wolle schreibt:

    Angenommen – unsere tollen Politiker in Berlin müssten aus eigener Tasche jeden Monat ein paar Hundert Euro direkt nach Griechenland überweisen … wie hoch wäre dann die Abstimmung zum sogenannten Rettungsschirm ?

  6. Voko schreibt:

    Im Großen und Ganzen kann ich mich dem Artikel auch nur anschließen. Tolle Ideen und einleuchtend geschrieben.
    Warum aber sollen die Gläubiger 100% garantiert bekommen. Die sind doch bewusst das Risiko eingegangen, nicht alles zurückgezahlt zu bekommen (daher die Wucherzinsen als Ausgleich für das Risiko). Da gehen die jetzt beschlossenen 50% schon in die richtige Richtung.
    Der oft beschworene Dominoeffekt dient doch auch nur dazu Andersdenkende einzuschüchtern. Er wird bei einer Pleite zwar eintreten, trifft aber vorrangig die, die es durch ihre Spekulationswut auch verdient haben, und hätte somit einen bereinigenden Effekt. Die soliden Banken würden übrigbleiben. Einer eventuellen Schwächung der Realwirtschaft wegen schwerer beschaffbarer Kredite könnte man mit gezielter eingesetzten Mitteln begegnen.
    Der Rettungsschirm wird leider äußerst negative Auswirkungen haben. Er hat nämlich zur Folge, dass jetzt noch riskanter mit Junkbonds spekuliert werden wird. Hat man doch nun ein zusätzliches Sicherheitsnetz. Das Sozialisieren von Verlusten der Spekulaten im Einzelfall ist jetzt auch noch Institutionalisiert und kann von diesen auch noch in ihre Spekulation mit einbezogen werden.
    Leider wird auch immer wieder vergessen, dass es sich um einer b e t r ü g e r i s c h e Pleite handelt. Da müssen m.E. die verantwortlichen Politiker auch persönlich zur Verantwortung gezogen werden und wie jeder andere überführte Wirtschaftskriminelle in den Knast gehen. Leider wird das aber nicht geschehen.

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