Geht es Paul Lendvai an den Kragen?

Seit Jahrzehnten gilt er als d e r Ost- und Südosteuropa -Fachmann des  österreichischen Rundfunks und Fernsehens. Untadelig und über jeden Verdacht erhaben, so wurde er zumindest den Österreichern präsentiert. Nur wenige ahnten oder wußten etwas über seine  Rolle zur Zeit der kommunistischen Diktatur  in Ungarn. Jetzt ist aber die rote Katze endlich aus dem Sack: In ihrer heute, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe berichtet die ungarische Zeitschrift HetiVàlasz richtig Erhellendes die Person Paul Lendvai betreffend. So soll der jüdischstämmige Ungar, besonders in den 80er Jahren, von Wien aus regelmäßig dem ungarischen Geheimdienst zugearbeitet haben. Und das völlig freiwillig.  Unter anderem soll er in der Bundeshauptstadt auch ungarische Intellektuelle bespitzelt und eine ORF-Sendung über die Revolution dem Kadar-Regime passend gestaltet haben. Man darf gespannt sein, wie einschlägige österreichische Zeitungen und besonders  der ORF diese Causa behandeln werden. Und ob überhaupt.

Der Fall erinnert an den von Marcel Reich-Ranicki. Dieser, ein  jüdischstämmiger Pole, hat es immerhin zum hochgejubelten Literaturpapst in der Bundesrepublik gebracht. Gerade das man ihn nicht schon mit einem Heiligenschein versehen hat. Und dies, obwohl die Vorwürfe, er habe für den polnischen Geheimdienst gearbeitet, nicht aus dem Wege geräumt werden konnten. Jeder andere wäre bei dieser schiefen Optik längst aus dem Verkehr gezogen worden, er nicht.  Aber wen wundert solches noch, ist doch erst in einer Club 2-Sendung des ORF über die Organisierte Kriminalität in Österreich und Deutschland auch ein Grad der Verfilzung  dieser  mit Politik und  Wirtschaft offenbar geworden, daß einen schwindelig wird. Hört man dann noch, was im Zusammenhang mit einer ehemaligen RAF-Terroristin und dem deutschen Verfassungsschutz  kolportiert wird, dann fragt man sich doch schon, darf denn das alles wahr sein?  Nun, es wird schon so sein, und wir, Österreicher wie Deutsche,  müssen uns anscheinend daran gewöhnen, nicht in einem Rechtsstaat, sondern in einem von der Organisierten Kriminalität und diversen Geheimdiensten  benützten staatlichen Gebilde zu leben.

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Eine Antwort zu Geht es Paul Lendvai an den Kragen?

  1. anonymus schreibt:

    Näheres bei einem anderen WordPress-Blogger:

    http://hungarianvoice.wordpress.com/2010/11/17/war-paul-lendvai-freiwilliger-informant-des-kadar-regimes/

    Für mich ist dies keine wirkliche Überraschung, versucht Lendvai doch schon seit Monaten einen demokratischen Machtwechsel als faschistischen Putsch zu interpretieren!!

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