Risikofaktoren und eine Alternative

Die Argumente von Befürwortern und Gegnern der Atomkraftwerke stoßen derzeit – wie zu Zeiten der ersten Anti-AKW-Kampagnen – heftig zusammen. Ich muß gestehen, mir war von Anfang an die Energiegewinnung mittels AKW nicht ganz geheuer. Es mußte nicht erst Tschernobyl kommen, um mich darin zu bestärken. Ich gehöre aber sicher nicht zu jenen, die jetzt ob der Ereignisse in Japan Genugtuung empfinden. Aber mir ist auch klar, daß selbst ein Super-Gau in Fukushima noch kein weltweites Abschalten herbeiführen wird. Dabei gebe es auch ohne diesen möglichen Ernstfall, der ja auch durch menschliches Versagen oder verantwortungsloses Handeln herbeigeführt werden kann, gewichtige Gründe dafür.                                                                                                                                        Ein Problem, das bis heute ungelöst scheint, ist die Endlagerung des Atommülls, der auf viele Generationen hinaus eine stete Gefahr darstellt. Niemand kann garantieren, daß nicht durch Eis- und Warmzeiten, monatelange Trockenzeiten mit danach folgenden wochenlangen Regengüssen, durch Verschiebungen der Erdkruste, Magma aus dem Erdinneren, terroristischen Anschlägen  usw.  so ein Endlager, das auf eine Million Jahre ausgerichtet sein soll – nicht gefährdet ist. Das gerne ins Treffen geführte Granitgestein als angeblich beste Lagemöglichkeit bietet auch keine Gewähr, da es feucht sein kann.                Alles was heute im Zusammenhang mit angeblich sicheren Endlagerstätten an Prognosen vorgebracht wird, kommt, so Detlef Appel von der Uni Hannover, einer „Wettervorhersage“ nahe.

Ein weiteres Problem, das manchen in der Vergangenheit schon schlaflose Nächte verursacht hat, ist die militärische Nutzung der Kernkraft. Wie der Fall Israel zeigt, ist eine solche trotz Atomwaffensperrvertrag möglich, und es wird wohl auch den Iran niemand dauerhaft daran hindern können dasselbe zu tun. Was einmal mit dem pakistanischen A-Waffenarsenal geschieht, weiß ohnehin kein Mensch.                                                            Heute stehen weltweit von etwa 23.000 Atomwaffen 8.0000 in höchster Alarmbereitschaft, die, eingesetzt, einen katastrophalen Klimawandel globalen Ausmaßes auslösen könnten. Niemand kann sagen, ob nicht einmal irgendein Verrückter versehentlich oder  bewußt den berühmten roten Knopf drückt, und niemand weiß, wie viel abgezweigtes spaltbares Material im Umlauf ist oder gar schon von Terroristen als Mini-Waffe gehortet wird.                                                                                               Sicherheitsmäßig, organisatorisch und auch technisch ist vieles machbar, aber nicht alles. Zuletzt bleiben im zivilen wie im militärischen Nutzungsbereich noch immer zwei Risikofaktoren, die man schwer ausschalten kann: Mensch und Mutter Natur. Es wäre an der Zeit, daß beide sich wieder etwas näher kämen, was sich in einem vernünftigeren, weniger auf  grenzenlosem Wachstum und Gewinnstreben ausgerichtetem Wirtschaften und erheblicher Energieersparnis niederschlagen würde.

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8 Antworten zu Risikofaktoren und eine Alternative

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  2. Peschka Wilhelm schreibt:

    Wie es aussieht sägt sich die Menschheit den Ast selber ab auf welchem sie sitzt.Wir holzen die Urwälder ab,welche unter anderem ja auch für die Sauerstoffproduktion notwendig sind.Gleichzeitig versauen wir die Meere mit Öl und Chemikalien.Daß der Ozean ebenfalls für unseren Sauerstoff notwendig ist,daran denkt niemand!Dazu kommt jetzt immer mehr die atomare Gefahr in`s Spiel,sei es aus der „friedlichen“Nutzung,oder gar bei einem atomaren Schlagabtausch.Man muß annehmen,daß dieser atomare Zwischenfall in Japan nicht der letzte in der Geschichte gewesen ist.Interessant in diesem Zusammenhang scheint mir auch der Umstand,daß seit Beginn des Industriezeitalters sich der Sauerstoffanteil in der Atmosphäre noch nicht geändert hat.Dieser liegt konstant bei ca.20% .Wer aber will wissen,ob sich das nicht ändern wird können.Sollte dies jemals der Fall sein,ist es mit dem Leben wie wir es kennen vorbei! Da wird die Menschheit zu spät erkennen,daß man Geld nicht essen kann.

  3. zwara schreibt:

    Der Meinung zur Atomkraft kann ich nur zustimmen. Nicht zu vergessen, dass immer darauf hingewiesen wird, Atomstrom sei „billig“. Es stellt sich die Frage, warum die Atomkonzerne dann mit Milliarden an Förderungen und Subventionen überschüttet werden?
    Wäre auch nur ein Fünkchen wahr, könnten sich die AKWs mit dem Verkauf von Strom finanzieren.

    Ich bin der Meinung, jeder der auch nur einen Groschen damit verdient (Aktionäre, Lobbyisten aber auch gekaufte Politiker) sollte seinen ständigen Wohnsitz in der Nachbarschaft eines Brüters haben.
    Diese Menschen sollten auch im Falle eines Unfalls vor Ort die Stellung halten. Das wäre mal ein Bild

  4. zwara schreibt:

    Der Hinweis auf die israelischen Atomwaffen überrascht mich nicht. Fakt ist aber, dass sie dort um einiges besser aufgehoben sind, als etwa in Russland. Stellen dort in 20 Jahren die Mohamedaner die Mehrheit im Militär. Lassen sie sich das einmal auf der Zunge zergehen.
    Von Frankreich und GB will ich erst gar nicht reden.
    Selbst für den Fall, dass der Iran in den Besitz gelangt, braucht man sich um einen offenen Atomschlag keine Gedanken machen. Dann würde – inschallah – das eine oder andere Klümpchen an spaltbarem Material in dunkle Kanäle (haha, in noch dunklere) geraten. Bei einem allfälligen Einsatz einer schmutzigen Bombe, egal ob in Israel oder dem Westen, würde die gesamt islamische Welt Betroffenheit heucheln und irgendetwas von Islamismus fabulieren.

    Ich sehe schon jetzt die Schlagzeilen: „Unterdrückte Freiheitskämpfer überschreiten auch einmal Grenze“. Aber es blieb ihnen ja nichts anderes über. Über Jahrhunderte gedemütigt, kolonialisiert und diskriminiert. Jetzt ist ein Kampf auf gleicher Augenhöhe möglich. Wie wird die Ostküste reagieren???

    • Helmut Müller schreibt:

      A propos besser aufgehoben: Vor einiger Zeit hat man aus Israel sinngemäß gehört, wenn es für Israels Überleben notwendig sei, werde man selbst Europa mit A-Waffen angreifen, auch wenn dabei Juden geopfert werden müßten.
      Ähnliche Opfergedanken hat man ja schon einmal von einem ehemaligen Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses serviert bekommen, als es darum ging, die Juden vor NS-Verfolgung zu retten.
      Nehmen Sie sich Zeit und recherchieren sie, sie werden darauf stoßen.

      • zwara schreibt:

        Ich nehme mir eigentlich immer die Zeit, um zu recherchieren. Aber das glaube ich ungeschaut.
        Was wäre daran verwerflich? Wer ein Frauen und Kinder, Familien, ja ein ganzes Volk auslöschen will, hat sich ein ein kleines Kontra „verdient“.
        Denn sollte es so weit kommen, ist Europa sowieso schon muslimisch, also what else??

        Wenn dieser Kampf (gegen die Religion des Friedens) für uns wirklich verloren geht – und danach sieht es derzeit aus – sind auch nicht wenige bereit, verbrannte Erde zu hinterlassen. Dem schließe ich mich ohne zu zögern an! Die haben den Sieg NICHT verdient.
        Er wird mit allen Mitteln verhindert. Falls dieser Fall doch eintreten sollte, sollen die es nicht geniessen können.

  5. zwara schreibt:

    Ach ja, fast hätt ich’s vergessen. Wo ist bitte die angekündigte Alternative?
    Wenn die hunderten Milliarden Euros (weltweit) an Atomsubventionen statt an Aktionäre und korrupte Politiker in die Forschung von alternativen zu Atomkraft gesteckt worden wären, würde die Menschheit heute wahrscheinlich mit Warp- Antrieb durch das Universum düsen!

    • Helmut Müller schreibt:

      Die Sonne ist die sauberste und zugleich stärkste Energiequelle, die wir haben. Mit mehr Anstrengung wäre man schon weiter und hätte vielleicht heute schon Sonnenkollektoren, die ein vielfaches der heutigen bringen würden. Von dieser Alternative bis hin zur geothermischen hat man vieles der AKW zuliebe verschlafen.

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