Auch Palästinensern fliegen Herzen zu!

Der russische Präsident Dimitri Medwedew weilte dieser Tage in Palästina, wo er in Jericho der palästinensischen Regierung einen Besuch abstattete, ein Kooperationsabkommen unterzeichnete  und nebenbei  ein von Rußland  finanziertes Museum eröffnete.                                                                                                                       Ganz im Zeichen der Solidarität mit dem palästinensischen Volk waren denn auch seine an die israelische Regierung gerichteten Worte eindeutig und klar:  Solange Israel den Bau von Siedlungen nicht stoppe, werde es keine Friedensgespräche geben. Rußland ist ja bekanntlich Mitglied jener Fünfergruppe, die zwischen Israel und den Palästinensern vermitteln bzw. eine Friedenslösung aushandeln soll. Medwedew hat sich anläßich seines Besuchs klar für einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt ausgesprochen.                                                                                                             Das sind aufrechte, mutige Worte, die man von populistischen Glücksrittern aus dem EU-Raum auch gerne gehört hätte. Die Herzen der russischen Besucher flogen jedenfalls nicht, etwa dem Beispiel des Herrn Strache  folgend, den illegalen jüdischen Siedlern zu. Den  Palästinensern jedenfalls sei so ein mächtiger Fürsprecher, und Palästina endlich ein ehrenvoller Frieden vergönnt.                                                                                                       Durch Kollaboration mit Besatzern und Unterdrückern wird ein solcher jedenfalls nicht erreicht. Ob da der Preis für eine freiheitliche Regierungsbeteiligung in Österreich, zumindest aus moralischer Sicht, nicht etwas zu hoch ist? Aber auch der längerfristige politische Gewinn ist diskussionswürdig.

Israels langer Arm kann sich natürlich gelegentlich bemerkbar machen. So jüngst geschehen in Paris, wo Israel-Kritikern ein von der Ecole Normale Superieure zugesagter Vortragssaal  nach Intervention hoher Vertreter der jüdischen Gemeinden Frankreichs praktisch in letzter Minute verweigert wurde.                                                                          Worum ging es? In Frankreich wurden Aktivisten, die zu einem Boykott israelischer Waren aufgerufen hatten, vor Gericht gezehrt und von diesem verurteilt.  An sich eigentlich unglaublich.                                                                                                                         Um nun über diesen Anschlag auf Demokratie und Meinungsfreiheit zu informieren und dagegen etwas zu unternehmen, sollte in erwähnter Schule eine Informationsveranstaltung  von kritischen, auch jüdischen Gegnern der aktuellen israelischen Politik abgehalten werden. Doch Israel scheint in einigen Ländern nach Lust und Laune schalten und walten zu können.                                                                                      Das erinnert an den Fall  des Oberrabbiners Moishe Arye  Friedman, der vor einigen Jahren in einem Wiener Hotel mit befreundeten israelkritischen Kollegen eine Pressekonferenz abhalten wollte und nach Zusage der Hotelleitung auch in letzter Minute eine Absage erhielt. Wie es damals inoffiziell hieß, stecke ein Anruf aus der Kultusgemeinde dahinter.                                                                                                                                               Nun, wie war denn das einst mit Südafrika. Richtig: Da war der Boykotthimmel noch in Ordnung, und im Falle des Iran-Boykotts  ist natürlich aus israelischer Sicht auch alles in Butter.

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Eine Antwort zu Auch Palästinensern fliegen Herzen zu!

  1. karl malden schreibt:

    Wer Israel zum Freund hat, der braucht sich um seinen Job keinen Sorgen zu machen. Wer es aber zum Feind hat, der lebt gefährlich. Also ist es besser man arrangiert sich. Die Helden von Gestern sind da heute fehl am Platz. Als Beschmückung seiner eigenen moralischen wie geistigen Armut taugen sie aber noch.

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