Dresden und neudeutsche Erbärmlichkeit

Bestimmte Tage im Jahr rufen uns immer wieder in Erinnerung: Die Wiederholung der Schande ist die erste Pflicht von Ehrlosen. Gewiß eine Schande ist es, wie, auf welche Weise, unsere etablierten Vertreter des Zeitgeistes zu bestimmten Anlässen der  millionenfachen deutschen wie auch österreichischen Opfer alliierter Gewalt gedenken: ehrlos und relativierend. Anders jedenfalls als wenn es um Opfer deutscher Gewalt geht, wo gleich ganz Sühnedeutschland, auch Österreich, in Sack und Asche wandelt. Anders auch als Nachbarvölker wie das polnische und französische oder entferntere wie das japanische ihrer Opfer, wie auch ihrer Siege und Niederlagen gedenken. Was das offizielle deutsche, eben auch österreichische Gedenkwesen im Falle eigener Opfer daher auszeichnet, ist nichts anderes als die Erbärmlichkeit eines die nationale Pflicht vernachlässigenden Vasallentums.

Unsere Zeit hebt sich ohne Zweifel durch das Fehlen einer ehrbaren nationalen Intelligenz an den Schalthebeln der Macht von vorangegangenen Zeiten ab. Es mangelt an einer Elite, der man mit Achtung und Respekt gegenübertreten könnte. An gewissen Tagen wird das besonders deutlich: Der 13.und 14.Februar sind solche Tage, wo man sich dieser beschämenden Tatsache bewußt wird. Tage, an denen geschichtsbewußte, aufrechte Menschen, verschmäht von Regierenden und Medien, jenes alliierten Bombenterrors gedenken, der, neben Hamburg, Magdeburg  und weiteren Städten, eine der schönsten Städte der Welt, Dresden, 1945 dem Erdboden gleich gemacht und nach damaligen Angaben mehr als 200.000 Menschen auf grausamste Art vom Leben zum Tode befördert hat.

Inzwischen haben die Verbreiter der organisierten Lüge, die Opferzahl von Dresden auf 30.000 herunter gerechnet, ohne dafür, wie in anderen Fällen, vor den Kadi gezerrt zu werden. In dem verwerflichen Bemühen, die Schuld der Alliierten kleinzureden und jedes ehrliche, ernsthafte Gedenken an deutsche wie österreichische Opfer herabzuwürdigen, kommt das Erbärmliche der Jetztzeit eben auch darin zum Vorschein.

Die grenzenlose Anmaßung mit der man versucht, sein ehr- und treueloses Verhalten zu übertünchen, offenbart einen Mangel an Charakter. Allerdings wußte  schon Adalbert Stifter,  daß  nur der Bescheidenste auch der Gesinnungstüchtigste  ist. Doch solche Menschen gibt es noch in deutschen Landen, nicht unbedingt in der Politik. Wenn auch jene vorbildliche,  Haltung  und Adel des Geistes verkörpernde deutsche Gestalt, wie sie in der Markgräfin Uta am  Naumburger Dom in Stein gehauen zum Ausdruck kommt, eher noch weitestgehend unerkannt unter uns wandelt.

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5 Antworten zu Dresden und neudeutsche Erbärmlichkeit

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    1945 lebte ich (damals 12 Jahre) in Leitmeritz a.d.Elbe, das ca. 80 km südlich von Dresden liegt. Der Himmel war rot, und der Lärm des Bombenangriffs deutlich zu hören. Wir wußten gleich, daß das nur Dresden sein konnte und hörten natürlich am folgenden Tag mit vermehrtem Interesse Radio. Nun glaube ich mich deutlich zu erinnern, daß die Opferzahl mit 60- 80.000 angegeben wurde. Ob man die Zahl damals eher niedrig angab, um die ohnehin schon marode Kriegsmoral nicht noch zusätzlich zu schwächen, ob vielleicht die zahlreichen Flüchtlinge (vor allem aus Schlesien), die sich im Umland aufhielten, nicht berücksichtigt wurden, ob mich mein Gedächtnis im Stich läßt oder ob die Zahl sogar wirklich stimmt, kann ich natürlich nicht sagen. Es scheint jedenfalls so zu sein, daß Opferzahlen in jedem Fall mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten sind. 30.000dürfte aber auf jeden Fall eine viel zu niedrige Zahl sein und eine Verhöhnung der Betroffenen.

    • Zwara schreibt:

      Ein trauriger Tag, dem viel zu wenig Beachtung „geschenkt“ wird und der aus ideologischen Gründen doch ausgeschlachtet wird.

      Die offiziellen Deutschen die Dresden nur in einem Atemzug mit von Deutschen begannenen Verbrechen nennen. Die fraglos passiert sind, aber den unnötigen Tod von unzähligen Frauen, Kindern, Soldaten, Fremdarbeitern nicht rechtfertigen.

      Den Linken – die darüber philosophieren ob man den Tag feiern sollte, ob der Mord an Frauen und Kindern ein Verbrechen war (Kollektivschuld, sie haben keinen Widerstand geleistet). Ausserdem waren tausende Fremdarbeiter und inhaftierte Kommunisten unter den Opfern.
      Kein Scherz, darüber hat die Linkswende disskutiert!

      Durch dieses Verhalten überlassen die Deutschen das Feld jenen, die mit der dt. Kriegsfahne „gedenken“, das Horst Wessel- Lied gröhlen und das Andenken an die Toten in den Schmutz ziehen.
      Von diesem Verhalten werden Überlebende, deren Nachkommen und viele Andere vom Ort des Geschehens abgehalten.

      In Dresden oder ganz Deutschland und Österreich (hier soll es ja auch Bombentote gegeben haben) sollten an diesem Tag alle Sirenen läuten und eine Gedenkminute eingelegt werden.
      Ich werde heute eine Kerze entzünden.

      • Helmut Müller schreibt:

        Ausgezeichneter Vorschlag! Doch alle Sirenen schweigen und Kerzen im Fenster leuchten höchstens für Asylanten.

  2. Pingback: Dresden und neudeutsche Erbärmlichkeit « Sache des Volkes

  3. Cornelia schreibt:

    Churchill, dieser heute hochgelobte Kriegsverbrecher, vor dem Angriff auf Dresden: „…ich möchte Vorschläge haben, wie wir 600.000 Flüchtlinge aus Breslau in Dresden braten können.“ Und später zur 3. Bomberflotte: „….Sie fliegen heute dorthin (nach Chemnitz) um alle Flüchtlinge zu töten, die aus Dresden entkommen sein mögen“.
    Weiterer Kommentar überflüssig.

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