Ein „leuchtendes Beispiel“

Wenn in der Europäischen Union von direkter Demokratie die Rede ist, dann hören alle EU-Politiker geflissentlich weg. So als handelte es sich um eine Krankheit, schlimmer als Aids. Das war in den von Kommissaren bevölkerten kommunistischen Staaten nicht anders.                                                                                                                                                   Umso mehr überrascht es, daß ausgerechnet ein Staatspräsident eines ehemaligen kommunistischen Staates in die Schweiz gekommen ist, um dort die direkte Demokratie zu studieren. So befand sich Anfang Jänner 2011 der mongolische Staatspräsident zu diesem Zweck im Demokratiezentrum des Kanton Aargau.                                                                   Er möchte die direkte Demokratie  in seinem Land einführen, denn es gelte die Rechte von Parlament und Regierung an das Volk zu übergeben, betonte Präsident Elbegdorj. (Hört, hört ihr Brüsseler Spitzen!)  Dazu, so der Präsident,  wolle man die Regeln des Schweizer Vorbildes übernehmen…                                                                                                           Direkte Demokratie war übrigens auch einmal ein Anliegen der  Rotgrünen, doch haben sie dieses nicht nach Schweizer Vorbild zu realisieren versucht, sondern ganz im Sinne marxistisch-zentralistischen Machtstrebens und einer entsprechend hohen Dosis 68er Giftes gehörig ad absurdum geführt.

Wenn man nun in diesen Tagen der Schlacht bei Liegnitz in Schlesien gedenkt, wo im April 1241 ein vom schlesischen Herzog Heinrich II. angeführtes Heer, darunter auch Polen und Österreicher, unter großen Opfern dem damaligen Mongolensturm Einhalt zu gebieten versuchte, so sollte man dies nicht ganz ohne Verweis auf die friedlichen mongolischen Bestrebungen der Gegenwart tun.                                                                                              Betrachten wir diese doch als eine Art von später „Wiedergutmachung“ für damaliges grausames Wüten der Enkel Dschingis Khans, insofern doch die bevölkerungsmäßig homogene Mongolei, ähnlich der Schweiz, heute ein „leuchtendes Beispiel“ (Elbegdorj) nicht nur für die dortige Region werden könnte.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Ein „leuchtendes Beispiel“

  1. sozrev schreibt:

    Elbegdorj hat selbst mit Kommunismus relativ wenig zu tun sondern ist ein Liberalkapitalist. Er gehörte in der Region zu den stärksten Unterstützern des US-Präsidenten Bush und beteiligte sich mit einigen mongolischen Truppen am Krieg gegen den Irak.

    Das die Schweiz ein leuchtendes Beispiel sein soll wird von vielen nationalen Rechten in Deutschland immer wieder gerne behauptet, bei der PNOS dürfte man dies aber ein wenig anders sehen. Die Schweiz stellt trotz der Mitbestimmungsmöglichkeit seiner Bürger ein oligarchisches und kapitalistisches System dar.

    • Helmut Müller schreibt:

      Ist schon klar, habe es nur auf das Demokratie-Verständnis in der EU gemünzt. Natürlich bedarf das mongolische Beispiel einer tieferen Analyse, man wird ja noch sehen, was daraus wird.
      Dennoch: etwas mehr direkte Demokratie hat die Schweiz schon als Österreich oder die Bundesrepublik. Auch wenn sie im kapitalistischen System integriert ist und die demokratischen Prinzipien scheibchenweise ausgehöhlt werden.

  2. sozrev schreibt:

    Zustimmung!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s