Auch das noch!

Während man offiziell im Westen über Interventionsmöglichkeiten nachdenkt, haben solche, zwar nicht aktiv militärisch, längst stattgefunden und finden weiter statt. Wenn man etwa  erfährt, daß die US-Militärs bei CNN, aber auch bei Reuters und anderen Agenturen in der Sache  Ägypten, Libyen etc. Berater  und Analytiker stationiert haben, dann kann man ungefähr erahnen,  welche Nachrichten wir  oder Menschen in der arabischen Welt von dieser Seite zu hören oder zu sehen bekommen.                            Geradezu heuchlerisch ist die Empörung über das Vorgehen Ghadaffis angesichts der Tatsache, daß man jahrzehntelang mit ihm zusammengearbeitet hat und nicht nur sein Öl gekauft hat. So hat etwa die regierungsnahe französische Stabstelle  Défense Conseil International  (DCI) dem Libyer Piloten zur Verfügung gestellt, die jetzt die Aufständischen bombardieren.                                                                                                   Eine US-amerikanische, der Trilaterale Commission nahestehende  Monitor Group of Cambridge wiederum erhielt 250.000 Dollar monatlich für ihre pro-libysche Lobbyarbeit in den USA, indes  die London School of Economics mit Millionenbeträgen von Ghadaffis Sohn Saif beglückt wurde. Dieser hatte dort seine Dissertation geschrieben.                             Da ist eine Forderung des grünen EU-Kasperl Cohn-Bendit, man solle die selbsternannte Regierung in Bengasi, deren Anhänger gefallenen Ghadaffi-Soldaten den Hals durchschneiden, anerkennen,  ebenso leicht  als Faschingsnummer abzuhacken wie Obamas Beteuerung, die USA würden mit dem libyschen Volk (wer ist das jetzt?), das einer  unannehmbaren Grausamkeit ausgesetzt sei, Schulter an Schulter stehen. Irak, Guantanomo usw.  schon vergessen?                                                                                             In diese Kategorie einer scheinheiligen Anteilnahme darf wohl auch das Auftreten von Ethik-Experten und Menschenrechtsaktivisten beurteilt werden, die ein Vorgehen gegen Ghadaffi befürworten und die Aufnahme von Massen so genannter  Flüchtling ( in Wirklichkeit großteils  Arbeitsuchende) fordern. Warum nicht auch Interventionen in Saudi-Arabien, Israel, Burma  oder Algerien, wo ebenso massiv Menschenrechte verletzt werden?                                                                                                                                                        Unabhängig davon wird man sich noch vor Abzug des Propagandanebels doch über die weiteren Folgen der arabischen Aufstände und Umbrüche Gedanken machen müssen. Der Westen, der seinen Einfluß in dieser Region durch Intervention bewahren will,  bekommt es jetzt vermehrt mit zwei wichtigen Gegenspielern zu tun, einerseits dem iranischen Einfluß (bei  ägyptischen und libyschen Akteuren des Widerstandes) und andererseits der möglichen Rückkehr eines Panarabismus. Nicht zuletzt könnte die derzeitige Unruhewelle auf Schwarzafrika überschwappen.                                                                                          Ganz andere Sorgen plagen unseren Eine-Welt-Bastler und Spekulanten, George Soros. Dieser befürchtet, daß das chinesische Modell, autoritäres  Regime und Marktwirtschaft, weltweit an Attraktivität  gewinnen könnte. Und der marxistische Historiker Immanuel Wallerstein sagt  für die nächsten fünfzig Jahre einen von Gewalt begleiteten totalen globalen Wandel und den Untergang des Liberalismus voraus.                                             Zum Schluß eine Meldung, die viele überraschen wird: Laut dem israelischen Sender Channel 2 behaupten zwei israelische Staatsbürgerinnen, daß sie mit Ghadaffi verwandt seien. Dessen Großmutter, soll nämlich eine Jüdin und mit einem libyschen Scheich verheiratet gewesen sein. Da bliebe ja Israel nichts anderes übrig als Ghadaffi Asyl zu gewähren.

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5 Antworten zu Auch das noch!

  1. Pingback: Sache des Volkes

  2. sozrev schreibt:

    Also das Gaddafi Jude sein soll bezweifle ich. Solche „Enthüllungen“ gab es schon über den iranischen Präsidenten, Mubarak, über Arafat, usw. Diese Gerüchte werden zugleich von Zionisten, wie von den innenpolitischen Gegnern Gaddafis geschürt. Also die Demonstranten im Osten des Landes sollen „Gaddafi, du Jude“ skandiert haben, während Gaddafi die Demonstranten selbst als „Judenkinder“ verspottete. Es ist sicherlich arg paranoid überall Juden am Werk zu sehen – also der iranische Sender press-tv vermeldete vor einigen Tagen das die Söldner Gaddafis von Israel ausgebildet wurden.

    Der Gewinner der Aufstände in der arabischen Welt ist sicherlich der Iran, aber teilweise auch die Türkei unter Erdogan. Beide werden ihren Einfluss im Nahen Osten weiter ausbauen können, vor allem da Mubarak den Iran als größte Bedrohung ansah. Die großen Verlierer sind die Saudis und Israel. Israel fühlt sich als von den USA und Europa verraten. Die Westliche Wertegemeinschaft habe sich nicht hinter seine Verbündete (Mubarak, Ben Ali) gestellt und so sein eigenes Todesurteil unterschrieben – so verlautet es aus israelischen Regierungsquellen.

  3. Paul Fischer schreibt:

    Wie soll man wissen, ob solche Informationen stimmen? Gaddafi ein Judenspross? Auch von Hitler wurde so etwas behauptet. Wie wir heute wissen, war er ein Sprössling aus einem Inzest. Und das erklärt schon das weitere. Enorme Begabung und destruktive Energie. Stimmt auf alle totalitären Despoten zu. Lenin, Stalin, Mao Tse tung, Ho Tschi Minh, Pol Pot, Saddam Hussein und eben auch Muammar Gaddafi, Ahmadinejad nicht zu vergessen. Das saudische Königshaus mit diesen Typen zu vergleichen ist eine schreckliche Verkennung der Wirklichkeit. Natürlich gibt es dort Menschenrechtsverletzungen – so wie bei uns auch – aber da liegen Welten dazwischen. Vor allem aber sie unterstützen keinen Terrorismus und huldigen keiner aggressiven expansiven Ideologie. Und am allerwichtigsten – sie sind unsere Verbündete. Dass der Wahabbismus einen Todeskeim in sich trägt ist evident. Wie die Todesflieger von 9/11 beweisen. So lange aber Saudi Arabien bereit ist, seinen Luftraum für israelische Jets freizuhalten, um das iranische Atomprogramm zu zerstören, sollten wir gnädig mit ihnen sein. Freilich engt die arabische Revolution diesen Spielraum sehr rasch ein. Was Israel zum Handeln zwingen könnte.

  4. anonymus schreibt:

    danke herr müller, dass sie meine letzte antwort an herrn fischer nicht publiziert haben!
    die täglichen kommentare dieses herrn werden aber auch ihnen nicht genehm sein können, werden doch auch andere besucher daurch belästigt. ich denke, der gute mann hat sich schlicht in den falschen blog verirrt.

    • helmut mueller schreibt:

      Kann mich an eine „letzte Antwort“ nicht erinnern. Meines Wissens habe ich nichts unterschlagen. Also bitte noch einmal versuchen. Das Forum steht allen offen, die sich, auch bei unterschiedlichen Standpunkten, an gewisse Spielregeln halten. Herrn Fischers Beiträge sind vielleicht insofern sinnvoll als sie zu sachlichen, vernünftigen Gegenargumenten einladen, die ihrerseits eventuell schlecht oder falsch informierte, aber wissensbegierige Dritte zum Nachdenken bringen oder gar überzeugen könnten.

      MfG, H.Müller

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