Aufgescheucht oder nicht?

Wenn der Fall des Politikers Uwe Scheuch, der einem russischen Geschäftsmann die Staatsbürgerschaft gegen Bares versprochen haben soll, in letzter Zeit diskutiert wurde, dann hauptsächlich seiner strafrechtlichen Komponente wegen. Jetzt ist derselbe Politiker zu einer unbedingten Haft von sechs Monaten verurteilt worden. Scheuch geht in die Berufung, somit ist das Urteil nicht rechtskräftig. Die näheren Umstände der Prozeßführung lassen viele an ein  politisches Urteil denken.                                                 Mag sein, daß es so ist und einigen manches daran nicht wirklich nachvollziehbar scheint.  Kann man Scheuch deshalb ungeschoren davonkommen lassen? Denn  selbst wenn es nicht zur Ausführung der Tat gekommen ist, spricht einiges gegen den nicht wenig eitlen Kärntner Machtpolitiker. Zum einen die moralische Dimension eines in den Raum gestellten verwerflichen Angebots. Hier seien alle Relativierer nur auf ein altes deutsches Sprichwort verwiesen: „Absicht ist die Seele der Tat“.

Also ausgeführt oder nicht, gerade für einen Politiker entsteht auch so schon eine fürchterliche Optik. Daß, zweitens, Scheuchs früheres ungarische „Abenteuer“ (angeblich soll er erst auf Intervention der damaligen FPÖ-Justizministerin von der ungarischen Fahndungsliste wegen Versicherungsbetrugs gestrichen worden sein) schon gar nicht ein besseres Bild ermöglicht, ist klar. Man braucht daher in der Folge keine weiteren Sprichwörter mehr zu bemühen, um auf einen allgemeinen Mißsstand zu stoßen, der in allen Parteien mit dem Begriff Unmoral verbunden ist. Wer sich dieser  nicht widersetzt, anerkennt aber ihre Herrschaft. In gewisser Hinsicht tat dies auch ein HC Strache, der  in Kenntnis der damaligen Fakten  sich trotzdem mit dem Scheuch-Clan „verbrüderte“.      Ob die freiheitliche Führung nun endlich „aufgescheucht“ und belehrt wurde, darf angesichts einiger Stellungnahmen vorerst eigentlich bezweifelt werden. Eher ist zu befürchten, daß das dicke Ende mit oder ohne Scheuch mangels Einsicht noch bevorstehen könnte.

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5 Antworten zu Aufgescheucht oder nicht?

  1. Pingback: Aufgescheucht oder nicht? « Sache des Volkes

  2. sozrev schreibt:

    Politisches Ganoventum, Korruption und sonstige Skandale scheinen unter den Rechtspopulisten irgendwie verbreiteter zu sein, als dies bei dem Politpersonal von SPÖ, ÖVP und den Grünen der Fall ist. Dafür spricht nicht nur die Personalie Scheuch, sondern auch die Fälle Grasser, Meischberger, Westenthaler, Stadler, sowie Haiders merkwürdige Finanzpraktiken. Die Selbstdartstellung der FPÖ als Kämpfer gegen politische Korruption und Vetternwirtschaft wirkt also wie ein schlechter Witz.

  3. Siegfr. Eder schreibt:

    Grundsätzlich ist hier zu fragen: BRAUCHT DAS LAND EINEN HAUPTMANN ? – und einen Stellvertreter ? – Nein, es genügt ein Regierungspräsidium ! – Und das muß jedes Jahr neu gewählt werden, vom Landesparlament. Eine Wiederwahl der selben Personen im folgenden Jahr ist ausgeschlossen. – Wir müssen Machthemmungen einbauen, dann brauchen wir nicht hintennach ständig über Macht-Mißbrauch zu jammern.

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