Wo die Begriffe nicht mehr stimmen

Als drei Angestellte einer österreichischen Firma aus Chile zurückkamen, wo sie bei der Bergung von Minenarbeitern gefahrlos ihr technisches Wissen einsetzen konnten, wurden sie als „Helden“ empfangen. Helden? Noch viel kurioser geht es bei einer Talente-Schau zu, denn da werden junge Leute, die einen „Song“ zum Besten geben dürfen, als „Helden von morgen“ vorgestellt. Ja bitte sehr, warum Helden? Ganz einfach, weil ein selbstloser, todesmutiger deutscher Jagdflieger des Zweiten Weltkrieges keiner sein darf. Eine dem Zeitgeist oder einer Ideologie zu verdankende Werteverschiebung, die sich noch auf einigen weiteren Gebieten des Alltags als begrifflicher Unfug zu erkennen gibt. Da wird eine einfache Fernsehsprecherin als „ORF-Lady“ gelobt oder eine unbedeutende junge Journalistin zur „Kurier-Lady“ erhoben. Dümmlicher geht es nimmer. Wann und wo begegnet man heute noch einer „Lady“? Beim Durchblättern alter Journale? Und woran erkennt man einen Gentleman? In der Person des Wiener Bürgermeisters sicher nicht, der, wenn er einer Dame der Wiener Gesellschaft die Hand schüttelt oder vor dem Öl-Porträt eines geachteten sozialdemokratischen Politikers der Zwischenkriegszeit für ein Foto posiert, die linke Hand in der Tasche stecken läßt. Was sucht sie dort eigentlich? Anstand und Sitte von gestern? Und doch wird dieser wohlbeleibte Herr, dem die Worte „Vollkoffer“ (für politische Gegner) oder „…sowas friß i net“ (als „Gourmet“ im Fernsehen) locker über die Lippen kommen, stets als ein Gebildeter vorgestellt. Gebildet?

In der Tat, die Begriffe stimmen nicht mehr. Besonders anschaulich wird uns dies von den Parteien vorgeführt. Darf sich etwa die Österreichische Volkspartei, die der Wirtschaft bzw. dem internationalen Kapital schon längst näher steht als dem Volk, überhaupt noch so nennen? Meinte doch selbst eine wichtige Funktionärin dieser Partei vor der Wien-Wahl zu einer mir bekannten Vertrauensperson: „Unsere Abgeordneten haben nur mehr Geld und ihre Karriere im Kopf“. Nicht viel anders ist es mit den Sozialdemokraten, bei denen das Soziale und das Demokratische seit Kreiskys Abgang an galoppierender Schwindsucht leiden und ausgerechnet von einem einstigen „Leider-nein-Millionär“ eingemahnt werden. Ja, und dürfen sich eigentlich die Freiheitlichen noch als solche betrachten. Haben Sie nicht der Verschärfung des Verbotsgesetzes zugestimmt und arbeiten sie nicht auch schon mit Unterdrückern zusammen? Die Grünen wiederum, ein vaterlandsloser Zwitter, sollten sich schleunigst als Die rotgrünen Antinationalen patentieren lassen. Grün ist zwar die Farbe der Hoffnung, aber die kann man bei diesem Verein getrost fahren lassen. Warum schließlich das Bündnis Zukunft Österreich so heißt, ist ohnehin ein schwer lösbares Rätsel. Es hat nämlich keine Zukunft, keine großartige zumindest. Bleiben die Kommunisten, mit deren Zukunft es auch schlecht bestellt ist, wo aber der seltene Fall eintritt, daß ausnahmsweise der Begriff noch halbwegs glaubwürdig erscheint.

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2 Antworten zu Wo die Begriffe nicht mehr stimmen

  1. Peter Frey schreibt:

    Ihre gute Beobachtungsgabe ist im Falle der Verantwortung des Wiener Landesdiktators zu streng verfahren, es ist doch allgemein bekannt, dass Alkohol die Zurechnungsfähigkeit beeinträchtigt.
    Der Begriff BZÖ scheint jedoch gelöst, er bedeutet:
    B -eitritt
    Z-ur
    Ö-VP

  2. anonymus schreibt:

    Häupl ist halt eine vielschichtige Persönlichkeit, dem auch manches angedichtet wird. Ob ihm im kleinen Kreis das Wort „Tschusch“ schon einmal ausgerutscht ist oder ob er wirklich mit einer Türkin etwas gezeugt hat, wie behauptet wird, was solls? Und daß er gerne ins Glaserl schaut, ist nur eine gute Wiener Sitte. Im Gegensatz zu seinem blauen Sparingpartner ist er aber kein Allestrinker. Eines aber stimmt: er ist überaus ehrgeizig und machtbesessen. Das hat er mit seinem schwarzen Busenfreund in St.Pölten gemeinsam.

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