Wohin treibt es die Türkei?

Die Zionisten haben mit Gewalt und Terror  die Palästinenser vertrieben, alle  gegen Israels Politik gerichteten UNO-Resolutionen ignoriert, an die 200 Atombomben gebunkert, diskriminieren die nichtjüdische Bevölkerung Israels  und begehen fortwährend Landraub. So mag es der türkische Sicherheitsrat auch sehen, aber hat er nur deshalb Israel jetzt zum Hauptfeind der Türkei erklärt? Wahrscheinlich nicht nur. Diese Neupositionierung  ist  angesichts der auch von Israel geförderten antiislamischen  Grundströmung im Westen jedenfalls nicht ganz überraschend, auch wenn  Jerusalem und Ankara bis vor kurzem militärisch und wirtschaftlich enger verbunden waren.                Man kann, wenn man will,  das ganze auch im Zusammenhang mit dem 11. September und den darauf von Bush ausgerufenen Krieg gegen den Terror sehen, der  von vielen Muslimen als ein gegen den Islam gerichteter gesehen wird.  Seither ist nicht nur Bewegung, sondern auch  Unordnung in die Welt gekommen, was aber auch heißt, es ordnet sich etliches neu.

Für den Durchschnittskonsumenten ist da vieles noch unübersichtlich, und für die meisten Politiker, die nach einfachen Antworten suchen, zu kompliziert. Das gilt auch für den Fall der Türkei, wo Ministerpräsident Erdogan und Präsident Gül, beide Erbakan-Schüler, von diesem wieder einmal angegriffen werden. Der ehemalige Mentor Erdogans versucht damit möglicherweise  einen Befreiungsschlag, da er innerhalb seiner Partei  in die Defensive geraten ist, oder er will sich nur wieder einmal, wie zuletzt bei seinem anmaßenden Interview in Deutschland, profilieren.                                                                                          Ob Erbakans frühere Anschuldigung, Erdogan und Gül seien Israels und Amerikas Knechte, jetzt dazu geführt  hat, daß die Regierung  mit der außenpolitischen Kehrtwendung innenpolitisch nicht nur gegenüber radikalen Islamisten punkten möchte?  Das wäre vielleicht eine zu einfache Erklärung für den jetzigen Schritt Ankaras, das zwischen EU-Annäherung und Loyalität gegenüber der islamischen Welt sich eben vorerst so entschieden hat. Nicht ohne Gefahren, man vergesse nicht die nicht ganz entmachteten Kemalisten, und nicht ohne Folgen für die israelische Strategie gegen den Iran, die jetzt allerdings mit den  Sympathien der im Aufwind befindlichen US-Republikaner rechnen darf.

Vorerst besteht dennoch  eine wenn auch geringe Hoffnung, daß sich Ankaras Entscheidung  bremsend auf die israelischen und US-amerikanischen Kriegsvorbereitungen auswirken könnten. Vorübergehend zumindest, denn Israel wird sich andere Optionen längst ausgedacht haben, und da wären Aserbeidschan und Saudi-Arabien, auch Georgien, mögliche stille Logistik-Partner.                                                             Was einen EU-Beitritt der Türkei  betrifft, so gibt es derzeit kein Signal  aus Ankara, daß man daran nicht festhalten wolle. Im Gegenteil, es  werden welche ausgesandt, die den lendenweichen  Europäern schmeicheln sollen. So meinte des Präsidenten kopftuchtragende Ehefrau bei einem Besuch in London, sie sei  gegen Kopftuchzwang an Grundschulen. Klingt gut, ist bei kleinen Mädchen aber wohl  ohne großen Belang. Ministerpräsident Erdogan seinerseits sprach sich deutlich wie nie zuvor für den  Kampf gegen den Terror aus. Er hatte dabei wohl jenen der Linken und der Kurden in seinem Land und die fehlende europäische Unterstützung im Kopf.                                                       Die Botschaft also lautet: wir sind weiterhin auf dem Weg nach Europa, aber nicht um jeden Preis. Wir können immer noch umkehren. Diese von Stolz und neuem Selbstbewußtsein getragene Haltung, die sich auch im provozierenden Verhalten des türkischen Botschafters in Österreich widerspiegelt, ist eine Herausforderung, die die EU in alter Manier meistern wird: heuchlerisch, feige.

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Eine Antwort zu Wohin treibt es die Türkei?

  1. Peter Frey schreibt:

    Eine kleine Ergänzungen zu Georgien als „stiller Logistik-Partner“:

    „Die Israelis sollten stolz sein, dass die georgischen Soldaten eine israelische Ausbildung genossen haben und heute ganz toll kämpfen“, sagte am Wochenende in bestem Hebräisch ein anderer jüdischer Minister Georgiens, Timor Jakobschwili. Nach Angaben von Debka, einem unzuverlässigen Pressedienst für geheimdienstliche Angelegenheiten, seien etwa 1000 israelische Ausbilder in Georgien tätig.“
    Quelle: NTV

    http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Israel-investiert-in-Georgien-article14712.html

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