„Schmelztiegel Europa“, ein historischer Unsinn!

Wer heute über Multikulti, Überfremdung, gar Umvolkung  und dergleichen kritisch sich äußert, gerät leicht in den Verdacht ein Rechtsextremer zu sein. Lieber macht man daher einen  Bogen um ein Thema, obwohl das ausgerechnet in Israel hochaktuell ist. So manches von dem was dort heute gesagt, geschrieben und entschieden wird, könnte hierzulande mühelos in die Kategorie Rassismus oder Neonazismus eingeordnet werden.                   Überhaupt lohnt es sich prominente jüdische Stimmen zu dem Thema zu zitieren, da dies erfahrungsgemäß zwar nicht weniger Pfeile auf sich zieht, aber doch irgendwie gefahrloser ist. Noch!

So wurde bereits 1915 der jüdisch-amerikanische Autor und Philosoph Horace Kallen in der Zeitung „The Nation“ in seinem Beitrag „“Democracy versus Melting Pot“  recht deutlich. Der „melting pot“, so Kallen, hatte nie Gültigkeit, „weder als Tatsache noch als Ideal“. Die Standhaftigkeit ethnischer Gruppen und der sie unterscheidenden Traditionen beeindruckten  in sehr: „Menschen mögen ihre Kleider, ihre Politik, ihren Ehepartner, ihre Religion oder Philosophen wechseln, sie können nicht ihre Großeltern wechseln“, so Kallen überzeugend, der die amerikanische Nation keineswegs als ein einziges Volk sah, sondern als eine  „multiplicity in a unity“ („Vielfalt in der Einheit“).

Dieser von Kallen so genannte „kulturelle Pluralismus“ stößt allerdings in den jüdischen Gemeinden dieser Tage nicht überall auf einhellige Zustimmung. Daher sei hier an einige Zitate des französischen Präsidenten Sarkozy, dem Vernehmen nach selbst jüdischer Abstammung, erinnert, als er im Dezember 2008 an der École polytechnique die „Métissage“ (Rassen- oder Blutsvermischung) pries:                                                            „Das Ziel ist es, die Métissage als Herausforderung des 21. Jahrhunderts  anzunehmen… Blutsverwandtschaft  ist das, was immer das Ende der Kulturen und Gesellschaften bedeutet…Frankreich war schon immer „métissée“… Wir haben keine andere Wahl, (rassische) Vielfalt muß sich an der Spitze des Landes widerspiegeln…Wir müssen uns wandeln, und daher werden wir uns wandeln…“                                                                        Was immer den „Clown“ im Elysee Palast zu dieser Propaganda für einen Schmelztiegel Frankreich antreibt, es ist klingt ähnlich verrückt wie einige andere seiner politischen Äußerungen.

Nun gibt es aber, zum Glück, französische Juden, die diese Métissage wie auch die ganze französische Einwanderungspolitik, aus welchen Gründen auch immer, doch etwas anders sehen. So meinte der Philosoph Alain Finkielkraut  am 27. Juni anläßlich eines Gesprächs über Multikulti  an der Universität Warschau recht unverblümt, aber wohlüberlegt:       „Die Einwanderung stellt ein zivilisatorisches Problem dar, da die heutigen Einwanderer im Gegensatz zu jenen von gestern sich nicht mehr dazu verpflichtet fühlen, die Normen, Regeln, Werte, Traditionen und Ideale der Gesellschaft die sie aufnimmt, zu respektieren… Ein wesentlicher Teil der französischen Elite verhält sich merkwürdig indem sie die Vermischung damit rechtfertigt: Die Werte, Lebensweisen, Stile werden sich vermischen und eine neue glückliche Zivilisation gebären…Die „Métissage“ als Schlüssel  oder wie ein Horizont des Zusammenlebens…Noch befremdender ist, daß dieser Horizont auch als ursprünglicher gesehen wird…Die  Métissage, wird gesagt, sei typisch für Europa und Frankreich und im allgemeinen für die westliche Kultur. Das ist ein historischer Unsinn…“                                                                                                              Recht hat er!

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3 Antworten zu „Schmelztiegel Europa“, ein historischer Unsinn!

  1. Peter Beimer schreibt:

    Natürlich hat der Mann recht.
    Doch ist es auch Unsinn, so hat er doch Methode.
    Man sieht es an der Verclownung der Politiker: Sarkozysierung allenthalben.

  2. Siegfr. Eder schreibt:

    Tiens, c’est quand-même quelqu’un qui sait encore le mot allemend pour „melting-pot“: SCHMELZTIEGEL.

  3. Markus Kloibner schreibt:

    Ja natürlich, alle und alles soll sich nur vermschmelzen, bis auf einige und eines nicht.

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