Die etwas anderen Österreicher

Es ist seltsam, viele schätzen zwar Österreich, fühlen sich von seinen Vorzügen angezogen, kritisieren dieses Land jedoch ständig. Nicht nur Neo-Österreicher. Ein Sonderfall sind allerdings Vertreter  von in der NS-Zeit verfolgten oder diskriminierten Minderheiten: So bekennt der  Kärntner Slowene und Galerist  Thaddaeus Ropac, daß es „einem schwer gemacht wird, gerne Österreicher zu sein“. Auch für den Verleger Lojze Wieser, ebenfalls Slowene, ist es „nicht leicht, ein Österreicher zu sein“. Ariel Muzicant, Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, hat trotz Wienerischem Heimatgefühl „eine tiefe Sehnsucht nach Israel“, dafür schlage sein Herz, wie er meint. Für die in Sofia geborene Adriana Czernin ist nationale Identität sowieso etwas „künstliches“. Und für Verena Krausneker, Sprachforscherin mit jüdischen Wurzeln, ist „das österreichische Grausen“ unerträglich, denn es sei, „überall“. Und das sechs Jahrzehnte danach!

Vielleicht gilt für eine noch größere Anzahl von Österreichern bzw. auch Neo-Österreichern das, was bei der Historikerin Helene Maimann in dem Satz gipfelt: „Du gehörst hierher – wenn´s darauf ankommt, gehörst du nicht hierher“.* Die hier Erwähnten und noch viel mehr „gespaltene“ Österreicher haben es aber trotz allem zu Wohlstand, einige zu erheblichem, gebracht und die soziale Leiter nach ganz oben erklommen. Daß sie mit diesem Land  trotzdem hadern, hat seine Gründe, und hier soll auch nicht über die Loyalität der Betroffenen im Ernstfall gerätselt werden.

Etwas anders ist es mit den zehntausenden oder mehr in Österreich lebenden Neo-Österreichern, die von der Mehrheit entweder als nicht anerkannte Minderheit oder ganz „andersartige“ Österreicher wahrgenommen werden. Den seit Generationen hier ansässigen Minderheiten  haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte eben, im Vergleich dazu, Großgruppen hinzugesellt, deren Wurzeln außereuropäische sind und deren Einbürgerung im Einzelnen wohl zu oft nicht immer auf rechtem Wege und im Interesse der Mehrheit zustande gekommen sind. Mit einem Aufstand von Muslimen oder von Schwarzen wie jetzt in London müssen wir vorerst noch nicht so schnell rechnen.

Dennoch  darf man über die eine oder andere auch europäisch-stämmige Neuerwerbung nicht nur als „echter“ Österreicher durchaus die Nase rümpfen. Sowohl manchem Leumunds bzw. manch krimineller Veranlagung wegen, sondern auch dann, wenn einige Zuwanderer  nachweislich „bloß“ über ihre neue Heimat herziehen, so als hätten sie vorher in der besten aller Welten gelebt. Oder weil die Menschen dieses Landes von ihnen aus irgendeinem nichtigen Anlass als „Nazis“ beschimpft werden.                                                    Aus diesen und weiteren Gründen  hatte ich ja erst unlängst vorgeschlagen, alle Einbürgerungen der letzten 20 Jahre (egal ob es sich um Sportler, Sänger, Kebab-Verkäufer oder russische Oligarchen handelt) auf ihre Rechtmäßigkeit wie auch auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Dazu vielleicht auch noch deren in Österreich mittlerweile erworbenen Leumund.

Schließlich schiene es wirklich an der Zeit österreichisches Wesen, österreichische Identität, wie sie ein ein Anton Wildgans etwa verstand,  wieder stärker zu betonen und allen Zuwanderern ans Herz zu legen. Jene, die sich um die österreichische Staatbürgerschaft bewerben, sollten schon zuvor aber wissen, in welchem kulturellen Umfeld, mit welchen Menschen vor welchem geschichtlichen Hintergrund sie später  zu leben hätten. Und wir möchten gerne wissen, ob sie und in welchem Ausmaß bereit sein würden, zur Wahrung und Förderung der Leitkultur unseres Landes Wesentliches beizutragen.                                                                                                                                           Es kann ja nicht sein, daß  heute  jeder dahergelaufene „Filou“ als Neubürger aufgenommen und eingebürgert wird oder Ausländermassen zur Landnahme eingeladen werden, die morgen schon als neue Minderheiten Ansprüche stellen, die andere erst in Jahrhunderten erworben oder erkämpft haben. Oder zur kritischen „entflammbaren“ Masse werden, wie in einigen europäischen Großstädten schon.

Paris, Lyon, London sollten uns eine Warnung sein und zugleich Anlaß, die Einbürgerungspraxis zu überdenken. Da doch für viele der Erwerb der Staatsbürgerschaft nicht unserer blauen Augen wegen angestrebt wird, auch nicht aus Liebe zu unserem Land oder unserer Kultur, sollte deren Wert durch ihre Nicht-Käuflichkeit ausgedrückt werden.                                                                                                                                                  Es sollte zudem begrifflich Klarheit herrschen: Ein Türke, der einen österreichischen Pass erhält, ist deshalb noch kein echter Österreicher, er ist bloß österreichischer Staatsbürger, der die Gesetze und Sitten des Landes zu achten hat. Wie der arabische Investor und angebliche Pleitier Al Jaber oder die immer noch nicht deutsch sprechende Opernsängerin Netrebko etwa.

*Nachzulesen in „Meine Wurzel sind anderswo“, Czernin-Verlag

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3 Antworten zu Die etwas anderen Österreicher

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Wer Österreicher ist oder einen Österreichischen Paß bekommt ohne de facto Österreicher zu sein oder werden zu wollen (das Analoge gilt auch für andere bevorzugte Immigrationsländer), bestimmen die sogenannten Eliten, welche das Unus-Mundus-Projekt im Auge haben. Zwecks Überziehung der Welt mit einer mißfarbenen Einheitstünche werden die Leute erst einmal ordentlich durcheinandergewirbelt. Das geht so weit, daß man mir (und sicher auch anderen Leuten) bereits zweimal wegen einer unpopulären Äußerung in einem Leserforum empfahl, das Land zu verlassen, mich also quasi virtuell aussiedelte. Das Land soll ausschließlich jenen Leuten zur Verfügung stehen, die an dessen Destruktion einfrig mitzuwirken bereit sind.

    • Kamerad schreibt:

      Daß man uns Patrioten gerne außer Landes hätte oder zumindest in einem Ghetto, spürt man ja wirklich jeden Tag. Dieses grüne und linksliberale heuchlerische Gesindel wird noch einmal blöd aus der Wäsche schauen.

  2. Pingback: Die etwas anderen Österreicher « Sache des Volkes

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