Zu Andreas Mölzers Rechtfertigungsversuch

Dem Europaabgeordneten Andreas Mölzer hat es gefallen,  in einem publizistischen Rundumschlag seine und seines Obmannes Reise in das gelobte Land zu rechtfertigen  versuchen. Was nicht ganz gelungen sein dürfte, auch weil  der  neue geschmeidige Anpassungskurs  der FP-Führung bereits zu viele Mitglieder und Wähler unangenehm überrumpelt haben dürfte.                                                                                                              Mölzer  hat zwar recht, wenn er meint, daß eine Normalisierung des Verhältnisses gegenüber Israel und dem Judentum anzustreben, auch HC Strache nicht verboten sein dürfe, doch  die ideologische Ausrichtung  der bevorzugten  Ansprechpartner  steht zumindest den früher  einmal  vertretenen wie auch gelebten freiheitlichen Wertevorstellungen eigentlich grundsätzlich entgegen.  Sollten die nicht mehr gelten?                                                                                                                                                              Aufmerksame Beobachter haben auch nicht übersehen,  daß, von rühmlichen Ausnahmen abgesehen,  bis zum heutigen Tag kein Anzeichen eines wirklichen Entgegenkommens der anderen Seite auf Augenhöhe und in aller Offenheit zu erkennen ist. Im Gegenteil, alle Indizien und realen Gegebenheiten sprechen, und ich habe es schon einmal an anderer Stelle erwähnt, eine mehr als deutliche Sprache.

Auch wenn Mölzer und Strache auf Knien hin rutschen, wir stehen und bleiben unter Verdacht.  Da können sich die blauen  Strategen noch so oft deutlich verlegen die Kippa aufsetzen und nach Yad Vashem oder an die Klagemauer pilgern, und selbst Tränen vergießen.                                                                                                                                              Wir, Deutsche wie Österreicher, haben zwar Jahrzehnte lang  mehr als genug unseren guten Willen gezeigt, was bekanntlich nicht immer Andreas Mölzers Meinung entsprach, trotzdem müssen wir uns unwidersprochen anhören,  „Versöhnung sei ein absolut sinnloser Begriff, den  Erben des judenmordenden Staates kommt gar nichts anderes zu, als die schwere historische Verantwortung auf sich zu nehmen, generationenlang, für immer“ (Michel Friedman, ehem. Vorstandsmitglied des Zentralrates der deutschen Juden). Auf Blaue in einer Regierung könnten sich auch diesbezüglich, erfahrungsgemäß,  Straches neue Freunde gewiß verlassen                                                                                         Ein „geistiger Austausch mit dem Judentum“, wie ihn sich Mölzer bzw. die jetzige FP-Führung vielleicht vorstellt, erforderte, daß sich Gesprächspartner als in jeder Hinsicht freie Menschen gegenübersitzen, denen intellektuelle Redlichkeit nicht abgesprochen werden kann und denen an einem Schlußstrich  gelegen ist. Endgültig.

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2 Antworten zu Zu Andreas Mölzers Rechtfertigungsversuch

  1. DI Gerhoch Reisegger schreibt:

    SG Herr Müller,

    si tacuisses philosophus mansisses.

    Da man über diesen Kotau ohnedies nicht diskutieren kann, hätten Sie besser auch geschwiegen. Dem geistigen Taglöhner geht as um „the fair share“ am Futtertrog. Dafür würde auch die eigene Mutter geopfert.

    GR

  2. helmut mueller schreibt:

    Wer schweigt, stimmt zu. Informieren, aufklären, ist eine journalistische Aufgabe und Pflicht.
    Was das andere betrifft, so denke ich nicht, daß ein geistig halbwegs normaler Mensch dazu fähig wäre. Meine Überzeugung ist es jedenfalls nicht.

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