Die „höhere Hand“ von heute

Jacob Burckhardt, der große Schweizer Kunsthistoriker, schrieb 1891, also wenige Jahre vor seinem Tod, an einen Freund: „Eine höhere Hand hat einst in das Menschengeschlecht für das Leben des Einzelnen das Gewissen und für das Leben des Allgemeinen die Fähigkeit zum Recht gesenkt.“ Der heute etwas anders gearteten  höheren Hand gefällt es, uns zu macht- und rechtlosen Geschöpfen zu degradieren.                                                    Wer die Politik der EU und deren Diktate hellwach wahrnimmt und hinterfragt, wird zu keiner anderen Feststellung kommen.  Man braucht nur hinzuhören. So sagte etwa Kommissarin Viviane Reding, beispielsweise die Homo-Ehe betreffend: „Was wir nicht wollen, sind Bevölkerungen, die sich der gleichgeschlechtlichen Ehe „widersetzen“, um später hinzuzufügen: „Falls dies nicht verstanden wird, müssen wir eben eine härtere Gangart einlegen.  Kleine Gulags gefällig?                                                                                   Gerade die im Zuge der „Terrorabwehr“ begonnenen außergewöhnlichen Maßnahmen erhärten den Verdacht, daß unsere  Rechte nach und nach beschnitten und, frei nach Orwell auf den Kopf gestellt, uns großzügigerweise neu gewährt werden sollen.                       Gewiß, das alles geht nicht von heute auf morgen, doch einer  Spinn gleich, will  uns der Große Bruder EU  in einem weitgespannten, unentrinnbaren Netz  an sich ziehen.   Dazu bedient man sich sehr raffiniert unterschiedlicher Methoden und Vorgangsweisen.

Ein Beispiel: Zur Zeit ist man dabei, natürlich unter Berufung auf den Terror, dieses geplante Völkergefängnis neuerer Art mittels technischer Hilfsmittel seiner Vollendung näher zu bringen: So läuft ein Forschungsprojekt, genannt INDECT, das sich mit der  computerunterstützten Automatisierung der vorhandenen  Überwachungssysteme befaßt. Die bereits vorhandenen Systeme sollen dabei vernetzt, zentral kontrolliert und besser als bisher ausgewertet werden . So soll es einmal möglich sein , „verdächtige Verhaltensweisen“ anhand von Bewegungen und Stimmen zu erkennen.  Das Programm soll auch auf das Internet Zugriff haben. Nicht zuletzt sind ferngesteuerte kamerabestückte Drohnen zur Überwachung von Menschenansammlungen vorgesehen.                                                                                                                                   Kurz und schlecht: Jeder Mensch in freiem Gelände (später auch innerhalb der vier Wände durch Mini-Drohnen) würde dadurch erfasst werden. Daß man damit nicht nur Islamisten im Kameraauge behalten will, darf stark angenommen werden.

In  Anbetracht dieser wenig erfreulichen Aussichten  lohnt es sich die ideengeschichtlichen Überlegungen Tocquevilles in Erinnerung zu rufen, der damals schon, also lange vor Orwell und Huxley, die schrittweise Entmündigung des Individuums kommen sah. Die Freiheit kann niemals von oben (oder von draußen), sondern nur von unten, aus dem Schoß der demokratischen  Gesellschaft  kommen, so  Alexis de Tocqeville. Er  war deshalb auch ein unerbittlicher Kritiker von Zentralismus und Bürokratie. Brüssel hätte er wohl als Horror empfunden.                                                                                                                                     Der große Franzose  war weniger Politiker, denn mehr Psychologe, der das Zusammenwirken der Funktionen  in einem politischen Organismus analysierte. Er hat die „totalitäre Demokratie“ vorausgeahnt und die Gleichheit und deren unkritische Anbetung als eine Extreme der Zivilisation gesehen.                                                                                        Alle gleich, alle gleich überwacht und kontrolliert, so mögen es sich die heutigen EU-Lenker wohl vorstellen. Aber so muß und wird es wahrscheinlich auch nicht kommen, denn in dem Chaos dieser, wie es scheint, zerbröselnden EU wird sich Neues bilden oder das vielzitierte Abendland wird mit oder ohne Gulags endgültig untergehen.

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