Eigennutz vor allem!

In der  Wochenzeitung Zur Zeit lästert der EU-Abgeordnete  Andreas Mölzer  über den  ehemaligen italienischen Faschistenführer  und jetzigen „Moralisten“ Gianfranco Fini, „der pflichtschuldigst nach Yad Vashem (Holocaustgedenkstätte in Jerusalem, Anm.) gepilgert“  sein soll. Sollte der Herausgeber derselben Zeitung übersehen haben, daß nichts anderes auch sein eigener Parteichef  tat? Nun können wir darüber rätseln, was Mölzer zu diesen Spitzen gegen Fini  allein veranlaßt  haben könnte. Mißt er vielleicht mit zweierlei Maß oder wollte er in Wirklichkeit damit Strache, der sich zu einem aufrechten Verteidiger des Zionisten-Staates entwickelt  hat,  treffen?  Ein Schuß vor den Bug des blauen Führungsschiffs  sozusagen. Und dann auch gleich noch einen hinterher, da er  (Mölzer)„sich des Gefühls nicht erwehren“  könne, Fini  (oder doch Strache?) habe „in erster Linie die eigene Karriere und die eigene Position im Auge“  Das ist für einen wie Andreas Mölzer, der  doch im Gewand der Nächstenliebe  das politische Geschäft betreibt, natürlich nicht hinzunehmen.

Aber seien wir ehrlich, wer hat heute nicht nur seine eigene Karriere und seine eigene Position im Auge? Gerade die Vorgänge um die Ablöse des ORF-Informationschefs haben  ja wieder einmal  mehr als deutlich gezeigt, welch Wunderland  an Supergehältern, Superabfertigungen und Superpensionen diese öffentlich-rechtliche Anstalt ist.  Und sie ist beileibe nicht der einzige Paradiesgarten dieser Art, den es in der Alpenrepublik gibt. Da brauchten wir eigentlich gar nicht mit dem moralischen Zeigefinger auf die Abzocker  in Brüssel  zu zeigen. Und doch  ist auch das unerläßlich. Hat sich denn nicht  bald überall in dieser selbsternannten Wertegemeinschaft  EU  die Ansicht etabliert, man könne überall dort, wo der Steuerzahler  ohnehin dafür gerade steht, voll hinlangen?  Diese Geisteshaltung entspricht genau jener, die zu der  jüngsten Finanzkrise beigetragen hat, weil sich Manager und Spekulanten sicher waren, etwaige Verluste über den Staat, sprich den Steuerzahler,  wieder hereinzubringen.  Und so ist es denn auch gelaufen und läuft überall weiter so. Und wenn sie inzwischen nicht an ihrer Gier erstickt sind, so langen sie auch heute noch ordentlich zu.

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3 Antworten zu Eigennutz vor allem!

  1. anonymus schreibt:

    Aber Herr Müller! Ihre Untergriffige Bemerkung, Herr Mölzer betreibe Politik „im Gewand der Nächstenliebe“ ist zwar zutreffend und erheiternd. Jedoch: Sind Sie als ehemaliger Mitarbeiter des besagten Herren überhaupt zu derlei Bekenntnissen authorisiert?

  2. helmut mueller schreibt:

    Das war doch nicht untergriffig!? Außerdem, so viel Ironie verträgt der EU-Abgeordnete schon. Hätte ich sonst etwas zu befürchten?

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