Der Freiheitsheld Andreas Hofer

 Andreas Hofer – Héros de la liberté

Andreas Hofer – Hero of liberty

 

 Andreas Hofer

Zum 250. Geburtstag des Tiroler Volkshelden

Von Reinhard Olt

Die Tiroler verehren ihn als Helden. Ganz gleich, ob sie seiner in Nord- und Osttirol – dem österreichischen Bundesland Tirol – oder im von Italien 1918 annektierten und ihm im Schandvertrag von St. Germain-en-Laye 1919 zugesprochenen südlichen Landesteil – der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol – aus Anlass seines bevorstehenden 250. Geburtstags gedenken: Andreas Hofer gilt ihnen als Volksheld gemeinhin. Und selbst in Welschtirol – der Provincia Autonoma di Trentino, mit der Bozen-Südtirol 1948 durch Schläue und Hinterlist des damaligen italienischen Regierungschefs Alcide De Gasperi in die Regione  Autonoma Trentino-Alto Adige gezwungen worden war – genießt Hofer über die in den letzten Jahren wieder entstandenen Kompanien des Welschtiroler Schützenbundes  hinaus heldische Verehrung.

Lehrjahre des „Sandwirts“

Woher dies rührt? Am 22. November 1767 wurde der Hofer Andrä – nach korrektem Geburtsregistereintrag Andreas Nikolaus Hofer – als jüngstes von sechs Kindern am Sandhof im Passeiertal geboren. Seine Mutter starb 1770, woraufhin Andreas‘ Vater neuerlich heiratete. Andrä, der nach dem Volkschulbesuch als Knecht, Stallbursche und Dienstbote Erfahrung für seinen späteren Beruf als Gastwirt und Bauer sammelte  und zudem die italienische Sprache  erlernen sollte und wollte, verdingte sich zwischen 1780 und 1785 im benachbarten Welschtirol: zum einen in Cles, dem Hauptort des Nonsbergs, zum andern in dem Dörfchen Ballino, einem der Knotenpunkte für den Nord-Süd-Handel mit Pferden, Wein und Getreide auf der südwestlichen Handelsroute durch  Judikarien nach Oberitalien.

Bei der adeligen Familie von Miller in Cles und danach im Gasthof Armani-Zanini in Ballino erlernte Hofer nicht nur den lokalen italienischen Dialekt, sondern knüpfte  auch Freundschaften, welche  ihm später bei der Mobilisierung  von Kämpfern im Trientinischen von Nutzen sein sollten. So avancierte beispielsweise der mit Hofer eng befreundete Marco Zanini aus Ballino  zu einem der Anführer der Welschtiroler Aufständischen und  rückte 1796 als einer der Kommandanten  lokaler  Schützenvereinigungen zur Verteidigung Tirols gegen die Franzosen am Tonale-Pass ein, wo auch Hofer einen seiner ersten militärischen Einsätze als Passeirer Schütze hatte. Die Familie von Miller unterstützte die  Erhebung finanziell und logistisch. Daher blieben die Welschtiroler  verlässliche  Waffenbrüder Hofers  im Kampf gegen die Fremdherrschaft; das  Streben Trentiner und Triestiner Irredentisten nach Loslösung vom Habsburgerreich (Risorgimento)  lag damals noch in weiter Ferne.

Im Lande unterwegs

Nach des Vaters Tod 1774 war Andreas Hofer gleichsam automatisch in die Position des Hoferben gerückt. Er war nämlich der einzige Sohn,  denn aus der ersten Ehe des Vaters  waren lediglich drei Schwestern, aus der zweiten eine Stiefschwester  hervorgegangen. Als er das 20. Lebensjahr erreicht hatte,  übernahm Andrä Wirtshaus und den aufgrund von Schäden durch Überschwemmungen  im Tal der Passer verschuldeten Hof. Von nun an war er „der Sandwirt“, bei dem  Säumer und Wanderhändler  ebenso einkehrten wie Fuhrleute, die von Nord gen Süd (vice versa) unterwegs waren und in seinem Stall Ochsen- und Pferdegespanne unterstellten. Der Weg von Sterzing über den Jaufenpass  durch das Passeiertal nach Meran galt damals als wichtige Verbindung und Teilstrecke auf der Brennerroute, worüber der größte Teil des Handels zwischen Süd und Nord (vice versa) abgewickelt wurde.

Neben seiner Existenz als Bauer und Wirt – er hatte 1789 die um zwei Jahre ältere Anna Gertraud Ladurner aus Algund geheiratet und mit ihr sechs Mädchen und einen Sohn gezeugt – betätigte sich Andreas Hofer  als Händler. Dieses Geschäft betrieb er vor allem mit den „Walschen“ im benachbarten Trentino,  wie die Italiener bisweilen heute noch von Tirolern genannt werden, das ja Teil der gefürsteten Grafschaft Tirol war. Aus Hofers eigenen Aufzeichnungen geht hervor, dass er mit Pferden, Ochsen, Kleinvieh, Wein und Branntwein handelte. Meist bezog er Vieh aus dem ungarischen Reichsteil, nicht selten aus „Oberungarn“, der heutigen Slowakei.  Auf seinem Rückweg aus dem Inntal fasste er Salz aus der Saline in Hall, damals ein kostbares, nahezu mit Gold aufgewogenes Gut.

Von ersten Gefechten…

Sohin viel unterwegs, war Hofer über die Lage im von Napoleon bedrängten Habsburgerreich sowie über die Stimmung in seiner von des französischen Eroberers  bayerischen Vasallen unmittelbar bedrohten Heimat bestens im Bilde. In ersten militärischen Berührungen  kämpfte der Korporal Andreas Hofer 1796  in einer Meraner Kompanie gegen Napoleons Truppen, die von Oberitalien ins südliche Tirol zogen. Im August desselben Jahres stellten die gesamte Talschaft  eine eigene Schützenkompanie auf, in welcher  der Sandwirt  als „Oberleutnant vom Schießstand Passeier“ aufscheint. Im Jahr darauf  führte er als Hauptmann eine Landsturmkompanie nach Meran, rückte gegen das oberhalb von Bozen gelegene Jenesien vor und nahm  an Gefechten gegen die Franzosen teil, die sich zur Räumung Bozens  gezwungen sahen und nach Brixen retirierten.

Von  1806 an gehörte Tirol  zu Bayern, weil Österreich es im Frieden von Preßburg (26. Dezember 1805) an Napoleons Verbündeten hatte abtreten müssen.  Die wirtschaftliche Lage  spitzte sich zu, was naturgemäß auch Wirte und Händler zu spüren bekamen.  Hofer weihte befreundete Wirte in seine und seiner bedeutendsten Mitstreiter  – Josef Speckbacher, seine „rechte Hand“, sowie Peter Mair, „Wirt an der Mahr“ –  Aufstandspläne ein und verschaffte sich Bundesgenossen im Passeiertal, im Vinschgau, im Etschtal sowie am Nonsberg und am Sulzberg.  Im Januar 1809 brach Hofer nach Wien zu seinem Unterstützer Erzherzog Johann auf, um sich dessen Fürsprache beim Kaiser für einen neuen Krieg gegen Napoleon zu versichern.  Obwohl  der kaiserliche Hof und die Militärs einem Volksaufstand misstrauisch gegenüberstanden, brach im April 1809 die Rebellion im „Heil‘gen Land Tirol“ los. Wenngleich Hofers Schützen schlecht ausgerüstet waren, so gelang ihnen doch bei Sterzing ein erster Sieg über die bayerischen Truppen. Auch in Innsbruck war die Erhebung erfolgreich, und  in Welschtirol fanden seine Aufrufe starken Anklang: kaiserliche Truppen und Passeirer Schützen eroberten Trient, woraufhin die Franzosen bis zur südlichen Landesgrenze ausweichen mussten und  Rofreit/Rovereto  für Tirol zurückgewonnen ward.

…zum Volksaufstand

Wenngleich weniger Welschtiroler als Nord- und Südtiroler dem Aufruf Hofers zu den Waffen gefolgt waren,  so verfolgten doch auch sie dasselbe Ziel, nämlich Bajuwaren und Franzmänner aus dem Lande zu treiben.  Der bayerische Landesherr hatten nicht nur neue Steuern eingeführt, sondern auch das Landlibell Kaiser Maximilians von 1511 außer Kraft gesetzt, das den Tirolern das Recht verbrieft hatte, ausschließlich für die Verteidigung der eigenen Landesgrenzen eingesetzt zu werden. Die Bayern führten hingegen die allgemeine Wehrpflicht ein; damit wurden junge Tiroler gezwungen, in den Heeren Napoleons an Fronten in ganz Europa und Russland zu kämpfen. Auch die aufklärerischen Ideen der bayerischen Regierung im Sinne Josefs II. wie die Streichung kirchlicher Festtage und religiöser Bräuche kamen bei den streng katholischen Tirolern schlecht an. Weshalb der Volksaufstand aus der Sicht derer, die sich „kritische Historiker“ nennen, als „rückwärtsgewandt“ gilt:  den Tirolern sei es vornehmlich um die Wiederherstellung der alten Ordnung gegangen.

„Landesregent Hofer“

Nach Scharmützeln  deutsch- und welschtiroler Schützen Anfang Mai 1809 im Etschtal gegen französische Einheiten  kam es zur Monatsmitte zu ersten Gefechten am Bergisel. Unmittelbar davor hatte Hofer ein Aufgebot von 5000 gut bewaffneten Schützen gen Norden abmarschieren lassen. Deren erstes Aufeinandertreffen mit bayerischen Truppenkontingenten  endete mit einem Sieg der Tiroler. Ein weiteres Gefecht am 29. Mai brachte keine Entscheidung; gleichwohl zogen die Bayern  ins Unterinntal ab. Kaiser Franz sicherte daraufhin den aufständischen Tirolern weitere Unterstützung zu. Eine bayerische Interventionsarmee wurde in der zweiten Schlacht am Bergisel bei Innsbruck zurückgeschlagen. Doch unterdessen verpflichtete sich Österreich gegenüber Napoleon, sämtliche Truppen aus Tirol, wozu damals auch Vorarlberg gehörte, abzuziehen, was bis heute nicht zu Unrecht als Verrat Wiens an Hofer gilt. Dessen Gefolgsleute waren damit faktisch auf sich allein gestellt. Dennoch kesselten sie in unzugänglichen Schluchten des Landes gegnerische Truppenverbände ein und fügten dem Feind schwere Verluste zu.

Mitte Juli 1809 war der Kommandant der Wehrverbände des südlichen Tirol Hofer zum Oberkommandanten  des ganzen Landes ernannt worden.  Am 13. August kam es zum dritten Bergisel-Gefecht, bei dem Hofers Mannen  noch einmal einen knappen Sieg über Bayern und Franzosen errangen. Zwei Tage danach übernahm der Sandwirt im Namen des Kaisers die Regierung des Kronlandes Tirol und zog als „Landesregent“ in die Innsbrucker Hofburg ein. In diese Position verhalfen ihm nicht militärisches oder diplomatisches Geschick, sondern sein Charisma: seine Landsleute  akzeptierten ihn als einen von ihnen und ordneten sich ihm unter.

Bergisel-Kämpfe

Im Frieden von Schönbrunn hatte  Österreich neuerlich die Abtretung Tirols akzeptieren müssen. Anschließend ließ Napoleon 56.000 Mann aus verschiedenen Richtungen aufmarschieren. Unmittelbar  nach dem mit der Verheiratung seiner Tochter Maria Luise  besiegelten Friedensschluss  des österreichischen Kaisers Franz I. mit Napoleon (14. Oktober 1809) verließ „Landesregent“  Hofer die Innsbrucker Hofburg und war entschlossen,  sich zu unterwerfen, ließ sich aber dann doch umstimmen. Am 1. November stürmten  bayerische Truppen die Verschanzungen am Bergisel. Einige Gefechte endeten für die Tiroler Schützen zwar noch erfolgreich, Hofer musste aber flüchten.

Während er sich in Matrei am Brenner aufhielt, endete das letzte Gefecht am Bergisel  mit völliger Niederlage der Tiroler. Hofer, der seine Landsleute dennoch neuerlich  zu den Waffen rief, musste sich die folgenden Wochen  in Verstecken verborgen halten, da auf seinen Kopf ein beträchtliches Lösegeld ausgesetzt war. Verraten von einem Landsmann, wurde er dann am 28. Januar 1810 verhaftet und nach Mantua überstellt. Unmittelbar davor hatte er in einem Brief an Erzherzog Johann seine Enttäuschung darüber geäußert, „von Österreich im Stich gelassen worden zu sein“. Am 20. Februar 1810 wurde Andreas Hofer  in Mantua füsiliert.

„Zu Mantua in Banden …“

Der Fama zufolge soll er während der Gefangenschaft den Liedtext „Ach Himmel, es ist verspielt“ gedichtet haben. Angeblich auch habe er – nach zwölf Schüssen des aus sechs Soldaten bestehenden Exekutionskommandos – noch ausgerufen: „Ach, wie schießt ihr schlecht“; woraufhin ihn dessen befehligender Offizier mittels Kopfschusses vom Leben in den Tod befördert haben soll.  Immerhin nahm der Vogtländer Dichter Julius Mosen diese Sentenz in die abschließende 6. Strophe seines 1831 verfassten Gedichts „Zu Mantua in Banden“ auf, das Leopold Knebelsberger 1844 vertonte und das seit 1948 als „Andreas-Hofer-Lied“ die gesetzlich fixierte Tiroler Landeshymne ist. Für die Mehrheitspartei SVP im Landtag zu Bozen war es indes kein Ruhmesblatt, als sie 2004 die Zustimmung verweigerte, dem Lied Hymnen-Charakter zu verleihen; jedoch wird es auch in Südtirol zu  offiziellen Anlässen gespielt und gesungen.

Nach der Exekution wurde Hofer im Mantuaner Friedhof  bestattet, jedoch 1823 in einer Nacht- und-Nebel-Aktion von fünf österreichischen Kaiserjägern unter Führung des aus Freiburg im Breisgau (gehörte bis zum Preßburger Frieden zu Vorderösterreich) stammenden Offiziers Georg Hauger exhumiert; die sterblichen Überreste befinden sich seitdem in der Innsbrucker Hofkirche. Fünf  Jahre zuvor war der einstige Tiroler „Landesregent“ auf Drängen seines Sohnes Johann Stephan  nachträglich in den einfachen Adelsstand erhoben worden. Seine Nachkommen durften  sich seitdem „Edle/r von Hofer“ nennen und ein Familienwappen führen. Drei Jahre nach Abschaffung der Adelsprädikate und -privilegien durch die Republik Österreich starb die männliche Hofer-Linie 1921 aus; die weibliche ist indes bis heute, allerdings unter anderen Familiennamen, vertreten.

Verehrung und Verunglimpfung

250 Jahre nach seiner Geburt  und nach bald 210 Jahren seit dem Aufstand gegen den französischen Usurpator und die bayerischen Besatzer  bleibt der Volksheld Andreas Hofer eine durchaus schillernde, aber nichtsdestoweniger verehrte Figur. Verständlicherweise vereinnahmt  die Politik den Sandwirt aus Passeier  nur zu gerne.  Dessen Erhöhung, Glorifizierung und Mythisierung setzte bereits zu Lebzeiten ein. Seit seinem Tod musste Hofer – je nach politischem Gebrauchswert –  für zahlreiche Rollen herhalten. Zuerst als Märtyrer im Tiroler Freiheitskampf gefeiert, stand später seine Kaisertreue im Vordergrund. Die Großdeutschen erhoben ihn zum gesamtdeutschen Nationalhelden, die Nationalsozialisten sahen in ihm einen „deutschen Kämpfer“, für viele Südtiroler wurde Hofer nach dem Zweiten Weltkrieg zum Symbol für den Kampf um die seit der Teilung des Landes 1918/1919 verweigerte Selbstbestimmung.

Anno 2009 gedachte man zu Innsbruck in einer Landesfeier bei volksfestartiger Beteiligung zehntausender Menschen des Volksaufstands sowie der Bergisel-Kämpfe von 1809. Zum Unmut der in Rom, Bozen, Innsbruck und Wien Regierenden nahmen patriotische Kräfte dies zum Anlass, um demonstrativ den Südtiroler Freiheitskampf der 1950er bis 1970er Jahre sowie die zweimal verweigerte Selbstbestimmung miteinzubeziehen. Linke Publizisten und geschichtsvergessene Politiker stellten alldem den bärtigen  Passeirer Schützen und einstigen  Oberkommandanten Tirols  als „Alpen-Taliban“ gegenüber und verunglimpften damit  aus ideologischer Verblendung und um der schieren Schmähung willen  eine historisch bedeutsame Persönlichkeit, der  Väterglaube, angestammte Heimat  und Landeseinheit über alles ging.

 

 Zum Thema

Anfreas Hofer https://youtu.be/uENNV5XJ0Jo

Das Erbe  https://youtu.be/_D9ltwAtVWs

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Nagelprobe für Straches Partei

 Epreuve de verité pour le parti de Strache

Acid Test fort the party of Strache

 

Gastbeitrag von Reinhard Olt

„Herzensangelegenheit Südtirol“

In der Staatsbürgerschaftsfrage wird sich zeigen, was die seit Jahrzehnten in Österreich gängige  Politparole wert ist

Die unlängst an der „Unrechtsgrenze“ zwischen Österreich und Italien abgehaltene Brenner-Kundgebung, die das seit bald hundert Jahren unerfüllt gebliebene Selbstbestimmungsverlangen der Tiroler aus Aktualitätsbezug mit der Unterstützung des Unabhängigkeits- und Eigenstaatlichkeitsbegehrs der Katalanen verband, stand just im Zeichen der seit einigen Jahren von Südtirolern geforderten und bislang mit allerlei Ausflüchten vom offiziellen Wien abgelehnten Forderung nach Erteilung der österreichischen Staatsbürgerschaft. Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Werner Neubauer, Südtirol-Sprecher seiner Partei, ergriff dort das Wort, unterstrich „die große Bedeutung der doppelten Staatsbürgerschaft für die Südtiroler“ und nannte die wünschenswerte Erteilung einen  „volkstumspolitischen Meilenstein in der Geschichte des Landes“.

Die Koalitionsverhandlungen

Neubauer ist nicht der einzige Freiheitliche, der in dieser Angelegenheit das Wort führt(e). Auch der nach einer Phase erzwungener Abwesenheit aus dem österreichischen Parlament wieder dort einziehende Abgeordnete Martin Graf und andere volkstumspolitisch engagierte Mandatsträger setz(t)en sich vehement dafür ein. Da die FPÖ  als einzige Partei diesen Wunsch, seit er von Südtiroler Seite aufkam, konsequent unterstützte, richten sich im Rahmen der  Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP die Augen derer, die ihn hegen, naturgemäß umso mehr darauf, als tatsächlich erstmals die Chance zum Greifen nahe zu sein scheint.  Sofern sie nicht anderen, für die jeweils klientelistisch interessegeleiteten Verhandlungspartner „wichtigeren“ Sachthemen, über die Volkspartei  und Freiheitliche  nach Übereinkünften  suchen, sozusagen „zum Opfer fallen“.

Alle bisherigen Anläufe vereitelt

Ruft man sich ins Gedächtnis, was sich in der Doppelstaatsbürgerschaftsfrage  ereignete, seit sie gestellt worden ist, und wer sich im politischen Geviert Bozen – Innsbruck – Wien – Rom seitdem wie verhielt, so ist ob der „Durchschlagskraft“ Neubauers und seiner Mitstreiter  selbst unter positiver Gestimmtheit beim Herangehen und der Standfestigkeit williger Proponenten eine gehörige Portion Skepsis hinsichtlich deren Erfolgsaussicht angebracht. Denn wenngleich sie seit der Machtübernahme des politisch hochtalentierten Studienabbrechers Sebastian Kurz als „Die neue Volkspartei“ daherkommt, hat just die ÖVP, mit der die FPÖ die Doppelstaatsbürgerschaftsfrage im Rahmen des Verhandlungskomplexes „Staat und Gesellschaft“ – mit den (Untergruppen-)Materien Medien, Justiz, Sport, Kunst und Kultur, Verwaltungsreform und Verfassung, Europa- und Außenpolitik, Integration – erörtern muss, auf maßgebliche Weise alle bisherigen, d.h. seit 2009 stattgehabten Anläufe vereitelt. Dem schloss sich die seit 1945 zwischen Brenner und Salurner Klause  Regierungsverantwortung tragende Südtiroler Volkspartei (SVP) – namentlich unter ihrer jetzigen, eher italo- denn austrophilen Führung  –  an und scheint, wie in manchen anderen politischen Fragen, bequemerweise und um das für sie nutzbringende Arrangement mit Rom nicht zu gefährden, diese Haltung beizubehalten.

Die Initiatoren

Dabei waren es der vormalige SVP-Obmann Siegfried Brugger, ehedem Abgeordneter in der römischen Kammer, sowie sein Parteifreund und Abgeordnetenkollege Karl Zeller – beide Juristen und Anwälte – , die im Dezember 2009 im Einklang mit den im Landhaus/Landtag zu Bozen vertretenen deutschtiroler Oppositionsparteien sowie den österreich-patriotischen Kräften (namentlich Schützenbund und  Heimatbund) den Wunsch  in die Öffentlichkeit trugen und in Wien deponierten. Begründung: Juristisch sei dies über eine Ausnahmeregelung im österreichischen Staatsbürgerschaftsrecht ohne weiteres möglich; und auch Italien ermögliche ethnischen Italienern überall auf der Welt die  Doppelstaatsbürgerschaft, ja behalte diesen „Auslandsitalienern“ in Kammer und Senat sogar 18 Sitze vor. Das 2006 im Blick auf die ethnischen Italiener in Istrien, Fiume und Dalmatien noch einmal novellierte italienische Staatsbürgerschaftsgesetz von 1992 erlaube  italienischen Staatsbürgern ausdrücklich den Erwerb einer zweiten Staatsbürgerschaft, ohne dass sie die italienische abgeben müssten – was folgerichtigerweise  auch für die Südtiroler  gelte.

Umfaller

Aus berufenem Munde war zu erfahren, dass Brugger vom ÖVP-Granden und gebürtigen Südtiroler Andreas Khol, mit dem er seinerzeit die Angelegenheit besprach, zunächst „in geradezu euphorischer Weise“ Zustimmung  sowie dessen  Unterstützungszusage erhielt.  Doch wenige Tage später hatte sich Khol dem Vernehmen nach vom „unbedingten Befürworter“ zum Gegner verwandelt, wie aus seiner in der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ am 16. Januar 2010 publizierten Stellungnahme hervorging: Eine  Doppelstaatsbürgerschaft würde Italien provozieren, dem Pariser Abkommen von 1946 zuwiderlaufen und sich nachgerade als „gefährlich“ erweisen. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter hatte schon zu Weihnachten 2009 den „Dolomiten“ gegenüber das Südtiroler Verlangen, welches selbstredend auch  sein Bozner Pendant Luis Durnwalder damals unterstützte, als „Vorwand für eine neuerliche Diskussion um die Verschiebung der Staatsgrenzen“ qualifiziert und hinzugefügt, derlei zeuge „von Verantwortungslosigkeit und mangelndem Geschichtsbewusstsein.“

Bremser

Nicht zuletzt brachte der damalige Bundesparteiobmann, Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger seine Haltung zum Ausdruck. Besagter FPÖ-Nationalratsabgeordneter Neubauer gab den Inhalt eines Gespräches mit ihm über die Staatsbürgerschaftsfrage wie folgt wieder:  „Spindelegger erklärte mir unverblümt, dass es für ihn nicht infrage komme, Italien zu verärgern (….)  und er nicht im Entferntesten daran denke, diesem Wunsch der Südtiroler zu entsprechen.“ Und in einem am 12. Februar 2010 erschienenen „Dolomiten“-Interview befand Spindelegger, man dürfe „keine falschen Hoffnungen wecken“; von einer Unterschriftenaktion für die doppelte Staatsbürgerschaft, wie sie eine überparteiliche Initiative unter Führung der im Bozner Landhaus/Landtag vertretenen Partei „Süd-Tiroler Freiheit“ (STF)  organisierte, riet er ab, weil diese eher „zu Irritationen führen“ könne.

„Keine verfassungsrechtlichen Bedenken“

Bald darauf übergaben die  Südtiroler Landtagsabgeordneten Eva Klotz und Sven Knoll  (beide STF) im Nationalrat zu Wien 22.500 Unterstützungsunterschriften an die Abgeordneten Neubauer (FPÖ), Herrmann Gahr (ÖVP), Gerhard Huber (BZÖ) und Alexander van der Bellen (Grüne). Die Unterschriften waren trotz politischer wie medialer Kontrapunktion  zusammengekommen; sie stellten daher keine vernachlässigbare Größe dar. Dies umso mehr, als das Bundeskanzleramt die Initiatoren der Unterschriftensammlung mit Schreiben vom 28. April 2011 wissen ließ, dass gegen eine Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler „keine allgemein verfassungsrechtlichen Bedenken“ bestünden.  Und Ende Mai 2011 stellte der Innsbrucker Verfassungsrechtler Walter Obwexer ein fundiertes Gutachten zum Thema vor, das zu erstellen ihn just die SVP beauftragt hatte. Obwexer kam darin zu dem Schluss, dass „der Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Südtiroler grundsätzlich möglich“ sei. Und wider alle Unkenrufe von Vorsichtlern und Rücksichtlern vornehmlich aus der ÖVP stellte er fest, dass dies auf relativ einfache Weise realisierbar sei:  Weder völkerrechtlich, noch auf EU-Ebene gebe es rechtliche Hindernisse.

Enttäuschende Entscheidung

Schließlich sprach sich der Südtiroler Landtag am 9. März 2012  mit großer Mehrheit für die Doppelstaatsbürgerschaft aus. Als Verfassungs- und Völkerrechtsexperten sodann in einer Anhörung vor dem Südtirol-Unterausschuss (des Außenpolitischen Ausschusses) des Nationalrats übereinstimmend dargelegt hatten, dass der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler rechtlich keine Hürden entgegenstünden, stellte Karl Zeller, der einst zusammen mit SVP-Obmann Brugger den Vorstoß unternommen hatte, zurecht fest: „Jetzt ist es nurmehr eine politische Entscheidung, ob den Südtirolern der Doppelpass ermöglicht wird oder nicht“.

Die Entscheidung ließ nicht allzulange auf sich warten und enttäuschte alle, die sich in der Causa engagiert hatten.  Am 5. Juli 2013 legte nämlich der von Außenminister – formell: „Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten“ – Spindelegger vorgelegte  „Bericht an den Nationalrat“  in aller Deutlichkeit offen, dass die österreichische Bundesregierung eine Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler  nicht wünschte. Entgegen den aus dem Südtirol-Unterausschuss bekannten Einlassungen der Rechtsexperten (und zeitgeistfromm politisch-korrekt  mit genderisierendem Binnen-I versehen) hieß es darin: „Die Einführung eines vereinfachten Erwerbs der österreichischen Staatsbürgerschaft für SüdtirolerInnen“ sei mit „völkerrechtlichen und verfassungsrechtlichen Hürden  verbunden“.  Woraufhin die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP im Verein mit den Grünen den FPÖ-Antrag abschmetterten, den Südtirolern die österreichische Staatsbürgerschaft einfachgesetzlich mittels geringfügiger Korrektur – nämlich Einfügens eines einzigen Absatzes – des geltenden Staatsbürgerschaftsgesetz zu ermöglichen. Zutreffenderweise ließ FPÖ-Südtirolsprecher Neubauer dazu verlauten:  „Die Bundesregierung hat sich damit gemeinsam mit den Grünen geweigert, unseren Landsleuten südlich des Brenners diesen Herzenswunsch zu erfüllen.“

Rückzug

Auch der neuerliche Anlauf der FPÖ im Nationalrat  zwei Jahre später endete wie der erste: SPÖ, ÖVP und Grüne lehnten wiederum ab. Mittlerweile rückte auch die unter neuer Führung stehende SVP von der ursprünglichen Zielsetzung ab. Als wenig verwunderlich erscheint dabei der juvenile politische Gleichklang zwischen dem (mittlerweile zum neuen ÖVP-Bundesobmann avancierten) Außenminister Sebastian Kurz und dem mit ihm befreundeten Südtiroler Politjungstar Philipp Achammer, seinem Pendant von der „Schwesterpartei“ SVP. Der das Trio komplettierende   Arno Kompatscher  hatte bereits vor der Landtagswahl 2013, zu der er als Kandidat für die Nachfolge des scheidenden Landeshauptmanns  Durnwalders antrat, in einem gemeinsamen Auftritt mit dem ÖVP-Südtirolsprecher  Gahr das Abrücken der SVP vom Staatsbürgerschaftsverlangen mit der  Formulierung  verbrämt, er nehme „wenig Begeisterung in der Südtiroler Bevölkerung für den Doppelpass“ wahr und „zur Kenntnis, dass auch in Österreich die Voraussetzungen dafür politisch nicht gegeben“ seien.

Reservation

An dieser ÖVP-SVP-Positionierung  hat sich bis zur Stunde nichts Wesentliches geändert, sondern sie hat sich geradezu stereotyp verfestigt. Sozusagen in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der maßgeblich aus dem ÖVP-geführten Außenministerium  bestimmten regierungsamtlichen Wiener Linie machte Kompatscher – schon vor einem formellen Besuch Anfang 2015 bei Ressortchef  Kurz –  „noch viel Klärungsbedarf“ aus: „Es besteht die Gefahr, dass uns die Debatte mehr schaden könnte, als sie uns Nutzen bringt. (…) Wir wissen, dass sich in Wien und Tirol die Begeisterung in Grenzen hält, weil viele Fragen der praktischen Anwendung unklar sind“. Auch Kurz blieb reserviert: „Dass das ein emotionaler Wunsch der Südtiroler ist, verstehen wir selbstverständlich, aber es gibt in Österreich andere rechtliche Gegebenheiten“; man wolle „Doppelstaatsbürgerschaften vermeiden“.

Entkräftete Vorbehalte

Seit 2010 hat die österreichische Regierung Südtiroler  Doppelstaatsbürgerschaftswünschen  stets  mit der Begründung, es sei zuvor eine „intensive juristische Prüfung“  notwendig, nicht entsprochen. Dabei sind die Rechtsfragen längst  fundiert  beantwortet: Weder müsste die österreichische Verfassung geändert werden, noch müsste Wien  völkerrechtliche Verträge kündigen; stattdessen würde eine einfache Änderung des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes  ausreichen. Überdies erlaubt das „Europäische Übereinkommen über die Staatsangehörigkeit“  vom 6. 11.1997 nicht nur die Doppel-, sondern sogar die Mehrstaatsbürgerschaft.   Gründe, die als entgegenstehend angeführt werden – beispielsweise, dass   Doppelstaatsbürgerschaft  Auswirkungen auf Steuern und Pensionen/Renten hätte – sind nicht stichhaltig: Steuern sind unabhängig davon zu entrichten und Pensionen unabhängig davon auszuzahlen, wo die steuerpflichtige respektive  pensions- bzw. rentenberechtigte Person  ihren gewöhnlichen Aufenthalt  (= Wohnsitz) hat. Entgegen anderslautenden Begründungen wären Südtiroler Doppelstaatsbürger gegenüber Südtirolern mit  Einfachstaatsbürgerschaft keinesfalls bessergestellt; denn Rechte und Pflichten, welche aufgrund der italienischen Rechtsordnung sowie der in der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol geltenden Autonomiebestimmungen gelten, sind ja nicht davon abhängig, ob jemand (auch) die österreichische Staatsbürgerschaft innehat.

Interessen und ….

In politischen Sonntagsreden  heißt es meist,  Südtirol sei  eine „österreichische Herzensangelegenheit“. Die Doppelstaatsbürgerschaft ist der Wunsch vieler Südtiroler deutscher und/oder ladinischer (ja vielleicht sogar einiger italienischer) Zunge, aber vaterländisch-österreichischer Gesinnung. Dennoch wurde nämlichem Wunsch in Wien nicht entsprochen.  Die bisherigen Regierungen und die sie tragenden Parteien SPÖ und ÖVP haben sich (nicht allein) in der Doppelstaatsbürgerschaftsfrage als Zauderer erwiesen. Man wird auch kaum fehlgehen, ihr und beiden Parteien (ebenso wie der SVP in Bozen) zu unterstellen, das Verhältnis zu Rom gegenüber der aus dem jahrzehntelangen Südtirol-Konflikt erwachsenen Schutz(macht)pflicht für die Tiroler unterm Brenner als vor-, wenn nicht erstrangig zu erachten. Ein solches Verhalten untergräbt Identität und Österreich-Orientierung der Südtiroler und spielt dem von Italien seit der Annexion im November 1918 verfolgten Plan in die Hände, die Südtiroler – trotz vielgepriesener (aber immer wieder von römischer Aushöhlung geschwächter) Autonomie – zu entnationalisieren, zu assimilieren und damit die seit dem Mussolini- Faschismus erstrebte „ewige Italianità“ des seit 1200 Jahren dem deutsch-österreichischen Kulturraum zugehörigen Landstrichs zu erlangen.

…. Glaubwürdigkeit

Die grundsätzliche Frage, welche  Interessen für Wien wichtiger sind, die der Südtiroler oder jene der römischen Politik, stellt sich daher auch – und nunmehr vor allem – der künftigen österreichischen Bundesregierung. Beantworten müssen sie die beiden Koalitionspartner. Auf das Wie darf man gespannt sein.  „Sollte die Freiheitliche Partei in Koalitionsverhandlungen kommen, dann wird in einer Regierungsvereinbarung die doppelte Staatsbürgerschaft drinnen sein müssen. Ansonsten wird es zu keiner Regierungsbeteiligung kommen!“ Es sind starke Worte, die der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Werner Neubauer, seines Zeichens Südtirol-Sprecher,  auf der eingangs erwähnten, von patriotischen Kräften aus allen Teilen Tirols an der  „Unrechtsgrenze“ abgehaltenen Brenner-Kundgebung von sich gegeben hat. Es sind Worte von einer so verbindlichen Konditionalität, dass es einem enormen Gesichtsverlust für ihn und seine Gesinnungsgemeinschaft gleichkäme,  blieben sie folgenlos. Eine derartige Conditio sine qua non nicht einzulösen, würde ein nicht zu unterschätzendes  Glaubwürdigkeitsproblem  bereiten. Es sei denn, man befolgte  schulterzuckend die Maxime „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“.

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Was hat sexuelle Belästigung mit Palästina zu tun?

 Qu´est ce que le harcèlement sexuel à faire avec Palestine?                                     What  has sexual harassment to do with Palestine?

 

 Zurzeit könnte man die Menschen in zwei Klasen unterteilen, je nachdem ob sie sich beim Vorwurf der sexuellen Belästigung betroffen fühlen oder nicht. Im Moment hat man ja beinahe schon den medial vermittelten Eindruck, dass die erste Gruppe überwiegt. Da nicht ganz klar zu sein scheint wo der „Spaß“ anfängt und wo er endet, dürfte abseits begründeter und berechtigter Anklagen noch eine wahre Belästigungs-Orgie ins Haus stehen. Andererseits wird aber die provokante und hemmungslose Sex-zur Schau-Stellung  in Medien  und Gesellschaft auch von den jetzt Empörten sehr wohl stillschweigend akzeptiert.

Aber was hat das alles mit Palästina zu tun? Beim ersten Hinsehen eigentlich nichts. Da aber im aktuellen Hochspielen eines Themas davon auszugehen ist, dass neben einigen berechtigten Anliegen oder Klagen hauptsächlich sichtbehindernder Nebel produziert wird, stellt sich doch die Frage, ob nicht eine fremde Absicht dahinter steckt, wir es also mit einer Kampagne zu tun haben. Lenken doch dieses Problem  und dessen mediale Ausschlachtung von weit bedeutenderen  Problemen  ab. Etwa von Entwicklungen  oder Vorhaben, die unsere Sicherheit, unsere Gesundheit oder ganz allgemein unsere Zukunft betreffen. Vortrefflich geeignet als ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückter Nebenschauplatz zur Ablenkung von, zum Beispiel, einer menschenverachtenden und völkerrechtswidrigen Politik wie sie von Israel in Palästina praktiziert wird. Und das bald seit sieben Jahrzehnten.

Faktum ist: Hundert Jahre nach der berüchtigten Balfour-Deklaration* rollen über palästinensisches Siedlungsgebiet und Völkerrecht weiterhin  israelische Panzer und Bulldozer hinweg. Immer mehr palästinensische Erde und kostbares Nass wird unter feigem Verharren der Weltöffentlichkeit geraubt, und bald  soll entgegen allen UNO-Beschlüssen hebräisch die einzige Amtssprache in Israel und dem von ihm annektierten Gebiet werden. Jetzt schon werden Araber anders behandelt als Juden und sie haben weniger Rechte als diese, wie der Generalsekretär der „Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen“,  Fritz Edlinger , Herausgeber des Buches „Palästina – hundert Jahre leere Versprechen“**, in demselben schreibt.

 Wer die  die rassistische Eroberungspolitik der israelischen Führung kritisiert ist natürlich gleich ein Antisemit. Ein Vorwurf  als Herrschaftsinstrument, wie der profunde Kenner israelischer Politik Moshe Zuckermann auch sein Buch** nennt. Wer gegen die Vertreibungs- und Kriegspolitik Israels  Stellung bezieht, wie es auch der deutsch-jüdische Verleger Abraham Melzer und die Menschenrechtsaktivistin Felicia Langer tun, wird, ob Jude oder nicht, des Antisemitismus bezichtigt. Jeder Kritiker soll damit mundtot gemacht werden. Das geht bereits so weit, dass in manchen unserer Leitmedien und auch schon in einigen rechten Parteien jede Kritik an Israel untersagt wird. Man steckt sozusagen ungeniert mit Landräubern und Rassisten unter einer Decke.

 Es würde aber der Sache nicht dienen, wollte man übersehen, dass auch innerhalb der palästinensischen Führung nicht nur aufrechte und gerechte politische Funktionäre wirken. Korruption, ein im Orient ohnehin bekanntes Phänomen, ist auch dort beheimatet. Schon Arafat soll ein Vermögen angesammelt haben, und viele der Hilfsgüter die nach Gaza gingen, kamen nicht bei denen an, die ihrer am meisten bedurften. Aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass  man einem ganzen Volk sein  Land und seine Freiheit genommen hat und es, wie in Gaza auch,  im Elend verharren lässt. Nach Meinung von Fritz Edlinger könnte Gaza in wenigen Jahren nicht mehr bewohnbar sein.

Jetzt, wo sich die UNO als Papiertiger erwiesen hat, wäre eigentlich diese grandiose EU gefordert, Taten zu setzen.  Oder wenigstens das neutrale Österreich. Auch da können wir lange warten. Erstens ist man hierzulande gerade mit Empört-sein und Aufarbeitungen  in  Sachen sexueller Belästigung beschäftigt. Zweiten hat die Partei des zukünftigen Kanzlers schon bisher in der nahöstlichen Causa kläglich versagt, indessen der  angesagte Vizekanzler und dessen Partei in der nämlichen Frage  längst auf israelischem Kurs segeln. Drittens sind jene, die noch am ehesten im Sinne Kreiskys vermitteln könnten, nur mehr mit sich selbst beschäftigt. Und das noch eine Weile.

Der Apartheid-Staat Israel seinerseits möchte sich klarerweise  in einem vereinigten Europa verankert sehen, wie der ehemalige durchaus sympathische israelische Botschafter in der Bundesrepublik, Avi Primor, sich einmal ausdrückte. Dieser Wunsch ist verständlich, aber angesichts der Lage und der näheren Umstände wohl etwas realitätsfremd. Ein Staat dessen Politik an jene der alten Kolonialmächte oder des Faschismus erinnert, würde, wie die Türkei auch, jede Menge politischen Zündstoff und manch Unvereinbares mitbringen und wäre zweifellos ohne gerechte Lösung des Palästinenserproblems erst recht  ein nicht enden wollendes Verhängnis für Europa.

Wahrscheinlich müssen wir auf eine Lösung des Palästina-Problems so lange warten bis, wie Moshe Zuckermann in seinem Buch „Israels Schicksal“  meint, der Zionismus seinen Untergang selbst herbeigeführt hat. Größenwahn hat noch niemandem gut getan, was, nebenbei bemerkt, auch die Vereinigten Staaten von Amerika einmal zur Kenntnis nehmen werden müssen.

*Im Jahre 1917 hat der britische Außenminister Arthur James Balfour in einem Schreiben an Baron Rothschild  namens der englischen Regierung den Anspruch des „jüdischen Volkes“, in Palästina eine jüdische Heimstätte zu errichten, völkerrechtswidrig anerkannt.

** Fritz Edlinger: Palästina – Hundert Jahre leere Versprechen, Geschichte eines Weltkonfliktes, Promedia (promedia@mediashop.at ), 2017, 203 Seiten, mit Karten, Euro 19,90

***Moshe Zuckermann: „Antisemit“ – Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument, Promedia, 208 Seiten, 2015, Euro 15,9o                                                                                                       „Israels Schicksal“ – Wie der Zionismus seinen Untergang betreibt, ebenfalls Promedia, 2014, 208 Seiten, Euro 17,90

 Zum Thema

Landraub und Völkermord https://youtu.be/fjWGUpnfDmQ                                                       Die Katastrophe https://youtu.be/86RCwQE5jNw                                                                Aktuelle Palästina-Doku (englisch) https://youtu.be/L12Navo-v9g

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Erinnerungskultur eines besiegten Volkes

Culture commémorative d´un peuple vaincu

Remembrance culture of a defeated nation

 

Geschmäht, verteufelt, in den Dreck gezogen von moralisierenden Ignoranten und Heuchlern, aus dem Gedächtnis gestrichen vom Volk, da muss man nicht lange nachdenken, um wen es sich da handelt: Richtig, die Wehrmacht und der deutsche WK II-Soldat im Allgemeinen. Daher wird  eine diesbezügliche Erinnerungskultur, dazu der Totenkult gehört, offiziell nur bei den ehemaligen Feindnationen gepflogen, und das mit entsprechend großem Aufwand. Obwohl deren Armeen  damals nicht weniger Kriegsverbrechen begingen als die Wehrmacht. Am Ende haben wir es aber nicht nur mit einer geschlagenen Armee, sondern heute auch mit einem geschlagenen Volk zu tun. Zu diesem Schluss kommt nachfolgender Gastbeitrag.

  Gastbeitrag von Heidelinde Klug*

 Millionen Tote des Weltkriegs, die Ahnen klagen uns an!

Millionen deutsche/ österreichische Soldaten klagen an, die Gefallenen der Wehrmacht und der Waffen SS, die im Zweiten. Weltkrieg mehrheitlich tadellos gekämpft haben und denen das eigene Volk 72 Jahre später immer noch nicht ein ehrenvolles Gedenken zugesteht.  Brigadegeneral a. D. Reinhard  Günzel kritisiert, dass die Wehrmacht, welche nach Urteil namhafter ausländischer Militärhistoriker die beste und disziplinierteste Armee der Welt war, vom eigenen Volk auf jede erdenkliche Weise verächtlich gemacht und zunehmend aus dem Gedächtnis getilgt wird. Hier stehen wir unfassbar- vor einer geschichtlich einmaligen Situation. Der ehemalige österreichische Kanzler Gorbach sprach davon, dass nur eine niedrige  Gesinnung zu solch Barbarei fähig sei. „Dirty Campaining“ – damals wie heute.

Statt Ehrengedenken werden die besonderen Leistungen der in einem mörderischen Kampf Gefallenen bis zum heutigen Tag verteufelt. Das „Dirty- Campaigning“ wurde demnach von den Alliierten bereits 1945 in Bezug auf die Wehrmacht und deren Toten betrieben. Es ist also keine Erfindung der Gegenwart. Es ist fortgesetzte geistige Leichenschändung an den Opfern des Zweiten  Weltkriegs. Tausende Soldaten sind bis heute noch nicht einmal ihn Ehren bestattet, siehe Rheinwiesenlager, wo die Verscharrten immer noch darauf warten, ins Grab mit allen Weihen gesenkt zu werden.

Genauso verdammt der Tyrann Kreon den verfemten Staatsfeind in der Tragödie „Antigone“ von Sophokles: „Kein Grab zuteil und keine Totenklage, sein Leib bleibt unbestattet.“ Die Wehrmacht, also unsere Väter und Großväter,- bis heute als Verfemte behandelt, weil sie, wie auch viele ehemalige gegnerische WKII-Teilnehmer bestätigen, insgesamt ehrenhaft gekämpft hat.

Der ewige Mythos von Antigone, das Thema aus der griechischen Mythologie, ist heute aktueller denn je. Aus reiner Willkür verbot der tyrannische Herrscher von Theben den Staatsfeind, Antigones Bruder, zu begraben. Den Hunden und Vögeln zum Fraß sollte er vor den Stadttoren verwesen. Doch Antigone widersetzt sich und bestattet ihren Bruder, beweint und beklagt ihn. Sie bekennt sich noch dazu stolz zu ihrer Tat. Zur Strafe wird sie lebendig begraben.

An Aktualität hat dieses Thema insofern nichts eingebüßt, als nach 1945 die Wehrmacht und  alle deutschen Waffengattungen im Namen der Sieger zum strafwürdigen Staatsfeind deklariert wurden, und somit eine Atmosphäre hergestellt war, die den Deutschen verbot, die Gefallenen kollektiv zu betrauern. Um dieses verdeckte Trauer-Verbot aufrechterhalten zu können, wird  die Wehrmacht bis heute medial mit Dreck beworfen, siehe jüngst in der „Elefantenrunde“ nach der BRD-Wahl. Wer die Wehrmacht öffentlich verteidigt, ist ein Verfemter, genauso wie die Wehrmacht selbst. Wer Geächteten die Ehre gibt oder Sympathie bezeugt, wird vom System verfolgt in unseren demokratischen Landen. (Lesenswert, Röhl: Verbotene Trauer- Ende des deutschen Tabus)

Dies alles steht in engem Zusammenhang mit der Festsetzung der deutschen Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg.  Die Soldaten wären von einem verbrecherischen System missbraucht worden, so die offizielle Begründung für deren Diffamierung. Sollte dem so sein, so besteht erst recht kein Grund, sie verächtlich zu machen, denn in diesem Fall wären sie Opfer von Missbrauch, und deshalb umso mehr des Betrauerns würdig. Die wahren Gründe: Die Deutschen hatten die Waffen erhoben gegen Knechtschaft und gegen die drohende Gefahr aus dem Osten.

Egal, ob man vom Nibelungenlied oder von der Wehrmacht spricht: Bei diesem Thema weiten sich die Augen der Menschen. Es ist kein Problem, über den Feldherrn Prinz Eugen zu sprechen, aber was unterscheidet ihn von einem Heerführer der Wehrmacht? Die Waffen SS, eine Elitetruppe, wie es sie in jeder Armee  gibt, wird dämonisiert. Es ist dieser psychologische Trick der von den Alliierten gesteuerten Nachkriegsregierungen, die deutschen Soldaten  zu Verbrechern, ja sogar zu Mördern zu machen, um es der Nachwelt zu verunmöglichen, ihrer  in Ehren zu gedenken.

So wird hinterhältig vom politischen Regime die wertvolle und heilsame Trauerarbeit hinsichtlich des Zweiten Weltkriegs unterbunden. Die unermüdliche, nicht enden wollende  Aufarbeitung dient nur dem Zweck, das deutsche Volk mit Schuld und Scham auf ewig zu überladen, einen am Boden Liegenden wieder und wieder zu töten, bis nichts mehr von ihm übrig bleibt. Die seelische Ermordung des deutschen Volkes war 1945 nicht zu Ende.

In Antigone  ruft der greise Seher Teiresias dem Tyrannen Kreon  zu: „Ein Leben ehrfurchtlos, ins Grab verbannt, entweiht, entheiligt, ohne Grab, den Toten… Lass ab vom Toten, quäl nicht den Gefallenen!  Ist das ein Sieg. Den Toten nochmals zu töten?“ Heißt Verbotene Trauerarbeit, dem Volk neues Leben verbieten? Das Trauerverbot reißt die gewaltige historische Wunde, an der das deutsche Volk seit Jahrzehnten leidet, noch weiter auf.

Die Alleinschuld am Krieg, eingebrannt in die Gehirne, nagt ohnehin gewaltig an der Lebenskraft des deutschen Volkes, genauso wie das Verschweigen der Wahrheit: Dass den Deutschen ein Krieg aufgezwungen wurde, aufgezwungen von machtgierigen Seelenlosen. Zuletzt war es Mord. So ging es unter der Verantwortung Eisenhowers anscheinend um die geplante Dezimierung der Deutschen, um die Vernichtung der deutschen Stärke, um die Auslöschung dieses „Schiller´schen Geistes“, wie es Churchill bezeichnete. Millionen Ermordete, aber es wird uns nur entgegengeschrien: „Selbst schuld!“ Und wir glauben es.

In „Antigone“ verflucht der Seher den Tyrannen: „Der Hass  zerrüttet ganze Städte, Aasgeruch entweiht die Heiligtümer! Und darum will kein Gott mehr unsre Opfer, und unsre Bitten bleiben unerhört.“ Suchen die „Rachegöttinnen uns nunmehr heim? Wir liegen im bildlichen Sinn neben Heerscharen von Toten, die nie wirklich bestattet, beklagt wurden. Was ist mit den Tausenden Gefangenen, die Eisenhower nach Kriegsende in den Rheinwiesen verhungern, verdursten, verwesen und verscharren ließ. Bis heute darf dort nicht gegraben werden. Diese Soldaten haben keinen Grabstein. Die Ahnen, sie klagen uns an wegen unserer Feigheit und Gleichgültigkeit!

Wir leben mit einem dunklen, kollektiven „Familiengeheimnis“: Tausende tapfere Krieger wurden nie zur Ruhe gebettet. In der Sage von Antigone verwehrt der Tyrann durch das Bestattungsverbot dem Staatsfeind den Einzug in das Totenreich. Er verwehrt ihm die ewige Ruhe. Unsere Gesellschaft und die Politik tun es ihm gleich. Der deutsche General a.D. Günzel sprach vom geistigen Tod durch Denkverbote. Der „Verwesungsgeruch“ im Land ist bereits spürbar.

 Anders als die Mächtigen und die von ihr manipulierte politisch korrekte Gesellschaft handelt Antigone hingegen nach dem göttlichen Gesetz, dem ungeschriebenen Gottgebot, eingeschrieben in der tiefsten Kammer ihres Herzens. Sie hört auf ihre innere Stimme und widersetzt sich dem Bestattungsverbot des Tyrannen. Sie ist autonom, sich selbst das Gesetz gebend. Sie bestattet den Staatsfeind, ihren Bruder, beweint und beklagt ihn.

Die postmoderne Gesellschaft hat die Haltung des  Beschweigens von Vergehen gegen die Menschenwürde inzwischen verinnerlicht. Es herrscht schier Grabesruhe, der Mantel des Schweigens wie eine Decke, die jedes Leben erstickt, unser Volk durch Kriegslügen erdrückt, durch Tabus nahezu stranguliert. Karl Heinz Weißmann vom Institut für Staatspolitik spricht davon, dass die vielen Tabus inzwischen existenzgefährdend für unsere Gesellschaft geworden sind. Wir sollten  Totenklage halten über die vielen Verluste, toben über die entsetzliche Gewalt, mit der wir überrollt wurden zur Strafe, ja zur Strafe für deutsche Auflehnung gegen  Weltfinanz und US- Imperialismus und die Nicht- Bereitschaft, Dauerdemütigung hinzunehmen.

So stellt sich dem Deutschen, dem Österreicher, die heilende Gralsfrage: „ Was fehlt dir?“ Wir haben mit der kollektiven Trauerarbeit ja noch nicht einmal begonnen. Wir leiden an einer nicht- heilenden Wunde. Die Wunde des Gralskönigs konnte nur durch den mitfühlenden Parzival geheilt werden. Betrachten wir in der Erinnerung mitfühlend die Opfer unserer tapferen Soldaten: Wie mag es ihnen in Stalingrad oder in den Gefangenenlagern ergangen sein? Welche Torturen, welche unvorstellbare seelische Qualen litten sie, die viel heftiger sind als die des Körpers. Aber trauern wie nicht in Form von Massenveranstaltungen, wie beim Tod Lady Dianas.

Eine heilsame Trauer bedeutet, zu verstehen, was da den Soldaten geschehen ist. Dann verstehen wir auch, was mit uns passiert ist bzw. noch passiert. Wir sollten uns der schrecklichen Wahrheit stellen, dass das edle  deutsche Volk mit diesem Schiller´schen Geist nicht mehr ist. Es ist tot. Es wurde getötet. Wir müssen uns dieser „Leichenschau“ stellen.

In den Mythen geht der Held oft ins Totenreich hinab. Unsere einzige Chance, als Volk wieder aufzuerstehen, ist dieses „Sich-Hinbegeben“ zu den Toten des Zweiten .Weltkriegs in Gedanken wahrhaftiger Trauer. Unsere Heilmittel sind Wahrheit und nicht „political correctness“, es braucht Wut, Trauer und Tränen, denn unser Problem ist nicht der Islam, sondern die Unterdrückung der Trauer und der Wahrheit.  Der Philosoph Hegel meinte: „Aus der Konfrontation mit dem Tod, diesem absolut Negativem, entsteht das Neue, das Denken, das Leben des Geistes.“

Antigone sollen wir sein, kollektiv uns bekennen zu den deutschen Weltkrieg II-Soldaten. Das öffentliche  Bekenntnis zur Ehrung der Wehrmacht wird  mit der Befreiung von der Kollektivschuld einhergehen. Dann wird auch der anhaltende  psychische Vernichtungskrieg enden, da wir unsere Wehrkraft zurückerlangen. Denn der fortgesetzte Krieg in Form seelischer Drangsalierung (über Behörden),  durch den Verlust abendländische Rechtskultur, ist seit Kriegsende nicht zu Ende. Tausende wurden seit 1945 in Verzweiflung, Krankheit und Tod getrieben. Das Konzept bricht zusammen, wenn der Zusammenhang zwischen Tod und Drangsalierung hergestellt  und das Schweigen gebrochen wird.

Es gibt nur eine einzige Kollektivschuld heute: Politiker wiederzuwählen, die Volk und Seele nicht guttun, und schuldig zu werden an unseren Soldaten, an unseren Ahnen, die im Zweiten. Weltkrieg in überwiegender Anzahl ritterlich kämpften. Lasst uns mit Antigone, der Königstochter, rufen: „An ihnen wollt ich nicht, weil Menschenstolz mich schreckte, schuldig werden vor den Göttern.“ Der Mut zur Wahrheit wird es sein, als einzige Chance, unsere Seele zurückzugewinnen.

* Pädagogin. Name aus beruflichen Gründen geändert.

Zum Thema

Alliierte Kriegsverbrechen  https://youtu.be/zn1StAEhyug                                    Rheinwiesenlager https://youtu.be/IoG33t4lqXs                                                                      Deutsche Kriegsgefangene https://youtu.be/-asNbYJGhTo                                                 General Günzel https://youtu.be/GkF3CQlufZU

 

 

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Wunderwuzzi-Politik: Veränderung heißt Transformation

Politique de miracles: changement signifie transformation

Politics of miracles:: change means transformation

 

Veränderung ist das neue alte Zauberwort. Dahinter steckt etwas. Und zwar versucht man, uns wundersame Wege zu einer der Mehrheit noch weitgehend nur in Ansätzen erkennbaren gesellschaftspolitischen und demographischen Veränderung zu führen.  Doch während die Schlange ihre alte Haut wenigstens abstreift, unterdessen die neue darunter bereits fertig ist, wird in der aktuellen Politik die neue Haut einfach über die alte gezogen.

Es  wird, sagen wir es einmal so, kein Phönix aus der  Asche hervorgebrochen sein, mit dem wir  jetzt  nicht enden wollend himmelwärts fliegen werden. Dennoch erwartet man von uns, wir mögen doch, bitte schön, für die neuen Wunderwuzzis („Wonderboys“) Geduld  und Hoffnung aufbringen, sie versuchen lassen, was aus global bestaunten Gehaltskaisern noch alles werden könne. Was, ja was denn? Ich ahne es schon. Nein, neidisch bin ich keineswegs, was ja meine kleine Pension vermuten ließe.

Aus gutem Grund  hat mich, ehrlich gesagt, das Endergebnis der Wahlen in Österreich weniger interessiert als die zum gleichen Zeitpunkt veröffentlichten Lottozahlen. Man hat so sein Déjà vu schon im Vorhinein. So  gilt für  die an der Nase geführten Wähler auch  wieder das alte: Iss und fülle Deinen Bauch. Und störe uns nicht.

Alles Reden und aller Ruf  während des Wahlkampfes werden schneller als gedacht  töricht und unwahr erscheinen, und das werte Publikum als Dummkopf, der  nach vorheriger unbilliger Anbetung  bald  ebenso unbilliger Vergessenheit anheimfallen wird. Allen bald vermehrt geschorenen „Schafe“ sei gesagt, ein besseres Politikergeschlecht ist es sicher nicht, das ihr da gewählt habt. Das „Ihr werdet Euch noch wundern…“ des Norbert Hofer ist hier, etwas verspätet zwar, wohl angebracht.

Meine Skepsis mag viele verstören, sie gründet aber auf etwas Erfahrung und Menschenkenntnis und, wie ich glaube, auch auf realistischer Einschätzung der derzeitigen Machtverhältnisse in dieser EU und der  politischen Gestaltungsräume innerhalb derselben. Ich irre mich bestimmt nicht wesentlich, wenn ich annehme, dass der gordische Knoten der Politik im, wie ich es nenne, goldenen Dreieck Brüssel-Washington-Tel Aviv, zu finden ist. Dahin pilgern die auserwählten Politiker, sobald sie in ein verantwortungsvolles Amt gewählt, eigentlich „getragen“  wurden.

Innerhalb des erwähnten Macht-Dreiecks  und in den von ihm kontrollierten  internationalen Gremien  bekommen unsere Spitzenpolitiker die Antwort darauf, wie es weitergehen soll, wie weit nach vorne sie sich bewegen dürfen, wo ihre Grenzen sind.  Zuhause dürfen  sie den großen Macher zumindest spielen. In dieser Hinsicht erinnert mich das forsche Auftreten des Herrn Kurz an Äsops Fliege, die auf dem Wagenrad saß und rief: Was für einen Staub wirbele ich auf! Und ein wenig erinnert mich seine unmittelbare Umgebung an Haiders Buberl-Partie.

Daher ist es, außer für die Akteure,  für unser Überleben als Volk oder als Europäer  nicht wirklich maßgeblich, wer nun mit wem eine Regierung bildet. Die Zielvorgaben bleiben für alle gleich: An einem neoliberalen, zentralistisch geführten  „Diversity“-Europa scheint, trotz  vereinzelt echtem oder schon eher mehrheitlich vorgetäuschtem Politiker-Widerstand, kein Weg vorbei zu führen. Daher sind Ähnlichkeiten mit Macrons Inszenierungs-Politik und Politikstil gewiss nicht rein zufällig  auch in Türkis zu erkennen.

Was aber in Frankreich von dem im Vergleich zum österreichischen Angebot intellektuell anscheinend besser ausgestatteten französischen Präsidenten bereits weiter getrieben wird, braucht im behäbigen Österreich gewiss noch etwas länger. Aber irgendwann kommen auch wir dahin, wohin die Wegmarken des neoliberalen Ex-Sozi Macron oder der  für das deutsche Volk verhängnisvollen Frau Merkel weisen.

So verriet Anfang September dieses Jahres, nachdem bereits Sarkozy  schon einmal so tönte, Macrons Pressesprecher in einem Interview wie und wo es lang gehen soll: „Ja, Frankreich wird sich verändern, wie es sich immer verändert hat. Ja, die Franzosen mit muslimischer Kultur werden dableiben, nicht abreisen, und werden niemals deportiert werden. Ja, die Kulturen werden sich mischen, wie sie es immer seit der Antike gemacht haben…Ja, es wird vor dem Jahrhundertende einen Präsidenten geben, dessen Vorname Mohammed oder Ahmend oder Norredine sein wird. Das ist eine großartige Perspektive, authentisch französisch.

Für EU-treue Politiker scheinen Menschen und Kulturen nichts anderes als Verschieb- und Knetmassen zu sein, denen man jede Lüge, ob menschengemachter Klimawandel oder  deutsche WKII-Alleinschuld, auftischen und jedes Opfer abverlangen kann. Der  gar nicht so neuen Macron-Sicht hat man sich auch im deutschen politischen „Establishment“ längst angenähert, so dass  man in Berlin im Falle der  ethnisch Deutschen von „Beheimateten“ spricht oder, wie Merkel, von denen, „die schon länger hier sind“. Verachtenswerter kann man von seinem eigenen Volk kaum sprechen, stärker dessen Rechte nicht missachten.

Auch eine österreichische Regierung, wie immer die aussehen, was immer sie jetzt noch daherreden mag, wird ohne  EU-Austritt dem Verhängnis früher oder später mit Hilfe der Instrumente Tarnung und Täuschung scheibchenweise folgen müssen. Wobei man sich etwas leichter tun wird, da man die  Mehrheitsbevölkerung der Deutschösterreicher ohnehin politisch längst kalt gestellt hat. Was selbst von deren angeblichen politischen Vertretern in beschämenden Rückzugsgefechten hingenommen wird.

Verständlich, denn, so wollen es ihre neuen Götter: Transformation, also Wechsel der  Staats-  und gesellschaftspolitischen Grundordnung bei sich rapide änderndem Bevölkerungsprofil, soll diese Europäische Union noch in diesem Jahrhundert entscheidend prägen und verändern. Der Sänger Peter Cornelius hat als einer der wenigen bekannten Künstler  die Gefahr erkannt als er in einem „Krone“ -Gespräch meinte: „Wir müssen irgendwann einsehen, dass unsere Kultur, Identität und von mir aus auch unsere Traditionen irgendwann aus dieser europäischen Welt verschwinden sollen, als hätte es das nie gegeben. Der Fahrplan für alles, was jetzt passiert, steht.“

Und auch die  noch junge Alternative für Deutschland (AfD) hat gewiss die selbe Gefahr vor Augen, hoffen wir, dass sie ein klares deutsches Ideal, die innere Wahrheit, verkörpern wird  können und mit Mut und Klugheit die richtige Strategie  gegen die Feinde der Sache des Volkes  findet.  Geht es doch bei dieser  Transformation – offensichtlich im Auftrag der Weltfinanz und vermutlich auch der Hochgradfreimaurerei –  darum,  nationale und  souveräne Politik für immer auszuschließen oder zumindest dauerhaft zu fesseln, was mit einem geistig und moralisch entwaffneten und durchmischten Volk natürlich eher gelingen sollte. Die globalen Planer sollten die Rechnung aber  nicht ganz ohne den Wirt machen.

Doch sind es nicht die  großen etablierten Parteien, die  diese Wirtsrolle stellvertretend konsequent genug einnehmen könnten. Aus meiner Sicht wäre nur  eine ideologisch gefestigte, der Wahrheit verpflichtete und eine hohe sittliche Gesinnung lebende neue politische Elite dazu in der Lage. National gesinnte Vorbilder, die  sich nicht scheuen würden, Härten und Opfer auf sich zu nehmen und die mutig und klug genug wären,  gegen das Zerstörerische einer globalen Oligarchie und gegen apokalyptische Visionen von Endzeitsekten sowie den Wahnsinn dieser Tage nachhaltigen Widerstand zu leisten und eine Trendumkehr zu schaffen.

Eine persönliche Anmerkung:  Wegen meiner kritischen Einstellung wurde ich gelegentlich selbst kritisiert. Wo es berechtigt war, habe  ich es mit gebührender Aufmerksamkeit, auch Dank,  zur Kenntnis genommen. Jedoch Kritikunfähige aus dem Umfeld einer Parteispitze versuchten und versuchen  erst gar nicht in einen kritischen Dialog mit mir einzutreten, sondern trachten  seit Jahren aus ursprünglich nichtigem Anlass mir mit Interventionen bei Dritten und auch schon einer argen Verleumdung zu schaden. Nicht zuletzt kam es auch schon einmal zu einer versteckten Drohung. So viel, aus aktuellem Anlass, zur Fairness einer österreichischen Partei.

Anhang

„Wonderboy“ https://youtu.be/mJobIGfqCfk

Peter Pilz im Parlament über Kurz https://youtu.be/_O0hR-bXbKs

NRW-Wahlbetrug https://youtu.be/ahRKrKQCvu0

AfD-Meuthen teilt aus https://www.youtube.com/watch?v=dtz95CyxDzg

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Serbien: Der Krieg, der nicht zu Ende geht

Serbie: La guerre qui ne finit pas

Serbia: The war that does not end

 

Serbien und die Nachwirkungen des Uranwaffen-Einsatzes der US-NATO 1999

Gastbeitrag von Rudolf Hänsel*

Mehr als eineinhalb Jahrzehnte nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der US-NATO gegen Jugoslawien unter Einsatz hochgiftiger und radioaktiver Uran-Geschosse wird das ungeheure Ausmaß dieses Kriegsverbrechens deutlich: In Serbien haben die aggressiven Krebserkrankungen unter Jung und Alt ein epidemisches Ausmaß angenommen. Das Leid der Menschen schreit zum Himmel. Besonders betroffen ist der Süden Serbiens und Kosovo. Nach Angaben des serbischen Gesundheitsministeriums erkrankt jeden Tag ein Kind an Krebs. Das gesamte Land ist verseucht.

Durch die Schädigung des Erbgutes (DNA) werden Generation um Generation missgebildete Kinder zur Welt kommen. Wissentlich und willentlich wurde ein Völkermord begangen. Bis vor kurzem hat die Politik unter Mithilfe der Medien den verunsicherten Bürgern auf Druck der Verursacher des Genozids die Wahrheit vorenthalten. Mutigen und verantwortungsbewussten Ärzten, Ex-Militärs, Ex-Politikern und Wissenschaftlern ist es nun gelungen, diese Mauer des Schweigens zu durchbrechen – zum Wohle des serbischen Volkes und der vielen anderen Völker dieser Welt, die ihr Schicksal teilen.

Uranwaffen sind Massenvernichtungswaffen

Als die USA in Vietnam das Entlaubungsmittel „Agent Orange“ und Napalm einsetzten, war die Welt entsetzt. Das war nicht mehr Krieg, das war Schlächterei an der Zivilbevölkerung und nachhaltige Zerstörung der Natur. 50 Jahre danach kommt dort Generation um Generation schwerbehindert zur Welt – zum Sterben geboren. Doch die Waffenindustrie, auch die Atomwaffenindustrie, hat seit Vietnam ihr Geschäft zügig weiterentwickelt. Alle Kriege sind nach den Rechtsnormen des Nürnberger Tribunals illegale Angriffskriege und sie werden immer mörderischer, hinterhältiger, flächendeckender, genozidaler. So auch der erste Krieg der US-NATO auf europäischem Boden gegen Jugoslawien 1999.

Hier setzte die US-Armee unter stillschweigender Duldung der NATO-Verbündeten  – darunter auch Deutschland – eine Massenvernichtungswaffe ein, die sie im 2. Golfkrieg 1991 und in Bosnien-Herzegowina 1994/95 bereits erprobt hat: hochgiftige und radioaktive Uranwaffen. Die NATO selbst hat zugegeben, dass sie 30.000 Geschosse mit abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU) abgefeuert hat, das Militär Serbiens spricht von 50.000. Das entspricht 10 bis 15 Tonnen Uran.

Da bereits umfangreiche wissenschaftliche Literatur und Filmmaterial („Deadly Dust“) zu diesem Kriegsverbrechen in deutscher, englischer und serbischer Sprache zur Verfügung stehen (1), hier nur einige Anmerkungen. Wegen des langen Abbauprozesses der Radioaktivität und Toxizität werden Abfälle der Uran- und Atomindustrie – vorwiegend DU des Isotops 238 – für einen sehr langen Zeitraum in gesicherten Deponien gelagert. Zur Verringerung des hohen Kostenaufwands wird DU daher gerne kostenfrei an Interessenten wie das Militär abgegeben. DU besitzt Charakteristika, die vor allem für die Rüstungsindustrie sehr attraktiv sind:

Die nach einer deutschen Technologie entwickelten DU-Geschosse (Siegwart-Horst Günther) haben wegen der hohen Dichte des metallischen Urans (1,7 mal größer als die von Blei) eine hohe Durchschlagskraft und sind besonders zum Brechen von Stahlpanzerungen und unterirdischen Beton-Bunkern geeignet. DU ist zudem brennbares Material, das sich beim Durchschlagen einer Panzerplatte von selbst entzündet und bei 3000 Grad Celsius zu Uranoxidstaub verbrennt und dabei hochtoxische und radioaktive Stoffe (Uranoxid) freisetzt. Dieses Uranoxid-Aerosol mit Partikelgrößen im Nanobereich gelangt über die Atemluft, das Wasser und langfristig auch über die Nahrungskette in den menschlichen Körper.

In der Lunge werden die DU-Staubteilchen auch an die roten und weißen Blutzellen angelagert und gelangen so in alle Organe des Körpers, auch ins Gehirn, in die Niere und in die Hoden, so dass in vielen Organen Krebs entsteht und die Erbsubstanz (DNA) irreversibel geschädigt wird. Die starke Karzinogenität des DU ist darauf zurückzuführen, dass die Chemo- und die Radiotoxizität synergetisch wirken. (2) Über die Placenta kann das DU auch ein ungeborenes Kind erreichen und ihm schweren Schaden zufügen. Mögliche Langzeitschäden sind genetische Defekte bei Säuglingen, Kinderleukämien, Krebserkrankungen und Nierenschädigungen. Da die Uranoxid-Partikel durch die Verbrennungshitze die Eigenschaft von Keramik angenommen haben, sind sie wasserunlöslich, sitzen in dieser Form im Körper fest und können über Jahre ihre radioaktive Wirkung entfalten.

Krieg mit Uranwaffen ist wissentlich und willentlich herbeigeführter Völkermord

Für den Biochemiker Albrecht Schott ist DU ein Beispiel für Eingriffe in die Schöpfung, die diese existentiell gefährden und keine Waffe gegen Staaten, sondern eine Waffe gegen den Planeten. (3) Der bekannte deutsche Journalist und Filmemacher Frieder Wagner („Todesstaub“/„Deadly Dust“) bezeichnet Uranwaffen als „Ausrottungswaffe“ und die Opfer dieser mörderischen Waffen als „die Toten des stillen Sterbens“. (4)  Uranwaffen sind die „perfekte Waffe“, um massenhaft Menschen umzubringen, das heißt: einen Völkermord zu begehen. Seit der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung  des Völkermordes von 1948 ist der Genozid ein Straftatbestand im Völkerstrafrecht, der nicht verjährt. Gekennzeichnet ist er durch die spezielle Absicht, auf direkte oder indirekte Weise eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören. Deshalb wird der Völkermord auch als „einzigartiges Verbrechen“, als „Verbrechen der Verbrechen“ (engl. „crime of crimes“) oder als „schlimmstes Verbrechen im Völkerstrafrecht“ bezeichnet. (5)

Die australische Ärztin, Atomwaffenspezialistin und Friedensaktivistin Helen Caldicott schreibt in ihrem Buch „Atomgefahr USA“: „Es ist klar, dass das Pentagon schon lange vor der Operation Wüstensturm (2. Golfkrieg 1991, d. Verf.) um die gesundheitlichen Risiken wusste, die von uranhaltiger Munition ausgehen. In zahlreichen Militärberichten wird eingeräumt, dass Uran-238 Nierenschäden, Lungen- und Knochenkrebs, (nicht bösartige) Erkrankungen der Lunge, Hauterkrankungen, neurokognitive Störungen, Chromosomenschäden und Geburtsfehler verursachen kann.“ (6) Aus diesem Grund sind Kriege unter Einsatz hochgiftiger und radioaktiver Uranwaffen sowohl Kriegsverbrechen als auch wissentlich und willentlich herbeigeführter Völkermord – auch der Krieg gegen Jugoslawien 1999.

Gemäß der UN-Konvention gegen Völkermord verpflichten sich die Vertragsparteien, Völkermord bzw. die Personen, die Völkermord begehen, gleichviel ob sie regierende Personen, öffentliche Beamte oder private Einzelpersonen sind, zu betrafen. Ein großes Team, bestehend aus Anwälten und Wissenschaftlern aus Serbien, Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, China, England und der Türkei verklagt die NATO deshalb, während des Krieges 1999 gegen Jugoslawien Bomben mit abgereichertem Uran abgeworfen zu haben. Diese Klage wird auch den Völkern helfen, die das Schicksal Serbiens teilen. (7)

Aggressive Krebserkrankungen in Serbien erreichen epidemisches Ausmaß

Die Bombardierung Serbiens dauerte 78 Tage. 1031 Soldaten wurden getötet, 5173 Soldaten und Polizisten verwundet, 2500 Zivilisten umgebracht – darunter 78 Kinder – und über 6000 Zivilisten verwundet. Neben den Projektilen mit DU, die zudem Spuren des hochgiftigen Plutoniums aufwiesen, sind auch andere explosive Kombinationen und Raketenkraftstoffe mit bestimmten chemischen Verbindungen verwendet worden, die bei Explosionen sehr giftig wirken und Krebserkrankungen bewirken. Die Rate dieser Krebserkrankungen wuchs von Jahr zu Jahr. Auch stieg die Zahl der Neugeborenen mit Missbildungen und die Anzahl aggressiver Leukämieerkrankungen bei Kindern. (8)

Vor über einem Jahr wurden Schätzungen des serbischen Verbands zur Krebsbekämpfung bekannt: Studien hätten gezeigt, dass der Einsatz der Uranwaffen zwischen 2001 und 2010 zu 15.000 Krebserkrankungen und 10.000 Toten geführt habe, so der Verbandsleiter und Onkologe Prof. Slobodan Cikaric. Insgesamt habe es in diesem Zeitraum 330.000 Krebserkrankungen in Serbien gegeben. Die Todesrate habe seit 1999 jährlich um 2,5 Prozent zugenommen. (9)

Bereits 2013 äußerte Prof. Cikaric in der Zeitung „Blic“, dass Serbien 14 Jahre nach der Bombardierung mit DU eine Explosion von Krebserkrankungen aller Art erwarte. (10) Er sollte Recht behalten. Übermittelt sind Zusammenbrüche des Immunsystems mit ansteigenden Infektionskrankheiten, schwere Funktionsstörungen von Nieren und Leber, aggressive Leukämien und andere Krebserkrankungen (auch Mehrfachkrebs), Störungen im Knochenmark, genetische Defekte und Missbildungen sowie Aborte und Frühgeburten bei Schwangeren wie nach der Tschernobyl-Katastrophe. Liest man heute eine serbische Zeitung oder geht über einen serbischen Friedhof, dann fällt einem in den seitenlangen Todesanzeigen oder den Grabinschriften die kurze Lebenszeit vieler Verstorbener ins Auge. Es müsste jeweils heißen: „Gestorben an den Folgen von DU-Vergiftung und -Verstrahlung.“

Viele Bürger Serbiens wurden aufgrund jahrelangen Mitleidens mit kranken Angehörigen und wegen des ängstlichen Abwartens, ob und wann auch sie evtl. von einer der schrecklichen und meist tödlich verlaufenden Krankheiten eingeholt werden, psychisch stark belastet. Auch wenn die meisten von ihnen die Ursache der schweren Erkrankungen erahnten, blieb trotzdem eine große Verunsicherung, die anhaltende Stressgefühle auslöste. Von politischer Seite hat man sowohl in Serbien wie auch in den anderen mit DU verseuchten Ländern im Nahen und Mittleren Osten und in den NATO-Ländern selbst die Bevölkerung bewusst nicht aufgeklärt. Man wollte sich u.a. Regressforderungen entziehen und das mörderische Handwerk ungestört weiterführen. Stress, Ängste wie auch Depressionen schwächen das bereits belastete Immunsystem zusätzlich und führen zu einer höheren Infektionsanfälligkeit. Das zeigen Forschungsergebnisse des interdisziplinären Forschungsgebiets der Psycho-Neuro-Immunologie (PNI). (11)

Volk hat Recht auf Wahrheit

Um das eigene Leben und das der Familie befriedigend gestalten und Vorsorge für die Zukunft treffen oder als Ehepaar entscheiden zu können, ob man Kinder in die Welt setzen will oder nicht, dafür muss jeder Bürger die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Gegebenheiten in seinem Land realistisch einschätzen können. Das kann er aber nicht, wenn ihm die Wahrheit über Vorkommnisse vorenthalten werden, die sein Leben stark beeinträchtigen können. Deshalb ist es eine moralische Verpflichtung all derer, die sich mit dem Problem der Verseuchung des Landes auseinandergesetzt haben – Ärzte, Wissenschaftler, Journalisten, von Kontamination betroffene Militärs und Zivilisten –, die Mitbürger aufzuklären und ihnen beizustehen.

Hinzu kommt, dass die Identität eines Volkes auf dem Recht der Bürger auf Wahrheit und das Wissen um ihre Geschichte gründet. Historiker und Vertreter weiterer Wissenschaften haben dazu einen wichtigen Beitrag zu leisten. Die Auseinandersetzung darf aber nicht ihnen allein überlassen werden. Die Suche nach der Wahrheit und die Aufklärung des Volkes ist auch eine politische Aufgabe, die von politischen Verantwortungsträgern zu lösen ist und unter keinen Umständen von ihnen unterbunden werden darf. Regierung und Parlament haben sich zu positionieren. Wie können Bürger einer Regierung oder Volksvertretung vertrauen, die ihnen die Wahrheit über ein Problem vorenthalten, das sie alle existentiell betrifft.

Fußnoten:

(1) Jovanovic, V., Petkovic, S., Cikaric, S. (2012). CRIME IN WAR – GENOCIDE IN PEACE. The consequences of NATO bombing of Serbia in 1999, Sluzbeni glasnik Beograd; Caldicott, H. (2003). Atomgefahr USA. Kreuzlingen/München;  Wagner, F. (2007). „Deadly Dust – Todesstaub “, https://www.youtube.com/watsch?v=GTRaf23TCUi sowie Artikel in NRhZ online und „Geopolitika“, Mai 2014; Bertell, R. (2013). Radioaktivität und die Auslöschung des Lebens – Sind wir die letzten Generationen? NRhZ online Nr. 436 v. 11.12.2013; Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.: ippnw report (2012). Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition. Berlin.
(2) S.a.a.O.
(3) Schott, A. (World Depleted Uranium Centre e.V., WODUC e.V.) (2003). Fluch und Tragödie des Uranmissbrauchs. Berlin.
(4) Wagner, F. (2010). Uranbomben – Die verheimlichte Massenvernichtungswaffe. Berlin.
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord.
(6) Caldicott, H. (2003). Atomkrieg am Golf und im Kosovo, in: Atomgefahr USA. Kreuzlingen/München, S. 260.
(7) S. Leukefeld, K. (2015). Uranwaffen gegen IS?  http://www.jungewelt.de/2015/03-03-/053.php.
(8) Mirjana Andjelkovic Lukic (2012). Serbien – gestern und heute, in: „Zeit-Fragen“. Zürich.
(9) http://derstandard.at/2000033576195/Serbischer-Verband-10-000-Krebstote-durch-NATO-Bomben-im-Jahr-1999.
(10) „Cikaric: Iduce godine ocekujemo ‚eksploziju’ malignih oboljenja“, in: „Blic“ online v. 13.12.2013. Belgrad.
(11) https://de.wikipedia.org/wiki/Psychoneuroimmunologie.

*Dr. Rudolf Hänsel ist Erziehungswissenschaftler und Diplom-Psychologe.  Erreichbar unter www.psychologische-menschenkenntnis.de.

Anmerkung zu einem anderen Thema: Da das Endergebnis der österreichischen Nationalratswahlen erst in einigen Tagen vorliegen wird, folgt meine Wahlnachlese dementsprechend später.

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Österreich: Basti, Bumsti und eine „Prinzessin“ möchten Kanzler werden

 

Autriche: Basti, Bumsti et une „princesse“ veulent devenir Chancelier

Austria: Basti, Bumsti and a „princess“ want to become chancellor

 

Zunächst eine Berichtigung: In meinem Beitrag vom 17. September („Wenn Wahlen etwas ändern würden…) hatte  ich eine Bemerkung von Georg Büchner  („…dass das Volk den Karren zieht, auf dem die Politiker ihr Theater spielen) irrtümlich Gottfried August Bürger zugeschrieben. Darauf machte mich eine liebe Blog-Besucherin aufmerksam. Das Zitat selbst bleibt aktuell so wie es ist und es eignet sich als Einstieg auch für diesen Beitrag.

Es gibt ohne Zweifel  interessantere Persönlichkeiten als sich gegenseitig beflegelnde Politiker, und es gab schon einmal größere Parteien, groß im Sinne von Tiefe und Wahrhaftigkeit. Parteien, die zugleich ein Ideal verkörperten, Politiker, die nicht bloß auf alltägliche Weise zu denken vermochten, sondern auch zu wissen und zu glauben. Sie lebten eine klare Anschauung, ohne dem großen Jahrmarkt des Lebens, den „Events“ und „Locations“ ein allzu großes Augenmerk zu schenken. Man hätte keine Bedenken gehabt, von ihnen einen Gebrauchtwagen zu kaufen.

Es war ja auch noch nicht die Zeit neoliberaler „Sonnyboys“, aber ich kann immerhin verstehen, wenn Illusionsbedürftige selbst in solchen Typen den Erlöser zu erblicken glauben. Diese Gläubigen ähneln Reisenden, die glauben, den  Führer des  Zuges in dem sie sitzen überreden zu können, denselben in eine andere Richtung zu lenken. Rührend diese naive Vorstellung, denn der Zug in dem wir alle derzeit sitzen hat Zweck und Ziel an denen nicht gerüttelt werden darf. Da gäbe es ja eigentlich nur eines: Notbremse ziehen und noch rechtzeitig aussteigen. Auch gegen den Willen eines fröhlich schlemmenden, dampfplaudernden  Zugpersonals.

Vergegenwärtigt man sich das heutige Politik-Treiben in seinem vollen Umfang, dann kann doch um Himmels Willen nicht ignoriert werden, dass  mehr Spitzenpolitiker als erwünscht oberflächlich und im Gegensatz zu früheren Werten und Gepflogenheiten  leben. Wie kann man von denselben Rettung erhoffen? In Wirklichkeit hat doch längst, ganz im Sinne des US-„Show-business“, der  Star in der Rolle des in verantwortungsethischer Hinsicht  Bedürftigen die politische Arena betreten. Folglich durften wir uns bisher das Stück „Österreich wählt sein nächstes Polit-Topmodel“ bis zum Erbrechen anschauen. Und wählen dann ganz nebenbei die Partei des jeweiligen Favoriten und merken dann, dass sich nichts ändert.

Zur Kanzlerwahl werden uns Österreichern nun drei aussichtsreiche Polit-Models mit unterschiedlichem Hang zur Selbstliebe angeboten, zumindest in zwei Fällen handelt es sich um ideologische Flachwurzler. Wir haben es, genauer gesagt,  mit einem geschmeidigen Schönredner, dieser ein Studienabbrecher mit Neigungen und Talenten eines Macron zu tun, des weiteren mit einem ehemaligen eher nicht erfolgreichen Kleinunternehmer, jetzt großer „Vordenker“ und „Staatsmann“, und schließlich mit einem rührseligen ehemaligen Bahnmanager mit Hang zum Schuldenmachen. Alle drei sind bereits mit dem dazu nötigen Einheitsdenken ausgestattet worden.

Zumindest parteiintern  bekannt sind dieselben  als Basti (Kurz), Bumsti (Strache) und „Prinzessin“(Kern).  Da das rote Model bis auf weiteres etwas  unpässlich sein wird, könnten  sich die beiden anderen Bewerber das „Match“, zumindest aus heutiger Sicht, wohl unter sich ausmachen. Doch könnte es durchaus auch noch anders kommen als man denkt. Wer immer aber dann den Sieg an seine Stirn heften kann, er wird mit Sicherheit  nicht der  von einigen Blauäugigen erwartete Ausnahmepolitiker sein, der neue Wege weist, besser: weisen darf. Zu eindeutig haben wir es mit den üblichen Stereotypen zu tun, deren Förderer eben ganz andere Ziele anstreben als uns in den Fernsehduellen von den Spitzenkandidaten vorgegaukelt wird.

Ja, wohin geht denn dann die Reise?  Dass in den inflationären politischen TV- „Shows“ bestimmte Fragen tabu blieben, könnte auf die Spur helfen. Entsprechend unberücksichtigt blieben etwa die katastrophale heimische Geburtenrate, deren tiefere Ursachen und Folgen, sowie Lösungsvorschläge dazu. Vermisst wurden eine ausreichende Definition der österreichischen Leitkultur und eine befriedigende Antwort auf das Phänomen einer rasant steigenden Armut. Ein von vielen Österreichern geforderter EU-Austritt!* und ein vorläufiger Einwanderungsstop* hätten  ebenso eingehend diskutiert gehört wie zunehmende Natur- und Umweltzerstörungen, totalitäre Ansätze in dieser EU und die Tatsache, dass „der Westen am Abgrund steht“ (Niall Ferguson, Harvard-Historiker). Alles „Peanuts“?

So verstärkt sich von Mal zu Mal mehr der Eindruck, es gehe den Kandidaten  in erster Linie nur  um Mandate und Ministerämter, dazu jeder Untergriff recht ist, vor allem aber auch um Befriedigung von dem Gemeinwohl nicht dienenden Interessen gewisser Lobbys. Dabei wurde allerdings – als Ergebnis eines allgemeinen moralischen Niedergangs  – das  Ringen um die Scheinmacht im Staate durch ausufernde  Schlammschlachten in Folge der Machenschaften eines mutmaßlichen Kriminellen aus dem Nahen Osten getrübt. Zum Schaden der Politik und des öffentlichen Amtes insgesamt.

Da nun eine dem Schlammproduzenten nahestehende Lobby  bei den für Höheres in Frage kommenden Parteien gleichzeitig aus- und einzugehen scheint, könnte man auf Grund der aktuellen Vorkommnisse und früherer Indizien vermuten, es stünden zwei verschiedene Fraktionen derselben Interessensgruppe hinter den „Show“-Kulissen, um ihre strategischen Interessen politischer wie ökonomischer Natur  zum Schaden unseres Landes wahrzunehmen. Derart, dass deren Absichten  und derben bis subtilen Einmischungen den Gang und Ausgang einer Wahl in Österreich beeinflussen oder gar mitbestimmen könnten und es auch werden.

Das ließe allerdings vermuten, ein mit deren Hilfe emporgekommener österreichischer Kanzler oder Minister  hätte  nicht nur Brüssel und Washington sein Ohr zu leihen. Das hieße dann weiter, dass es für  uns Österreicher wohl ziemlich egal wäre, wer das Rennen um den Kanzlerstuhl macht, und damit auch, wem man seine Stimme gibt. Denn in gewisser Weise scheint  in wesentlichen uns zum Nachteil gereichenden Fragen ohnehin bereits eine einzige Einheitspartei auf dem politischen Parkett tätig zu sein. Was viele  Gutgläubige nicht daran hindert, ihrem Credo „Ohne Partei bin ich nichts“, dennoch treu zu bleiben, obwohl diese längst eine andere ist und das Original sich nur mehr in ihrem Kopf befindet.

Dies  alles im Zeichen einer  Zuspitzung der globalen Sicherheitslage und einer immer wahrscheinlicher werdenden größeren währungspolitischen Krise, die immerhin die Bemühungen um eine von welchem Bankenkonsortium auch immer geführte  und kontrollierte Europäische Republik weiter vorantreiben werden. Damit aber will man den Wähler nicht allzu sehr beunruhigen, denn das könnte den Verursachern und Profiteuren der möglicherweise ins Haus stehenden Katastrophen gar nicht recht sein und zudem die Ohnmacht  und Kollaboration der heutigen nicht selten schon an narzisstischen Störungen leidenden  Spitzenpolitiker zu offensichtlich machen.  So hoffen diese verständlicherweise, dass dem Wähler erst irgendwann nach der Wahl die Augen aufgehen, wobei diesem der Schreck gehörig in die  Glieder fahren wird.

Auch wenn es in Wirklichkeit nicht mehr unsere Parteien sind und  auch nicht mehr  unsere Politiker, ihre Seele werden Letztere  ja doch hoffentlich nicht schon ganz der anderen Seite verkauft haben?  Verlassen würde ich mich allerdings darauf nicht, denn  schlimm genug ist die vor Wahlen zwar geschönte und von allen so genannten Volksvertretern  bisher mehr oder weniger hingenommene Lage ja ohnehin schon. Also können wir getrost sagen, wir haben schon in erbaulicheren Zeiten gelebt. Doch nun aber befinden wir uns mitten in einer einzigartigen Zeitenwende, die, um darin zu bestehen,  eben mehr erfordert als telegene Polit-Models mit neoliberalem Unterfutter.

PS. Aller Skepsis zum Trotz hätte eine schwarz-blaue oder blau-schwarze Koalition dennoch auch ihre positive Seite, da die Helden der beiden in Frage kommenden Parteien dann zeigen müßten, was sie nicht können. Womit, auch nach dem Niedergang der Sozialdemokratie, dadurch und durch die Umstände der Weg für etwas ganz Neues frei werden könnte.

*Die nur in Wien kandidierende  EU-Austrittspartei fordert als einzige einen EU-Austritt und einen Einwanderungsstop, die  ja in Brüssel auch aus morgiger Sicht nicht durchsetzbar  wären, so wenig wie eine Direkte Demokratie, was immer auch vor der Wahl versprochen wird. Also käme nur ein baldiger Austritt in Frage, gegen einen solchen aber das allmächtige Establishment im In- wie im Ausland alle fragwürdigen Mittel und alle Tricks und Drohungen einzusetzen weiß. Dieser tolle Verein hat übrigens bereits 240 Milliarden Euro offene Zahlungsverpflichtungen! Tendenz steigend. Und wer kommt dafür einmal auf?

Zum Thema

Dirk Müller spricht Klartext https://youtu.be/HuNiAOtrSAA

Zeitenwende https://youtu.be/1CnFA-6S69A

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