Ein Fiasko US-imperialer Politik

Omar Suleiman, Mubaraks Vize und Geheimdienstchef, hat wieder einmal sein Talent für mörderische Menschenverachtung unter Beweis gestellt. Es besteht kein Zweifel, daß er im Auftrag Mubarakas die Schlägertrupps organisiert hat. Die nächsten Tage könnten daher noch blutiger werden als schon bisher.                                                                                Die schwachen Reaktionen von Washington und Brüssel und die abwartende Stellung der Armee  versteht das Mörder-Regime wohl als Einladung zu einer blutigen Abrechnung mit den Gegnern der Regierung. Ein friedlicher Übergang, wie von Clinton leise angemahnt, scheint  praktisch nicht mehr möglich.  Aber vielleicht geschehen noch Wunder am Nil.        Für die imperiale Republik USA und ihr Protektorat Europäische Union wird das ganze noch ein gewaltiges Problem werden, politisch, ökonomisch und strategisch.  Ein Fiasko ist es jetzt schon. Nicht zuletzt veranschaulicht das Beispiel Ägypten aber sehr deutlich wie heuchlerisch amerikanische Außenpolitik, mit ihrer steten Forderung nach Meinungsfreiheit und Demokratie, in Wirklichkeit ist, wenn Sonderinteressen, welcher Art auch immer, auf dem Spiel stehen.

Seit den ersten Tagen der imperialistischen Expansion der Vereinigten Staaten wurde diese  damit gerechtfertigt, die Welt demokratischer, lebenswerter zu gestalten. In Wirklichkeit ging und geht es weiterhin nur um wirtschaftliche Interessen und Weltherrschaft einer Minderheit.  Seit jenem 11. September fühlt man sich in diesem Expansionsdrang noch bestärkt, obzwar sich, global gesehen,  vermehrt  Hindernisse aufbauen.                                                                                                                                        Daß die Aufrechterhaltung der US-amerikanischen Ordnung eine imperiale Politik erfordere, davon sind nicht nur die Neo-Konservativen überzeugt. Man betrachtet sich als legitimen Erben Roms, und das wiederum rechtfertigt wirtschaftliche und militärische Dominanz. Statthalter in Ländern wie Ägypten oder  in der EU garantieren, daß politisch niemand in die neokoloniale Suppe spuckt.                                                                                   Und wie der  Satrap am Nil wird auch das Zentrum im fernen Amerika von nur einem Gedanken mehr beherrscht: Alles versuchen, um nicht zu enden, nicht zu sterben. Alles unternehmen, um die eigene Ära solange wie möglich auszudehnen. Auch wenn dabei ganze Völker  oder Länder zu Schaden kommen. Hauptsache, es gibt einen Reibach.

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3 Antworten zu Ein Fiasko US-imperialer Politik

  1. Pingback: Ein Fiasko US-imperialer Politik « Sache des Volkes

  2. Paul Fischer schreibt:

    Ein Imperium zusammenzuhalten bedeutet immer das Wandeln an großen Abgründen, Rom hat es uns vorgelebt. Als Rom nicht mehr die Kraft dazu hatte, versank Europa in 800 Jahren zivilisatorischer Dunkelheit.

    Dass Amerika dabei in moderner Zeit in einer Unzahl an Dilemmata steckt, liegt eben daran, dass man sich an christliche und demokratische Werte halten will. Hitler und Stalin haben uns gezeigt, wie eine Welt aussieht, in der solche Werte nichts mehr gelten. Sollte es dem radikalen Islam gelingen, seine Welt zu dominieren, würde das uns alle schwer treffen. Ahmadinejad lässt grüßen.

    Das Geschehen in Kairo, Alexandria, Port Said, Tunis, Sanaa und Algier wirkt bedrohlich, scheint aber einen Keim einer helleren Zukunft zu enthalten, nämlich dahingehend, dass echte Demokratie im Nahen Osten außerhalb Israels möglich werden könnte. Dazu liefern die modernen Medien ihren Beitrag, aber auch die überall gestiegene Schul- und Hochschulbildung. Und – Barak Obama erntet, was er vor einem Jahr an der Universität von Kairo gesät hatte. Hillary Clinton versucht tapfer, dabei nicht die Fäden des Imperiums aus den Händen zu verlieren.

    Scheitern die USA und die Europäische Union, würde die Welt trotz Klimaerwärmung bald erkalten.

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