Von den Zionisten lernen

Arisierung: ein Unwort würde man heute sagen. Drohung und selbst Gewalt seien auf der Tagesordnung gewesen, heißt es. Ob man das ganz allgemein nur so sehen kann? Da schreibt am 1.Februar des Jahres 1938 der Inhaber einer „Papiersäckefabrikation“ in Wien, Lazar Kleinfeld, an die Vermögensverkehrsstelle in der Strauchgasse, daß  er, nach Inventur und Abverkauf der „gangbaren Waren“, bereit sei, „den Kaufpreis auf RM 4000.-…zu ermässigen.“ Zum Schluß fügt er noch handschriftlich an:“Bemerken möchte ich, ohne jeden Zwang die Reduktion der Kaufsumme vorgenommen zu haben? Schon höre ich, man habe ihn zu dieser Bemerkung sicher gezwungen. Kann sein, muß nicht sein.                                                                                                                                                    Die Arisierung der Firma Kleinfeld war allerdings nur eine von unzähligen, aber  es mag schon sein, daß nicht jede so einvernehmlich über die Bühne gegangen ist. Geht doch selbst bei heutigen gewinnversprechenden Geschäften bzw. Abschlüssen nicht immer alles ganz sauber ab, gelegentlich sollen unterschiedliche Formen der Erpressung oder Nötigung (etwa im Immobiliengewerbe) durchaus im Spiel sein. Da ist gerade auch unter dem aufgeheizten Klima der damaligen Zeit schon einiges vorstellbar, einiges, von dem oder Ähnlichem auch das heutige Palästina zu erzählen wüßte.                                                     Aber immerhin gab es  damals jüdische Unternehmer, die  in dieser Zeit durchaus noch selbstbewußt auftraten konnten, wie etwa Ernst Köhler, Inhaber der  Essigfabrik Doller in Perchtoldsdorf bei Wien, der 1938 mit einer vom vorgesehenen Käufer erwarteten Preisherabsetzung nur einverstanden sein konnte, wenn, wie es in einem Schreiben des Interessenten  heißt,  „der Betrag ausreicht, daß er (Köhler) seinen Verpflichtungen…nachkommen kann“.                                                                                        Ob in diesem oder im Fall Kleinfeld die zur Ausreise Gezwungenen  bzw. deren Nachfahren später noch in den Genuß einer zusätzlichen Entschädigung bzw. Wiedergutmachung gekommen sind? Höchstwahrscheinlich, sofern das Geld nicht bei einer  dafür zuständigen jüdischen Organisation in uns unbekannte Kanäle geleitet wurde.

Seit beinahe siebzig Jahren leisten jedenfalls die Bundesrepublik Deutschland und Österreich enorme „Wiedergutmachungen“ an vertriebene Juden und den Staat Israel, und ein Schlußstrich ist nicht in Sicht. Der zionistische Staat  und jüdische Organisationen werden daher  auch in Zukunft bei beiden Staaten fordernd vorstellig werden, und deren Regierungen werden sich wie gewohnt nicht lumpen lassen. Sollte in Wien gar eine freiheitliche Regierungsbeteiligung herausschauen, dürften diesbezügliche Forderungen gerade jetzt erneut auf große Sympathien innerhalb einer solchen Koalitionsregierung  stoßen.                                                                                                                                                Ob ein großzügiges Entgegenkommen auch im Fall jener Länder, die ganz aktuell von Israel und der Jewish Agency weltweit aufs Korn genommen werden, so zutreffen wird, bleibt abzuwarten. Man darf jedenfalls gespannt sein, wie die jeweiligen Regierungen reagieren werden, wenn die zionistische Seite bei ihrer Suche nach enteignetem oder  gestohlenem jüdischen Vermögen, in welcher Form auch immer, etwa in Prag, Warschau oder Budapest fündig geworden ist und Forderungen in zu erwartendem erheblichem Ausmaß stellen wird. Warum die angekündigte Kampagne erst jetzt, zwanzig Jahre nach dem Mauerfall, beginnt, ist ein Rätsel, aber möglicherweise ist das Vermögens-Dossier so umfangreich, daß dazu eine  jahrzehntelange Vorarbeit nötig war.  Davon abgesehen braucht der Zionistenstaat gerade jetzt  mehr Geld denn je, um seine Groß-Israel-Politik und die dazu erforderliche militärische Aufrüstung mit modernstem Kriegsgerät weiterführen zu können.                                                                                                                   Für  vertriebene und enteignete Deutsche und auch Palästinenser ließe sich aus der erfolgreichen Schatzjäger-Praxis offizieller und halboffizieller jüdischer Stellen  doch einiges lernen. Nämlich, daß es nie zu spät ist, abgepresstes, geraubtes oder verlorengegangenes Hab und Gut wieder  rückerstattet zu bekommen oder wenigstens dafür in großzügiger Weise entschädigt zu werden. Wenn man es wirklich will und dazu entschlossen genug ist.

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Eine Antwort zu Von den Zionisten lernen

  1. juri schreibt:

    Der „Holocaust“ wurde zwar als kommerzieller Begriff für Hollywoodproduktionen bzw. eine Werbung benutzt, ist aber in wenigen Jahren zu einer Doktrin geworden, die nun als Maß aller Dinge in „moralischem“ Sinne gilt. A propos „Vermögens-Dossier“: Norman Finkelstein in seinem Buch „Die Holocaust-Industrie“ (5. Auflage, 2005, Seite 105) erlaubte sich folgenden Witz: „Ein weiteres Mantra der Holocaust-Industrie lautet, dass es bei der Entschädigung „um Wahrheit und Gerechtigkeit geht, nicht um Geld“. „Es geht nicht um Geld“ witzelten die Schweizer nun: Es geht um mehr Geld“.

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