Aus der neudeutschen Mythos-Schmiede

Die Deutschen sind bekanntlich auch ein Volk der Erfinder. Als solche dürfen wir neuerdings bekennende christliche Politiker bestaunen. Sie haben tatsächlich etwas erfunden, daß es bisher noch nicht gab: eine „christlich-jüdische Tradition“ (Roland Koch,CDU), die bei Fraktionschef Volker Kauder (CDU) „christlich-jüdisches Erbe“ heißt und sich bei Bayerns Ministerpräsident Seehofer (CSU) gar in das Grundgesetz verirrt. Da staunen wir aber schon bei soviel Forschergeist, der nur übersehen hat, daß jüdische Kultur und Tradition vor allem in  Abgrenzung zur deutschen im Ghetto oder in der von der deutschen Außenwelt abgeschotteten Familie gelebt wurde und wird.

Unsere neudeutschen Geschichtsumschreiber ignorieren einfach, daß  der Gegensatz zwischen Judentum und Christentum nicht weniger groß ist als der zwischen Christentum und Islam. Nicht nur historische Erfahrungen lehren uns, daß ebensowenig wie von einer christlich-islamischen Symbiose auch nie von einer christlich-jüdischen gesprochen werden konnte und kann. Auch nicht von einer „jüdisch-christlichen Tradition“ wie die Jüdische Allgemeine Wochenzeitung einzureden versucht. Vor allem auch weil Geschichte und Erinnerungen der Deutschen andere sind als jene der Juden (oder auch der Muslime).

Von einer Normalität im Zusammenleben von Deutschen und Juden wird man aus dem Grunde auch in Zukunft nicht sprechen können. In einem damit zusammenhängenden Punkt zumindest muß man daher wohl dem aufgeputzten Herrn Friedmann recht geben, nämlich, daß es (schon allein wegen Auschwitz) von jüdischer Seite nie eine Versöhnung geben wird können. Da können deutsche Politiker noch so viel von gemeinsamer Geschichte und Tradition fabulieren, dazu gehören eben immer noch zwei (oder jetzt drei) Übereinstimmende. Vielleicht sollten die erwähnten Politiker erst einmal zum Judentum übertreten um das Gegensätzliche zu begreifen.

P.S  Diesen Rat könnte man inzwischen sich national gebärdenden Politikern übrigens auch schon geben.

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2 Antworten zu Aus der neudeutschen Mythos-Schmiede

  1. Peschka Wilhelm schreibt:

    Nur zur Erinnerung:“Der Österreicher hat ein Vaterland und hat auch Ursach es zu lieben.“-Franz Grillparzer.
    Auch der Deutsche hat ein Vaterland und alle Ursach es zu lieben!
    An dieser Tatsache wird letztlich jeder Geschichtsfälscher scheitern!
    Es werden wieder bessere Zeiten für unser Volk kommen!

  2. helmut mueller schreibt:

    Wenn vom Vaterland wie auch vom Volk offiziell nicht mehr die Rede ist (besser: sein darf), dann deshalb, weil die heute noch tonangebenden vaterlandslosen Gesellen befürchten, mit ihrem fremden Gewand bei deren Auferstehung ziemlich nackt dazustehen.

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