Obama wie Osama

„The  Economist“  brachte unlängst auf seiner Titelseite die Aufforderung „Now, kill his dream“.  Nach Osama Bin Laden soll  jetzt auch noch sein „Traum“ aus der Welt geschafft werden. Gewaltsam? Das aber wird unendlich schwieriger werden, da diesen inzwischen Millionen Muslime träumen.                                                                                                           Welcher  Art war nun der Traum des Al Kaida-Führers?  Er war eigentlich recht einfacher und sogar verständlicher Natur. Von Anfang an seines politischen Wirkens  hatte Osama Bin Laden keinen anderen Wunsch, als die ungläubigen Besatzer von islamischem Boden zu vertreiben. Also die Sowjets  aus Afghanistan und u.a. die US-Amerikaner aus Saudi-Arabien. Nicht zuletzt nahm er auch Israel ins Visier. Schließlich galt seine Anteilnahme dem Leid des palästinensischen Volkes.

Um nun unrechtmäßige Zustände zu bekämpfen oder ein Unterdrücker-Regime zu beseitigen, gibt es die Möglichkeiten des zivilen Ungehorsams und/oder des bewaffneten Widerstands. Bin Laden hatte sich zuletzt für den bewaffneten Kampf  entschieden. Ob er für alle ihm zur Last gelegten Anschläge direkt verantwortlich war, ist noch immer nicht eindeutig erwiesen. Wegen des 11.September 2001 wurde  er von den USA nicht einmal angeklagt.                                                                                                                                         Zur Klärung kann er nach seiner Ermordung wohl wenig beitragen, dafür kann man dem von ehemaligen Mitschülern als ruhig, sanft  und fromm beschriebenen Bin Laden jetzt alles Mögliche unterjubeln.

Osama Bin Laden hatte einen Traum, den eines von Fremdherrschaft befreiten  Islam, der allerdings nicht ganz nach unserem Geschmack sein würde. Dabei scheute er vor Gewalt nicht zurück. Ebenso aber nicht sein großer Gegner im Weißen Haus, der einer von US-Strategen entworfenen  neuen Weltordnung zum Durchbruch verhelfen soll. Was uns zwar auch nicht gefällt, es aber widerstandslos hinnehmen. Was derzeit nicht überall so geschieht.                                                                                                                                             Es ist aber wohl klar, daß, wann immer bei einem Anschlag bewußt die Tötung  von unschuldigen  Zivilisten  in Kauf genommen wird, von einem Verbrechen gesprochen werden kann. Desgleichen aber auch wenn es bei einem Angriff von US-Marines oder NATO-Bombern geschieht.                                                                                                                 Insofern hat der Friedensforscher Johan Galtung schon recht, wenn er Barack Obama auf dieselbe Stufe wie Osama Bin Laden stellt.

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5 Antworten zu Obama wie Osama

  1. Gustav Strasser schreibt:

    Ich empfehle: Johan Galtung – Der Weg ist das Ziel!

  2. Waltraut Kupf schreibt:

    Obama wurde, gewissermaßen als Kontrastfigur zum in der Welt unbeliebten Bush „gemacht“, um davon abzulenken, daß der amerikanische Imperialismus und das Anstreben der Weltherrschaft der USA konsequent weitergeführt wurden. Der Friedensnobelpreis war da noch das Sahnehäubchen, und die braven Leutchen dachten , da müsse die Welt ja nun ein Himmelreich werden. Da Obama trotz guter Rhetorik und eines smarten Äußeren auf Dauer nicht darüber hinwegtäuschen konnte, daß er bisher so gut wie völlig erfolglos gewesen war (no, he could not), brauchte er dringend einen PR-wirksamen Akzent, wofür sich die Ermordung Bin Ladnes gut eignete. Seit jeher freut sich ja ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung aller Länder über die quasi öffentlich gebilligte Tötung von Leuten, die zu Schurken erklärt werden, unbeschadet dessen, daß die beamteten Killer bzw. deren Auftzraggeber auch nichts anderes sind.

  3. Pingback: Obama wie Osama « Sache des Volkes

  4. Bernie schreibt:

    Wir wären schon weiter (und freier), wenn es bei uns nicht so viele Naivlinge gäbe, die tatsächlich noch an dem guten onkel Sam festhalten. Der nicht anders mehr wahrgenommen werden kann als ein Erzschurke schlechthin.

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