Was man von Politikern so hält

In einem kenntnisreichen und beeindruckenden Vortrag sprach dieser Tage in einem Wiener Café der ehemalige Chefredakteur der „Presse“  und Betreiber eines Online-Tagebuchs, Andreas Unterberger,  unter anderem  zum Thema Demokratiedefizit und  unglaubwürdige, ihr Amt  mißbrauchende politische  Eliten. Was wieder einmal die stets präsente Frage aufwirft:  Wann ist ein Politiker integer, glaubwürdig und Vorbild? Anscheinend nur solange er kein bedeutendes Amt  inne hat.                                           Österreichs Verteidigungsminister könnte als so ein Beispiel  herhalten. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte er die Wehrpflicht noch  „in Stein gemeißelt“, Monate später schwärmt er für das Berufsheer als einzige Alternative. Was ist los mit ihm? Da registrieren wir wohl das Einzigartige, daß, rein symbolisch gesprochen,  ein Paulus zum Saulus sich wandelte.                                                                                                                  Überhaupt erwecken Politiker, sobald die Macht in ihre Nähe rückt oder sie stellvertretend für wen immer bereits  ausüben  dürfen , den Eindruck, als wären sie eine Schultafel  auf die ein sehr geheimnisvoller  Geist mit Kreide etwas schreibt und, je nach Bedarf, es auch wieder auslöschen kann.  Die braven Untertanen dürfen dann die jeweils aktuelle Botschaft, vielleicht so eine Art Tagesparole, zur Kenntnis nehmen. Da wird von uns schon verdammt viel Flexibilität verlangt.

Da freute man sich doch, wenn endlich einer aufsteht und zu erkennen geben möchte, daß er ganz anders ist. Solange er noch weiter unten Schlange steht, stimmt das ja wirklich. Da kann es schon einmal passieren, daß man beteuert, man werde „auch in dreißig, vierzig Jahren nicht seine Meinung ändern“. Das klingt zwar beeindruckend und irgendwie ehrlich, aber nur bis zum Beweis des Gegenteils. Denn inzwischen hat  derselbe  Hoffnungsträger die eine oder andere Meinung innerhalb kürzester  Zeit geändert. Also war sein Ausrutscher kein ehrlicher, sondern bestenfalls ein dummer. Vielleicht  täuschen wir uns auch, und er ist in Wirklichkeit ein Zyniker wie die meisten  Spitzenpolitiker?                         Soweit es HC Strache betrifft, sollen US-Diplomaten eben dieser Meinung sein, wie WikiLeaks  enthüllt.“National-konservativ“, was ihm,  neben  dem Talent zur Anbiederung,  auch bescheinigt wird, einverstanden, aber zynisch?                                        In einer Sache treffen die Amerikaner ganz gewiß  ins Schwarze: der Partei fehle es an „qualifizierten Führungskräften“, wobei sie den eher bieder aber  ehrgeizig wirkenden Generalsekretär Vilimsky als Beispiel  anführen. Genau zu demselben  Thema hatte ich schon einmal, eine Anregung eines FP-Politikers aufnehmend,  in einem anderen Medium  ausführlich geschrieben. Aus aktuellem Anlaß werde ich diesen Beitrag morgen an dieser Stelle bringen.

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3 Antworten zu Was man von Politikern so hält

  1. Cornelia schreibt:

    Wer sollte von dem heutigen Politikerge…..l nicht angewidert sein?

  2. Cornelia schreibt:

    Die Politiker sind schön langsam zum Kotzen!

  3. Fritz schreibt:

    Cornelia regt Dich nicht auf. Die sind das gar nicht wert. Wähl das nächste Mal gar nicht oder weiß!

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