Was noch dahintersteckt

In meinem letzten Kommentar schrieb ich über das mutmaßlich von Washington diktierte Vorhaben, außer der Türkei, auch  noch einige weitere Mittelmeerländer in die EU aufzunehmen. Ein längerfristig angelegtes Projekt.                                                              Kurz- bis mittelfristig steht aber, auch im Hinblick auf den Iran, vorerst anderes bevor: die Transformation der islamischen Länder dieser Region in nach US-Vorstellungen westlich orientierte, einem Schlag gegen den Iran nicht abgeneigte oder zumindest sich neutral verhaltende Demokratien. Gibt es doch Hinweise, daß  Mubarak, Ben Ali und  Ghadaffi als inzwischen zu selbständig gewordene Diktatoren einem militärischen Vorgehen gegen Teheran nicht unbedingt ihre Zustimmung gegeben hätten. Dabei sollen die USA Mubarak sogar mit der Beschlagnahmung des Suez-Kanals gedroht haben, was sicher keine gute Idee gewesen wäre , weil es Mubarak in seiner Position nur gestärkt hätte. Wie ja auch eine offene Intervention in Libyen nur Ghadaffi nützen würde. Anscheinend aber haben die Amerikaner aus ihren vielen Interventionsdebakeln noch nicht genügend gelernt.

Inzwischen wird von einem CIA-Putsch am Nil mit Hilfe den USA ergebener Generäle à la Suleiman gesprochen. Dabei soll sich das US-amerikanische Institut „National Endowment for  Democracy“ (NED), ein politisches Projekt des US-Außenministeriums, stark in die Farbenrevolution am Nil, und nicht nur dort,  eingemischt und Verantwortliche der„6.April“-Bewegung  mit hohen Dollarbeträgen, Infrastruktur und Know-How“  gefördert haben. Organisatorisch sind den Ägyptern atlantisch orientierte serbische Aktivisten der Organisation „Otpor!“, die zum  Sturz von Milosevic  wesentlich beitrug, beratend zur Seite gestanden.                                                                                                         Die Einmischungen der NED  lassen sich inzwischen, auch an Hand gleichlautender Slogans und Symbole, von  Belgrad über Tiflis und Kiew bis in den Nahen Osten (und weiter) verfolgen. US-amerikanische Kritiker der NED bezeichnen diese mittlerweile als eine „weltweite Agitation für demokratische Revolutionen und Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder, besonders in Diktaturen und undemokratische Regime„. Nicht nur, bitte sehr, in Indonesien half man immerhin mit, die linke Opposition zu zerschlagen. Interessenspolitik ignoriert eben, wenn es um die Wurst geht, politische Farben.

Nun würde man einer US-amerikanischen, rein humanitär ausgerichteten Initiative,  ja selbst einer von der UNO genehmigten Intervention in Ländern, wo es Beweise für schwere Menschenrechtsverletzungen, gar Völkermord gibt, grundsätzlich zustimmen. In den betreffenden und allen bisherigen dieser Art von Fällen geht und ging es aber in erster Linie, wie schon einmal festgestellt, um Konzern- und israelische Interessen. Und bis auf Weiteres ist in der US- wie auch der gleichgeschalteten  EU-Außenpolitik diesbezüglich keine Änderung in Sicht.                                                                                                                     Die globalen Bedingungen laden, selbst um den Preis einer Selbstbeschädigung, eine absteigende Supermacht geradezu ein, wenn schon nicht mehr als Eroberer, so denn doch als Wahrer seiner globalen Interessen auch unter Mißachtung des geltenden Menschen- oder Völkerrechts aufzutreten. Das ist beinahe wie ein Naturgesetz.                                      Das für europäische nationale Patrioten Niederschmetternde dabei ist aber die Tatsache, daß sich Europäer dieser egoistischen und zerstörerischen Besitzstandwahrung als Claqueure und Landsknechte   (etwa innerhalb der NATO)  zur Verfügung stellen, statt auf ihr „Sternenbanner“ ein deutliches  „Ami go home“ geschrieben zu haben.

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14 Antworten zu Was noch dahintersteckt

  1. Siegfr. Eder schreibt:

    Danke, Herr Müller ! – Jetzt hat sich der Nebel verzogen und es ist mir einiges klarer geworden. Ja, eben: Klartext.

  2. Paul Fischer schreibt:

    Danke für die Information, dass serbische Atlantiker am Tahrir-Platz mitgeholfen haben. Es stimmt tröstlich, dass sich Anhänger der Demokratie bis in die Dritte Welt hinein kurzschließen. Warten wir ab, was daraus wird. Vielleicht wird es gut. Dass Amerika seine Interessen wahrt, sollte uns nicht beunruhigen. Dass Europa noch so schwach ist, die seinen zu verfolgen, gibt mehr Anlass zur Sorge.

    • Waltraut Kupf schreibt:

      Europa wird kaum je andere als die amerikanischen Interessen verfolgen. Das ist das Besorgniserregende, wenn auch wenig Überraschende.

  3. zwara schreibt:

    Zitat: „Gibt es doch Hinweise, daß Mubarak, Ben Ali und Ghadaffi als inzwischen zu selbständig gewordene Diktatoren einem militärischen Vorgehen gegen Teheran nicht unbedingt ihre Zustimmung gegeben hätten.“

    Vielen Dank für die Info Herr Mueller, ich hatte schon fast Gad Affis vormalige Nibelungentreue zu den USA vergessen.

    Dass der libysche Primat vor kurzem die Schweiz zerschlagen und aufteilen wollte – ein Auftrag der Ostküste! Die israelische Marine und die US Küstenwache haben sich schon auf eine Intervention vorbereitet. Immerhin muß die direkte Demokratie durch eine der Basis ersetzt werden.
    Die Zerschlagung der linken Opposition (um Gotte Willen, wir führen doch einen Kampf gegen Rechts!!!) im Scharia- Staat Indonesien, war – wie in der lupenreinen Demokratie Iran – nur mit amerikanischer Hilfe zu bewerkstelligen. Die nach der Revolution im „Kulturland“ der Perser am Galgen baumelnden sozialistischen Revoluzzer (Bungee Jumping andersrum) werden ihre Geschichte – inschallah -im Paradis bestätigen.

    PS: Ich hoffe, Sie berichten auch weiterhin nicht von:
    – Gruppenvergewaltigungen durch Muslime
    – Migrantengewalt
    – dem Ausgeverbot für englische Frauen nach Einbruch der Dunkelheit (ist kein Verbot, sondern ein gut gemeinter Ratschlag, um … siehe Punkt Gruppenvergewaltigungen
    – der Fortschreitenden Islamisierung Österreichs und Europas
    – Dem Kauf österreichischen Grund und Bodens durch die Türkei (durch die ATIB)
    – der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), deren Beschlüsse von den UN ungschaut übernommen werden

    Denn, wenn wir etwas nicht wissen dürfen, dann:
    Was noch dahintersteckt

    • zwara schreibt:

      Immer wenn ich mich über Ihren Blog amüsiere, muß ich an „Akte X“ denken, denn
      „die Wahrheit liegt irgendwo da draussen…“, nämlich hier
      http://sosheimat.wordpress.com/
      http://redegefahr.com/
      Ja, eben: Klartext.

    • Helmut Müller schreibt:

      1.)Ghadaffi war bis zuletzt ein Feind der USA. Daß er seit einiger Zeit nicht mehr richtig tickt hat nichts daran geändert.
      2.)In einigen Provinzen Indonesiens gibt es in der Tat Scharia-Gerichte, aber Indonesien als Staat ist kein Scharia-Staat deshalb. Noch nicht! Übrigens gerade in der jetzigen Scharia-Provinz Aceh gab es vor längerer Zeit ein Massaker an Ureinwohnern, die einem US-Konzern, der Schürfrechte erworben hatte, nicht weichen wollten.
      3.) Ich kommentiere nicht jede verabscheuungswürdige Tat, die durch Islamisten begangen werden. Meine Ablehnung dieser ist bekannt, ich werde aber deshalb auch in Zukunft nicht mit Schaum vor dem Mund über den Islam herziehen. Das überlasse ich anderen, die sich eine zur Verallgemeinerung tendierende, sehr subjektive Sichtweise von Linken und anderen Gutmenschen abgeschaut haben dürften.

    • Cornelia schreibt:

      Und wer steckt hinter Zwara? Anscheinend jemand, bei dem der Groschen noch nicht richtig gefallen ist.

      • zwara schreibt:

        Gibt es auch das eine oder andere Argument zu dem Vorwurf?
        Oder steckt hinter Cornelia jemand, die eine (von anderen) vorgedachte Meinung vertritt.

    • zwara schreibt:

      zu 1.)
      Zitat: „Gibt es doch Hinweise, daß … und Ghadaffi als inzwischen zu selbständig gewordene Diktatoren einem militärischen Vorgehen gegen Teheran nicht unbedingt ihre Zustimmung gegeben hätten.“

      Zitat: „Ghadaffi war bis zuletzt ein Feind der USA. Daß er seit einiger Zeit nicht mehr richtig tickt hat nichts daran geändert.“
      __________________________________
      Klassischer Widerspruch!

      zu 2.)
      Es stimmt, es gibt in Indonesien – wie übrigens auch in England – (noch) vereinzelt weltliche Gerichte. Die Massaker an den Ureinwohnern werden wohl stimmen und sind zu verurteilen. Die Täter werden sich danach aber wohl kaum die Beichte abnehmen haben lassen. Viel eher haben diese „Pornographie- Gesetze“ erlassen, um die jahrtausende alte Kultur der Ureinwohner zu zerstören. Eine altbbekannte Vorgehensweise in der islamischen Monokultur.
      http://www.oe24.at/welt/weltchronik/Ureinwohner-Indonesiens-sollen-Unterhosen-tragen/447628
      Die RotzGrünen, die um die kulturelle Eigenheit jedes Virus‘ kämpfen, hat es nicht interessiert.

      zu 3.)
      Erdowahn: Es gibt keinen radikalen Islam. Es gibt keinen gemäßigten Islam. Es gibt keinen Islamismus. Es gibt nur einen Islam!
      Die von allen Glaubensrichtung anerkannte geistliche Autorität Al Azhar Universität: Es gibt keinen Islamismus. Wer etwas anderes behauptet der lügt!

      Ihre Sichtweise über den Zionismus, die Ostküste, das jüdische Kapital und irgendeine geheime mächtige Gruppe (paradoxerweise wissen irgendwie alle Bescheid) gleicht auf das Haar der Meinung der Gutmenschen. Schon aus diesem Grund, kann es nicht stimmen.

      Nachtrag in eigener Sache: Da ich viele ihrer Ansichten zuvor schon auf kommunistischen und anderen linksextremen Seiten gelesen habe, hielt ich sie bisher für einen .
      Daher auch die (in meinen ersten Kommentaren) derbe und untergriffige Sprache.
      Dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Es war nicht richtig. Mehr kann ich leider nicht anbieten.
      Sollten wir uns wider Erwarten einmal begegnen, wäre ich Manns genug, dass auch persönlich zu tun. Ehrlich und AufRecht(s)

      Widerstand ist NICHT zwecklos!

  4. zwara schreibt:

    Nun, wenn Ghadaffi „inzwischen zu unabhängig“ geworden ist, bedeutet das (für mich), dass zuvor irgendeine Art von Abhängigkeit oder Zusammenarbeit bestanden haben muß!

    Dass der Diktator aber immer ein Feind der USA war, widerspricht der ersten Aussage.

    Ghadaffi war immer unabhängig und den USA nur durch tiefe Feindschaft verbunden

    • Helmut Müller schreibt:

      Der Einwand ist nicht ganz unrichtig, da im Falle Ghadaffi ungenau. Zur Präzisierung: Für Ghadaffi stimmt es insofern auch als er zwischenzeitlich ja auf Bedingungen Washingtons eingehen mußte und sich trotz (nicht mehr offen deklarierter) Feindschaft kooperativ zeigte und vielen „geläutert“ schien. Aber unberechenbar (oder neurotisch) wie er ist, hat er sich zuletzt doch wieder quergelegt (ist also aus US-Sicht w i e d e r zu selbständig, zu widerspenstig geworden).

      • zwara schreibt:

        Auch diese Präzisierung (die ja irgendwie nicht falsch ist) möchte ich vervollständigen:
        Ghadaffi war (vermutlich durch die Sanktionen) zu Zugeständnissen gezwungen. Ausserdem, er ist ja schon ein lebender Toter. Für jeden Sichtbar. Seine lächerlichn Auftritt bei UNO, Berlusconi etc haben der Welt und vor allem den USA gezeigt: „Von dem Afferl geht keine Gefahr mehr aus“!
        Ausser vielleicht für das libysche Volk.

        Und ganz ehrlich, was auch immer da unten passiert. Die werden nie so etwas wie eine echte Volksherrschaft (so wie’s früher bei uns einmal war) zusammen bringen. Ist es die Religion, die Kultur oder ein Mix davon, doch die sind evolutionär eindeutig eine Stufe unter uns

  5. Fritz schreibt:

    So überheblich sollten wir nicht werden. Irgendwann sind wir auf derselben Stufe.

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