Vom Fremdenkult zur Ausländerfeindlichkeit

Der  türkische Botschafter in Österreich, dem das BZÖ wegen beleidigender Aussagen den Marsch blasen möchte, meinte  einmal, als er noch Generalkonsul  in Hamburg war, die Deutschen hätten die Ausländerfeindlichkeit in den Genen. Das war 1993. Drei Jahre später erschien das Buch „Hitlers willige Vollstrecker“  des US-Amerikaners  Daniel Jonah Goldhagen, in dem dieser eine  ähnlich kühne Rotzfrechheit von sich gab. Behauptete er doch  allen Ernstes,  die Deutschen hätten von jeher den Ausrottungs-Antisemitismus Hitlers geteilt, hätten den Antisemitismus quasi  „in den Genen eingeschrieben“.             Das eine wie das andere ist selbstverständlich ein aufgelegter Blödsinn und soll ohne Zweifel der Deutschen Schuldgefühle einerseits und deren Fremdenanbetung  andererseits zu  weiteren  für  Fremdinteressen profitable Höhen führen.                                    Tatsächlich herrscht bei Deutschen, sowohl in Deutschland als auch in  Österreich ,  seit jeher ein Fremdenkult, der von vielen nicht nur Fremden  weidlich ausgenützt wird.  Dieser Kultus ist bei keiner anderen Nation so stark ausgeprägt,  desgleichen  der Antisemitismus, aus welchen Gründen auch immer, nirgendwo geringer vorhanden ist.      Zwar ist die Ausländertümelei  bei  allen sozialen Schichten und Parteien in unterschiedlichem Ausmaße  festzustellen, doch besonders auffällig ist das betonte Heranmachen an den Fremden und das Fremde bei Rotgrünen bzw. Linken und Linksliberalen festzustellen, die diese Neigung so weit  treiben, daß sie selbst einen afrikanischen Drogenhändler  höherstehend  einzuschätzen gewillt sind als einen Andersdenkenden aus  dem eigenen Volk.                                                                                      Aus demselben Beweggrund hat wohl  auch die  graue Eminenz  der Rotgrünen des türkischen Botschafters freche Aussagen über  Österreich und die Österreicher  als „erfrischend“ bezeichnet. So merkwürdig das gerade bei Letzterem auch klingen mag, das war, in diesem speziellen Fall, typisch neudeutsch.                                                                                                                                                                Woher kommt dieser peinliche Fremdenkultus bloß? Man ist versucht diesen mit der einstigen Reise- und Wanderlust der deutschen Stämme, diesem unbändigen Drang, die Welt zu sehen, der unbestimmten Sehnsucht nach der Fremde in Verbindung zu bringen. Reisebeschreibungen seit dem frühen 19. Jahrhundert haben die Phantasie des Deutschen beflügelt, und wenn man sich schon nicht eine Reise in andere Länder leisten konnte, so begrüßte man umso herzlicher den in deutsche Lande  kommenden Fremden, der alsbald ein Gegenstand der unkritischen Bewunderung und Zuneigung wurde. Die vor allem in Berichten und Romanen stattgefundene Idealisierung des  Ausländers  –  wahrscheinlich jenem allgemein menschlichen Drang, sich dem  vermeintlich Höherstehenden  anzuschließen,  verwandt – wurde als Fremdenliebe eine tradierte, herkömmliche deutsche Eigenschaft.                                                                                                                                                             Zwar wurde dem Deutschen auch immer wieder in der Fremde Wertschätzung  und Zuneigung zuteil, doch meist von Völkern, die wir lange Zeit als unterentwickelt bezeichneten. Der Fremdenkultus der Deutschen aber speist sich aus anderen Motiven, wofür verschiedene Erklärungen anzuführen wären. So, zum Beispiel, scheint  der Deutsche von heute, entgegen allem Anschein, ein weniger ausgeprägtes Selbstbewußtsein zu besitzen als etwa der Türke oder selbst der Zigeuner. Er besitzt obendrein einen Überfluß an Selbstkritik , wie er kaum sonst wo noch vorhanden sein dürfte.  Er beschäftigt sich mehr mit seinen eigenen Schwächen als jeder andere, und, was  sich oft als schlimm erweist, er glaubt, der andere sei  auch so wie er.  So kommt es, daß man vielfach dem Einheimischen kritischer gegenüber tritt als dem Fremden.                                         Daß ehemalige Kleinstaaterei und zwei verlorene große Kriege das Selbstbewußtsein des Deutschen nicht gerade gehoben haben,  wird  nicht zu leugnen sein. Daß der an sich immer wieder zweifelnde Deutsche aus diesem und anderen erwähnten Gründen eine leichte „Beute“  eines nicht selten schon – und wohl auch nicht überraschend – unverschämt begehrenden Fremden wurde und wird, ebenso.                                                                      Die aus historischer Sicht verständliche Sehnsucht nach dem Fremden, Exotischen zu unterdrücken,  ist aber  praktisch unmöglich. Die Neigung den Fremden anzunehmen wäre ja an sich durchaus liebenswert, verwerflich sind nur jene Nebenursachen, Gesten und Haltungen, die von anderen gastfreundlichen Völkern instinktmäßig vermieden werden, bei uns aber gutmenschlich motiviert im Vordergrund stehen und daher im persönlichen wie im gesellschaftlichen Bereich  zu einer unwürdigen Unterordnung  führen oder,  in politischer und kultureller  Hinsicht, sich  zum Schaden der  Mehrheit der Einheimischen niederschlagen.                                                                                                                                    Aus  dieser schwierigen Situation heraus könnte auch jene vielzitierte Ausländerfeindlichkeit  als Hilfeschrei des seinem Volkstum und seiner Kultur verhaftet gebliebenen oder von Existenzängsten geplagten Teils eines bereits  heillos überfremdeten, sozusagen an Fremdenkult erkrankten Volkes gedeutet und verstanden werden.                  Wenn der Politik aber dazu nichts anderes einfällt als Unterdrückungsparagraphen, sinnlose  Integrationsmaßnahmen  und weitere Zuwanderungen, dann wird man unter Umständen damit rechnen müssen, daß eines Tages uns noch unbekannte Extreme zu Tage treten werden und die heute eher noch harmlose Ausländerfeindlichkeit wie eine Sturzflut über Land und  Leute hereinbrechen wird.

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Eine Antwort zu Vom Fremdenkult zur Ausländerfeindlichkeit

  1. Schuberth Winfried schreibt:

    Ausgezeichnete Analyse der deutschen Seele! Joachim Fernau hätte es nicht besser darstellen können. Ich werde das an Horst Rosenkranz weitersenden, dem die Gefahr vom Westen immer noch mehr Kopfzerbrechen macht als die vom Islam.

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