FPÖ-Spitze versucht Schadensbegrenzung

Die durch die Israel-Reise verursachte Unruhe innerhalb der Freiheitlichen Partei Österreichs muß wohl  gewaltig sein, sonst hätte man nicht eine beeindruckende publizistische Entlastungsoffensive  gestart, die in internen Aussendungen und in den offiziellen bzw. inoffiziellen Parteiblättern  zum Ausdruck kommt. Am augenfälligsten wohl auch in der Zur Zeit, die ja  seit dieser Reise möglicherweise Leser verloren haben könnte.  Ich kann hier aber nicht auf alle dort angeführten Rechtfertigungs-Versuche eingehen, daher  nur einige herausragende Punkte.                                                                                        So dürfen wir  in namentlich erwähntem  Blatt neben Mölzers üblicher Relativierung           gleich zweimal eine äußerst kühne Stellungnahme des Parteiobmannes  zur Kenntnis nehmen, in denen er  (eher sein „Ghostweriter“)wegen angeblicher „falscher und unrichtiger Berichte bzw. diverser Fehlinterpretationen“ eine so genannte Klarstellung vornimmt. Somit den Anschein erweckend, als könnte das meiste, was über diese Reise bisher berichtet und gezeigt wurde oder er nachweislich gesagt hatte, nicht wahr sein.      Strache, um Anlehnungen aller Art nicht verlegen, meint da  gleich  zu Beginn, er selbst lebe  die Ideale der 1848er Bewegung. Sehr gewagt, sehr gewagt!                                     Dieser Selbsteinschätzung könnte man schon an Hand mehrerer Beispiele widersprechen, aber belassen wir es vorerst bei einem Thema bezogenen: Kein einziger Vertreter dieser 1848er-Patrioten hätte sich mit Besatzern und Landräubern  solidarisiert. Zumindest Geschichtskenner  Mölzer hätte das wissen müssen.                                                        Weiters schreibt Jörgs talentierter Nachahmer : „offizielle und aktive israelische Politiker, Abgeordnete und Minister.. .   hätten den Diaolog mit der FPÖ gesucht und sie nach Israel eingeladen“. Das liest sich einige Seiten weiter vorne etwas anders, denn da meint einer seiner Mentoren, Stadtrat David Lazar,  im Interview: „Wir  wurden von Oberst Kohen eingeladen, damit wir die Städte Skerot, Ashkilon und den Gaza-Streifen besuchen…“.  Wie es auch sei, seien wir nicht kleinlich und schauen wir einmal, was HC Strache in seinen Zur Zeit-Beiträgen  im Zusammenhang mit dieser Reise sonst an echt „freiheitlicher Haltung“ zu bieten hat.                                                                                                                                     So möchte er (bzw. seine Vordenker) die „österreichische Neutralität endlich wieder beleben“. Da stellen sich sofort  zwei Fragen:  1.) Hat jemand etwas von einer  freiheitlichen Forderung nach einem Austritt aus der  der  NATO nahestehenden EU  gehört?  2.) Wie läßt sich die Solidarisierung mit illegalen  Siedlern, die auf geraubtem Land leben,  mit einer neutralen  Position vereinbaren?  Doch Strache hat mit seinem „Unsere Herzen fliegen euch (Siedlern) zu, in Wirklichkeit der Neutralität einen weiteren Sargnagel  verpasst.                                                                                                                                                Die Bedeutung der FP-Spitze wohl  falsch einschätzend, meint er dann auch noch „zwischen den beiden Konfliktparteien vermitteln“ zu können. Was bekamnntlich bedeutendere Persönlichkeiten als er je sein wird  bisher nicht geschafft haben. Nicht zuletzt ortet  die global ausholende blaue Nachwuchshoffnung „internationale Gewalt und Terrorismus“ , allerdings nicht von den USA oder Israel ausgehend.  Aber, ist das nicht  die uns bekannte „westliche“,  also US-amerikanische und israelische  Diktion? Dazu paßt wohl auch sein Bekenntnis zur „westlich-abendländischen Kultur und Werteordnung“ die islamistische Fanatiker „ zerstören“  wollen. Ja ist sie denn nicht schon (wir wissen schon von wem und wodurch) halb zerstört?  Hat er wegen der nächtelangen Disco-Besuche diese Entwicklung verschlafen.                                                                                                                                  Sollte daher Strache nicht, bevor er, wie er betont,  „auf internationaler Ebene Akzeptanz und Respekt aufbauen“ kann , einen Intensivkurs  in Geschichte und Sachen Allgemeinbildung belegen?  Vor allem nachdem er (oder wer immer das ihm ins Ohr tröpfelt) die „ von Christentum, Judentum, Aufklärung und dem Erbe der griechisch-römischen Antike geprägte deutsche Kulturgemeinschaft und europäische Zivilisation… unzutreffend zu charakterisieren weiß (eine Kulturgemeinschaft ist z. B. die multikulturelle  Französische Gemeinschaft auch).                                                               Keine Rede mehr von deutschem Volk, deutscher Nation und das ihm bzw. ihr zugrundeliegende  geistig-kulturelle Fundament, das die 1848er  noch zu benennen wußten, und das in Wirklichkeit dieses „Abendland“ noch immer zusammenhält.                  Es genügt eben nicht, im kleinen Kreis Gleichgesinnter als Deutscher oder Deutschösterreicher zu brillieren versuchen, in der Öffentlichkeit dann aber nur  schwammige oder am Kern der Sache vorbeizielende Bekenntnisse , die, außer Getreuen, niemandem weh tun, abzulegen. So wie er ja einmal  an anderer Stelle  auch nur vom  gemeinsamen Kulturraum“ gesprochen hat. Wo bleibt da bloß der Mut, der ihm stets von der parteieigenen Werbung bescheinigt wird?                                                                             Das ganze  Rechtfertigungsbemühen Straches, aber auch Mölzers, ist in der Tendenz der Versuch, einen bequemen Sitzplatz  zwischen zwei Stühlen  einzunehmen, ohne sich dabei die Sympathien der einen Seite zu verscherzen. Daß man damit so nebenbei die tieferen Ursachen der Nahost-Krise wie des Islamismus bewußt ignoriert, um den imperialistischen Ansprüchen dieses glorreichen „Westens“ gerecht zu werden, ist nicht ganz von der Hand zu weisen.                                                                                                                                           Recht typisch dafür ist ein Beitrag in derselben Zeitung von Ex-Obmann Hilmar Kabas, jetzt  Leiter der Freiheitlichen Akademie,  (seit kurzem, wie man vernimmt, mit einer Dame aus der Umgebung seines Freundes David Lazar verheiratet), in dem es heißt, die „schleichende Islamisierung Mitteleuropas wird in der Türkei  geplant und von dort aus mittels  Massenzuwanderung gesteuert…“ . Also nicht das internationale Kapital, nein, die bösen Türken  haben das geplant. So leicht kann man es sich machen, wenn man mit Hilfe wahrer Freunde den tatsächlichen Hintergrund und die von ihm ausgehenden Ursachen verschleiert und einen uns gewiß unangenehmen Sekundäreffekt in den Vordergrund schiebt.                                                                                                                                            Wenn nun als nächstes ein Besuch im Libanon, von wem immer eingefädelt und von wem immer finanziert, geplant ist, dann sollten die untauglichen Kreisky-Vereinnahmer  vorher noch schnell ihre Herzen von den illegalen israelischen Siedlern abholen. Womit sonst wollen sie die Hisbollah denn beglücken? Letztere sollte allerdings bei Gästen aller Art auf der Hut sein, sie könnte ja auch einmal  Besuch von irgendwelchen „inoffiziellen Mitarbeitern“ (IM) bekommen.

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