Eine Mauer gegen das Elend in Afrika?

Am Horn von Afrika sind Millionen Menschen von akuter Hungersnot bedroht. Hunderttausende suchen Zuflucht in weniger betroffenen Regionen. Für viele Medien sind die mageren, fast blutlosen Wesen ein begehrter Aufmacher und eine Gelegenheit an unsere Spendenfreudigkeit zu appellieren, aber auch gleichzeitig unsere Mitschuld ins Treffen zu führen. Mitschuld?

Natürlich sind diese immer wiederkehrenden Hungerkatastrophen nicht nur eine Folge von Dürre und Bürgerkriegen, sondern selbstverständlich auch von Spekulationen auf dem Gebiet des globalen Nahrungsmittelhandels (Stichwort: Agro-„Business“) und von Korruption in den meisten afrikanischen Ländern. Und dagegen haben ebenso korrupte europäische Regierungen herzlich wenig getan. Also haben zumindest sie doch ein gewisses Maß an Mitschuld zu tragen.

Das hungernde Somalia ist so ein Beispiel, wo mehrere Ursachen einer solchen Katastrophe auszumachen sind: Zum einen ist Somalia ein von jahrzehntelangen Clan-und Stammeskämpfen zerrüttetes Land. Dazu kommt eine Bevölkerungsexplosion die das wirtschaftliche, soziale und nicht zuletzt ökologische Gleichgewicht nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen haben.

Während in den hochindustrialisierten, reichen Wohlstandsrepubliken Deutschland und Österreich die Geburtenrate von etwa 1,4 Kinder nicht mehr ausreicht, um der angestammten Bevölkerung das Überleben als Ganzes zu sichern, beträgt die Fruchtbarkeit einer Frau im Armenhaus Somalia, und nicht nur dort, durchschnittlich 6,76 Kinder. Das Zuwenig hier wie das Zuviel dort haben sehr augenscheinlich unterschiedliche katastrophale Folgen, bis hin zu nicht enden wollenden Flüchtlingsströmen Richtung Europa.

Wenn jetzt die so genannte Weltgemeinschaft nicht entschlossener und mit geeigneteren Mitteln als bisher eingreift, wird die ganze Hilfe, die gerade anläuft und wieder, wie 1984-1985, in den Händen islamistischer Milizen landen wird, wenig an der Lage ändern. Die Islamisten, ohne die nichts läuft, und nicht die Bevölkerungsmehrheit werden nämlich wieder am meisten von Hilfslieferungen profitieren. Als verteilende Wohltäter politisch vor allem auch.                                                                                                                                    Wozu also die ganzen Hilfsaktionen? Dies mag eine brutal scheinende Frage sein, sie trifft aber den Kern des Problems, an dessen Lösung weder „Warlords“ noch Konzernbosse bzw. Spekulanten ein großes Interesse haben dürften.

Als ich einmal den inzwischen verstorbenen Verhaltensforscher und Umweltaktivisten Prof. Otto König der vielen unlösbar scheinenden afrikanischen Probleme wegen fragte, welche Lösung er vorzuschlagen hätte, meinte er leicht resignierend, am besten wäre es, man errichtete um Afrika herum eine Mauer um den Afrikanern die Möglichkeit zu geben, ohne Einflußnahme von außen mit ihren Problemen selbst fertig zu werden. Er wollte damit eigentlich sagen, daß zwar viele dieser Probleme hausgemacht seien, aber diese ohne Einmischung Dritter, also des Nordens, nicht diese Dimensionen und nicht diese Langlebigkeit hätten. Möglich.

Da aber eine solche Mauer-Lösung ohnehin nicht realistisch und auch nicht wünschenswert scheint, die Einmischung  aber weiter stattfinden wird, dürfen wir dann nicht mit weiteren afrikanischen Katastrophenjahren und Spendenaufrufen rechnen? Oder werden vom Versagen der Politik und den ungelösten Problemen beflügelt die Islamisten noch rechtzeitig für Ordnung und die Beseitigung des Hungers in diesen Regionen sorgen?        Der Bankrott der westlichen Politik und die Laschheit unserer Politiker könnten sogar noch dazu führen, daß die Parole „Der Islam ist die Lösung“ nicht nur am Horn von Afrika und im Maghreb an Zugkraft gewinnt.

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