Österreichs Türken haben Handlungsbedarf

Der  türkische Botschafter in Österreich  hat also mit provozierenden Äußerungen eine Welle der Empörung ausgelöst. Nun hat er ja in einigen Dingen recht, insgesamt liegt er aber doch falsch. Erstens pauschaliert er, zweitens  scheint er auf einem Auge blind zu sein. Eher eine dumme Bemerkung ist es denn auch, wenn er meint, Österreicher würden sich für andere Kulturen nicht interessieren. Abgesehen davon, daß es grundsätzlich falsch ist, kann genau dies wohl eher von den Türken in Österreich behauptet  werden. Bis heute habe ich keinen einzigen hier ansässigen Türken (übrigens auch keinen Pakistani  oder Tunesier) kennengelernt, den wenigstens Österreichs Geschichte (ausgenommen die Türkenbelagerung) oder unsere  Kultur  und unsere  Traditionen auch nur ansatzweise interessiert  hätte. Geht hingegen ein Österreicher ins Ausland, so versucht er sich so schnell wie möglich anzupassen, und das heißt auch, er versucht Land und Leute kennenzulernen. Als ebenso dumme Äußerung muß die Forderung nach Türkisch als Maturasprache betrachtet werden. Soll der Botschafter dieses Ansinnen doch an Frankreich oder die USA stellen, falls er dort einmal  akkreditiert werden sollte.  Ein Lachanfall von dieser Seite  wäre die Antwort.

Aber wie gesagt, der Botschafter hat auch recht und er hat auch nicht recht. Gewiß, warum sollte ein einfaches Kopftuch stören, wenn andererseits hierzulande in Bezug Nacktheit in der Öffentlichkeit  keine Tabus mehr bestehen. Es stimmt natürlich auch, daß das Kopftuch vielfach nicht nur als religiöses Symbol  gesehen wird, so etwa  auch als Symbol für Unterdrückung, aber ebenso wahr ist es, daß viele Mädchen und Frauen diese Verhüllung  als Abgrenzung zu einer ihr anscheinend feindlich gesinnten Umwelt und/oder als einen Ausdruck ihrer muslimischen Identität verstehen. Ohne sich möglicherweise der weitergehenden Botschaft bewußt zu sein.  Das religiöse oder , in diesem Falle,  türkische Bekenntnis der Muslime an sich, das bei türkischen Männern, aber auch mürrischen Mamis und Omis , durch demonstrativ  zur Schau getragene Haltungen und Gesten seinen Ausdruck gewinnt,  ist ja  ein sichtbares Zeichen für: wir sind anders. Niemand aber schiebt sie deshalb in ein Ghetto  ab, sie suchen sich dieses indirekt  (eben durch unpassendes Verhalten) und direkt schon  selbst aus.

Da sich diese typisch türkisch-islamische Hervorhebung bis in Schulen und Supermärkte fortsetzt, bekommt das Problem ein besonderes öffentliches Gewicht. Das Problem wird vielfach  zum Ärgernis. Unzählige Österreicher, ob Schüler oder Hausfrau,   haben damit ihre leidvolle Erfahrung gemacht. Man braucht sich nur mit Lehrern einer  mehrheitlich von Türken besuchten Schule unter vier Augen zu unterhalten. Oder  auch mit Geschäftsfrauen, die von ungebildeten Türken herablassend behandelt oder  nach Strich und Faden belogen und hintergangen wurden. Da hört man beinah unglaubliche Geschichten. Das ist keine Verleumdung wie Gutmenschen meinen könnten, sondern diese gar nicht seltenen Fälle  können durch Ohr- und Augenzeugen bestätigt werden. Für ungebührliches oder uns unangenehm berührendes Verhalten  können selbstverständlich anpassungswillige  Türken , die es auch gibt, nichts, aber der  Eindruck entsteht doch immer wieder, diese seien in der Minderheit. Es scheint also in erster Linie ein Problem der türkischen Gemeinde zu sein, und nur die könnte daran etwas ändern. Solange das nicht geschieht, sind die ganzen österreichischen Liebesdienste und Integrationsversuche  – und daher wohl auch die Massen-Einbürgerungen  von offensichtlich nicht integrationswilligen Türken  – für die Katz.

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Eine Antwort zu Österreichs Türken haben Handlungsbedarf

  1. Peter Frey schreibt:

    Henryk Broder auf die Frage, was denn Integration sei:
    «Du benimmst dich mies und schlecht wie eine Drecksau, und keiner nimmt es dir übel. Dann bist du integriert.»
    In ARD, „Entweder Broder“ am 7. November 2010.

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