Das allergütigste Imperium

Alles begann im 19. Jahrhundert als sich US-amerikanische Politiker, Geschäftsleute, Journalisten und Bankiers dafür begeisterten, die Welt zu erobern. Nichts würde sie mehr aufhalten, meinte etwa 1895 Senator Henry Cabot Lodge. Ein anderer, Theodore Roosevelt, war  davon überzeugt, daß das amerikanische Volk große Taten einer Großmacht vollbringen möchte *.                                                                                             Hundert Jahre später konnte denn auch Charles Krauthammer, ein Vordenker der Neokonservativen, davon sprechen, seit Rom habe kein Land kulturell, wirtschaftlich, technisch und militärisch eine solche Vormachtstellung besessen**. Zur Rechtfertigung internationaler Expansion kam später zu den „prächtigen kleinen Kriegen“ (des Theodore Roosevelt) der Krieg gegen den Terror hinzu. Nach dem 11. September 2001 konnte  daher diese Vormachtstellung weiter befestigt werden.

Daß die USA sich selbst als Imperium verstehen, kommt in vielen Beiträgen amerikanischer Denker und Politiker zum Ausdruck. So bemerkte Stephen Peter Rosen einmal „Eine politische Einheit, die über eine erdrückende militärische Schlagkraft verfügt und diese einsetzt, muß durchaus als Imperium bezeichnet werden…unser Ziel ist nicht die Bekämpfung eines Rivalen – denn es gibt keinen –  sondern die Aufrechterhaltung unserer imperialen Position und die Wahrung der imperialen Ordnung“.***                                     Dies natürlich mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln und unter Mißachtung internationalem Rechts.  Die neue Weltordnung nach US-amerikanischen Verständnis (Pax americana) wird recht zynisch eigentlich als „wohlwollende Hegemonie“ (u. a. Robert Kagan) beschrieben, die eines Tages Völkerrecht und UNO ersetzen sollte. Derart größenwahnsinnig, wundert es nicht, wenn Univ. Doz. Michael Mandelbaum 2006 in „Foreign Policy“ entgeistert bedauern  muß, daß Amerika so wenig Dank ernte, wo es doch so viel für die Welt tue. Mehr als andere Imperien zuvor, wie nicht nur er meint.

Diese vermeintlich wohlwollenden Bestrebungen stoßen außerhalb der USA  zu deren Ärger auf immer mehr Widerstand. Nicht nur in China (daß man gerade aus Afrika hinaus zu drängen versucht). Der Einfluß und das Sagen Washingtons kann daher in jenen Ländern, wo das Imperium ökonomische oder strategische Interessen und auch Streitkräfte stationiert oder im Einsatz hat, nur mit Kollaborations-Regierungen, wie in Kabul und Bagdad (oder einigen europäischen Metropolen) gewährleistet werden.                                                                                                                                               In Ländern wie Libyen oder der Elfenbeinküste wird gerade versucht, eine solche auf den Weg zu bringen Dabei sind neben Briten neuerdings auch ehrgeizige Franzosen wichtige Verbündete, andere wie Deutschland dürfen nur subalterne Polizeiarbeit oder, wie die Schweiz,  humanitäre Hilfsdienste leisten.                                                                                   All das unter dem Motto: Ziel ist es, „unsere Vasallen in einem Zustand der Abhängigkeit zu halten, die Willfährigkeit unserer Tributpflichtigen zu sichern und den Zusammenschluß der Barbaren zu verhindern“ (Zbigniew Brzezinski)****.

Jene, die gegen forsche US-Intervention oder  übermäßig großen Einfluß amerikanischen Einfluß die Waffe erheben, werden als Terroristen bezeichnet. Früher nannte man solche Leute Partisanen oder Freiheitskämpfer. Wenn nun bei deren Anschlägen Zivilisten oder Unschuldige das Leben verlieren, wird von Verbrechen gesprochen, von Kollateralschäden aber, wenn bei US- oder NATO-geführten völkerrechtswidrigen Angriffen solches auch geschieht.                                                                                                                                       Politiker wiederum, die mehr als zulässige Eigeninitiative entwickeln  oder sich  eine eigene, von Imperiumvorgaben abweichende Meinung leisten, werden von den US-hörigen Medien des jeweiligen Landes untergriffig aufs Korn genommen und von der eigenen Partei schließlich wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Wie zuletzt Außenminister Westerwelle, der einen britischen Journalisten Deutsch zu sprechen aufgefordert, aber, noch schlimmer, einer Beteiligung Deutschlands am NATO-Einsatz gegen Tripolis seine Zustimmung verweigert hatte.

*Howard. K. Beale: “Theodore Roosevelt and the Rise of America to World Power“           **„New York Times“, 2002                                                                                                        ***„The Future of War and the American Military“, Havard Review, 2002                   ****„Le Monde diplomatique“, Edition 2

Unbedingt ansehen:    http://www.youtube.com/watch?v=SXS3vW47mOE

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4 Antworten zu Das allergütigste Imperium

  1. Pingback: Das allergünstigste Imperium « Sache des Volkes

  2. Frank schreibt:

    Amerika wird uns noch mit Hilfe der Zionisten in das Elend stürzen. Wie es so heißt, mitgefangen, mitgehangen.

    • Cornelia schreibt:

      Leider haben das die meisten noch nicht kapiert. Aber irgendwann wird selbst das Sprichwort, durch Schaden wird man klug, ausgedient haben. Weil nichts mehr da sein wird, was man gut machen könnte.

  3. Fritz schreibt:

    Du hast ganz recht Cornelia. Deshalb rate ich Dir, schnall Dich fest an, kratze ein wenig Kleingeld zusammen und horte unverderbliche Lebensmittel. Eine Krachn kann auch nicht schaden, wenn´s ernst wird. Schon wegen der Ausländerbanden, die dann wüten werden.

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