Die Retter des Abendlandes sind zurück

Unsere strammen Kameraden sind heil aus dem Morgenland zurückgekehrt. Jetzt können sie, gesalbt und gesegnet, ihren  „geradlinigen und ehrlichen Weg“  (FP-Generalsekretär Vilimsky) weiter fortsetzen. Wohin der führen soll,  ist klar:  In eine  Regierungsbeteiligung, in der mit „Beharrlichkeit und Konsequenz“  eine „Zukunftspolitik für Österreich“  gemacht werden soll. Ob man die nötigen Anleitungen dazu und den nötigen Persilschein für einen Regierungseintritt aus Jerusalem mitgebracht hat, ist vorerst nicht bekannt. Die Erwartungen waren jedenfalls groß,heißt es aus Parteikreisen, und die verbalen Vorleistungen  daher auch entsprechend hoch.  Ob es sich gelohnt hat, wird für viele wohl erst später erkennbar sein.                                                                          Ein kleinwenig hat aber doch schon herausgeschaut: Man konnte sich einen „beeindruckenden“ Vortrag über israelische Politik und Araber-Terror anhören, mußte das Holocaustmuseum besuchen, durfte Siedlern auf geraubtem Land ein freiwilliges „Unser Herz ist mit Euch“ (Strache) zurufen und sogar einige Politiker der zweiten Garnitur kennenlernen.  So auch Ariel Shomer, der in Nord-Galiläa eine bewaffnete, zum Teil berittene private Schutztruppe auf die Beine gestellt hat, um  israelische Großbauen vor ärmlichen Beduinen, die sich von ihrem geraubten Land etwas zum Essen holen  möchten, zu schützen. Gespräche führte man auch mit dem  ultra-orthodoxen Knesset-Abgeordneten Nissim Zeev, der in einem Naheverhältnis zum geistlichen Führer der Shas-Partei, Yosef Ovida, steht. Von letzterem stammt der Ausspruch: „Nichtjuden (Gojim) haben „keinen Platz in der Welt, es sei denn in Frondiensten für das Volk von Israel“. Ob die Besucher aus dem Abendland schon bereit sind, einen solchen zu leisten?                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Gespannt  wartete man aber hierzulande und in einigen anderen europäischen Ländern auf die groß angekündigte „Jerusalemer Erklärung“. Diese fiel  dann zwar lang aus, weil  mit vielen Lippenbekenntnissen und den üblichen Distanzierungen vollgespickt. Fast möchte man meinen, im Stil Mölzers gestrickt und daher auch mit großem Pathos gefüllt. Sehen sich die uneigennützigen Kämpfer doch „an vorderster Front des Kampfes für die westlich-demokratische Wertegemeinschaft“, was immer darunter verstanden werden soll. Im Grunde aber ist die Erklärung, brav nach israelischem Gusto, anti-islamisch ausgerichtet. Daher galt, wenn darin vom Missbrauch der Religion, von totalitärem Gedankengut oder Rassismus die Rede ist, das wohl  nicht an die israelische Seite gerichtet. Das hätte den Bittstellern mit Sicherheit alle Sympathien ihrer Gastgeber gekostet.                                     Wie wenig den Verteidigern „jüdisch-christlicher Werte“ an einer objektiven, diesen Werten gerecht werdenden  Sicht gelegen ist, läßt sich an einer  Formulierung erkennen, in der  es um „das Recht Israels auf Selbstverteidigung“ (auf besetztem Gebiet?) gegenüber „islamischen Terror“ (gemeint ist der bewaffnete Freiheitskampf des palästinensischen Volkes) geht, was, nach Auffassung der Unterzeichner bei gleichzeitigem „Respekt gegenüber den Menschenrechten und auch den politischen Rechten der arabischen Bevölkerung“ möglich sein müsse.  Was heißt das?                                                                        Immerhin ein Unterzeichner, jener der deutschen Partei „Die Freiheit“,  meldete deswegen Vorbehalte an und bekannte sich in einem kurzen Anhang als einziger Teilnehmer zur „Anerkennung der Menschenrechte – auch die der arabischen Bevölkerung“.                     Wahrlich keine Glanzleistung der Truppe um Strache und Mölzer , von der wir uns deshalb noch einiges erwarten dürfen.

Siehe auch:

http://www.youtube.com/watch?v=mtcotfPm9yg&feature=player_embedded

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7 Antworten zu Die Retter des Abendlandes sind zurück

  1. Pingback: Die Retter des Abendlandes sind zurück « Sache des Volkes

  2. derpatriot schreibt:

    wir finden die Reise nach Israel nicht so schlecht – aber zurzeit brennt in unserem Land der Hut 🙂
    Hassprediger-Aufmarsch zu Weihnachten in Wien!!!

    http://sosheimat.wordpress.com/2010/12/06/hasspredigerseminar-zu-weihnachten-in-wien/

    • helmut mueller schreibt:

      Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben! Und Hassprediger fallen nicht vom Himmel. Es gibt eine Ursache dafür, und die gilt es zu erkennen und zielgenau zu bekämpfen ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten.

      • paulipoldie schreibt:

        Und wir pösen Westler sind mit unseren Kreuzzügen schuld daran, daß die Haßprediger Haß predigen????

    • helmut mueller schreibt:

      Zu Paulipoldi oben: Wie ich an anderer Stelle schon festgestellt habe, haben wir den ganzen Murks in dieser Region US-amerikanischer bzw. israelischer Machtpolitik zu verdanken. Also auch die Haßprediger, die die Kreuzzüge zur Unterfütterung oder Rechtfertigung ihrer Politik brauchen wie wir im Westen, z. B. die Türkenbelagerung. Im Denken der Mehrheit haben diese Ereignisse da wie dort nur die Wichtigkeit, die ihnen eben von „Populisten“, und das sind in gewisser Weise ja Haßprediger auch, vermittelt oder eingebläut wird.

  3. Fred Duswald schreibt:

    Deshalb also ließ man vorsorglich Barbara Rosenkranz im Regen stehen und bekannte sich vorauseilend uneingeschränkt zum unrechtsstaatlichen und menschenrechtswidrigen Verbotsgesetz.

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