Weltfrieden oder Krieg und Terror, das ist die Frage

La paix mondiale ou la guerre et la terreur, telle est la question

World peace or war and terror, that is the question

 

Washington treibt ein gefährliches Spiel, an sich nichts Neues, aber mit einem „Gambler“ wie Trump an der Spitze ein doppelt gefährliches. Der irre Versuch, Russland einzukreisen und zu isolieren, China ökonomisch in die Knie zu zwingen und gleichzeitig in Venezuela, im Nahen und Mittleren Osten und am Balkan zu zündeln, kann mit einem Fiasko der US-Aussenpolitik oder in einem größeren Krieg enden. Drohungen nun auch gegen Deutschland wegen dessen Kooperationsbereitschaft mit Russland und Bemühungen, die vollständige Kontrolle über den Balkan zu erlangen, sollten uns Europäer wach rütteln.

Die aggressiven Ziele und Interventionen der aufeinanderfolgenden US-Regierungen waren und sind keine Unfälle oder Fehler, sondern ein bewusster und notwendiger Bestandteil der  US-Aussenpolitik, wobei die NATO, wie auch Putin richtig feststellte, ein Instrument derselben ist. Dieselbe NATO, die in Serbien und den angrenzenden Regionen für eine todbringende Hinterlassenschaft verantwortlich ist. Durch den Einsatz Uran abgereicherter NATO-Munition im Krieg gegen Serbien sind die Krebserkrankungen im Land in beängstigender Weise angestiegen.

Von unseren Medien völlig ignoriert wurde die Gedenkveranstaltung zum 20 Jahrestag der NATO-Aggression gegen Jugoslawien (FRJ)  in Belgrad, vom 23.-24. März 2019 bei der Klartexte-Gastautor Rudolf Hänsel pädagogisch-psychologische Anmerkungen zum Kongressthema „Global Peace and Development vs. Wars and Domination” („Weltfrieden und globale Entwicklung versus Kriege und Machtdominanz“). machte, die, auch angesichts ausufernder Gewalt in unserer Gesellschaft, aktueller nicht sein könnten.

 Rudolf Hänsel

 Den Gemeinsinn zur leitenden Idee erheben

Krieg ist ein uraltes Menschheitsübel, die größte Geißel der Menschheit. Dieses Problem der Gewalttätigkeit ist von der Menschheit bisher nicht gelöst worden. Krieg entspricht nicht der Natur des Menschen. Krieg ist heute nicht mehr verantwortbar. Angriffskriege sind Verbrechen: Wegen der zerstörerischen Wirkung der mörderischen Waffensysteme führen sie in der Regel zum Völkermord, zum Genozid. Serbien hat das im Jahr 1999 auf bittere Weise erlebt.

Wir sind auch gegen Machtdominanz. Die Ideologie der Macht, dieser fürchterliche Irrtum des Menschengeschlechts, vergiftet die Atmosphäre unserer Kultur, und die allseitige Infektion durch den Bazillus der Machtgier führt immer wieder zu epidemischen Auswüchsen wie Krieg und Terror, die Millionen von Menschen dahinraffen wie die Pest des Mittelalters. Die Machtgier derer, die innerhalb der Völker als Obrigkeit fungieren und durch ihre soziale Stellung vom Geist der Gewalt durchdrungen sind, führt ständig neu zu kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen die Völker zugunsten ihrer Herren und Ausbeuter verbluten.

Aber wir sind für globalen Frieden und globale Entwicklung. Es stellt sich jedoch die Frage, wie die Menschheit dieses hohe ethisch-moralische Ziel erreichen kann? Die Gründerstaaten der UNESCO – sie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) – zogen aus den Erfahrungen des ZweitenWeltkrieges folgende Lehre: „Ein ausschließlich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Friede kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker der Welt nicht finden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert werden.“

Weiter aus der Präambel der Verfassung der UNESCO: „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“ Das heißt meines Erachtens: Globaler Frieden und globale Entwicklung müssen in den Gedanken und den sittlichen Handlungsprinzipien der Menschen und in der Solidarität, im Zusammengehörigkeitsgefühl, in der Brüderlichkeit, im Gemeinschaftsgefühl der Menschen verankert werden.

Aus der Einsicht um die Zusammengehörigkeit aller, die Menschenantlitz tragen, erwuchsen die Lehren der sittlichen Führer der Menschheit, die Weisheit des Laotse, das Gebot der Nächstenliebe und die unzähligen Formen des gesellschaftlichen Lebens und Verhaltens, in denen der Gemeinsinn zum Ausdruck kommt. Kulturentwicklung besteht im Wesentlichen darin, dass sich die Stimme des Menschheitsgewissens mehr und mehr Gehör verschafft und dass der Geist der Verantwortlichkeit an die Stelle der Gewalttätigkeit tritt.

Für Alfred Adler , den Begründer der Individualpsychologie, besteht die „tiefste Idee aller Kultur“ (…) ,,in der endgültigen Verwerfung des Strebens nach Macht und in der endgültigen Erhebung des Gemeinsinns zur leitenden Idee.“ Das sagte er bereits vor 100 Jahren. Alle unsere Bestrebungen in der Welt und der Wissenschaft sollten das Leitmotiv haben, in Zukunft einen Menschentypus hervorzubringen, für den – wie es Alfred Adler formulierte – Gemeinschaftsgefühl und mitmenschliche Verbundenheit ebenso selbstverständlich sind wie das Atmen, Aufklärung und Erziehung.

Da die Politik in den Köpfen und Herzen der Menschen vorbereitet wird und die Menschen morgen so handeln, wie sie heute denken, braucht es vor allem Aufklärung. Der Sinn der aufklärerischen Bemühungen ist die Reinigung des menschlichen Bewusstseins von individuellen und kollektiven Vorurteilen.

Die Zukunft unserer Kultur wird wesentlich davon abhängen, ob es genügend „Aufklärer“ geben wird, die imstande sein werden, den breiten Volksmassen jene Vorurteile zu nehmen, die der ideologische Hintergrund der Menschheitskatastrophen sind. In der heutigen Zeit, in der die Selbstvernichtung der Menschheit möglich erscheint, bedürfen mehr denn je der „freien Geister“ , die uns lehren, was Wahrheit und was Lüge ist. Die Intellektuellen sollten sich dieser Verantwortung stellen.

Wichtiger noch als die Aufklärung aber ist das Problem der Erziehung. Die tiefenpsychologische Einsicht hat uns deutlich gemacht, welch ungeheure Tragweite die Erziehung hat. Wir wissen heute, dass der Mensch in einem derartigen Maße das Produkt seiner Erziehung ist, dass wir die Hoffnung hegen dürfen, durch bessere, das heißt psychologische Erziehungsmethoden Menschen heranbilden zu können, die gegen die Verstrickungen des Machtwahns gefeit sein werden.

So hat die Pädagogik in Elternhaus und Schule auf das autoritäre Prinzip – das Jahrhunderte lang als fraglos gültige Grundlage des erzieherischen Verhaltens angesehen wurde – und auf Gewaltanwendung zu verzichten. Erzieher haben sich mit wahrem Verständnis dem kindlichen Seelenleben anzupassen, haben die Persönlichkeit des Kindes zu achten und haben sich ihm freundschaftlich zuzuwenden. Eine solche Erziehung wird einen Menschentypus hervorbringen, der keine „Untertanen- Mentalität“ besitzt und darum für die Machthaber in unserer Welt kein gefügiges Werkzeug mehr sein wird.

In der heutigen gewalttätigen Kultur gerät der Weg des Einzelnen jedoch unweigerlich in den Einflussbereich des Macht- und Herrschaftsstrebens. Alle Vorbilder und Ideale, unter denen das Kind unserer Kulturkreise aufwächst, sind vom Machtwillen gefärbt. Der Drang des Menschen nach Selbstvervollkommnung nimmt so unwillkürlich die Leitlinie der Machtgier an: groß sein, mächtig sein wird zum Ziel, das sich der Schwache setzt, um stark zu werden. Das Blendwerk der Gewalt ergreift von der Seele des Einzelnen bereits zu einem Zeitpunkt Besitz, wo er noch weder über bewusste Einsicht, noch über ein ausgebildetes Gerechtigkeitsgefühl verfügt.

Der Abbau der Machtgier und des Gewaltstrebens ist deshalb kein Postulat von Moralpredigern: er ist die schlichte Notwendigkeit des  gemeinschaftlichen Lebens. Man kann die Mahnrufe des menschlichen Gemeinschaftsgefühls wohl unterdrücken; gänzlich ausmerzen kann man sie nie, denn das Geschenk der Evolution besteht im sittlichen Bewusstsein des Einzelnen, in der Einsicht in die Verantwortung aller gegenüber allen.

Unsere Aufgabe für die Zukunft scheint deshalb vor allem die Pflege und Verstärkung der Gemeinschaftsgefühle zu sein . Kein Mittel darf uns zu gering sein, keine Anstrengung zu mühsam, um den Menschen besser in das soziale Gefüge einzuordnen, ihn zu lehren, dass Gewalt und Machtgier nur ins Verhängnis führen können.

Zum Thema

Prof. Dr. Danica Grujicic zur  NATO-Hinterlassenschaft  https://youtu.be/LcJAABtTsjQ

„Bitte lassen Sie die NATO verschwinden“, ist daher der verständliche Wunsch der Neurochirurgin und Vorsitzenden der Serbischen Krebsgesellschaft Dr. Danica Grujicic, die unter anderem weiter ausführt:

 „Was haben sie meinem Land angetan? Wer hat darüber zu  entscheiden, dass ich möglicherweise sterben muss?Der Krieg selbst ist ein Verbrechen, aber weit darüber hinaus werden Boden, Mensch und Natur für Generationen durch den Einsatz von abgereichertem Uran (DU-Munition mit abgereichertem Uran) geschädigt.Dies betrifft nicht nur die serbische Bevölkerung, d. h. die Bürger Serbiens, sondern auch Nachbarländer wie Bulgarien, Griechenland und Rumänien, die NATO-Mitglieder sind.Hinzu kommt, unabhängig von einer Karte der Gefahrenstellen, die Bombardierung der chemischen Industrie,  deren Freisetzung von Toxinen die Umwelt auf Generationen hinaus  schädigt. Wir sprechen hier – wie der senegalesische UN-Berichterstatter Bakari Kante 1999 – von einem Ökozid. Nach 20 Jahren ist die Zeit reif für eine wissenschaftliche Untersuchung der entstandenen Schäden, die nichts mit einer „humanitären Intervention“ zu tun haben.“

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Nachschlag zu Klima- und Innenpolitik

Reflection on climate and domestic policy

Réflexion sur le climat et la politique interieure

 

„Big Oil“ macht Klimapolitik

Die Bilderberger haben nicht nur die Zukunft ihres Kapitalismus, die Migration oder den Brexit auf ihrer Tagesordnung, sie kümmern sich unter anderem auch um den angeblich von Menschen gemachten Klimawandel und vielleicht auch darum, wie die Weltbevölkerung reduziert werden könnte. Letzteres soll ja auch ein Anliegen des Hauses Rockefeller sein, wie überhaupt dieses und andere Häuser so ziemlich überall die Hände im Spiel zu haben scheinen. Besonders die Familie Rockefeller ist ja in der Vergangenheit auch politisch  immer aktiv tätig gewesen. Dazu nun die Klimadebatte einen weiteren Einstieg bietet.

Und so verwundert es nicht, dass, wie ich einem Beitrag von globalresearch.org entnehme, Rockefellers und Freunde auch die Debatte um den Klimawandel kontrollieren wollen, ja, was hinsichtlich ihrer Öl-Industrie-Interessen widersprüchlich anmutet, den „Global Warming-Aktivismus“ sogar unterstützen. Das missbrauchte Mädchen Greta, in deren Nähe sich Promis nicht genug in Szene setzen wollen, könnte also indirekt mächtigere Unterstützer hinter sich haben als gedacht. Zumindest dürfte ihr von „Big Oil“ keine Gefahr drohen, denn dieses denkt schon weiter.

Was manche für einen Scherz halten mögen, andere vor Freude zu Luftsprüngen verleiten müsste, nämlich Rockefellers Klima-Aktivismus, hat eine einfache Erklärung: Milliardäre wie dieser Clan wollen in Zukunft auch bei erneuerbaren Energien die Nase vorne haben, das heißt, ihre Schlagkraft auf dem Energiesektor zumindest beibehalten, selbst wenn dazu die Bekämpfung der (eigenen) Industrie der angeblich ohnehin knapper werdenden fossilen Brennstoffe nötig ist. Angeblich werden von ihnen nicht nur NGOs, sondern auch angehende Journalisten, die sich in diesem Sinne betätigen wollen, gefördert.

Nachdem Rockefeller und Rothschild in einer bestimmten Sparte des Geldgeschäfts gemeinsam tätig sind, dürfte den beiden die zusätzlich von der Atomindustrie befeuerte CO2-Verblendung, die enorme Gewinne verspricht, nicht ungelegen gekommen sein. Und die Verfechter des längst wissenschaftlich widerlegten Treibhauseffekts und der Erderwärmung und ihre jugendlichen Sturmtruppen dürften es  geschafft haben, eine aus Hintergrundsicht „unvermeidbare“ Aufrüstung des atomaren Energiesektors in das öffentliche Bewußtsein zu bringen. Also, wie Greta schon einmal unvorsichtigerweise andeutete: baut mehr AKWs!

* https://youtu.be/eKJB_W-RF7k

Strache auf „Job“-Suche

In letzter Zeit antwortete man auf Strache-Kritik gerne auf diese Weise:  ja, glauben Sie denn, die anderen machen es nicht auch so? Das nenne ich einen Bärendienst am Erneuerungswillen vieler Funktionäre dieser Partei. Inzwischen denkt Strache nach, denkt nach, ob er den „Job“ im EU-Parlament, annehmen soll. An der verlockenden Gage* wird es wohl nicht scheitern. Dennoch, unsittliches und die Demokratie schädigendes Verhalten hin oder her, da stehen noch einige um den Ruf ihrer Partei besorgte Parteifreunde im Wege  Das kann ja noch spannend werden.

Schien doch alles einmal ganz anders: Der Zahntechniker als Staatsmann-Lehrling auf Wolke sieben, inklusive Zuspruch von der Partei-Basis; der angeblich „beste Innenminister aller Zeiten“ hoch zu Ross und sattelfest, zum Ärger seiner Widersacher in Teilbereichen erfolgreich –  was sollte da noch schief gehen? Es ging, gewaltig sogar, und es war absehbar. Ich habe es nicht nur stets geahnt, ich habe es auch immer wieder gesagt und geschrieben. Auch Haiders Ende als FP-Parteichef kam für mich nicht überraschend. Nun also neuerlich ein politisches Waterloo für eine freiheitliche Führungsfigur, wenn auch dem Anschein nach vorerst weniger folgenschwer für die Partei.

Wem nützt es? Den Freiheitlichen jedenfalls nicht, da mag noch soviel „Jetzt erst recht“ in die Abwehrschlacht  geworfen werden. Indessen werden vom Gegner da und dort schon Blendgranaten abgefeuert. Nicht ganz erfolglos, denn der eine oder andere Medienkonsument glaubt ja wirklich schon daran, ein paar besonders Superschlaue hätten da in Eigenregie etwas inszeniert und produziert. Also das ganz sicher nicht. In meinem Beitrag  vom 21. Mai hatte ich mögliche Auftraggeber oder Mitwisser angeführt, dabei aber ganz auf die Partei des Herrn Kurz vergessen, die jetzt von Kickl ins Spiel gebracht wurde.

Wie auch immer, wir sind vorerst auf Spekulationen und die angebliche Unabhängigkeit einer Expertenregierung angewiesen. Als ziemlich sicher darf angenommen werden, dass das ganze ohne „befreundete“ westliche Geheimdienste oder ohne deren Duldung kaum so perfekt und möglicherweise unter Mißachtung österreichischer Gesetze abgelaufen wäre. Ein Kriminalfall von durchaus geostrategischer Bedeutung in weitestem Sinne und wert, aufgeklärt zu werden. Skepsis ist aber diesbezüglich  angebracht.

Als gelernter Österreicher hat man gute Gründe zur Annahme, dass Österreichs Justiz eher Andersdenkende für mehr als zehn Jahre hinter Gitter verbannt als dass sie im Zeichen der laufenden EU-„Stabilität-Kampagne“ an der vollständigen Aufklärung der Ibiza-Affäre interessiert sein könnte. Ist doch eine „Stabile strategische Ordnung“  gerade diesmal auch den Bilderbergern ein besonderes Anliegen. Oder, wie heißt es doch so schön: Ruhe ist jetzt (etwa angesichts der Massenimmigration) die erste Bürger-Pflicht.

*Anmerkung: Geht es jetzt darum, Strache einen „Job“ zu verschaffen, der es ihm ermöglicht, seinen aufwendigen Lebensstil weiter zu bestreiten, dann gäbe es im Notfall sicherlich auch andere Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte ihm die Partei ein Dental-Labor finanzieren, wo er dann seinem erlernten Beruf nachgehen könnte. Oder, wie wäre es, sollte der Partei das Geld fehlen oder nicht reichen, wenn Straches mehr als vierzigtausend „Fans“ opferfreudig tief in ihre Tasche griffen?

*https://youtu.be/4BItIrucUQM

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Ist die Europäische Union nicht ein Feind Europas?

L’Union européenne n’est-elle pas un ennemi de l’Europe?

Is not the European Union an enemy of Europe?

 

Der gute Zeus möge Nachsicht üben, wenn ich an die wundersame Geschichte der Entführung Europas durch ihn nicht recht glaube. Aber der Mythos von diesem Gott, der so beeindruckend den Anfang der europäischen Geschichte darstellt,  könnte bereits der Anfang vom Ende derselben gewesen sein. Denn endet der jahrtausende alte Weg Europas von den Küsten des Nahen Ostens nach Westen nicht zwangsläufig und ausschließlich jetzt in einem lebensfeindlichen von Technokraten geführten Bürokratiemonster in Brüssel? So hätten sich die Bauherrn des Parthenon die Fortsetzung eines großen Beginnens gewiss nicht vorgestellt.

Und schon dürfen wir uns fragen: folgt jetzt auf den vermutlichen Raubzug der alten Griechen an die Küste Syriens, der unter anderem mit der Gefangennahme König Agenors Tochter Europa abgeschlossen worden sein soll, die „Heimholung“ der phönizischen Schönheit durch orientalische und vermehrt afrikanische Völker? Eingebettet in ein Ringen um eine Landmasse, bei dem es sich nicht bloß um Revanchegelüste einer Seite , sondern eben schon um eine durch erlahmende europäische Widerstandskraft angefachte Eroberungslust handelt. Befindet sich daher dieses einst großartige Abendland nicht bereits in einem Überlebenskampf?

Wenn dem so ist wie es scheint, haben dann die Europäer dies überhaupt schon vollends begriffen? Nicht nur das übliche Politiker-Geschwätz, auch die eine oder andere persönliche Meinung eines Zeitgenossen lässt daran zweifeln. So meinte eine deutsche Zeitgenossin, von Beruf Schauspielerin, sie und ihr Mann verzichteten auf Kinder, Tiere und ähnliche Belastungen um frei zu sein, tun und lassen zu können, was man gerade wolle. Drastischer kann sich  die Störung der psychischen und geistigen Gesundheit wie  auch die Verantwortungslosigkeit  vieler  Mitbürger kaum offenbaren.

Es geht in dieser Hinsicht noch anders:  Das Scheinparlament der Europäischen Union ließ im Zeichen eines beängstigenden Geburtendefizits und einströmender fremder Massen das Bildnis einer afrikanischen Familie am Parlamentsgebäude mit dem vielsagenden Text „Wähle deine Zukunft“ anbringen. Eine schwarze in jeder Hinsicht, besonders aber in dieser: Chaotische Multikultur statt funktionierendem Sozialstaat.  Da hätte man angesichts der von Brüssel  eingeleiteten allgemeinen Entwicklung genausogut die weiße Flagge der Kapitulation heraus hängen können.

Das sollte aber niemand verwundern, hat doch diese Union bereits auf fast allen Gebieten versagt und dazu neue Gräben zwischen den Staaten ausgehoben. Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, wollte ich hier alle Lügen, Verfehlungen, sinnlosen, auch schon freiheitseinschränkenden  Verordnungen, Diktate und Verbote  anführen, die von dieser Zwangsunion ausgehen. Weitgehend nicht betroffen davon ist allerdings der so genannte „freie Markt“, und vergessen wir dabei nicht die aufgeblasene marode Währung, die bestenfalls als Spaltpilz und Spekulationsobjekt sich noch eignet.

Doch empörend ist geradezu die Ignoranz dieses neoliberalen Machtzentrums (mit seinen gut 40.000 überbezahlten Beamten) gegenüber dem historisch gewachsenen kulturellen Großraum Europa. Dieser mit seiner beeindruckenden  Völkervielfalt und seinen  einzigartigen Kulturen, die trotz aller Verschiedenheiten und Gegensätze letztlich doch eine gewisse geistig-kulturelle Einheit bilden, soll  nun leichtfertig Zentralismuswahn und reinem Profitdenken geopfert werden. Ja,  alle diese Völker und Kulturen sind durch das die Finanzkonzerne und Hochgradfreimaurerei repräsentierende Monster in Brüssel existenziell bedroht, so dass man bereits sagen könnte, die Europäische Union sei der wahre Feind Europas.

Und nun also Wahlen zu dem sogenannten Europäischen Parlament. Parlament mit Fragezeichen, natürlich, oder sagen wir, die Kommission hält sich ein solches, so wie andere sich einen Privatzoo halten. Würde man diese Politiker-Versorgungsanstalt schließen, natürlich zum Leidwesen seiner Nutznießer, ginge sie – ausgenommen Hotels und Geschäfte in der Umgebung –  den meisten Europäern nicht wirklich ab. Ich weiß, einige Parteien behaupten, der macht- und zahnlosen Institution mittels Reform der EU auf die Sprünge helfen zu können. Da bin ich als Kenner heutiger Politiker- Psyche und der realen Machtverhältnissse dann doch mehr als skeptisch. Und überhaupt, wozu noch der Aufwand?

Denn die EU wird zerfallen, „sie ist krank und stirbt“ , das erkennt ja auch schon eine helle Linke wie Sahra Wagenknecht. Oder sie könnte, wie von mir schon öfters erwähnt, vorher auch in eine Diktatur münden. Kurz und gut: Die Europäische Union mit ihren von ihr selbst nicht ernstgenommenen Werten ist ohne Zweifel die Absolutsetzung des Gegenteils von dem, was uns einst wert schien und viele unter uns von ihr einst  erhofften. Gelänge es, den Moloch noch rechtzeitig aufzulösen und die Kommission mit ihren Beamten in die Wüste Gobi zu expedieren, wo sie ihrer Lieblingsbeschäftigung Demokratie-Pflanzerei nachgehen könnten, wäre Europa bestens gedient.

PS. Schon höre ich die Frage: Und was soll an die Stelle dieser Union treten? In einem meiner nächsten Beiträge werde ich mich mit dieser Frage näher beschäftigen und den einen oder anderen Anstoss zu einem vielleicht liebens-und lebenswerteren Europa liefern.

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Ibizagate und viele Fragen

Ibizagate et beaucoup de questions

Ibizagate and many questions

 

Nicht nur das im Video Dargebotene, auch die Art der Informationsbeschaffung ist selbstverständlich eine echte Schweinerei, die  jetzt von den Gegnern der Freiheitlichen auch noch mit Häme und Heuchelei garniert wird. Nun stellen sich im Zusammenhang mit Ibizagate gleich mehrere Fragen, darunter natürlich jene nach den Hintermännern. Der Reihe nach also:

Wie konnte es sein, dass Johann Gudenus nicht von Anbeginn seines Treffens mit besagtem Lockvogel daran dachte, sich bei seinen russischen Bekannten oder Freunden nähere Informationen zu der Person zu beschaffen? Und mit Sicherheit hätte diese Information auch ein in Wien akkreditierter, dem Politiker nahestehender russischer Journalist besorgen können. Und darüber hinaus: warum haben die beiden Politiker nicht vorher genauere Erkundigungen über die Villa eingezogen?

Als Spitzenpolitiker im Ausland in ein fremdes Haus eingeladen zu werden, sollte, abgesehen von allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen, normalerweise auch zu gewissen sonstigen Vorsichtsmaßnahmen führen. Mit einem entsprechend ausgerüsteten Mobiltelefon oder einem Wanzendetektor, ist ab fünfzig Euro zu haben, hätte man elektronische Störquellen in  dem einen oder anderen Raum sofort ausfindig machen können.

Wie kann man es sich erklären, dass HC Strache von seinen zionistischen Freunden, etwa von dem heuer verstorbeen Eichmann-Jäger Eitan, nicht vorgewarnt wurde? Die mussten es ja im Vorfeld schon gewußt haben. Spätestens aber, als das Video schon einigen Leuten bekannt gewesen sein soll. Also, warum nicht auch dem bestens informierten israelischen Geheimdienst? Sollte der zum Philosemiten bekehrte Vizekanzler trotz allem plötzlich fallen gelassen worden sein, und aus welchem Grund? Auch denkbar: Die Parteispitze wußte vielleicht doch schon des längeren von der Existenz dieses Videos und verblieb aber in Schockstarre.

Schließlich: wer könnte dahinterstecken? Da bieten sich gleich mehrere Verdächtige an, wobei Auftraggeber und Ausführende wohl kaum deckungsgleich sein müssen. In zwangloser Reihenfolge etwa: Die Sozialdemokratie, die spätestens seit Waldheim in „Dirty Campaigning“ Erfahrung hat; Jan Böhmermann und das ihm nahestehende „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) aggressiver Aktionskünstler, Georg Soros und die Initiatoren des Migrationspaktes; Brüssel, um den EU-kritischen Rechtspopulisten vor den Wahlen zu schaden; Vertreter der Globalisierung und Gegner eines russischen Einflusses ganz allgemein; nicht zuletzt, ja, warum nicht? der Mossad oder ein anderer Geheimdienst.

Der Austritt von Johann Gudenus aus der Freiheitlichen Partei könnte ein Indiz dafür sein, dass noch Dickes kommen könnte, vielleicht auch für einen uneinsichtig scheinenden Strache, der sich, bestärkt durch seine unmittelbare Umgebung, angeblich noch glaubwürdig für das Amt eines Wiener Stadtoberhauptes wähnt.  Ob der zwar ehrgeizige und gelegentlich sich selbst überschätzende  Norbert Hofer, der aus besonderen Gründen auch nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen von allen Teilen der Partei und deren Vorfeldorganisationen genießt, die Partei wieder nach ganz vorne bringen kann, wird sich erst zeigen müssen.

Zu den Geschädigten dieses Skandals zählen aber nicht nur die Freiheitlichen Partei, das Ansehen Österreichs und das zarte Pflänzchen Demokratie, sondern vor allem auch die Privatsphäre des Einzelnen. Ibizagate steht eben auch dafür, dass der gläserne Bürger bereits Wirklichkeit geworden ist.

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Nach dem blauen Sündenfall

Après la chute bleue

After the fall of blue man

 

In Vino veritas. Kann auch Wodka oder Champagner sein. Einmal soll er, Strache, gesagt haben, er trinke alles. Die Jauche des Gegners, die jetzt über ihn ausgeschüttet wird, hoffentlich nicht. Die Party, angeblich sein liebstes Freizeitunternehmen, ist vorerst einmal passé.  Denn so feuchtfröhliche Unternehmen können nicht nur die gute Laune, sondern auch das Wahre und das Widersprüchliche in Kameraobjektiv-Nähe rücken. Nicht selten Szenen der Peinlichkeit, besonders im Falle von Menschen mit instabiler seelischer Konstitution,  mit der ebenso nicht gerade selten charakterliche Verwerfungen einhergehen.

Als ich vor etlichen Jahren meinte, er sei eine tickende Zeitbombe, da wurde ich von den einen nicht wirklich ernst genommen, von anderen scheel angesehen. Wie schon bei Haider war mir in Kennntnis Straches Neigungen und Präferenzen sehr bald klar, dass das auf Dauer nicht gut gehen könne. Aber anders als bei seinem großen Vorgänger, wäre ich nie auf die Idee gekommenen, ihm allein mehr als eine Blogseite zu widmen. Dazu gab mir der sittenwidrige  Dampfplauderer zu wenig an politisch Substanziellem her. Obwohl ich nicht ausschließe, dass, sollte noch mehr Anrüchiges offenkundig werden, ein Drehbuchautor sich des Themas einmal annehmen könnte.

In Anlehnung an Karl Kraus sage ich daher: Zu Strache fällt mir vorerst nichts mehr ein. Sehr wohl ist mir seine Partei, oder das, wofür sie einmal angetreten ist, nicht ganz gleichgültig. Sowohl aus nostalgischen Gründen, etwa wenn ich an große freiheitliche Persönlichkeiten der Vergangenheit denke, als auch aus demokratiepolitischen und weltanschaulichen Überlegungen. Als bekennender Deutschösterreicher wüßte ich nicht, wer oder welche Partei meine und meiner Kulturnation Interessen heute noch vertreten könnte. Begannen diese doch bereits unter Haider der Stimmenmaximierung zuliebe vernachlässigt zu werden.

Ob aber genügend Energie und der Wille zur Wiederbelebung, will auch heißen Entschlackung, und Festigung des Leitkultur- Nukleus im Sinne nationalliberaler Altvorderer in dieser Partei noch vorhanden sind? Wenn ja, dann wird es wohl auch davon abhängen, wer diese Partei mutig und in glaubwürdiger Weise aus der selbst verschuldeten Ecke heraus auf einen Zukunft verheißenden Weg führen wird. Dass ein so bestimmt beschwerlicher Weg nicht ohne Mühe und Opfer zu gehen sein würde, hätte dann auch für die Parteispitzeu zu gelten. Reiht sich die Partei hingegen endgültig in den herrschenden politischen „Mainstream“ ein  und frönt wieder nur der üblichen Futtertrog-Mentalität, dann kann auf sie getrost vergessen werden.

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Es grünt so braun oder: Die etwas andere Systempartei

Il verdit si brun ou: le parti quelque peu différent

It greenens so brown or: The somewhat different system party

 

Wie sind die österreichischen Grünen, also die grüne Partei in diesem Fall, nun wirklich? Anders als die anderen Parteien? Oberlehrerhaft und  widersprüchlich auf jeden Fall. Als ein nicht nur dem Freiheitsstreben von Menschen und Völkern, sondern auch dem Natur- und Umweltschutz seit Jugend an verbundener Mensch verfolge ich die Karriere der  „Grünen“- wie auch der grünen Bewegung insgesamt – seit Anbeginn. Und so begegne ich heute auch hier dem alltäglichen Phänomen, dass besonders intelligent scheinende Zeitgenossen, auch besonders dumm sein können, und dazu äußerst selbstgerecht und auf einem Auge blind.

Ein nicht unwesentlicher Umstand, der in der Politik aber keineswegs Karriere behindernd zu sein scheint. Was bei mit Neid und Minderwertigkeitsgefühlen ausgestatteten Politikern mit dogmatischer Einstellung und entsprechender Machtbefugnis eines Tages ein fatales Ergebnis zeitigen könnte. Die Geschichte liefert dazu  bedenkliche Weltverbesserungs-Beispiele. So verfolgten einst die Wiedertäufer von Münster blurünstig jeden, der sich ihnen oder ihrer „Religion“ entgegenstellte. So weit sind die Grünen noch nicht, auch wenn da und dort gelegentlich Sympathien dafür ansatzweise hochzukommen scheinen.

Jedenfalls ist eine gewisse Wesensverwandschaft von Teilen der Partei mit der gewaltbereiten linksextremen Szene, aber nicht nur mit dieser,  nicht zu übersehen. Zweifelsohne verstehen grüne Moralisten von Hatz und Hetze und von Bilderstürmerei einiges mehr als sie zugeben möchten. Und obwohl Minderheit, scheut man sich auch nicht, bei Bedarf die Mehrheitsmeinung abzustrafen. Dass man sozialromantische Schwärmerei und ideologische Besessenheit in die politische Tagesarbeit irgendwie integriert und sich dabei mit unverhohlenem Stolz auf seine vermeintlich edlen Charakterzüge beruft, erinnert an den religiösen Extremismus dieser Tage.

Andererseits: Wie bei den von mir ebenfalls kritisierten Freiheitlichen, gibt es auch bei den Partei-Grünen anständige und sehr wertvolle Menschen mit gesundem Menschenverstand bei denen das Eintreten für Natur und Umwelt noch nicht von eigennützigem Streben oder Engstirnigkeit überflügelt wird. Diesem „Salz“ der Partei verdankt ein in Wirklichkeit abgehobener oder noch immer ewiggestriger Funktionärskader  sein Überleben. Natürlich haben wir es heute großteils mit einer anderen als der im Zuge des 68er-Aufbruchs von linken Sektierern in Geiselhaft genommenen grünen Bewegung zu tun.

Und doch ist man dem herrschenden linksliberalen „Mainstream“ Narrativ  treu geblieben. Was sich ja gerade an der  Haltung und dem Verhalten rotgrüner Galionsfiguren offenbart, deren  politisch korrekte Fleißaufgaben und Gender-Exzesse einen Ausbruch aus einer Minderheitenposition verhindern. Im Grunde sind es diese Fanatiker, die wie ein Klotz am Bein der gesamten, also auch parteifreien grünen Bewegung, haften. Und interessanterweise ist die Grenze zwischen Reaktionären der Rechten und Radikalen der Linken, wie man sie bei den Partei-Grünen eben auch antrifft, keineswegs so deutlich. Beide sind, jeder auf seine Weise natürlich, auf  ein und dieselbe Zeit im Geschichtskalender fixiert und tragen dazu bei, dass die Vergangenheit nicht vergeht.  Hat viel mit Retro, aber wenig mit Zukunft zu tun.

Beide scheinen die Gegenwart – unter Beibehaltung gewisser Annehmlichkeiten – abzulehnen. Die einen, um ein gescheitertes Modell in der Zukunft auferstehen zu lassen, die anderen, um auf dessen Trümmern als neuer Mensch in eine rosige, liebend gerne grüne Zukunft zu schreiten. Obwohl Gegensätze politischer Natur beide trennen, sind sie doch die zwei Seiten ein und derselben Medaille.  Welche Seite nun Gewalt in Familie und Gesellschaft,  Kindesmissbrauch und allgemeiner Sittenverfall mit zu verantworten hat, darüber sollte es, ganz nebenbei bemerkt, eigentlich keine Zweifel geben.

Bei Lichte besehen sind die Grünen vor allem eine Partei der Widersprüche und auch der Heuchelei. Sie treten für Menschlichkeit und Gerechtigkeit ein, fördern aber gleichzeitig Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in dem sie offene Grenzen, Asylrecht für alle und Überfremdung befürworten. Kein vernünftiger Mensch will Rassist sein, er wird es aber unter entsprechenden Umständen, die von den Grünen mit geschaffen werden. Auch wettern sie gegen die wirtschaftliche Globalisierung, begrüßen aber die Multikulturalisierung, die ohne erstere  nicht so denkbar wäre.

Nicht zuletzt sind sie unter anderem Verfechter einer grenzenlosen Vielfalt und eines europäischen Zentralstaates, der aber  unweigerlich zu Uniformität und Vernichtung von autochthonen Kulturräumen führen würde. Sie sind bekanntlich gegen Atomkraftwerke, verbreiten aber die Mär vom menschengemachtern Klimawandel (durch CO2), hinter der aber sehr maßgeblich die Atomenergie-Wirtschaft steht. Sie prangern die Misswirtschaft ihrer politischen Gegner an, doch einmal selbst am Futtertrog, wird, wie zuletzt auch in Wien,  Steuergeld massenhaft verplempert.

Allerdings haben die Grünen als Partei – trotz des einen oder anderen verdienstvollen Einsatzes für Mensch, Umwelt und Demokratie (an der Basis vor allem) –  ihren Zenit überschritten. Denn wie ihre liebsten politischen Gegner, sind auch die Grünen längst eine Systempartei, wenn auch noch immer mit leichtem Anarcho-Geruch. Da Natur- und Umweltschutzanliegen inzwischen aber in allen Partei-Programmen mehr oder weniger Eingang gefunden haben, verblasst der parteigrüne Fußabdruck etwas.

Da noch dazu Einzel- wie Basisinitiativen vorbildlich selbstbestimmt, also ohne an der Parteileine zu hängen, arbeiten, konzentrieren sich die grünen Berufspolitiker vermehrt auf  Minderheiten- und Aussenseiter-Anliegen, wobei sie sich von einer eher fragwürdigen Gesinnungsethik leiten lassen. Diese erlaubt es ihnen wohl, die von ihnen gehegte und instrumentalisierte alte wie neue Klientel (mit ihren von „Betreuern“ eingeredeten unberechtigten Forderungen) der Mehrheitsbevölkerung vor die Nase zu setzen. Das aber war sicher nicht die Absicht der Grünen der ersten Stunde.

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Die Strache-Partei inmitten eines unbewältigten Dilemmas

Le parti de Strache au milieu d’un dilemme non résolu

The Strache-Party in the midst of an unsolved dilemma

 

In den letzten Jahrzehnten gab es in Österreich zwei Parteien, die Grund zu berechtigten Hoffnungen auf Neues lieferten. Beide, die Grünen wie auch die Freiheitlichen, haben die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Beide können heute als normale, von Steuerzahlern alimentierte System-Parteien gesehen werden. Aus aktuellem Anlass beginne ich mit der Freiheitlichen Partei, der in meinem nächsten Blog-Beitrag die Grünen folgen sollen.

 

Wie man sich bettet, so liegt man. Dies kann sowohl auf eine Person wie auch auf eine Partei zutreffen. Und ist es nicht die derzeitige Lage der Freiheitlichen Partei, eigentlich Strache-Partei, die einen zu solcher Überlegung führen könnte? Da muss dem Rumoren an der Basis nach zu schließen wohl einiges schiefgelaufen sein. Dass deren Obmann jetzt zum Missfallen seines Koalitionspartners (oder doch in Absprache mit ihm?) den „Rechtsextremen“ geben muss, ist daher verständlich. Ist denn aber damit das den Freiheitlichen eigene Dilemma damit erledigt und wäre alles weitere durch störende Rülpser und Possen begleitete Ungemach allein die Schuld ihres von Peinlichkeiten heimgesuchten und von Schamgefühlen anscheinend befreiten Obmannes? Als Hauptverantwortlicher, als der er sich stets empfahl, vielleicht doch.

Mochte sich der einstige blaue Hoffnungsträger in den vergangenen Jahren auch noch so als Sanierer der Partei aufführen, die Macht und das Gedeihen einer Partei hängt nicht allein von ihrer Kriegskasse oder ihrer organisatorischen Effizienz ab. Übrigens, nicht ausschließlich Straches Verdienst. Was aber noch viel wesentlicher zu einem dauerhaften Erfolg beitragen kann, ist der Glaube an ein großes Ideal das eine größtmögliche Anzahl von Menschen als erstrebenswert findet. Dazu ein höchster Wert, ohne den man sich von diesem Ideal immer mehr entfernte. Aber was ist nun der innere Anker und welcher ist dieser höchste Wert der Strache-Partei. Als solcher galt einmal, sogar unter Haider, die Freiheit. Davon scheint man nicht mehr viel wissen zu wollen, was innerparteiliche Vorgänge wie auch außen- sowie innenpolitische Präferenzen und ein der Globalisierung dienliches neoliberales Wirtschaftsverständnis nahelegen.

Besonders seit der Solidarisierung mit der menschen- und völkerrechtswidrigen israelischen Politik in Palästina ist das hehre Wort „freiheitlich“ im Parteinamen ja eigentlich unangebracht. Auch dass die freie Meinungsäußerung trotz Straches anderslautende Beteuerungen* innerhalb der Partei eingeschränkt, die Verschärfung eines schwammigen Verbotsgesetzes angedacht und zuletzt ein der Partei nahestehender islamkritischer Politologe vor Gericht im Regen stehen gelassen worden sein soll, sind weitere Indizien für eine Abkehr von einstigen Werten. „Unverständlich, schäbig und politisch dumm, feige obendrein“ nannte ein „querschießender“ Jurist das Verhalten der Parteiführung im Falle des erwähnten, schließlich zu einer saftigen Geldstrafe verurteilten Politikwissenschaftlers.

Auch wenn der notorische Viel-Versprecher und offenbar bekehrte Paintball-Experte Strache nun meint, mit Aussagen wie: die NS-Verbrechen seien die „Schlimmsten der Geschichte“ und er habe „Mitgefühl für alle Opfer des unseligen NS-Regimes“ wieder Terrain gut machen zu können, so durchkreuzen „Ausrutscher“ seiner Parteikameraden immer wieder seine Bemühungen sich und seine Partei „reinzuwaschen“. Dazu wird die mit brisanten, weitgehend unbekannten Details geschmückte Zeit seiner „Jugendsünden“ auch nicht gerade Positives dazu beitragen können und daher auch in Zukunft eher als ein die freiheitliche Politik belastender Faktor im Hintergrund zu werten sein. Es ist daher schwer vorstellbar, wie Straches Partei, selbst wenn ihre Führung öfter als üblich nach Israel pilgerte, aus einem bereits chronischen ideologisch befrachteten Dilemma herausfände.

Andererseits werden Wähler-Köder wie der von Strache ins Spiel gebrachte Begriff Bevölkerungsaustausch* die Kernwählerschaft wohl auch nicht mehr vollständig überzeugen können. Schön langsam kennt man ja das Spiel, und so kann eine langsame, aber allgemeine Absetzbewegung nicht mehr ganz ausgeschlossen werden. Um nun aber im Regierungsspiel zu bleiben, müsste die Partei sich wohl neu erfinden, das heißt, inhaltlich und auch personell müsste ein gewaltiger Schnitt gemacht werden, wobei die Partei am Ende zu ihrer einstigen, von heutigen Blauen belächelten Größe schrumpfen könnte. Wenn auch, um des Vorteils willen, dann eventuell als Joker einer bestimmten Lobby bei Koalitionsverhandlungen mit wem immer bereit zu stehen. Wenn auch Migrationskrise und das Inszenierungsgeschick des Herrn Kurz ein zumindest mittelfristiges „Weiter so“ denkbar erscheinen lassen.

Denkbar ist aber eben auch eine Spaltung nach Knittelfeld-Muster*. Ob es dazu kommt, ist vorerst noch fraglich. Nach den EU-Wahlen könnte ja einiges sich wieder anders erweisen und die innerparteiliche Gärung früher oder später wieder stärker beleben. Ob „Sisyphos“ Strache nicht der letzte ist – falls intellektuell dazu in der Lage –  der kapiert, was in seiner Partei wirklich vor sich geht? Zu sehr scheint er ja mit Selbstwerbung beschäftigt, bei der so manch anderer wahrscheinlich längst die Selbstachtung verloren hätte. Ohne Zweifel steigert bei Spitzenverdienern der Partei die luxuriöse Versorgung in diesem feudalen Parteiensystem den Appetit auf noch mehr von demselben. Stimmt schon, selbst in der Haider-Partei hatte man bereits mit dem leidlichen Problem zu tun. Grundsätzlich aber auch mit der bereits erwähnten ideologisch-politischen Zwickmühle.

Haider versuchte auf seine Art und Weise damit umzugehen, hatte aber letztlich es doch nicht vermocht, dieses Problem zugleich prinzipientreu und nachhaltig zu lösen. Im Gegenteil, er hat bewusst und voreilig das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, also ein wesentliches freiheitliches Ur-Anliegen gleich mit. Und schon gar nicht verstanden es seine Nachfolger, dieses Anliegen, Österreichs deutsche Kulturerbe, sachlich und allgemein verständlich zu vermitteln, geschweige denn, das Deutschbekenntnis der Gründerväter der Republik in eine neue Zeit überzuführen. Originär freiheitliche Grundüberzeugungen und Werteinstellungen in überzeitlicher und gesamtgesellschaftlicher Weise überzeugend zu formulieren und einzufordern ist nicht Sache der Strache-Partei. So wenig wie ein Nein zu CETA oder ein Austritt aus der EU. Hat man denn nicht begriffen, dass EU und NATO zwei Seiten einer Medaille sind, die, wenn wir sie nicht aus dem Verkehr ziehen und durch eine neue ersetzen, uns noch teuer zu stehen kommen wird?

Sollte sich die Führungsschicht dieser Partei durch Dummheit, Wortbruch, Feigheit und Unglaubwürdigkeit oder ganz allgemein durch strukturelle Unmoral auszuzeichnen beginnen, und Kritiker in den eigenen Reihen sehen den Tatbestand bereits erfüllt, dann ist auch ihr Abstieg nahe. Oder im Sinne Montesquieus gesehen: Wenn die Prinzipien und Tugenden einer Partei einmal zu entarten beginnen, dann werden die besten Programme schlecht und kehren sich gegen die Partei. Wenn dem bereits so sein sollte, dann dürfen sich die Wähler dieser Strache-Partei nicht wundern, wenn ihre vermeintlichen Vorbilder nicht mehr als Retter der Nation oder gar Europas, sondern eines Tages nur mehr als Wegbereiter eines wie immer gearteten von der globalen Finanzdiktatur eingesetzten autoritären oder diktatorischen Regimes wahrgenommen werden können.

*Er sei gegen Denk-Sprech- und Diskussionsverbote, und Meinungen sollten nicht kriminalisiert werden, so Strache in diesem Zusammenhang. Gilt aber anscheinend nur, wenn es ihn selbst betrifft.

**2002  führte lt. Wikipedia ein außerordentlicher Parteitag der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ in der steirischen Stadt Knittelfeld. zu einem Machtwechsel innerhalb der Partei und zum Rücktritt mehrerer FPÖ-Minister. Und damit auch zum Bruch der ersten FPÖ-ÖVP-Koalition unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und zuletzt zu vorgezogenen Neuwahlen.

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