Ohne Kommentar

AbundantHope Deutschland hat einen ungewöhnlichen Beitrag aus Amerika über Libyen  ins Netz gestellt, der es in sich hat. Ich finde ihn so interessant, daß ich ihn den Besuchern meines Blogs nicht vorenthalten möchte. Ich bringe ihn unkommentiert (und nicht korrigiert) und überlasse es jeden einzelnen Besucher, sich ein Bild zu machen.

Die Welt spendet Beifall, während die CIA Libyen ins Chaos stürzt.

Von David Rothscum   (Übersetzung Bernd)

Wie erging es Libyen unter der Herrschaft von Gadhafi? Wie schlecht ging es den Leuten? Wurden sie unterdrückt, so wie wir dies gewöhnlich als Tatsache annehmen? Schauen wir einen Augenblick auf die Tatsachen.

Bevor das Chaos ausbrach, hatte Libyen eine niedrigere Rate an Inhaftierten als die tschechische Republik. Sie rangierte auf Platz 61. Libyen hatte die niedrigste Kindersterblichkeit von ganz Afrika. Libyen hatte die höchste Lebenserwartung von ganz Afrika. Weniger als 5% der Bevölkerung waren unterernährt. Als Antwort auf die steigenden Nahrungsmittelpreise rund um die Welt, hatte die libysche Regierung alle Steuern auf Nahrungsmittel abgeschafft. Die Menschen in Libyen waren reich. Libyen hatte das höchste Brutto Inlandsprodukt beim Kaufkraftprodukt pro Kopf von ganz Afrika. Die Regierung trug Sorge, zu garantieren, dass jedermann im Land am Reichtum Teil hatte. Libyen hatte den höchsten menschlichen Entwicklungsindex aller Länder auf dem Kontinent. Der Reichtum wurde gleichmäßig verteilt. In Libyen lebte ein kleinerer Prozentsatz der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze als in den Niederlanden.

Wie wurde Libyen so reich? Die Antwort ist Öl. Das Land hat eine Menge an Öl und erlaubt ausländischen Gesellschaften nicht, die Ressourcen zu stehlen, während die Bevölkerung verhungert, nicht wie Länder z. B. Nigeria, das im Wesentlichen von Shell geführt wird.

Wie jedes andere Land leidet Libyen unter einer Regierung mit korrupten Bürokraten, die versuchen, einen größeren Teil des Kuchens auf Kosten von allen anderen zu erhalten. Als Antwort darauf ordnete Gadhafi an, dass der Profit aus dem Ölgeschäft direkt an die Menschen verteilt werde, denn seiner Meinung nach ließ die Regierung die Bevölkerung im Stich. Jedoch ist Gadhafi nicht – so wie der Artikel behauptet – der Präsident Libyens. Tatsächlich hat er keine offizielle Position in der Regierung. Dies ist der große Fehler, den die Menschen machen. Sie behaupten, dass Gadhafi über Libyen herrscht, wo er doch tatsächlich dies nicht tut, seine Position ist mehr oder weniger repräsentativ. Er sollte mit einem Gründungsvater verglichen werden.

Der wahre Führer Libyens ist ein indirekt gewählter Premier Minister. Der  augenblickliche Premier Minister ist Baghdadi Mahmudi. Wenn man Gadhafi als Führer Libyens bezeichnet ist dies vergleichbar damit, Akihito als den Führer von Japan zu bezeichnen. Im Gegensatz zu dem was eure Medien darstellen, variieren die Meinungen in Libyen. Einige Leute unterstützen Gadhafi, wollen aber die Entfernung von Mahmudi. Andere wiederum wollen, dass beide entfernt werden.  Viele wollen einfach ihr Leben in Frieden leben. Jedoch werden Anstrengungen unternommen, den Anschein einer Volkserhebung gegen den vermuteten Führer Libyens, Gadhafi zu skizzieren, wobei dieser doch tatsächlich nur der Architekt von Libyens augenblicklichem politischen System ist, eine Mischung aus Pan Arabismus, Sozialismus und islamischer Regierung.

Videos von Pro Gadhafi Protesten verschwinden von Youtube während wir hier sprechen. Demonstrationen für Gadhafi und gegen Mahmudi sind von Youtube verschwunden. Demonstrationen für Gadhafi vor der libyschen Botschaft in London sind verschwunden. Youtube entfernt normalerweise jegliches Video das Blut zeigt, außer wenn es von Libyen kommt.

Offensichtlich werden die Zuschauer mehr durch Libyer traumatisiert, welche sich nicht auf die Seite derer schlagen, die auf die Straße gehen um Gadahfi zu entfernen , als durch zusammengeschlagene Körper.                                                                                                  Sind die Proteste in Libyen mit denen in Ägypten oder Tunesien zu vergleichen? Auf gar keinen Fall. Die Reaktion der Regierung ist gewalttätiger und offensichtlich wird von extremer Gewaltanwendung Gebrauch gemacht. Aber lasst uns doch einen Augenblick auf die Aktionen der Protestierenden schauen. Das Gebäude des Allgemeinen Volkskongresses, das Parlament von Libyen, wurde von den Protestierenden in Brand gesetzt. Dies ist vergleichbar mit der In Brand Setzung des Capitols der Vereinigten Staaten durch Protestierende. Denkt ihr, dass die Regierung der Vereinigten Staaten auch nur einen Augenblick untätig herumsitzen würde, wenn Protestierende das US Capitol in Brand stecken würden?

Die ausbrechenden Aufstände waren nicht die von weltlichen Jugendlichen, die Veränderungen wollen oder irgend etwas Ähnliches wie wir es in Ägypten oder Tunesien sahen. Eine Gruppe die sich selbst „Islamisches Emirat von Barka“ nennt – der frühere Name des Nord Westlichen Teils von Libyen – hat zahlreiche Geiseln genommen und zwei Polizisten getötet. Dies ist keine neue Entwicklung. Freitag, 18. Februar stahl diese Gruppe 70 Militär KfZ, nachdem sie einen Hafen angegriffen hatten und 4 Soldaten getötet hatten. Unglücklicherweise trat ein Oberst des Militärs dieser Gruppe bei und versorgte sie mit weiteren Waffen. Der Aufstand begann im östlichen Stadtteil von Bengasi. Der italienische Außenminister hat seine Furcht vor einem islamischen Emirat von Bengasi zum Ausdruck gebracht, das sich für unabhängig erklären könnte.

Also woher kommt dieser plötzliche Aufruhr? Die Antwort ist folgende: Die selben Gruppen die von den Vereinigten Staaten jahrzehntelang finanziell unterstütz wurden, sehen jetzt ihre Chance gekommen, Kontrolle über die Nation zu erlangen. Eine kürzlich in Libyen festgenommene Gruppe bestand aus Dutzenden von ausländischen Staatsangehörigen, die in zahlreiche Akte von Plünderung und Sabotage verwickelt waren. Die libysche Regierung konnte Verbindungen nach Israel nicht ausschließen. Großbritanien unterstützte eine Zelle von Al Kaida in Libyen finanziell für ein Attentat zur Ermordung von Gadhafi. Die hauptsächliche Oppositionsgruppe in Libyen ist augenblicklich die Nationale Front für die Errettung von Libyen. Diese Oppositionsgruppe wird von Saudi Arabien, der CIA und dem französischen Geheimdienst finanziell unterstützt. Diese Gruppe vereinigte sich selbst mit anderen Oppositionsgruppen , um zur Nationalen Konferenz für die Libysche Opposition zu werden. Gerade diese Organisation rief den „Tag der Wut“ aus, der Libyen am 17. Februar ins Chaos stürzte.

Sie tat dies in Bengasi, einer konservativen Stadt, die immer in Opposition zu Gadhafis Herrschaft stand. Es sollte noch angemerkt werden, dass die Nationale Front für die Errettung Libyens bestens bewaffnet ist. 1996 versuchte diese Gruppe eine Revolution im östlichen Teil Libyens zu entfachen. Sie benutzten die Libysche Nationale Armee, den bewaffneten Arm der NFSL, um diesen fehlgeschlagenen Aufstand zu beginnen. Warum stellen sich die Vereinigten Staaten so gegen Gadhafi? Er ist die hauptsächliche Bedrohung der amerikanischen Hegemonie in Afrika, weil er versuchte, den Kontinent gegen die Vereinigten Staaten zu vereinigen. Dieses Konzept wird die Vereinigten Staaten von Afrika genannt. Tatsächlich hat Gadhafi alle Arten von Ideen die  im Gegensatz zu den US Interessen stehen. Der Mann macht die Vereinigten Staaten verantwortlich für die Erschaffung von HIV, er behauptet, dass Israel hinter der Ermordung von Martin Luther King und von Präsident J.F. Kennedy steht. Er sagt, dass die Entführer des 11. September in den USA ausgebildet wurden. Er drängte auch die Libyer nach dem 11. September dazu, Blut für die Amerikaner zu spenden. Gadhafi ist auch der Letzte einer Generation gemäßigter Pan Arabischer sozialistischer Revolutionäre, die immer noch an der Macht sind, nachdem Nasser und Hussein ausgeschaltet wurden und Syrien sich mit dem Iran verbündet hat.

Die Vereinigten Staaten und Israel haben keinerlei Interesse an einer starken arabischen Welt. Tatsächlich scheint es das Wesentliche dieses Plans zu sein, Libyen durch Anarchie und Chaos auf die Knie zu zwingen. Ende 2010 stützte das Vereinigte Königreich die libysche Regierung immer noch durch lukrative Waffenverkäufe. Nichts garantiert die Zerstörung Libyens besser als ein blutiger Bürgerkrieg. Das Stammessystem ist immer noch stark in Libyen und erweist sich als nützlich, um einen solchen Krieg zu verwerten und zu erzeugen, da Libyen in der Geschichte in verschiedene Stammesgruppen aufgeteilt war. Dies ist auch der Grund, warum die libysche Regierung mit dem Import von Söldnern antwortet. Stammestreue geht vor Treue zur Regierung, besonders in Bengasi und somit hat die Zentralregierung keine Kontrolle mehr über den östlichen Teil des Landes. Die Alternative zu Söldnern ist ein Konflikt zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen.

Gadhafi  hat 41 Jahre lang versucht das Land homogener zu gestalten, aber Oppositionsgruppen, finanziell von äußeren Mächten unterstützt, werden wenig mehr als ein paar Tage benötigen, um das Land ins 19. Jahrhundert zurückzudrängen, wo diese Gegend von Europäern erobert und vereinigt wurde. Die Gewalt ist in der Tat extrem, aber jedermann scheint zu vergessen, dass diese Situation nicht die selbe ist wie in Tunesien oder Ägypten. Stammesverbindungen spielen eine größere Rolle und somit wird der Konflikt unglücklicherweise sehr viel blutiger werden.

Bitte erinnern Sie sich jederzeit daran, dass der gewalttätige libysche Bürgerkrieg, der sich jetzt entfaltet, nicht vergleichbar ist mit den Revolutionen, die man in Tunesien und Ägypten sah. Beide dieser Revolutionen schlossen friedliche Protestiere mit ein, die unter der Armut litten und gegen ihre korrupte Regierung waren. Das Chaos in Libyen besteht aus einer Mischung aus Stammeskonflikten, Konflikten über den Gewinn aus dem Öl ( da das meiste Öl sich im Osten des Landes befindet), radikalen Islamisten die in Opposition zu Gadhafis Regierungssystem stehen und äußerer Destabilisierung durch vom Westen finanzierte Exil Gruppen.                                                                                                          Gadhafi übernahm vor 41 Jahren die Kontrolle von einem kranken Monarchen der sich krankheitsbedingt auswärts aufhielt in einem unblutigen Staatsstreich. Seine Ideologie basiert auf der Vereinigung und er versuchte sein Land auf friedlichem Wege mit Syrien und Ägypten zu vereinigen. Es würde eines Wunders bedürfen, um die sich jetzt entfaltende Gewalt in eine stabile demokratische Regierung in Libyen münden zu lassen, mit voller Kontrolle über das gesamte Land. Das Land ist zwei Mal so groß wie Pakistan aber mit 6 Millionen Einwohnern. Endlose Wüsten trennen die Städte dieser Nation. Was wir uns auch immer wieder fragen sollten, ist, wie viele weitere Nationen werden in den kommenden Monaten in Stücke zerschlagen, bei denen die Welt Beifall klatscht?

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9 Antworten zu Ohne Kommentar

  1. Paul Fischer schreibt:

    Was soll aus diesem aus Amerika gesendeten Beitrag originell sein? – Es ist reinste Gaddafi-Propaganda. Sicher wären ein paar Details als Hintergrundwissen interessant, aber bestimmt nicht aus dieser Quelle. Über persönliche Kontakte wissen wir einigermaßen wie es im Land zugeht. Ich hoffe sie schaffen es, dieses Monster zu erledigen. Noch ein Diktator weniger würde der Welt bestimmt nicht schaden. Es war schon toll, was mit Tunesien und Ägypten geschehen ist. Der Sturz Gaddafis wäre wie Weihnachten und Ostern an einem Tag.

    • anonymus schreibt:

      lieber herr fischer!
      bitte bewahren sie sich ihre kindliche, unschuldig anmutende naivität. welche quellen bevorzugen sie denn, um die ablehnung der dargebotenen zurückzuweisen? es ging ja eben darum, der anderen seite gehör zu verschaffen. die von ihnen unterstützte kraft hat doch ohnehin von anfang an die deutungshoheit in dieser krise übernommen. falls sie sich in ihrer kleinen welt noch nicht völlig zurecht gefunden haben, hier eine kurzanleitung zur untermauerung ihres credos:
      usa und nato = selbstlose, samariterähnliche bewahrer des weltfriedens
      Ghadaffi = Hitler
      ich = tarzan
      du = jane

      • Paul Fischer schreibt:

        Nicht schlecht – genau das ist meine Welt. Ich war auch für den Einmarsch im Irak und bin es immer noch. Saddam ist weg. Bald ist Gadhafi weg, Castro stirbt sowieso und Mugabe steht auch schon mit einem Fuß im Grab. Wie Kim Yong Il entsorgt werden kann, weiß ich nicht, aber das ist primär eine Aufgabe für China. Und wenn das geschehen ist, wird Hugo Chavez eine Nachdenkpause auf seinem Weg zu einem Sozialismus des 21. Jahrhundert einlegen müssen.

  2. Waltraut Kupf schreibt:

    Etwas Ähnliches dachte ich mir von Anfang an. Allein die unentwegte Beteuerung der Medien, es handle sich um den ureigensten Freiheitskampf wackerer unabhängiger Jugendlicher mußte bedenklich stimmen. Es handelt sich hier vor allem um ein massenpsychologisches Phänomen, das im Grunde nicht viel anders ist, als wenn die Leute Feuerzeuge schwenkend vor einer Rockbühne stehen. Wer hat die Initialzündung gegeben? Es zeichnet sich ab, daß die Aufständigischen vor allem wissen, was sie nicht wollen, hingegen nur eine vage Vorstellung von dem haben dürften, was sie wollen. Das Chaos in Nordafrika wird früher oder später als Vorwand für Amerika dienen, dort entweder kriegerisch zu intervenieren oder zumindest seinen Fuß als der große Protektor der Aufständischen stärker als bisher in die Tür zu stellen. Und natürlich soll die EU brav mitmachen. man darf gespannt sein, wie sich der Rest der Welt dann verhalten wird.

  3. Musiker schreibt:

    Ich denke man sollte vorsichtig sein aus der Entfernung, ohne Frage haben wir in der Region weit schlimmere Diktaturen und auch Systeme denen es nicht wirklich gut geht. Aber man sollte trotzdem bemerken, dass große Teile der Bevölkerung sich gegen Gadaffi gewendet haben. Er mag zwar auch viele Anhänger haben, aber dennoch gibt es dort Unstimmigkeiten und der Nachteil eines autoritären Systems, ja auch bei Spekulationen anderer Art dort ist keine Meinungsfreiheit und Demokratie, ist, dass eben solche Meinungen nicht abgebildet werden. Ich bin davon überzeugt, dass sich die westlichen Staaten nicht einmischen sollten, mal abgesehen vom Schutz der eigenen Staatsbürger und Flüchtlingscamps etc. Militärische Einmischung bringt nichts, aber einen Autokraten in Schutz zu nehmen ist sicherlich auch nicht der richtige Weg.

  4. Helmut Müller schreibt:

    Selbstverständlich ist Ghadaffi, mit unseren Maßstäben gemessen, längst ein Despot, der nicht nur vielen Libyern, sondern vor allem einigen im Westen im Wege gestanden ist. Ob jene, die nachkommen, demokratischer wären, bleibt (mit berechtigtem Argwohn) abzuwarten. Freuen wir uns also nicht zu früh.
    Libyen ist kein normaler Staat wie andere, sondern ein Gemenge von 150 Stämmen, die alles andere als sich einig sind. Immerhin ist es Ghadaffi gelungen diesen jungen Staat, wenn auch mit brutalen Methoden zuweilen, vier Jahrzehnte lang mit viel Geschick (u.a. durch seine Heiratspolitik) zusammenzuhalten. Nach Ghadaffi ist die Zukunft des Landes aber alles andere als gesichert. Schon wartet der eine oder andere Stamm, um das Ruder an sich zu reißen, ebenso aber Nachbarstaaten wie der Tschad oder Mali, die, mit Blick auf das Öl, sich ein Stückchen einverleiben möchten. So könnte aus Ghadafiis Libyen noch ein zweites Somalia werden..
    Einer der besten Afrika-Kenner, Bernard Lugan, sieht es nicht anders.

  5. sozrev schreibt:

    Hillary Clinton sieht dies genauso:
    http://www.reuters.com/article/2011/03/02/us-libya-usa-somalia-idUSTRE7214QS20110302

    Also die Obama-Administration befindet sich in der Klemme. Zum einem ist Gaddafi nun vom Westen abgerückt, zum anderen fürchten die USA eine Einflussnahme der Islamisten. Angeblich soll in Bengazhi bereits ein „islamisches Emirat“ ausgerufen worden sein. Unter den Aufständischen ist die Lage selbst unübersichtlich, da mischen sich feudale Stammesstrukturen, Monarchisten und Islamisten.

    Paul Fischer:

    Was ist in Ägypten und Tunesien bisher konkret geschehen? Die Führungspersonen wurden durch andere Personen aus der politischen Ellite ausgewechselt. Der alte Machtapparat ist noch immer am Ruder.

    • Paul Fischer schreibt:

      Was konkret geschehen ist? Diese Antwort können nur jene geben, die vor Ort leben oder als Korrespondenten arbeiten. Manche Dinge verschlechtern sich, vor allem Ökonomische und vielleicht die Straßenreinigung. Aber das Foltern hat weitgehend aufgehört und die Presse ist frei geworden – um nicht zu sagen wild geworden. Warten wir es doch in Ruhe ab. Irgendeine Art von Demokratie wird schon kommen und rechtsstaatliche Prinzipien haben erstmals (außer im Irak und in Afghanistan natürlich) eine echte Chance. Mit der Arabischen Revolution ist Osama bin Laden gestorben. Plötzlich ist es in der arabischen Jugend nicht mehr schick, sich in die Luft zu sprengen. Die vielen Kommentare der Aufständischen von Tunis und Kairo klingen erstaunlich vernünftig. Plump wirken momentan nur die Erklärungen aus dem demokratischen Israel. Demokratien im Umfeld Israels sind vielleicht um eine Spur unbequemer als die Mubaraks und Ben Alis. Sollte Gadhafi verschwinden hätte der Judenstaat den zweiten Todfeind verloren. Fehlt noch Ahmadinejad.

      Warten wir es ab.

      Der chilenische Philosoph Humberto Marturana sprach von der „Strukturkoppelung“ als dem durchgängigen Prinzip der kosmischen Evolution. Was wir jetzt erleben, ist genau das. Der Islam hat versucht, sich gegen abendländische Vereinnahmen aufzubäumen. Das bricht jetzt in sich zusammen. Die westlichen Werte erweisen sich als universelle Werte. Mohammed hat verloren.

      Ich erlebe durch meine russische Ehefrau diese Strukturkoppelung seit der Wende 1989 / 1991. Es ist eine mächtige Bewegung. Sie ist aber keineswegs gradlinig, es kreuz und quer, rauf und runter, vorwärts und auch rückwärts. Aber über einen längeren Zeitraum betrachtet zeigt sich eine erstaunliche Kontinuität richtung höherer Komplexität. So sind Atome und Moleküle entstanden, Zellen, Organismen, Tiere, Bewusstsein, Völker, Staaten und die Weltgemeinschaft – vielleicht auch interstellare Assoziationen.

  6. Helmut Müller schreibt:

    Hier noch eine ergänzende Aufklärung* von Philip Agee, ehemaliger CIA-Agent: „Seit ihrer Gründung im Jahr 1947 ist die CIA heimlich in die Finanzierung und Manipulation von ausländischen freiwilligen Nichtregierungsorganisationen tief verstrickt. Diese gewaltigen Operationen gehen um die Welt und zielen auf politische Parteien, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden, Jugend-und Studentenorganisationen, Frauengruppen, zivilgesellschaftliche Organisationen, religiöse Gemeinschaften, professionelle, intellektuelle und kulturelle Gesellschaften sowie die öffentlichen Medien. Das Netzwerk funktioniert auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene. Im Laufe der Jahre übt die CIA phänomenalen Einfluss hinter den Kulissen in einem Land nach dem anderen aus, wobei sie sich der Hilfe dieser mächtigen Teile der Zivilgesellschaft bedienen, um Organisationen auf der linken Seite zu durchdringen, zu teilen, zu schwächen, zu zerstören, und sogar um Regimewechsel durch den Sturz von Regierungen auszuwirken.“
    Quelle: euromed

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