Remigration? – möglich, aber mit Augenmaß!

„Remigration“  – possible, mais avec le sens des proportions!

„Remigration“ – possible, but with a sens of proportion!

Eine gewisse Scheu vor bestimmten Worten, nicht selten auch schon deren Verächtlichmachung, hat sich bei ideologisch noch immer verrannten Zeitgenossen und gutmenschlichen Pharisäern eingenistet. Unschuldige Worte wie „Volk“ oder ideengeschichtlich vertraute Begriffe wie „nationale Identität“ sorgen, besonders in einem gewissen Zusammenhang, dafür, dass der Blutdruck besonders bei politisch Indoktrinierten, aber eben nicht nur bei ihnen,  gefährlich hoch ansteigt. Es ist dabei immerhin beeindruckend mit welcher Offenheit, ja Ehrlichkeit und zuweilen mit einer gehörigen Dosis Zynismus von manchen dabei zugegeben wird, dass das bestimmte Wort nichts mehr gilt, man das Eigene im Grunde verachtet und überdies man den Mensch als biologisches Wesen gar nicht kennen will. Da ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn außer den üblichen Heuchlern auch jene von der Realität Abgebogenen an einer klärenden Aussprache gar nicht mehr interessiert sind. Weil einer Erschütterung ihres oft nur oberflächlich verankerten Weltbildes ein Gesinnungs- oder gar „Glaubenswechsel“ folgen könnte?

Nun hat es allerdings ein Wort wieder einmal geschafft, der gutmenschlichen hellen Empörung neuen Auftrieb zu verleihen: „Remigration“. Nach dem horrible dictu „Bevölkerungsaustausch“ nun auch das noch. Dabei sind diese Begriffe schon länger im Umlauf, aber in einem Wahljahr als politisch korrekte Keulen natürlich topaktuell. Zwar hatte Remigration einst eine ganz andere, heute nur einzelnen Wissenden geläufige Bedeutung,  nun aber hat sie eben die eine bekommen, will heißen: Rückführung von Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund. Ein Thema, dass in einigen Ländern  bereits seit einiger Zeit immer wieder thematisiert und ins innenpolitische Spiel gebracht wurde,  in Frankeich etwa von Eric Zemmour und vor ihm noch von FN-Mann Yves Le Gallou. Ohne großen Erfolg bisher. Wobei die Beweggründe national-patriotisch Bewegter ja längst klar sind: Zum einen werden „Eingeborene“ in Großstädten durch Zuwanderung und „dank“ geförderter Geburtenverweigerung nach und nach zur Minderheit, zum anderen sind die  enormen sicherheitspolitischen, kulturellen und finanziellen „Kollateralschäden“ der Masseneinwanderung nicht mehr zu übersehen. Die Spannung steigt daher, und anders als bei demonstrierenden Bauern, wird sie auch bleiben.

Und so ist bereits vor einiger Zeit der französische identitäre Funke auch auf Deutschland und Österreich übergesprungen, und da will sich jetzt der Identitäre Martin Sellner mit seinem Buch „Remigration“ verdient machen. Jeder Versuch, einen Diskurs darüber anzuregen, ist vorerst ja zu begrüßen, ideologische Scheuklappen auf diesem Gebiet gehörtern längst abgelegt. Da nun aber das Buch noch nicht erschienen ist, habe ich es auch noch nicht gelesen, kann mich also, was den Inhalt betrifft, nur auf vereinzelte Pressemeldungen beziehen, wobei ein inhaltlicher Hinweis gleich meine Aufmerksamkeit erregte. So empfiehlt der Autor angeblich, in Nordafrika möge ein „Musterstaat“ (in der Wüste?) geschaffen werden, in dem etwa zwei Millionen so genannte Remigranten angesiedelt werden könnten. Das ist aber aus mehreren Gründen weder ein auf Dauer angelegtes realistisches noch wünschenswertes Projekt. Und es bliebe, selbst wenn es für kurze Zeit gelänge, ohne große Auswirkungen auf ein sehr komplexes Grundproblem, dem nur ohne Brüssels Einmischung und entsprechender parlamentarischer Mehrheit  beizukommen wäre. So viel, glaube ich, in Kenntnis der mir bekannten Fakten sagen zu müssen.

Aber abgesehen davon, ist das Problem der Migration nun einmal da, und damit auch das der vielen Migranten. Wenn es aber nicht bald aber mit Augenmaß gelöst wird – wobei kleine skandinavische Schritte erst ein Anfang und nicht der Stein der Weisen sein können –wird es später zu „primitiven“ von archaischen, tribal-territorialen Anlagen gesteuerten Reaktionen der einen wie der anderen Seite kommen. Es würden sich im Kampf um Vorherrschaft und Überleben hochexplosive Gesellschaften gegenüberstehen, in denen die Worte Toleranz und Fremdenfreundlichkeit mit der Lupe gesucht werden müssten. Wer daher unter Missachtung der Naturgesetze und der menschlichen Natur heute noch immer auf Masseneinwanderung, romantisch verklärte Multikulturalisierung und unkritische Weltoffenheit setzt, sorgt letzten Endes dafür, dass es früher denn später zu chaotischen, bürgerkriegsähnlichen Zuständen, ja Verelendung zumindest im Westen Europas kommen wird.  

Ich meine, die Grenzen des ideell Wünschenswerten und des politisch Machbaren in wesentlichen Fragen des Daseins autochthoner Kulturen erkennen, wäre jetzt  für Linke wie Rechte, für Politiker wie Technokraten ein möglicher richtungsweisender Diskursansatz hin zu einem aus heutiger Sicht noch utopisch anmutenden Konsens in diesen speziellen nationalen Belangen. Doch vorerst einmal sollte die Frage „Wie wollen wir eigentlich leben und mit wem?“  im Vordergrund eines Allgemeininteresses stehen. Ist das geklärt, könnten  mögliche Lösungsansätze für eine machbare Remigration vielleicht leichter mehrheitlich akzeptiert werden, wobei wohl klar ist, dass ein durch eine mögliche Volksabstimmung noch zu bestimmter Anteil an Fremden bei noch zu bestimmenden Voraussetzungen weiter unter und mit uns leben wird.  Die Akzeptanz der Realität und der Wille  zu einem allgemeinen Diskurs darüber ist aber leider in einem vorerst von Gegensätzen dominierten und vergifteten politischen Umfeld nur sehr vereinzelt wahrnehmbar. Bleibt es dabei, könnte die „Zeit der Monster“ (Antonio Gramsci) noch Schlimmeres gebären als uns allen lieb sein sollte. 

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Basteln an der Apokalypse

Bricolage avec l’apocalypse

Tinkering with the Apocalypse

Jetzt kann alles nur mehr besser werden? Das behaupten zumindest Optimisten unter uns. Und das obwohl die Hauptverantwortlichen für unsere Situation und die Lage der Welt im Allgemeinen  nach wie vor den Ton angeben. Wobei sie auf die Komplizenschaft der „Mainstream-Medien“ zählen dürfen, gerade in Zeiten von Kriegen und „Pandemien“. Da etwa erfährt der bereits manipulierte Medienkonsument auch nicht, dass der englische Pathologe Hodkinson die Zahl der Toten des Corona-„Impfstoff“-Experiments mittlerweile  weltweit auf 20 Millionen schätzt. Und niemand vermag zu sagen, wieviele es am Ende sein werden und ob das offenbar nicht nur von Alarmisten vermutete Ziel dahinter (etwa auch Bevölkerungsreduzierung) damit schon erreicht sein würde.

Wie auch immer, vom möglicherweise  größten Skandal in der Medizingeschichte  jedenfalls schrieb ich ja schon zu Beginn der Pandemie, Hodkinson aber nennt es jetzt  das größte Verbrechen an der Menschheit. Genau aus diesem Grund wurden beim Internationalen Strafgerichtshof mehrere Strafanzeigen  gegen skrupellose Corona-Verschwörer eingebracht. Ob die Täter und ihre Helfershelfer je zur Verantwortung gezogen und Pharmariesen  zu Milliardenzahlungen verdonnert werden? Es reicht, möchte man meinen. Dem scheint aber nicht so. Schon soll das nächste gewinnbringende Virus gesichtet worden sein.

Nicht gerade von freundlicher Seite auch, was uns sicherheitspolitisch zugemutet wird.  So sind politische Abenteurer und religiös motivierte  Hasardeure offenbar daran interessiert,  es auf alles oder nichts ankommen zu lassen. Da zündeln neuerdings westliche Geheimdienste  nicht nur in Serbien, sondern auch in Korea, wo einmal nicht der Diktator im Norden, sondern die US-Freunde im Süden wirklich Tolles im Sinne haben sollen. Man plane, wird berichtet, einen Enthauptungsschlag gegen Nordkoreas Diktator Kim Jong-un und seine Umgebung. Nicht mehr und nicht weniger. Und natürlich auch hier mit US-Hilfe. Abgesehen davon, dass dies nicht so einfach gehen wird wie 2014 am Maidan in Kiew, könnten  in diesem aktuellen  Fall, die „Kollateralschäden“ globale Ausmaße annehmen. Schön langsam dürfen wir uns daher erneut fragen, ob wir nicht doch, wie schon einmal vermutet, auf dem Feld der Politik  Psychopathen ausgeliefert sind.

Geographisch bedeutend näher haben wir es zudem nach wie vor mit den von mir schon einmal so genannten „Verrückten Gottes“ zu tun. Gemeint sind in diesem Fall nicht Kämpfer der Hamas, sondern ihr möglicherweise gefährlicheres Gegenüber. In einem echt scheinenden Video-Gespräch, beklagt einer dieser ultraorthodoxen israelischen  „Hardliner“ Netanjahu gegenüber, dass noch immer etwas unverändert sei, nämlich, „dass der Messias noch nicht gekommen ist“. Und so „bittet“ der  bigotte Mann Netanjahu inständig: „Tun Sie etwas, damit er kommt!“ Und „Bibi“ antwortet brav: „Wir machen es“. Starker Tobak, sofern es sich nicht um ein „Fake“handelt.

Amaggedon also? Möglich, dass der unter Druck stehende Netanjahu den religiösen Fanatikern der passend scheinende Ansprechpartner  für ein Weltdrama zu sein scheint, kommt er doch aus einer Ecke, die zumindest mit Arabern kurzen Prozess machen möchte. Aber ganz verrückt wird der umstrittene Politiker  ja offentlich noch nicht sein. Es reicht ja schon ein „kleines“ Palästinenser-Genozid. Übrigens, schon Netanjahus Vater, ein Mussolini-Bewunderer, wollte angeblich alle Araber vertreiben, obwohl deren Heimatrecht verbriefter ist als das vieler jüdischer Israelis, die in Wirklichkeit gar nicht dem antiken Judentum entstammen sollen.

Da erhebt sich natürlich die Frage: Soll die angeblich „einzige Demokratie im Nahen Osten“, in der Nichtjuden  Bürger zweiter Klasse sind und in der Faschisten und Fanatiker an die totale Macht drängen – während Mahner im eigenen Lande ignoriert werden –  noch weiter unterstützt werden? Zumal aus ultraorthodoxem Umkreis schon einmal die Forderung laut geworden war, man sollte einige europäische Hauptstädte wegen deren historischen Schuld einfach mit Atomraketen ausradieren.  Man darf solche Äußerungen durchaus ernst nehmen, denn die Möglichkeit dazu hätte Israel mit seiner unter anderem mit deutscher Schuldkulthilfe ausgebauten Atomtechnologie und insgesamt  geschätzten mehr als 200 Atomsprengköpfen durchaus. Und an Entschlossenheit würde es bei diesen „Verrückten“  gewiss nicht mangeln.

Doch angesichts der unterwürfigen  Haltung europäischer Spendierhosen-Politiker wird ein so kapitaler Racheakt vielleicht  nicht nötig sein. Wie gesagt, vielleicht. Damit es aber auch  nicht auf nahöstlichem  Boden zu einer nuklearen Katastrophe kommt, wäre jetzt  Israels aufrichtige  Bereitschaft, dem nachweislich seit 1947 von ihm begonnen Krieg gegen die Palästinenser abzuschwören und eine friedliche Regelung mit diesen anzustreben, wohl eine Voraussetzung dazu. Derzeit leider schwer vorstellbar, eine Eskalation des Krieges schon eher. Den die USA übrigens, wie in der Ukraine auch, schon morgen beenden könnte.

Was bedeuten nun die Spannungen dort und überhaupt rund um den Globus für ein kleines Land wie Österreich? Es bedeutet, nachdem Österreichs wehrhafte Neutralität nur ein Papiertiger ist und Land und Leute vollends den Interessen äußerer Mächte und den Folgen deren Politik ausgeliefert sind, dass Österreichs Existenz auf dem Spiel steht. Durch Angstmache und Falschinformationen (wie jener, von der Auferstehung der Sowjetunion und Putins angeblichem Appetit auf weitere Länder) soll auch  Österreich, wie schon zuvor Finnland und Schweden, endgültig in die Arme der expansionslüsternen NATO getrieben werden. Und damit gleich einmal in die Abhängigkeit der US-Rüstungsindustrie, die sich bereits über beachtliche Milliardenaufträge aus Europa freuen darf.

Und so kommen wir Schritt für Schritt dem Tag, an dem wir in große angloamerikanischen Finanzinteressen zu schuldende Konflikte von weltweiter Bedeutung hinein gezogen werden könnten, immer näher. Ein Blinder, der das nicht so sieht. Denn nicht zu übersehen ist: Der von Noam Chomsky so genannte „Schurkenstaat“  USA hat Lust auf mehr, das moderne Konstrukt Israel, wie Shlomo Sand* es vielleicht  nennen würde, ebenfalls, und beide „Schurkenstaaten“ brauchen dazu offensichtlich Krieg wie ein Vampir das Blut. Da hat das friedliche Österreich  politisch bescheiden und vor allem hörig zu bleiben, wie Deutschland und das übrige Europa auch. Diesen Vorgaben entspricht durchaus die vor allem in deutschen Landen weit verbreitete Politikerhaltung: Lieber in Unehren unter gehen, als für den Rest des Lebens bei Mächtigeren in Ungnade zu fallen.

  • Autor von “Die Erfindung des jüdischen Volkes“

Anmerkung: Es gibt selbstverständlich nicht nur religiöse Fanatiker. Auf den Einwand, ein Atomkrieg könnte die Menschheit vernichten, antwortete ein kommunistischer vietnamesischer Funktionär Ende der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts: „Das ist wieder eine dieser kleinbürgerlichen Abweichungen. Die Erde ist groß, es wird Überlebende geben. Und es werden wir sein, die in einer kommunistischen Welt überleben werden“. Quelle: „Un étrange Monsieur Frey“ (Fayard,1982) von Pierre Sergent. Eine Biografie des in Diensten des kommunistischen Viet Minh gestandenen österreichischen  Emigranten Eric Frey.

VIDEOS zu Palästinakonflikt

Eine jüdische Stimme https://youtu.be/YfS3eDhO8XA

Eine palästinensische Stimme https://youtu.be/3HBEFQ2mcXk

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Nicht ganz so gesegnete Zeiten

Pas tout à fait des moments bénis

Not quite so blessed times

In verdrießlichen, nicht mehr ganz so gesegneten Zeiten wie diesen, besonders aber in der kritischen Lage in der sich Deutschland befindet, dürften, im Hinblick auf Umfang und Komplexität der zunehmenden Probleme sowie des Elends und der Kriege in der Welt, bei vielen Mitbürgern die Fähigkeit richtig zu urteilen und die Klarheit des Verstandes ziemlich herausgefordert werden. Hilfreich dabei wäre gewiss ein Blick in die Geschichte, denn nicht selten findet man dort Vorkommnisse, die den heutigen, etwa in den Ursachen oder dem Verlauf der Dinge, gleichen. Neben Überlegungen damaliger Beobachter oder deren Kritik, können vor allem die jeweiligen Ergebnisse gesellschaftlichen und staatlichen Handelns durchaus beispielgebend und lehrreich sein. Vorausgesetzt, man weiß den echten Glanz der Wahrheit von dem falschen des Scheins, das Gute vom Schlechten, das Schädliche vom Nützlichen zu unterscheiden. Und da kommt zumindest der kritische Mitbürger zu dem Punkt, wo er sich angesichts der teils schon zerrütteten und unhaltbaren Zustände längst fragen muss, ob denn die Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft zu einer richtigen Schlussfolgerung und den gewiss erforderlichen Schritten überhaupt noch in der Lage sind oder, andererseits, ob wir denn nicht in Wirklichkeit schon von fremdgesteuerten, korrupten Eliten und ebensolchen Medien manipuliert und in die Irre geführt werden.

Wenn dem so ist, und dafür spricht ja einiges, was und wem kann dann der einfache Bürger überhaupt noch glauben, wie kann er die Wahrheit hinter dem Schleier einer Rede oder eines Kommentars, deren Zusammenhang oder deren Beweiskraft erkennen und richtig einschätzen? Etwa, wenn der österreichische Bundeskanzler allen Ernstes beteuert, die Ukraine kämpfe auch für Österreichs Sicherheit und sorge dafür, dass die russische Armee nicht näher an seine Grenzen rücke. Desgleichen ein braver Bundesheer-Oberst der überzeugt ist, dass wir „unsere Werte, unsere Unabhängigkeit und die freie Meinungsäußerung nur haben, weil es Russland unmöglich gemacht wird, andere Länder zu überfallen“. Der NATO wird solcher Unsinn natürlich gefallen,  und der Karriere von Politikern und Experten kann es garantiert nicht schaden. Und zur gefälligen  Manipulation der Massen reicht es allemal. Wenn auch immer weniger, wie unter anderem der wachsende Widerstand in Österreich gegen weitere Zuwanderungen und Neutralitätsabbau sowie gegen Klimapanik, Gender-und Impfwahn zeigt.

Noch  aber ist für viele Rechte wie auch Linke Washington das Mekka westlicher Politik, noch kann daher, von rühmlichen Ausnahmen abgesehehn, gesamteuropäisch keine endgültige Trendwende hin zu selbstbestimmten, souveränen Staaten mit  ihren nationalen Identitäten und autochthonen Kulturen erkannt werden. Noch türmen sich scheinbar unüberwindbare Hindernisse vor unseren Augen, noch bleiben die etablierten politisch und gesellschaftlich relevanten Kräfte weiterhin bloß Sterbebegleiter eines Systems, und zwar  solange, solange nicht ganz allgemein eine Denkumkehr geschieht  und rettende Maßnahmen konsequent und radikal in die Wege geleitet werden. Ob Asyl oder Gesundheit, mit reiner Kosmetik oder noch so schön gefärbten Reformen, ohne so manchen schmerzhaften Eingriff wird es nicht mehr gehen. Nicht nur Kassensturz, sondern zügige Aufräumarbeiten in Bereichen in denen nur mehr durchgewurstelt wird, wären also ein Gebot der Stunde. Ob sich noch rechtzeitig genügend verantwortliche Kräfte finden werden, die dazu befähigt und bereit sind, wird, wie ich schon einmal früher ausgeführt habe, uns die nahe Zukunft zeigen.  Einigermaßen sicher ist aber, dass das kommende Jahr ein sehr schwieriges, womöglich auch ein sehr entscheidendes werden könnte. Seien wir darauf nicht unvorbereitet und erinnern wir uns doch des alten deutschen Sprichwortes: An der Tat liegt die meiste Macht.

So wünsche ich meinen Blogbesuchern in diesen unseren Vorfahren einst heiligen Zeiten einen friedlichen Jahresausklang und – was immer auch kommen mag – für das kommende Jahr Gesundheit und Erfolg.

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Ein etwas anderer Krieg

Une guerre légèrement différente

A slightly different war

Zur Diskussion:

Der kognitive Krieg gegen die Völker

Von Marcelo Ramírez

Die “Eliten” und die Instrumentalisierung von Gramsci, Maslow und Bezmenov im kognitiven Krieg gegen die Völker

Die Ereignisse in der Welt verdeutlichen die Gleichgültigkeit der westlichen Gesellschaften gegenüber der unmittelbaren Zukunft. Es gibt mehrere Strategien, wie die ›Samson-Doktrin‹, mit der der Staat Israel seine Atomwaffen einsetzen will, um den Nahen Osten und einen großen Teil der Welt zu zerstören; der Angriff auf den Drei-Schluchten-Staudamm, den russische Medien als Teil eines taiwanesischen Plans der letzten Zuflucht enthüllen, der im Gange ist. Ältere Ereignisse, wie der von den Vereinigten Staaten erdachte Global Prompt Strike, mit dem Russland angegriffen werden soll, ohne dass es in der Lage ist, mit seinen Nuklearstreitkräften zu antworten, lassen uns fragen, was vor sich geht: Was ist eigentlich los, dass der Westen sich selbst zerstört und versucht, alle anderen in seinen Sog zu ziehen, ohne dass die Welt davon Notiz nimmt?

Medien, Intellektuelle, Politiker, alle Akteure der realen Macht ignorieren diese Tatsachen. Die Antwort ist nicht einfach, aber sie hängt mit einem Inferenzprozeß in der öffentlichen Meinung zusammen. Die Mächte, die die Welt wirklich kontrollieren, diejenigen, die die großen Entscheidungen treffen, die dann von den Politikern umgesetzt werden, haben einen komplexen Prozess der sozialen Manipulation mit verschiedenen Merkmalen geschaffen, der die Welt an diesen Punkt gebracht hat.

Der Westen erleidet ein Debakel, das sich in einer großen kulturellen Dekadenz niederschlägt, die zur Umsetzung eines methodischen Plans der sozialen Zerstörung und folglich der Staaten selbst führt. Es handelt sich praktisch um eine Kampagne der sozialen Aushöhlung, deren Wurzeln in der Verzerrung der Grundlagen des Denkens von Antonio Gramsci liegen, der ein überzeugter Kommunist war, der glaubte, dass es für eine sozialistische Revolution notwendig sei, die Matrizen des Denkens zu verändern. Wenn man sie kontrolliert, braucht man keine oder weniger Gewalt, weil die Massen eine soziale Revolution unterstützen werden. Daher ist der Kulturmarxismus, der ihm zugeschrieben wird, ungenau; es ist kein Marxismus, sondern Liberalismus anders verpackt und mit ein wenig Kosmetik.

Die plutokratischen Eliten des Westens haben das Potenzial dieser Ideen erkannt, sie von den für ihre Interessen schädlichen Elementen befreit und ihre methodischen Prinzipien genutzt, um einen Angriffsprozess gegen ihre Gesellschaften und die Welt in Gang zu setzen. Die alten ideologischen Rahmenbedingungen, die ethische und moralische Werte vermittelten, waren durch jahrhundertelange Tradition im Bewusstsein der “Massen” installiert worden, und es galt, sie auszutauschen und durch einen neuen Rahmen zu ersetzen. Ein Rahmen, der natürlich auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten war.

Yuri Bezmenov war ein ehemaliger KGB-Agent und Experte für Propaganda und psychologische Subversion. Nachdem er die Sowjetunion verlassen hatte, ging er in den Westen und wurde zu einem entschiedenen Kritiker des Kommunismus und der Praktiken des KGB. Er wurde durch seine Vorträge und Interviews bekannt, in denen er die Subversionsmethoden, die die Sowjetunion einsetzte, um Gesellschaften von innen heraus zu schwächen und zu destabilisieren, detailliert darlegte. Die Methoden, die er anprangerte, erklärten den Prozess der globalen Gehirnwäsche, mit dem der Kommunismus den Kapitalismus zu Fall bringen würde.

Bezmenov erklärte, daß dieser Prozeß in vier Stufen abläuft:

♦  1. Demoralisierung,
♦  2. Destabilisierung,
♦  3. Krise
♦  4. Normalisierung.

Er ging darauf ein, wie kulturelle und ideologische Einflüsse eine Gesellschaft tiefgreifend prägen und folglich zu ihrer Selbstzerstörung führen können, damit andere die Kontrolle übernehmen.

Bezmenov erklärte, dass die UdSSR den Kapitalismus an seinen moralischen Flanken bekämpfen wollte, obwohl er irrigerweise nicht begriff, dass der Westen nicht das Paradies war, das er vermutete, sondern etwas, das noch schlimmer sein konnte als das, was er hasste. Wie bei Gramsci wurden seine Ideen für etwas anderes verwendet, im Prinzip für eine wütende McCarthy-Kampagne.

Was seine wahren Beweggründe waren, ist fraglich: vielleicht eine Enttäuschung über sein Land, etwas Persönliches, oder er dachte einfach, dass es sehr profitabel sei, ein Propagandawerkzeug zu werden, und dass er unter privilegierten Bedingungen leben könne.

Wir kennen seine Beweggründe nicht und können nur spekulieren, aber sein Tod im Jahr 1993 im Alter von 54 Jahren erscheint merkwürdig. Vor allem, weil er keine gesundheitlichen Probleme hatte und die Nachricht von seinem Tod bis auf eine kleine Lokalzeitung unbemerkt blieb. Bezmenov wurde in den großen nationalen Medien zitiert und starb in Vergessenheit, wenn er überhaupt starb, denn bei solchen Persönlichkeiten ist es sehr schwierig, die Wahrheit zu erfahren.

Ungeachtet dessen haben seine Warnungen, die mit einer dicken Propagandaschicht überzogen waren, eine echte Methodik ans Licht gebracht. Wir dürfen nicht vergessen, dass das eingesetzte Werkzeug nie gut oder schlecht ist, es ist nur ein Werkzeug und seine Qualitäten hängen von seiner Anwendung ab. Die “Eliten” haben das verstanden und nutzen es zu ihrem Vorteil. In ihrem Fall heiligt der Zweck die Mittel.

Der von ihm beschriebene Prozess der sozialen Zerstörung ermöglicht es den Eliten, die Gesellschaft nach Erreichen der letzten Stufe nach Belieben wieder aufzubauen. Das ist sehr wichtig für diejenigen, die glauben, dass der Kulturkampf eine Nebensache ist und dass man sich stattdessen um die unmittelbaren Interessen des Volkes kümmern sollte. Wenn die Gesellschaft jedoch zerbrochen ist und ihr Wille nach Belieben der Mächtigen manipuliert wird, ist der Weg frei für eine Neuordnung der Werte und des Denkens. Das bedeutet die Kontrolle über eine dystopische Zukunft im Stil von 1984.

Ziel ist es, den Verstand und das Verhalten der Massen zu kontrollieren, und jeder, der versucht, selbständig zu denken, ist ein Dissident mit einer düsteren Zukunft. Denken Sie daran, dass es in Orwells Roman nicht darum ging, Andersdenkende zu töten, sondern sie zu brechen.

Der Mensch besteht aus Körper, Geist und Seele, und sein Wille unterliegt einer bestimmten physiologischen Grundlage, so dass die Kontrolle der physiologischen Bedürfnisse ein Schritt zur Kontrolle des Geistes ist. Man kann nicht über höhere Werte nachdenken, ohne zu essen.

Abraham Maslow war ein Psychologe, der Mitte des 20. Jahrhunderts einen Artikel mit dem Titel ›A Theory of Human Motivation‹ (Theorie der menschlichen Motivation) schrieb, in dem er feststellte, dass die Bedürfnisse in einer Hierarchie angeordnet werden können, wobei einige Bedürfnisse, wie physiologische und Sicherheitsbedürfnisse, den Sockel bilden. Ein primitiveres oder einfacheres Wesen könnte diese Stufen nicht umgehen, um sich den sozialen und den Ego-Bedürfnissen zuzuwenden.

Die vier unteren Stufen bilden die sogenannte Pyramide der “defizitären Bedürfnisse”. Diese Bedürfnisse sind insofern von grundlegender Bedeutung, als ihre Befriedigung in der Regel kein spürbares Gefühl hervorruft, ihr Fehlen jedoch Ängste oder Unbehagen verursacht.

Die grundlegendste Ebene dieser Pyramide wird von den physiologischen Bedürfnissen eingenommen: Essen, Trinken und Ruhe. Diese sind für das Überleben und das körperliche Wohlbefinden unerlässlich.

Die zweite Ebene konzentriert sich auf die Bedürfnisse nach Sicherheit und Stabilität, die für ein Gefühl des Schutzes und der Vorhersehbarkeit im Leben wichtig sind.

Die dritte Ebene befasst sich mit dem menschlichen Bedürfnis, geliebt zu werden, dazuzugehören – wichtige Aspekte für die emotionale und soziale Entwicklung.

Die vierte Ebene schließlich befasst sich mit dem Bedürfnis nach Anerkennung, Prestige und Ehre, das eine wichtige Rolle für das Selbstwertgefühl und die persönliche Identität spielt.

Jede Stufe stellt eine wesentliche Phase auf der Suche nach Wohlbefinden und Selbstverwirklichung dar.

Die fünfte Stufe der Entfaltung, die Kreativität, die Selbstverwirklichung, ermöglicht es dem Menschen, über sich selbst hinauszuwachsen und sein menschliches Potenzial zu entfalten, wodurch eine besser entwickelte Gesellschaft möglich wird.

Auf dieser Grundlage erläuterte der sowjetische Überläufer die Phasen des sozialen Zusammenbruchs in den Vereinigten Staaten entsprechend dem Kalten Krieg, in dem er lebte. Die vier genannten Phasen – Demoralisierung, Destabilisierung, Krise und Normalisierung – sind auch heute noch in Kraft, wenn auch in anderer Form.

Die von ihm angeprangerte Methode der Destabilisierung ist in der Tabelle zusammengefasst, in der wir die Ähnlichkeiten mit den Ereignissen analysieren können, die wir in den letzten Jahrzehnten und insbesondere in den letzten Jahren erlebt haben, und unsere eigenen Schlüsse daraus ziehen können, ob Bezmenov sich geirrt hat. Viele seiner Behauptungen sind heute unbestreitbar überprüfbar, auch wenn wir sehen können, dass seine Beiträge zum Freihandel und zu anderen Themen bei seinem Publikum gut ankommen.

Die Vereinigten Staaten steuern auf den Abgrund zu, das wissen wir alle und können uns dem kaum entziehen. Das liegt nicht an wirtschaftlichen, technologischen, industriellen oder militärischen Problemen, obwohl es stimmt, dass in all diesen und vielen anderen Bereichen ein steiler Niedergang zu verzeichnen ist, sondern die Ursache des Problems ist kultureller Natur. Was passiert ist, ist der Zusammenbruch des Wertesystems, der sozialen Strukturen, und das ist es, was diese Situation letztendlich ausgelöst hat.

Die vier Phasen sind dieselben, aber heute können wir sie als die Entwicklung desselben Plans erkennen, dessen Urheber, anders als Bezmenov glaubte, nicht der Kommunismus oder die Sowjets waren, sondern die angelsächsischen Eliten selbst. Nachdem diese Eliten ihren sowjetischen Feind ausgeschaltet hatten, machten sie sich daran, ein neues Modell nach ihren eigenen Bedürfnissen zu implementieren. Heute erfordert die Technologie einen Systemwechsel und das Modell, das sie verfolgen, ist etwas, das zu seiner Umsetzung nicht nur Fügsamkeit, sondern auch einen Wertewandel bei den Massen erfordert.

Die vier Phasen haben sich seit den 1960er Jahren entwickelt, vielleicht ein wenig länger als die von Bezmenov genannten. Sie können wie folgt beschrieben werden:

1) Demoralisierung

–  Die Demoralisierungsphase zielt auf die Aushöhlung von Ideen, Strukturen und Komponenten des Lebens ab. Die Ideen, die umgesetzt werden sollen, werden von den Medien, der Unterhaltung, der Bildung und der Kultur unterstützt.

–  Historische Symbole werden durch falsche Symbole ersetzt. Helden, Patrioten oder sogar Heilige werden durch problematische, widersprüchliche und ignorante Idole ersetzt. Der kulturelle Niedergang ist unübersehbar.

–  Gleichzeitig werden die Institutionen ausgehöhlt. Sicherheitskräfte, Streitkräfte, Justiz, Kirche usw. werden angegriffen. Nichts, woran man glauben oder worauf man vertrauen kann, sollte mehr Bestand haben.

–  Der traditionelle Rahmen wird in Frage gestellt: Familie, Ehe, Religion, Geschichte, Rollen. Alles muß in Frage gestellt werden.

–  Die nationale Geschichte wird verändert und durch eine für neue Interessen umgeschriebene Geschichte ersetzt.

–  Alte Gegensätze, wie die Verteilung des Reichtums, werden durch neue, zu diesem Zweck geschaffene Konflikte ersetzt: LGBTismus, Feminismus, Umweltschutz, Tierschutz, Rassismus (= Xenophobie) usw. Ideen, die Verwirrung und Zerbrechlichkeit begünstigen, werden installiert: toxischer Machismo, irrelevante Opferrolle.

2) Destabilisierung und Grundlagen für Anarchie

–  Das Ziel ist die Kriminalisierung des Diskurses durch politische Korrektheit.

–  Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird in Frage gestellt, weil es beleidigend ist.

–  Vertiefung der Zerstörung traditioneller familiärer und kultureller Werte, um alles zu verändern. Es werden neue Formen eingeführt, die zur individuellen Isolierung tendieren. Der Egoismus wird als Synonym für die persönliche Freiheit gefördert. Dies ist die “Dekonstruktion”, die viele stolz verkünden.

–  Die Prozesse der Destabilisierung beginnen mit der Installation farbiger Revolutionen, Quellen oder scheinbar systemfeindlicher, unfähiger oder gefährlicher Kandidaten, je nach Realität.

–  Mit intransparenten Systemen, die Zweifel erzeugen, um die Legitimität zu beseitigen, werden Zweifel am Wahlergebnis gesät. Es kommt nicht so sehr darauf an, wer gewinnt, sondern vielmehr darauf, daß dem Sieger Widerstand entgegengebracht wird.

–  Förderung von Auseinandersetzungen über ungleiche Rechte (Migranten, Frauen, Schwule usw. gegenüber dem Rest der Gesellschaft).

–  Minderheiten, die durch die Inthronisierung der aggressivsten und widerstandsfähigsten Individuen gestärkt werden, gegen politisch nicht repräsentierte Mehrheiten ausspielen.

– Förderung von Drogen, Alkohol, ausschweifendem Leben, Banalität und Oberflächlichkeit.

–  Individuelle und kollektive Verschuldung, die die konditioniert und stresst.

–  Eine einzige Stimme mit scheinbarem Dissens, die nicht die realen Ambitionen und Konflikte repräsentiert, sondern die induzierten.

–  Als Demokratie getarnte Ochlokratie, d. h. unwissende und vorurteilsbehaftete Menschen an der sichtbaren Spitze von Staaten.

–  Unsicherheit, Ratlosigkeit, Verwirrung und Wut führen zu Handlungsunfähigkeit. Lähmung und Spaltung.

3) Krise

–  Revolutionen, Konfrontationen, Kriege, Anarchie und molekulare Kriege brechen schließlich aus.

–  Es werden Gründe gefunden, um die Rechte der Meinungsäußerung zu verletzen und diktatorische Regierungen einzusetzen. Sie sind die Antwort auf Unruhen, Katastrophen und die Anarchie selbst. Die Gesellschaft ruft nach der Wiederherstellung von Sicherheit und Ordnung.

–  Ohne Werte, ohne Traditionen, mit einer kulturell dekonstruierten Gesellschaft werden Regierungen eingesetzt, die auf die Bedürfnisse der “Eliten” zugeschnitten sind. Die Gesellschaft ist nicht in der Lage zu bemerken, was vor sich geht.

4) Normalisierung

–  Bezmenov verwendet diesen Begriff ironisch in Anspielung auf die sowjetischen Invasionen in Ungarn und in die Tschechoslowakei, aber der Begriff ist akzeptabel, weil er den Konflikt beendet und ein geregeltes Leben ermöglicht. Das System wurde nach den Bedürfnissen der “Eliten” verändert, die einfachen Menschen werden ein Minimum an Ordnung in ihrem Leben begrüßen. Die Angst vor einer Rückkehr zur Anarchie wird als Abschreckung ausreichen, um die neuen Regeln zu akzeptieren.

–  Dieser letzte Punkt war das ultimative Ziel, nämlich die Schaffung einer neuen machtbasierten Organisation. Dies ist die von Bezmenov dargelegte Methode und die psychologische Grundlage von Abraham Maslow, der als Reduktionist kritisiert worden ist. Dennoch trägt sein Beitrag dazu bei, die Gründe zu verstehen, die den Menschen dazu bringen, sich so zu verhalten, wie er es tut, und die Grundlage, auf der er arbeitet, um den Dekonstruktionsplan umzusetzen.

Was wir dann in der Welt sehen, ist nur die Frucht dieses Prozesses, der gesunde Reaktionen auf die kriegstreiberischen Pläne der westlichen Regierungen verhindert. Während die Europäer in den 1980er Jahren unter Führung der Deutschen massenhaft auf die Straße gingen, um gegen die Euro-Raketen (die US-Pershing II) zu protestieren, die sie zur Zielscheibe für sowjetische Atomraketen machten, sind sie heute fast gleichgültig gegenüber dem nuklearen Abgrund, in den die Europäische Union sie durch die Konfrontation mit Russland führt. Auch die Zerstörung ihrer Wirtschaft mit Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Energie und Wohnraum, die zu einer heftigen Rezession führen werden, trägt nicht zur Sensibilisierung bei.

Was mobilisiert die Europäer noch? Nicht viel, die Schwulenparaden am ›Pride Day‹ und sonst wenig. Nur die Indignados in Spanien entziehen sich dem, aber sie vermischen sich mit libertären Ideen, heute Liberale genannt, die glauben, dass der Staat ihr Feind ist und nicht das Gehirn, das ihn kontrolliert.

Der Plan der Zerstörung hat die ersten beiden Etappen abgeschlossen und steuert mit Volldampf auf die dritte zu. Sie sind ihrem Ziel sehr nahe, und das Beste, was wir tun können, ist, davor zu warnen. Wir sollten die nötige Reife erlangen, das Spiel verstehen, eher die Strategie als die Taktik sehen, eher die Hintergründe als die Konjunktur.

Natürlich sind die Grundbedürfnisse, die auf der ersten und zweiten Stufe der Basis der Maslowschen Pyramide stehen, von zentraler Bedeutung, denn ohne sie gibt es nichts mehr. Dennoch müssen wir das endgültige Ziel verstehen, denn wenn die Initiative in den Händen der “Eliten” liegt, werden wir immer nur geringfügig und mit Verzögerung auf ihre Politik reagieren.

Die “Eliten” sind weder links noch rechts, es ist nicht die “Linke”, die unsere Nationen unterwandert, es ist die globalistische Elite, die unsere Völker durch linke oder rechte politische Agenten unterwandert, die sie mit ihren Etiketten zusammenbasteln, um sie zu verzerren oder zu verwirren.

Es erfordert also einen wendigen und offenen Geist, um das regelmäßig wechselnde Spiel zu verstehen. Der ständige Wandel ist Teil der angewandten Strategie. Wenn es uns gelingt, ihre Politik zu verstehen und die Gesellschaft dazu zu bringen, einen Sachverhalt zu begreifen und darauf zu reagieren, haben sie neue Schritte unternommen und die Herausforderung ist eine andere. Wenn wir nicht wissen, welches Endziel sie anstreben, können wir ihre Bewegungen nie vorhersehen und die Initiative ändern, weshalb wir den kognitiven Krieg, der gemeinhin als Kulturkampf bezeichnet wird, richtig einschätzen müssen.

Quelle; http://euro-synergies.hautetfort.com/archive/2023/12/13/les-elites-et-l-instrumentalisation-de-gramsci-maslow-et-bezmenov-dans-la-g.html
Originalquelle: https://noticiasholisticas.com.ar/las-elites-y-la-instrumentacion-de-gramsci-maslow-y-bezmenov-en-la-guerra-cognitiva-contra-los-pueblos-por-marcelo-ramirez/#google_vignette
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Gaza: Der Plan ist alt, das Ziel ist klar

Gaza: Le plan est vieux, l´objectif est clair

Gaza: The plan ist old, the goal is clear

„Das endgültige Ziel ist klar vor Augen, und zwar schon seit mehr als sieben Jahrzehnten. Das Verbrechen schreitet Schritt für Schritt voran, das Tempo nimmt zu. Und doch sind hochrangige Politiker und Journalisten im Westen – wie ihre Vorgänger – weiterhin blind für alles.“

So Jonathan Cook, der – noch vor den Geisel-Freilassungen – seine Eindrücke und Erfahrungen nachstehend ausführlich zur Kenntnis bringt. Diese haben auch Wochen später nichts an ihrer Aktualität verloren.

Jonathan Cook*

Oktober 2023 – Die Zerstörung im Gazastreifen ist unvorstellbar. Der zionistische, terroristische, rassistische und kolonialistische Staat, der sich dank der Unterstützung westlicher Regierungen völlige Straflosigkeit sichert, führt einen verheerenden Bombenangriff auf eine unbewaffnete Bevölkerung durch, mit dem offensichtlichen Ziel, eine neue Nakba zu provozieren
Alles deutet darauf hin, dass Israel erneut ernsthaft über eine massive ethnische Säuberungsaktion nachdenkt, die blitzschnell und mit Hilfe der Vereinigten Staaten durchgeführt wird.

Als die israelischen Streitkräfte am Wochenende mit begrenzten Bodeneinsätzen im nördlichen Gazastreifen begannen, gab es zahlreiche Berichte darüber, dass Israel Pläne vorbereitete, einen Großteil oder die gesamte Bevölkerung aus der belagerten Enklave in das benachbarte ägyptische Gebiet Sinai zu vertreiben.
Diese Befürchtungen wurden teilweise durch einen Bericht der israelischen Nachrichtenagentur Calcalist letzte Woche geschürt, in dem ein durchgesickerter Entwurf einer Politik des Geheimdienstministeriums zitiert wurde, der genau einen solchen ethnischen Säuberungsplan für Gaza umreißt.

Weitere Bedenken wurden durch einen Bericht der Financial Times am Montag geäußert, wonach der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Europäische Union unter Druck gesetzt habe, die Idee der Vertreibung von Palästinensern aus dem Gazastreifen in den Sinai unter dem Deckmantel des Krieges zu akzeptieren.
Einige EU-Mitglieder, darunter die Tschechische Republik und Österreich, waren Berichten zufolge aufgeschlossen und brachten die Idee letzte Woche auf einem Treffen der Mitgliedstaaten vor. Ein namentlich nicht genannter europäischer Diplomat sagte gegenüber der Financial Times: „Jetzt ist es an der Zeit, den Druck auf die Ägypter zu erhöhen, damit sie akzeptieren.“ »

Dem durchgesickerten Dokument des israelischen Geheimdienstministeriums zufolge würden die 2,3 Millionen Palästinenser aus Gaza nach ihrer Vertreibung zunächst in Zeltstädten untergebracht, bevor dauerhafte Siedlungen im Norden der Halbinsel errichtet werden könnten.
Eine mehrere Kilometer breite militärische „Unfruchtbarkeitszone“ würde jede Rückkehr nach Gaza verhindern. Längerfristig würde Israel andere Staaten – insbesondere Kanada, europäische Länder wie Griechenland und Spanien sowie Länder in Nordafrika – ermutigen, die palästinensische Bevölkerung des Sinai aufzunehmen.

Nach Angaben des Ministeriums würde die Vertreibung der Palästinenser aus Gaza in den Sinai „wahrscheinlich positive und dauerhafte strategische Ergebnisse zeitigen“.
Für die Palästinenser hingegen ist es ein traumatisches Echo der Massenvertreibung von Palästinensern aus ihrem Heimatland während der Gründung Israels im Jahr 1948 – was die Palästinenser ihre Nakba oder Katastrophe nennen.

Ein Plan zur ethnischen Säuberung


Das durchgesickerte Dokument wurde schnell als spekulativ eingestuft. Tatsächlich hat Israel jedoch bereits seit mindestens 2007 ernsthaft über einen solchen ethnischen Säuberungsplan für Gaza nachgedacht, der von den Vereinigten Staaten genehmigt wurde. Dies geschah kurz nachdem die Hamas die palästinensischen Wahlen gewonnen und die Kontrolle über das Gebiet übernommen hatte.

Nach einer Reihe geheimer und erfolgloser diplomatischer Bemühungen in den letzten 16 Jahren, Ägypten dazu zu bringen, diesen sogenannten „Friedensplan“ – offiziell bekannt als „Plan für den Groß-Gazastreifen“ – zu akzeptieren, könnte Israel versucht sein, den gegenwärtigen Moment zur Umsetzung auszunutzen mit Gewalt eine noch viel grausamere Version dieses Plans.
Dies würde sicherlich Israels aktuelle Bombenangriffe auf Gaza erklären – die von Beamten positiv mit den schrecklichen Bombenangriffen auf Zivilisten in der deutschen Stadt Dresden während des Zweiten Weltkriegs verglichen werden – sowie Israels Befehl, einer Million Palästinensern eine ethnische Säuberungsaktion zu gehorchen vom Norden bis zum Süden von Gaza.

Am Sonntag bombardierte Israel Gebäude rund um das Al-Quds-Krankenhaus im nördlichen Gazastreifen und füllte die Räume mit Wolken giftigen Staubs. Die Verwaltung wurde wiederholt gewarnt, dass das Krankenhaus sofort evakuiert werden müsse. Das Personal sagte, dies sei unmöglich, da zu viele Patienten zu krank seien, um verlegt zu werden.

Die Konzentration der Palästinenser im südlichen Gazastreifen – wo sie ebenfalls bombardiert werden und keinen Strom, keine Nahrung, kein Wasser und keine Kommunikation mehr haben und Krankenhäuser und Hilfszentren nicht funktionieren können – hat zu einer katastrophalen, beispiellosen humanitären Reaktion geführt.
Der Druck auf den ägyptischen Diktator Abdel Fattah el-Sisi, den Grenzübergang Rafah aus humanitären Gründen zu öffnen und die Palästinenser in den Sinai strömen zu lassen, wächst von Tag zu Tag.

Der Angriff der Hamas auf israelische Gemeinden in der Nachbarschaft von Gaza am 7. Oktober könnte genau den Vorwand geliefert haben, den Israel brauchte, um seinen Plan der ethnischen Säuberung wieder aufzunehmen.

Druck auf Ägypten

Der Plan für den Großraum Gaza wurde erstmals 2014 enthüllt, nachdem israelische und ägyptische Medien durchgesickert waren – offenbar als Teil einer Druckkampagne gegen al-Sisi, der damals gerade mit Unterstützung der Vereinigten Staaten eingesetzt worden war.
Die ägyptische Armee hatte im Jahr zuvor die gewählte Regierung der Muslimbruderschaft gestürzt.
Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas bestätigte damals die Existenz des Plans, betonte jedoch, dass er ihn annulliert habe. Er sagte einem Interviewer, dass er „von einigen hier [in Ägypten] unglücklicherweise akzeptiert worden sei“. Fragen Sie mich nicht mehr danach. Wir haben es abgeschafft, weil es nicht möglich ist.“ Middle East Eye war damals eines der wenigen westlichen Medien, die über diese Entwicklung berichteten.

Als die Besorgnis unter Ägyptern und Palästinensern zunahm, sagte ein ehemaliger Berater von Hosni Mubarak, der Ägypten bis 2011 regierte, dass die Regierung George W. Bush Mubarak 2007 unter Druck gesetzt habe, den Plan anzunehmen. Berichten zufolge war auch der nächste Präsident, Mohamed Mursi von der Muslimbruderschaft, im Jahr 2012 einem ähnlichen Druck ausgesetzt.

Die Quelle zitiert Mubarak als Antwort auf den Plan:
„Wir kämpfen sowohl gegen die Vereinigten Staaten als auch gegen Israel. Es besteht Druck auf uns, den Grenzübergang Rafah für Palästinenser zu öffnen und ihnen Aufenthaltsfreiheit zu gewähren, insbesondere im Sinai. In ein oder zwei Jahren wird die Frage der palästinensischen Flüchtlingslager im Sinai internationalisiert.“

Damals wurde der Vorstoß der Palästinenser in den Sinai als „Friedensplan“ dargestellt. Wenn Israel heute Erfolg hat, wäre das der Abschluss einer gewaltsamen ethnischen Säuberungsaktion.
Wie MEE 2014 feststellte, sah der Greater Gaza Plan vor, 1.600 km² des Sinai – fünfmal so groß wie Gaza – an die palästinensischen Herrscher im Westjordanland unter der Führung von Abbas zu übertragen.

„Das Sinai-Territorium würde zu einem entmilitarisierten palästinensischen Staat – mit dem Spitznamen ‚Großer Gazastreifen‘ – werden, dem zurückkehrende palästinensische Flüchtlinge zugewiesen würden … Im Gegenzug müsste Abbas auf das Recht auf Eigenstaatlichkeit im Westjordanland und in Ostjerusalem verzichten.“ »
Die Hoffnung bestand darin, dass Abbas zustimmen würde, einen palästinensischen Ministaat im Sinai zu leiten, wo sich die meisten palästinensischen Flüchtlinge der Region niederlassen könnten, und ihnen damit ihr völkerrechtliches Rückkehrrecht zu entziehen.
Die meisten Palästinenser in Gaza sind Flüchtlinge oder Nachkommen von Flüchtlingen aus den ethnischen Säuberungen Israels im Jahr 1948.

Der Traum von der israelischen Kolonialmacht

Die Idee, einen palästinensischen Staat außerhalb des historischen Palästina – in Jordanien oder auf dem Sinai – zu gründen, hat eine lange Geschichte im zionistischen Denken. „Jordanien ist Palästina“ ist seit Jahrzehnten ein Schlachtruf der israelischen Rechten. Parallele Vorschläge wurden für den Sinai gemacht.
Das Projekt wurde zum Kernstück der Herzliya-Konferenz 2004, einem jährlichen Treffen der politischen, akademischen und sicherheitspolitischen Eliten Israels zum Austausch und zur Entwicklung politischer Ideen.Uzi Arad, der Gründer der Konferenz und langjährige Berater von Netanyahu, nahm es begeistert auf.

Eine Variante der Option „Sinai ist Palästina“ wurde von der Rechten während der Operation Protective Edge, dem 50-tägigen israelischen Angriff auf Gaza im Sommer 2014, wiederbelebt.
Moshe Feiglin, Sprecher der israelischen Knesset und Mitglied der Likud-Partei von Netanyahu, forderte, dass die Bewohner Gazas unter dem Deckmantel der Operation aus ihren Häusern vertrieben und auf den Sinai umgesiedelt würden, als Teil dessen, was er als „Lösung für Gaza“ bezeichnete.

Im Jahr 2018 gab die Trump-Regierung dem Plan für den Großraum Gaza weiteren Auftrieb, als Berichten zufolge eine Aufnahme in den „Deal des Jahrhunderts“ des US-Präsidenten in Betracht gezogen wurde, der die Beziehungen zwischen Israel und der arabischen Welt normalisieren soll.
Zwischen 2007 und 2018 begründete Israel die Sinai-Option damit, dass sie die von Abbas bei den Vereinten Nationen geführte Kampagne zur Anerkennung der palästinensischen Eigenstaatlichkeit gefährdete.

Bemerkenswert ist, dass die groß angelegten militärischen Angriffe Israels auf Gaza – in den Wintern 2008, 2012 und 2014 – mit den Bemühungen Israels und der Vereinigten Staaten zusammenfielen, aufeinanderfolgende ägyptische Führer unter Druck zu setzen, Teile des Sinai aufzugeben. Die Zerstörung von Gaza, die die humanitäre Katastrophe dort verschärft hat, scheint Teil dieser Druckkampagne zu sein.

„Kein Mensch kann überleben“


In diesem Zusammenhang müssen Israels derzeitige beispiellose Amokläufe im Gazastreifen interpretiert werden, ebenso wie die ebenso beispiellosen Folgen der politischen und militärischen Krisen in Israel, die durch die Offensive der Hamas-Bewegung am 7. Oktober ausgelöst wurden.
Ursprünglich sollte der Plan für den „Großen Gazastreifen“ die palästinensischen Führer besänftigen, indem ihnen eine Art Staat angeboten wurde, allerdings nicht im historischen Palästina. Auf dem Sinai würden neue palästinensische Städte, eine Freihandelszone, ein Kraftwerk, ein Seehafen und ein Flughafen entstehen.

Der größte Knackpunkt für Ägypten – abgesehen davon, dass es in völliger Komplizenschaft mit Israel bei der Auslöschung der palästinensischen nationalen Sache stand – war die Angst, dass die Hamas in Ägypten eine Basis gewinnen und lokale islamistische Bewegungen stärken könnte.
Es gibt zahlreiche Beweise dafür, dass sich die Entschlossenheit Israels, die Palästinenser nach Ägypten zu drängen, seit dem Angriff vom 7. Oktober verstärkt hat und dass der Durchbruch der Hamas eine Gelegenheit war, mit Gewalt zu erreichen, was durch Diplomatie nicht erreicht werden konnte.

Die israelische Führung scheint nicht bereit zu sein, die Bedenken Ägyptens zu berücksichtigen.
Eine Woche nach Beginn der Militäroperationen erklärte der Sprecher der israelischen Armee, Amir Avivi, gegenüber der BBC, dass Israel die Sicherheit der Zivilbevölkerung in Gaza nicht garantieren könne. Er fügte hinzu: „Sie müssen nach Süden ziehen, in Richtung der Sinai-Halbinsel.“

Am nächsten Tag fügte der ehemalige israelische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Danny Ayalon, ein Vertrauter von Netanyahu, eine Schicht hinzu: „In der Sinai-Wüste gibt es fast unendlich viel Platz … Es ist nicht das erste Mal, dass dies getan wird.“ . Wir und die internationale Gemeinschaft werden die Infrastruktur für die Zeltstädte vorbereiten.“

Und zum Schluss: „Ägypten muss das Spiel mitmachen.“

Diese Beamten stellten die Initiative als vorübergehende Maßnahme während der israelischen Bombenangriffe und Bodeninvasion dar. Aber alles deutet darauf hin, dass Israel viel größere Ambitionen hat. Benny Gantz, ein ehemaliger General, der jetzt in einer Einheitsregierung mit Netanjahu sitzt, sagte, Israel habe einen Plan, „die Sicherheit und die strategische Realität in der Region zu verändern“.
Giora Eiland, ein ehemaliger nationaler Sicherheitsberater, sagte, das Ziel bestehe darin, „Bedingungen zu schaffen, unter denen das Leben in Gaza nicht mehr nachhaltig sei“. Infolgedessen „wird Gaza zu einem Ort, an dem kein Mensch überleben kann.“

Eine außer Kontrolle geratene Spirale


Herr Sisi ist sich des Drucks bewusst, den Israel auf Ägypten ausübt. Auf einer Pressekonferenz am 18. Oktober warnte er, dass die israelische Bombardierung des Gazastreifens eine humanitäre Krise auslösen würde, die „außer Kontrolle geraten könnte“.
Er fügte hinzu :
„Was derzeit in Gaza geschieht, ist ein Versuch, zivile Bewohner zur Flucht und Migration nach Ägypten zu zwingen, was nicht akzeptiert werden sollte.“

Das Szenario, das Herr Sisi befürchtet, ist eine Wiederholung der Ereignisse von 2008, als Tausende Palästinenser aufgrund der Belagerung der Enklave durch Israel die Barriere zwischen Gaza und Sinai überquerten, um an Nahrungsmittel und Treibstoff zu gelangen. Um zu verhindern, dass sich dies wiederholt, hat Ägypten die Sicherheitsmaßnahmen entlang seiner kurzen Grenze zu Gaza wiederholt verschärft.

Dennoch hätte Kairo Vorbereitungen für einen solchen Fall getroffen. Es sieht insbesondere die rasche Errichtung von Zeltstädten in der Nähe der Städte Sheikh Zuwayed und Rafah im Sinai vor.
Al-Sisi sagte, wenn die Palästinenser in den Sinai gedrängt würden, würden die Ägypter „auf die Straße gehen und in Millionenhöhe protestieren“.

Die Besorgnis Kairos über die israelischen Absichten wird von Francesca Albanese, einer UN-Beamtin und Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete, geteilt.

In Bezug auf die beiden großen historischen ethnischen Säuberungsaktionen Israels bemerkte sie: „Es besteht die große Gefahr, dass das, was wir erleben, eine Wiederholung der Nakba von 1948 und der Naksa von 1967 ist, allerdings in größerem Ausmaß.“ Die internationale Gemeinschaft muss alles tun, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert.“

Die Vereinigten Staaten, die den „Greater Gaza“-Plan seit langem unterstützen, verfügen über eigene, insbesondere finanzielle Druckmittel, um al-Sisi zur Einhaltung zu bewegen. Ägypten steckt in einer beispiellosen Schuldenkrise von mehr als 160 Milliarden US-Dollar, die durch die steigende Inflation noch verschärft wird, während al-Sisi auf eine Präsidentschaftswahl zusteuert.

Ägyptische Beamte glauben, dass Washington versuchen wird, Ägypten durch einen Schuldenerlass zur Aufnahme von Flüchtlingen aus einer neuen israelischen ethnischen Säuberungsaktion zu zwingen. Nur drei Tage nach der Offensive der Hamas-Bewegung erklärten Beamte der Biden-Regierung öffentlich, dass sie Vereinbarungen mit Drittstaaten getroffen hätten, um palästinensischen Zivilisten eine sichere Ausreise aus Gaza zu ermöglichen.

Alles deutet darauf hin, dass Israel erneut ernsthaft über eine massive ethnische Säuberungsaktion nachdenkt, die blitzschnell und mit Hilfe der Vereinigten Staaten durchgeführt wird, um internationale Einwände außer Kraft zu setzen. Die Frage ist, ob irgendjemand bereit oder in der Lage ist, es zu stoppen.



*Jonathan Cook gewann den Martha Gellhorn Special Journalism Prize. Er ist der einzige Auslandskorrespondent, der dauerhaft in Israel (seit 2001 in Nazareth) stationiert ist. Seine neuesten Bücher sind: „Israel and the Clash of Civilizations: Iraq, Iran and the to Remake the Middle East“ (Pluto Press) und „Disappearing Palestine: Israel’s Experiments in Human Despair“ (Zed Books). Schauen Sie sich seine persönliche Website an.

Quelle: Jonathan-Cook.net

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Völkermord in Palästina?

Genocide en Palestine?

Genocide in Palestine?

Am 28. Oktober 2023 trat Craig Mokhiber als Direktor des New Yorker Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte wegen der Reaktion der Organisation auf den Krieg in Gaza zurück. In seinem Rücktrittsschreiben bezeichnete er Israels militärische Intervention in Gaza als „Völkermord wie aus dem Lehrbuch“ und warf der UNO vor, nicht gehandelt zu haben.

Hier sein Schreiben (ohne Kommentar meinerseits):

Sehr geehrter Herr Hochkommissar,

dies ist meine letzte offizielle Mitteilung an Sie als Direktor des New Yorker Büros des Hochkommissars für Menschenrechte.  

Ich schreibe Ihnen in einer Zeit, in der die Welt und viele unserer Kollegen und Kolleginnen in großer Sorge sind. Wieder einmal sehen wir, wie sich vor unseren Augen ein Völkermord entfaltet, und die Organisation, der wir dienen, scheint machtlos zu sein, ihn zu beenden. Als jemand, der sich seit den 1980er Jahren mit den Menschenrechten in Palästina befasst, in den 1990ern als UN-Menschenrechtsberater in Gaza gelebt und davor und danach dort mehrere Menschenrechtsmissionen durchgeführt hat, fühle ich mich davon zutiefst persönlich betroffen. Ich habe in diesen Räumen auch während der Völkermorde an den Tutsi, an den bosnischen Muslimen, den Jesiden und den Rohingya gearbeitet. In jedem dieser Fälle wurde mir schmerzlich deutlich, nachdem sich der Staub von den Gräueltaten an der wehrlosen Zivilbevölkerung gelegt hatte, dass wir unserer Pflicht zur Verhinderung von Massenmorden, zum Schutz der Schwachen und dazu, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, nicht nachgekommen waren. Und so war es auch bei den aufeinanderfolgenden Wellen der Ermordung und Verfolgung von Palästinenser*innen während der gesamten Amtszeit der Vereinten Nationan.

Herr Hochkommissar, wir haben erneut versagt.  

Als Menschenrechtsanwalt mit mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung auf diesem Gebiet weiß ich sehr wohl, dass der Begriff Völkermord oft politisch missbraucht wird. Doch der gegenwärtige Massenmord am palästinensischen Volk auf der Grundlage einer ethno-nationalistischen Siedlerkolonialideologie, welche die jahrzehntelange systematischen Verfolgung und ethnische Säuberung eines Volkes fortsetzt, nur weil die Menschen Araber sind, und die mit ausdrücklichen Absichtserklärungen führender Vertreter der israelischen Regierung und des Militärs einhergehen, lässt keinen Raum für Zweifel oder Debatten. Im Gazastreifen werden zivile Gebäude, Schulen, Kirchen, Moscheen und medizinische Einrichtungen mutwillig angegriffen und Tausende von Zivilisten massakriert. Im Westjordanland, einschließlich dem besetzten Jerusalem, werden Häuser beschlagnahmt und neu zugeteilt, und israelische Militäreinheiten begleiten gewalttätige Siedlerpogrome. Überall im Land herrscht Apartheid.  

Dies ist Völkermord wie aus dem Lehrbuch. Das europäische, ethno-nationalistische, koloniale Siedlerprojekt in Palästina ist in seine Schlussphase getreten, die auf die beschleunigte Zerstörung der letzten Reste einheimischen palästinensischen Lebens in Palästina abzielt. Mehr noch, die Regierungen der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreichs und eines Großteils Europas sind an diesem schrecklichen Angriff beteiligt. Diese Regierungen weigern sich nicht nur, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen, „die Einhaltung der Genfer Konventionen zu gewährleisten“, sondern sie bewaffnen den Angriff aktiv, unterstützen ihn wirtschaftlich und nachrichtendienstlich und geben Israels Gräueltaten politische und diplomatische Rückendeckung.   

Gleichzeitig verstoßen westliche Medien, die zunehmend vom Staat vereinnahmt werden, offen gegen Artikel 20 des ICCPR (International Covenant on Civil and Political Rights, Zivilpakt), indem sie die Palästinenser entmenschlichen, um den Völkermord zu erleichtern, und Kriegspropaganda und die Befürwortung nationalen, rassistischen oder religiösen Hasses verbreiten, was eine Aufstachelung zu Diskriminierung, Feindseligkeit und Gewalt darstellt. In den USA ansässige Social-Media-Unternehmen unterdrücken die Stimmen von Menschenrechtlern und verbreiten israelfreundliche Propaganda. Online-Trolle der Israel-Lobby und GONGOS belästigen und verleumden Menschenrechtsaktivisten, und westliche Universitäten und Arbeitgeber arbeiten mit ihnen zusammen, um diejenigen zu bestrafen, die es wagen, sich gegen die Gräueltaten auszusprechen. Nach diesem Völkermord müssen auch diese Akteure zur Rechenschaft gezogen werden, so wie es bei Radio Milles Collines in Ruanda geschah. 

Unter diesen Umständen sind die Anforderungen an unsere Organisation, prinzipientreu und effektiv zu handeln, größer denn je. Aber wir haben die Herausforderung nicht angenommen. Die Schutzmacht Sicherheitsrat wurde erneut durch die Unnachgiebigkeit der USA blockiert, das Generalsekretariat wird wegen der leisesten Proteste angegriffen, und unsere Menschenrechtsmechanismen werden von einem organisierten Netz im Internet straflos verleumdet. Jahrzehntelange Ablenkung durch die illusorischen und größtenteils unaufrichtigen Versprechungen von Oslo haben die Organisation von ihrer Kernaufgabe, dem Schutz des Völkerrechts, der internationalen Menschenrechte und der Charta selbst, abgelenkt. Das Mantra der „Zweistaatenlösung“ ist in den Korridoren der UNO zu einem offenen Witz geworden, sowohl wegen seiner faktischen Unmöglichkeit als auch wegen seines völligen Versagens, den unveräußerlichen Menschenrechten des palästinensischen Volkes Rechnung zu tragen. Das so genannte „Quartett“ ist zu nichts als einem Feigenblatt für Untätigkeit und die Akzeptanz eines brutalen Status quo geworden. Die (von den USA verordnete) Berufung auf „Vereinbarungen zwischen den Parteien selbst“ (anstelle des Völkerrechts) war immer eine leicht zu durchschauende Täuschung, die darauf abzielte, die Macht Israels über die Rechte der besetzten und enteigneten Palästinenser*innen zu stärken.

Sehr geehrter Herr Hochkommissar, ich kam in den 1980er Jahren zu dieser Organisation, weil ich in ihr eine prinzipientreue, auf Normen basierende Institution vorfand, die voll und ganz auf der Seite der Menschenrechte stand, auch in Fällen, in denen die mächtigen USA, Großbritannien und Europa nicht auf unserer Seite waren. Während meine Regierung, ihre subsidiären Institutionen und ein Großteil der US-Medien immer noch die südafrikanische Apartheid, die israelische Unterdrückung und die mittelamerikanischen Todesschwadronen unterstützten oder rechtfertigten, setzte sich die UNO für die unterdrückten Völker dieser Länder ein. Wir hatten das Völkerrecht auf unserer Seite. Wir hatten die Menschenrechte auf unserer Seite. Wir hatten Grundsätze auf unserer Seite. Unsere Autorität wurzelte in unserer Integrität. Doch das ist vorbei.  

In den letzten Jahrzehnten haben wichtige Teile der UNO vor der Macht der USA und der Angst vor der Israel-Lobby kapituliert, diese Grundsätze aufgegeben und sich vom Völkerrecht selbst zurückgezogen. Wir haben dadurch viel verloren, nicht zuletzt unsere eigene weltweite Glaubwürdigkeit. Doch unser Versagen hat vor allem dem palästinensischen Volk den größten Schaden zugefügt. Es ist eine verblüffende historische Ironie, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in selben Jahr verabschiedet wurde, in dem die Nakba am palästinensischen Volk verübt wurde. Anlässlich des Jahrestags der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte täten wir gut daran, uns von dem alten Klischee zu verabschieden, dass sie das Ergebnis der Grausamkeiten ist, die ihr vorausgingen, und zuzugeben, dass sie zeitgleich mit einem der grausamsten Völkermorde des 20. Jahrhunderts, der Zerstörung Palästinas, entstanden ist. In gewissem Sinne versprachen die Verfasser Menschenrechte für alle, außer für das palästinensische Volk. Und wir sollten uns auch daran erinnern, dass es die Vereinten Nationen selbst waren, die die Erbsünde begingen, die Enteignung des palästinensischen Volkes zu erleichtern, indem sie das europäische Siedlerkolonialprojekt ratifizierten, das sich palästinensischen Landes bemächtigte und es den Kolonisten überließ. Es gibt viel, wofür wir büßen müssen. 

Aber der Weg zur Sühne liegt klar vor uns. Wir können viel von der prinzipientreuen Haltung lernen, die in den letzten Tagen auf der ganzen Welt in Städten an den Tag gelegt wurde, als Menschen gegen den Völkermord aufstanden, auch unter dem Risiko von Schlägen und Verhaftungen. Palästinenser*innen und ihre Verbündeten, Menschenrechtsaktivisten jeder Couleur, christliche und muslimische Organisationen und fortschrittliche jüdische Stimmen, die sagen „nicht in unserem Namen“, gehen voran. Alles, was wir tun müssen, ist ihnen zu folgen. 

Gestern, nur wenige Straßen von hier entfernt, wurde die New Yorker Grand Central Station von Tausenden jüdischen Menschenrechtsaktivisten besetzt, die sich mit dem palästinensischen Volk solidarisierten und ein Ende der israelischen Tyrannei forderten (viele riskierten dabei ihre Verhaftung). Damit haben sie die israelische Hasbara-Propaganda (und die alte antisemitische Floskel), dass Israel das jüdische Volk repräsentiert, mit einem Schlag entkräftet. Das tut es nicht. Israel ist allein für seine Verbrechen verantwortlich. An dieser Stelle muss trotz gegenteiliger Verleumdungen der Israel-Lobby wiederholt werden, dass Kritik an Israels Menschenrechtsverletzungen nicht antisemitisch ist, ebenso wenig wie Kritik an saudischen Menschenrechtsverletzungen islamfeindlich, Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Myanmar antibuddhistisch oder Kritik an indischen Menschenrechtsverletzungen antihinduistisch ist. Wenn sie versuchen, uns mit Verleumdungen zum Schweigen zu bringen, müssen wir unsere Stimme erheben, statt sie zu senken. Ich vertraue auf Ihre Zustimmung, Herr Hochkommissar, dass es genau darum geht, die Wahrheit zu sagen.  

Ich schöpfe jedoch auch Hoffnung aus den Teilen der UNO, die sich trotz des enormen Drucks geweigert haben, die Menschenrechtsprinzipien der Organisation aufzugeben. Unsere unabhängigen Sonderberichterstatter, Untersuchungskommissionen und Vertragsexperten sowie die meisten unserer Mitarbeiter*innen haben sich weiterhin für die Menschenrechte des palästinensischen Volkes eingesetzt, auch wenn sich andere Teile der UNO (selbst auf höchster Ebene) schändlich vor der Macht verneigt haben. Als Hüterin der Menschenrechtsnormen und -standards hat das Hochkommissariat für Menschenrechte die Pflicht, diese Standards zu verteidigen. Ich glaube, dass es unsere Aufgabe ist, uns Gehör zu verschaffen, vom Generalsekretär bis zum jüngsten UN-Rekruten und quer durch das gesamte UN-System, und darauf zu bestehen, dass die Menschenrechte des palästinensischen Volkes nirgendwo unter der blauen Flagge zur Debatte stehen, verhandelbar sind oder ein Kompromiss eingegangen werden kann.  

Wie sähe also eine auf UN-Normen basierende Position aus? Worauf würden wir hinarbeiten, wenn wir unseren rhetorischen Ermahnungen in Bezug auf Menschenrechte und Gleichheit für alle, die Rechenschaftspflicht für Täter, Wiedergutmachung für die Opfer, Schutz der Schwachen und Stärkung der Rechteinhaber treu bleiben würden, alles im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit? Die Antwort ist meiner Meinung nach einfach – wenn wir die Klarsicht haben, hinter die propagandistischen Nebelwände zu blicken, die die Vision von Gerechtigkeit verzerren, auf die wir eingeschworen sind, wenn wir den Mut haben, die Angst und die Ehrfurcht vor mächtigen Staaten aufzugeben, und wenn wir den Willen haben, das Banner der Menschenrechte und des Friedens wirklich hochzuhalten. Sicherlich ist dies ein langfristiges Projekt und ein steiler Aufstieg. Aber wir müssen jetzt damit beginnen oder uns dem unsagbaren Grauen ergeben. Ich sehe zehn wesentliche Punkte:  

1. Legitimes Handeln: Erstens müssen wir in der UNO das gescheiterte (und größtenteils unaufrichtige) Oslo-Paradigma, seine illusorische Zweistaatenlösung, sein ohnmächtiges und mitschuldiges Quartett und seine Unterwerfung des Völkerrechts unter das Diktat vermeintlicher politischer Zweckmäßigkeit aufgeben. Unsere Positionen müssen unmissverständlich auf dem internationalen Menschenrecht und dem Völkerrecht beruhen.   

2. Klarsicht: Wir dürfen nicht mehr den Anschein erwecken, es handele sich lediglich um einen Land- oder Religionskonflikt zwischen zwei Kriegsparteien, und die Realität anerkennen, in der ein unverhältnismäßig mächtiger Staat eine einheimische Bevölkerung auf der Grundlage ihrer ethnischen Zugehörigkeit kolonisiert, verfolgt und enteignet.  

3. Ein Staat auf der Grundlage der Menschenrechte: Wir müssen die Errichtung eines einzigen, demokratischen, säkularen Staates im gesamten historischen Palästina unterstützen, mit gleichen Rechten für Christen, Muslime und Juden, und somit die Abschaffung des zutiefst rassistischen, siedlerkolonialen Projekts und ein Ende der Apartheid im ganzen Land.   

4. Kampf gegen Apartheid: Wir müssen alle Bemühungen und Ressourcen der UNO auf den Kampf gegen die Apartheid ausrichten, so wie wir es in den 1970er, 80er und frühen 90er Jahren für Südafrika getan haben.  

5. Rückkehr und Entschädigung: Wir müssen das Recht auf Rückkehr und die volle Entschädigung für alle Palästinenser und ihre Familien, die derzeit in den besetzten Gebieten, im Libanon, in Jordanien, in Syrien und in der Diaspora auf der ganzen Welt leben, bekräftigen und darauf bestehen. 

6. Wahrheit und Gerechtigkeit: Wir müssen einen Prozess der Übergangsjustiz fordern, der die jahrzehntelang gesammelten Untersuchungen, Ermittlungen und Berichte der UNO in vollem Umfang nutzt, um die Wahrheit zu dokumentieren, alle Täter zur Rechenschaft zu ziehen sowie Wiedergutmachung für alle Opfer und Wiedergutmachung für dokumentierte Ungerechtigkeiten sicherzustellen. 

7. Schutz: Wir müssen auf die Entsendung einer gut ausgestatteten und mit einem starken Mandat versehenen UNO-Schutztruppe drängen, mit einem dauerhaften Mandat zum Schutz der Zivilbevölkerung vom Fluss bis zum Meer.  

8. Entwaffnung: Wir müssen uns für die Beseitigung und Zerstörung von Israels massiven Beständen an nuklearen, chemischen und biologischen Waffen einsetzen, damit der Konflikt nicht zu einer totalen Zerstörung der Region führt und möglicherweise darüber hinaus. 

9. Vermittlung: Wir müssen erkennen, dass die USA und andere westliche Mächte in Wirklichkeit keine glaubwürdigen Vermittler sind, sondern tatsächlich Konfliktparteien, die gemeinsam mit Israel an der Verletzung der Rechte der Palästinenser beteiligt sind. Als solche sind sie in die Pflicht zu nehmen.  

10. Solidarität: Wir müssen unsere Türen (und die Türen des Generalsekretariats) weit öffnen für die Legionen palästinensischer, israelischer, jüdischer, muslimischer und christlicher Menschenrechtsverteidigern, die sich mit dem palästinensischen Volk und seinen Menschenrechten solidarisieren, und den ungehinderten Zustrom von Israel-Lobbyisten in die Büros der UN-Bosse stoppen, wo sie für fortgesetzten Krieg, Verfolgung, Apartheid und Straffreiheit eintreten und unsere Menschenrechtsaktivisten für ihre prinzipienfeste Verteidigung der palästinensischen Rechte verleumden.  

Das wird Jahre dauern, und die westlichen Mächte werden uns bei jedem Schritt bekämpfen, weshalb wir standhaft bleiben müssen. Kurzfristig müssen wir uns für einen sofortigen Waffenstillstand und ein Ende der langjährigen Belagerung des Gazastreifens einsetzen, uns gegen die ethnische Säuberung des Gazastreifens, Jerusalems und des Westjordanlands (und anderswo) zur Wehr setzen, den völkermörderischen Angriff im Gazastreifen dokumentieren, dabei helfen, den Palästinenser*innen massive humanitäre Hilfe und Unterstützung des Wiederaufbaus zukommen zu lassen, uns um unsere traumatisierten Kolleg*innen und ihre Familien kümmern und mit aller Kraft für eine prinzipienfeste Haltung in den politischen Büros der UNO kämpfen.  

Das bisherige Versagen der UNO in Palästina ist für uns kein Grund, uns zurückzuziehen. Vielmehr sollte es uns Mut machen, uns vom gescheiterten Paradigma der Vergangenheit zu verabschieden und einen prinzipientreueren Kurs einzuschlagen. Lassen Sie uns als Hochkommissariat für Menschenrechte mutig und stolz der Anti-Apartheid-Bewegung beitreten, die überall auf der Welt im Anstieg begriffen ist, und unser Logo auf das Banner von Gleichheit und Menschenrechten für das palästinensische Volk setzen. Die Welt schaut zu. Wir alle werden Rechenschaft darüber ablegen müssen, wo wir in diesem entscheidenden Moment der Geschichte stehen. Lassen Sie uns auf der Seite der Gerechtigkeit stehen.  

Ich danke Ihnen, Herr Hochkommissar Volker, dass Sie diesen letzten Appell von meinem Schreibtisch aus angehört haben. In wenigen Tagen werde ich das Amt nach mehr als drei Jahrzehnten im Dienst verlassen. Aber bitte zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren, wenn ich Ihnen in Zukunft behilflich sein kann.       

Mit freundlichen Grüßen, Craig Mokhiber 

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Leben nach dem Maß des Menschen

La vie selon les normes humaines

Live according to human standards

Von Heinrich Wohlmeyer*

Ein aufmerksamer Beobachter der weltweiten Zeitläufte droht in Resignation oder Wut zu verfallen, denn Angst bewirkt in der Regel zwei Reaktionen: das Resignieren oder die Flucht in die Gewalt. In jüngster Zeit verzeichnen wir auch die Flucht in die Event-Ekstase, in der man kurzfristig ein Scheinglück erlebt.
Das Geschehen in den ‘modernen‘ Gesellschaften ist im individuellen Bereich gekennzeichnet durch zunehmende Depressionen und Burnouts als neue Massenkrankheiten, durch sich häufende, unerklärliche Gewalttaten – vor allem Jugendlicher – sowie von ekstatischen Massenevents mit hunderttausenden jungen Menschen.
Auch im geopolitischen Bereich reiht sich Aggression an Aggression.
Wir verzeichnen derzeit 363 gewaltsame Konflikte, davon 27 erklärte Kriege.
Das einzige Land der Erde, das in keinen Krieg verwickelt wurde, ist das kleine, demokratisch regierte Island.

Es stellen sich vor allem folgende Fragen:
Liegt die Ursache vor allem im Unmaß, in der asozialen Gigantomanie der globalisierten gesellschaftlichen Strukturen ?
Wie kommen wir aus dem gegenwärtigen, die gesamte Welt gefährdenden Teufelskreis heraus?
Gibt es einen Maßstab für ein gelungenes Leben der Individuen und Völker in dieser krisengeschüttelten Welt?!

Mein 1994 verstorbener Freund, der Ökonom und Philosoph Leopold Kohr sah die Lösung in der Reduktion der Größe und der demokratischen Kontrollierbarkeit der sozialen Einheiten. Gemeinsam mit dem englischen Geschichtsphilosophen Arnold Toynbee stellte er fest, dass alle Großreiche auf ihrem Zenit trotz riesiger Militär- und Verwaltungsapparate an ihrer Menschenferne zerbrochen sind.
Gesellschaften nach dem Maß des Menschen seien daher das Desiderat unserer Zeit.

Aber worin soll dieses Leben nach dem Maß des Menschen bestehen?
Was sind die wesentlichen Stellglieder, die uns politisch, ökologisch, ökonomisch und sozial leiten sollen?
Ich möchte sechs Bereiche vorschlagen, in denen wir die notwendende Kurskorrektur vollziehen und die wir in unsere Bildungssysteme einbringen müssen:
– in der Beachtung unseres genetischen, kulturellen und sozialen Erbes
– in Beachtung der ökologischen Rahmenbedingungen
– in der Gestaltung und Anwendung der modernen Technologien
– in der Anpassung der ökonomischen Rahmenbedingungen
– in der Rückkehr zum traditionellen Völkerrecht
– in der spirituellen Ausrichtung unserer Aktivitäten.

Zur Beachtung des genetischen und kulturellen Erbes haben der Nobelpreisträger für Neurologie John Eccles und der Verhaltensbiologe Hans Zeier in ihrem Buch <Gehirn und Geist – Biologische Erkenntnisse über Vorgeschichte, Wesen und Zukunft des Menschen>die Warnung ausgesprochen „Die Erde garantiert nicht unser Überleben unabhängig von unserem Verhalten.“ Sie empfehlen daher die Beachtung unseres genetischen Erbes.
Gemäß diesem sind wir auf überschaubare, sich selbst organisierende Gruppen von etwa 100 Menschen ‚programmiert‘.

Dies hat man auch im militärischen Bereich wahrgenommen. Der römische Centurio war der Befehlshaber einer Hundertschaft und die modernen Kompanien haben ebenfalls diese Größe. Mahatma Ghandi hat diese Dimension in seinen ‚village-industries‘  angestrebt.
Eccles und Zeier empfehlen daher wörtlich: „Verzicht auf eine – nur noch kurzfristig effiziente – weitere Entflechtung der Funktionen in der Landwirtschaft und Industrie sowie die Wiederherstellung dezentralisierter, funktionell verflochtener, sozial befriedigender Kleingesellschaften mit überschaubaren Machtstrukturen und Kommunikationsnetzen; Erhaltung statt Zerstörung lokaler Kultur.“
Sie betonen, dass die genetische Anpassung weit langsamer erfolgt als die rasante gegenwärtige kulturelle Veränderung und Gestaltung der sozialen Systeme.
Ein rücksichtsvolles, menschengerechtes Anpassungstempo sei daher geboten.

Die ökologischen Rahmenbedingungen erfordern die Beachtung der Systemprinzipien der Biosphäre, nämlich
– die solare Orientierung der Energiesysteme an die reichlich einstrahlende Sonnenenergie
– das Prinzip nicht mehr aus den biologischen Systemen zu entnehmen, als sie nachschaffen 
– die kaskadische Nutzung von Energie und Materialien
– die Kreislaufführung der menschengemachten Stoffströme
– die Förderung der biologischen Vielfalt, um die Stabilität und Pufferfähigkeit der Systeme zu
   gewährleisten
– und schließlich die intelligente Dezentralisierung der Versorgungssysteme,
  um die vorstehenden Desiderate verwirklichen zu können.

Wir landen also beim „rechten Maß“ von Leopold Kohr:

Dies bringt uns zur Gestaltung und Anwendung der modernen Technologien:
Diese sollen ‚angepasst‘, also nicht naturüberwindend, sondern synergistisch, sich wechselseitig fördernd, gestaltet und angewendet werden.
Die gilt vor allem auch für die Entwicklungen im Bereich der KI (Künstlichen Intelligenz).
Diese können zu menschenverachtender, anonymisierter Kontrolle und Unterdrückung eingesetzt werden – zum Überstülpen ‚digitaler Notwendigkeiten‘,
aber auch zur demokratischen Gestaltung der Gemeinwesen beitragen.
Zur Bekämpfung der grassierenden ‚digitalen Ohnmacht‘ hat die Technische Universität Wien einen UNESCO-Lehrstuhl für Digitalen Humanismus eingerichtet, auf dem die ethischen, sozialen und politischen Folgen digitaler Technologien erforscht werden.

Die Anpassung der ökonomischen Rahmenbedingungen muss vor allem die Reform der derzeitigen Eigentums-, Finanz- und Handelsordnungen beinhalten.
Thomas Morus hat in seiner gesellschaftspolitischen Parabel Utopia nur anvertrauten, dem Gemeinwohl verpflichteten Besitz postuliert und unkontrolliertes Eigentum abgelehnt.
Die moderne ESR (Economic Social Responsibility) und ESG (Economic Social Governance), sowie die ökologische und soziale Berichtspflicht für Unternehmen und Gemeinwesen können als Schritt in diese Richtung gesehen werden.
Im Finanzbereich sollte die Geldschöpfung wieder zu den Gemeinwesen verlagert werden, um diese kostengünstig zu finanzieren und die anonyme Abhängigkeit zu vermeiden.
Die friedenstiftende, demokratische Gestaltungsmacht sollte die verdeckten Finanz- und Ressourcenkriege ablösen. Die internationalen Institutionen sollten von Beherrschungsinstrumenten zu Förderungsinstitutionen umgewandelt werden.
Ich habe dies in meinem Manifest, das in acht Sprachen vorliegt, näher erläutert.
Die internationale Handelsordnung sollte die ökologischen und sozialen Abkommen als zwingend integrieren und vor allem das Bestimmungslandprinzip verwirklichen.
Letzteres bedeutet, dass freier Import nur zulässig ist, wenn die Einhaltung der sozialen und ökologischen Standards des Bestimmungslandes bei der Erstellung des betroffenen Gutes oder Service nachgewiesen wird.

Vor allem muss eine Abkehr von der ‚regelbasierten‘ internationalen Vasallen-Ordnung, die der Noch-Hegemon vorzugeben versucht, hin zum traditionellen Völkerrecht erfolgen.
Dieses muss auch den kleinen Nationen wieder ein geachtetes, gleichberechtigtes und souveränes Mitwirken ermöglichen.Die beschworene ‚Menschheitsfamilie‘ muss aus gleichberechtigten Kindern mit gleicher Würde bestehen.
Ich denke allerdings, dass das Movens zur Verwirklichung aller vorher angeführten Stellglieder die spirituelle Ausrichtung ist. Wenn diese fehlt werden lügenhafte Scheinlösungen und Rechtfertigungen die individuelle und globale Szene beherrschen.
Albert Camus, der selbst nicht an die Transzendenz glauben konnte,
hat die Folge dieses Mangels wie folgt benannt:
 „Wenn transzendenter Trost fehlt, könnte man in Lethargie, in Amoralität oder auch Hedonismus verfallen.“
„In einer Welt, die jeden spirituellen Halt verloren zu haben scheint und in der alle herkömmlichen Sinnangebote als Täuschung entlarvt sind – wozu dann noch Engagement?!“
Und dennoch hat er sich als Lebenssinn das Eintreten für Menschenwürde und Verständigung gegeben…
Einer der brutalsten Politiker Frankreichs George Clemenceau hat in einer hellen Stunde den Satz geprägt: „Die wahre Revolution auf dieser Erde würde stattfinden, wenn sich die Menschen entschlössen, nach den Regeln der Bergpredigt Jesu zu leben.“
Dass die sich abzeichnende multipolare Weltordnung von dieser Maxime geprägt sein möge –
dafür bete und werbe ich.

* Beitrag zur Herbsttagung 2023 von Mut zu Ethik.

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Der große Coup des Hegemon

Le grand coup de l´hégémon

The hegemon´s great coup

Wie dürres Gras entzünden sich die Menschen, heißt es schon bei Hölderlin.Wie wahr, und erst recht zu gegebener Zeit und aus gegebenem Anlass. Wie in Palästina und wie zuvor schon in de Ukraine und jetzt in EU-Metropolen. Doch so gebannt wie sich die Blicke der Europäer auf das Menschenschlachten in diesen Regionen oder auf Pakästina-Demos hierzulande richten, so konstant ignorieren sie immer noch ihr eigenes Schicksal als Bauern auf dem globalen Schachbrett oder als Sklaven eines weltumspannenden Finanzkapitals.

Und so laufen die Europäer Gefahr, im zu erwartenden Strudel der Ereignisse zu unselbständigen Mitläufern der Weltpolitik zu werden und zu bleiben oder, schlimmer, ähnlich den „Indianern“ Nordamerikas, einer „final solution“ zugeführt zu werden.

Zumindest stehen die Chancen gut, dass ihr Kontinent als anscheinend abgewirtschaftete Kolonie eines offensichtlich geschwächten Hegemons oder, darauf folgend, als Beute ehemaliger Kolonialvölker einmal in die Geschichtsbücher eingeht.Weniger unerfreuliche Optionen sind natürlich noch möglich, wenn auch noch – mangels dazu nötiger Eliten – die Einflussmöglichkeiten darauf, immer geringer werden.

Ich weiß, das werden viele für zu weit hergeholt  halten. Und doch spricht einiges stark für eine solche Entwicklung, gerade jetzt, wo Einfluss und Macht der USA in der Welt im Schwinden sind und diese sich deshalb entschlossen hat, ihre Kontrolle über ihre Kolonie Europa zu verstärken und die Europäer inmitten ihres Schlamassels insgesamt auf Linie zu bringen. Wobei die nicht durch Zufall hereingebrochenen Ereignisse in Palästina, aber natürlich auch die ukrainische Frage und die Lage im allgemeinen dazu bestens geeignet sind, die ängstlichen europäischen Lämmer hinter sich zu scharen.

Erkennbar auch an der verstärkten Einbringung englischer Floskeln und Begriffe in die Alltagssprache (etwa der Deutschsprachigen), desgleichen an der auffälligen Rekrutierung jüngeren, der Globalisierung aufgeschlossenem Personals für die Politik oder auch (mit Blick auf eine Nach-Putin-Ära) der Anwerbung oppositioneller russischer Intellektueller etwa durch Soros-nahe Einrichtungen. Nicht übersehbare Richtungshinweise jedenfalls. Inzwischen hält man aber mit weiter gehenden, deutlicheren Markierungen auch gar nicht mehr viel hinter dem Berg.

So glaubte man sich in dem planmäßigen skandalösen Vorgehen bereits so sicher sein zu dürfen, dass man die im US-„Establishment“ bestens vernetzte Amerikanerin Fiona Scott Morton als Führungsperson für ökonomisch-strategische Fragen in Brüssel zu installieren versuchte. Inmitten der Schlafmützen im Europäischen Parlament gab es aber dann doch einige, denen das gar nicht gefiel. Und so musste dieser Versuch erst einmal nach hinten gereiht werden.

Doch anderen Orts gehen oder gingen ähnlich strategische Schritte schon gelungener über die Bühne. Etwa in dem eine junge Finnin an die Spitze ihres Landes gehievt wurde, um dieses in die NATO zu führen. Wohl als Dank dafür, wurde sie vom Tony Blair Institut für „Global Change“ angeworben. Auch die Übernahme der großen griechischen Linkspartei Syriza durch Stefansos Kasselakis, einen griechisch-amerikanischen „Golden Boy“, passt in diesen Rahmen, in dem augenscheinlich auch Leute wie Macron, Meloni, Baerbock, Kurz oder die eine oder andere österreichische Ministerin gute Figur machen.

Nun geht es dem dringlichen Anliegen gemäß „step by step“ weiter, das heißt, man will endlich auch in der EU-Erweiterungssache Nägel mit Köpfen machen. Um aber  noch bestehenden Widerstand dabei zu umgehen, heißt es jetzt, Erweiterung nicht sofort, sondern vorerst Installierung einer Expertenkommission zur Erarbeitung nötig erachteter Reformvorschläge. Es geht da in erster Linie um die noch umstrittene Mehrheitsentscheidung  und dazu die Bestrafung aufsässiger Regierungen.

An der Spitze dieser volksfernen Experten finden wir neben dem US-gestählten Oliver Costa (College of Europe) eine Deutsche namens Daniela Schwarzer. Und die ist schon einmal interessant, verdiente sie doch ihre Lorbeeren bereits bei Georg Soros´“Open Society“, ehe sie (französischen Angaben zufolge) ganz oben beim vom CIA kontrollierten „German Marshall Fund“ landete. Da brauche ich die restlichen ähnlich ultraeuropäisch aufgestellten Experten gar nicht mehr zu nennen, denke ich.

Der große Coup könnte im Lichte der Ereignisse also so aussehen: EU-Europa wird wahrscheinlich erweitert und doch auch ohnmächtiger werden, denn der von anscheinend größenwahnsinnigen Psychopathen geführte Hegemon USA, dessen wahre Natur nach und nach erkannt wird, möchte mit Hilfe seiner Lakaien in der Europäischen Union diese eben stärker als bisher an sich binden und für seine herrschaftliche Agenda nützen. Gleichzeitig, so sieht es aus, will man aber auch im Nahen Osten die auch „eigene“ Sache unter Dach und Fach bringen.

Will heißen:Eine – dank europäischer Vasallentreue – gefestigte Supermacht und ein durch „Entfernung“ der Palästinenser und Aneignung deren Heimat anvisiertes Großisrael ergäbe dann wohl, abgesehen von Indiens künftiger Ausrichtung, zumindest kurz- bis mittelfristig, ein entsprechendes Gegengewicht zu China, Rußland und dessen Verbündete.

Das alles allerdings mit dem Risiko eines Weltbrandes, den die Ultras in Washington und die ebenfalls global agierenden „Verrückten Gottes“ der einen wie der anderen Seite eher als unvermeidlichen Kollateralschaden einkalkulieren dürften. Bleibt uns vorerst als Trost, dass man zwar Pläne schmieden kann, aber nicht jeder aufgehen muss. Ohne arge Blessuren – in welcher Form auch immer –  werden wir, die große Mehrheit, aber wohl nicht davonkommen.

Passende Lektüre zum Thema Hegemon:

Werner Rügemer: Verhängnisvolle Freundschaft, Papyrossa Verlag, 2023, 324 Seiten

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Auge um Auge, Zahn um Zahn?

Œil pour œil, dent pour dent ? An eye for an eye, a tooth for a tooth

Ich bin der Meinung, dass sie (die Palästinenser) ein Recht zur Existenz,  ein Recht auf ihre Leben haben und dass man ihr Land nicht wegnehmen darf.             Bruno Kreisky, am 8.Februar 1988

Eines vorweg: Die Entwicklung in Nahost lässt natürlich auch mich nicht kalt. Anders aber als der „Mainstream“, versuche ich auch hier dem oder den Problemen möglichst in objektiver Weise gerecht zu werden, beide Seiten zu verstehen. Dass ich die gerechte Sache der Palästinenser, darunter es ja auch Christen gibt, verteidige, bedeutet ja nicht, dass ich mögliche Kriegsverbrechen der Hamas gutheiße oder das Existenzrecht Israels bestreite. Aber Unrecht beim Namen nennen und aufzeigen, was andere unterlassen, ist mir eben ein Anliegen.

Der Journalismus brauche mehr Selbsterkenntnis, meinte der Chef der Austria Presseagentur (APA) in einem Standard-Interview. Gar keine schlechte Idee, gerade auch in Hinblick auf die aktuelle Berichterstattung. Wie schon beim Thema Ukraine wird der Medienkonsument auch hinsichtlich der Ereignisse in Israel vom „Mainstream“ sehr einseitig und mit Halbwahrheiten gefüttert. Da schreibt etwa der außenpolitische Kommentator der Kronenzeitung, die Hamas werde nur noch vom Iran und der mit Teheran verbündeten Hisbollah unterstützt. Stimmt nicht ganz, der Kronemann ignoriert, absichtlich oder nicht, dass Katar seit Langem der Hauptfinanzier der Hamas ist, deren Führung, wie jene der Moslembrüder auch, dort gut beschützt wird. Schweigen darüber, weil die USA deren Öl benötigen, dort eine große Luftwaffenbasis haben und man im Übrigen Washington nicht anschwärzen möchte?

Im Falle der iranischen Hilfe für die Hamas könnte man allerdings schon bald anderes zu hören bekommen, denn nun hätten die USA angeblich etwas dagegen, dass der Iran durch zu starke Hinweise auf dessen großzügige Hamas-Unterstützung noch mehr Ansehen in der islamischen Welt gewänne. Will also heißen, bitte, die Mullahs nicht in den Vordergrund spielen. Aber auch sonst könnte bald einmal einiges anders daherkommen als bisher. Etwa, dass im „Mainstream“ insgesamt zwar von abgeschnittenen Babyköpfen und geschändeten jüdischen Frauen berichtet wird, dazu aber, zumindest bis heute, keine stichhältigen Beweise (auch nicht von der israelischen Regierung!) vorgelegt werden konnten. Zur Befeuerung von Empörung und Hass sind solche Meldungen immerhin geeignet.

Ebenfalls sehr merkwürdig, was ein Kolumnist der Presse im Zusammenhang mit der Bombardierung von Gaza, nicht ohne eine Prise Zynismus, zum Besten gibt: Sie, die Palästinenser, könnten doch nach Ägypten fliehen, empfiehlt er. Um auch dieses Land zu destabilisieren und nicht zuletzt den Palästinensern, wie Hunderttausenden ihrer Leidensgenossen im Libanon, die Rückkehr in ihre Heimat zu verunmöglichen. Dazu passend Forderungen von besonderer israelischer Seite – von derselben seit einiger Zeit christliche Pilger angespuckt werden –  man möge doch Gaza dem Erdboden gleich machen und an der Stelle des von Muslimen verehrten Felsendoms den Tempel Salomons neu errichten. Von da bis zur „Endlösung“ der Palästinenserfrage ist es dann ja nicht mehr weit.

Ich kann zwar verstehen, dass viele in ihrer Empörung über die anscheinend unterschiedslose und jedenfalls brutale Vorgangsweise der Hamas gelegentlich schon übers Ziel schießen, ab jetzt aber sollten, wahrscheinlich ein frommer Wunsch, bei nicht direkt Betroffenen Vernunft und Ausgewogenheit regieren, besonders in den betreffenden Medien. Dazu gehörte es, dass trotz angeblicher Gräueltaten der Hamas, Israels Verantwortung und seine wenig rühmliche Rolle in diesem Konflikt nicht ganz vergessen werden und jede objektive Betrachtungsweise deshalb nicht gleich als absurd oder antisemitisch zurückgewiesen wird.  

Abgesehen von der bisherigen menschenverachtenden Politik Israels gegenüber den Palästinensern, ist es ja kein Geheimnis, dass im Zuge des Libanonkrieges 1982 und der „Übersiedlung“ der PLO nach Tunis, Israel der Hamas den Weg nach Gaza frei gemacht und sie in der Folge als Konkurrenz zur offiziellen Palästinenserführung gefördert und ihre Finanzierung durch Golfstaaten zugelassen hat. Der mit vielen Fragezeichen versehene „Überraschungsangriff“ der Hamas, auf den die israelische Armee seltsamerweise stundenlang nicht reagierte, hat die Palästinenserfrage jedenfalls wieder auf die Tagesordnung gebracht und das Tor für noch mehr Gewalt in der Region und darüber hinaus weit aufgestossen.Vorerst aber einmal auch einige arabische Annäherungsversuche an Israel, bei denen die Palästinenserfrage übrigens unberücksichtigt blieb, torpediert.

Ich meine, die anfangs erwähnte Selbsterkenntnis täte übrigens allen Seiten gut, besonders eben auch Israel, das die Palästinenser seit Jahrzehnten wie Menschen zweiter Klasse behandelt, jeden Protest unterschiedslos von Alter oder Geschlecht, brutal unterdrückt und zusätzlich auch Landraub betreibt. Doch noch aus einem anderen Grund erleidet die Glaubwürdigkeit des zionistischen Akteurs Einbuße: So lieferte Israel Waffen an Aserbeidschan, das mit diesen die  christlichen Armenier aus Berg Karabach erfolgreich zu vertreiben wusste. Was hätte bloß Armenierfreund Franz Werfel dazu gesagt?

Eigentlich steckt der Zionismus in einer Sackgasse: Er hat in Wirklichkeit zwei von ihm gesetzte Ziele ja gar nicht erreicht: Die meisten Juden sehen nämlich in dem heutigen Israel nicht das Land ihrer Träume. Und es ist noch dazu nicht der Staat, der ihnen die versprochene Sicherheit gibt. Nirgendwo auf der Welt, schreibt Moshe Zuckermann in seinem Buch „Israels Schicksal“ , sei das Leben des jüdischen Einzelmenschen so gefährdet wie gerade in Israel. Das wird auch in Zukunft so sein, denn auf jeden misshandelten oder getöteten palästinensischen Aktivisten folgen drei oder vier weitere Kämpfer für die Sache Palästinas.

Wir, vor allem aber die Israelis, werden daher in Zukunft in dieser Sache noch mit weiteren „Überraschungen“ rechnen müssen. Obzwar Wunder in der orientalischen Märchenwelt durchaus denkbar sind, sprechen die Fakten derzeit eher für eine weitere  friedlose Zeit in dieser Region. So gilt nach wie vor: Entweder bekommen die Palästinenser in absehbarer Zeit ihren eigenen Staat oder der nicht enden wollende Konflikt endet einmal in einem ganz großen Krieg mit entsprechenden Folgen bis hin zur Infragestellung des Zionismus. Insofern es diese israelische Regierung mit ihrer Politik nicht ohnehin längst selbst getan hat. Hätte wahrscheinlich Kreisky auch gesagt.

*Moshe Zuckermann: Israels Schicksal. Wie der Zionismus seinen Untergang betreibt, Promedia, ISBN 978-3-85371-375-4, promedia@mediashop.at

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Wir Manipulierten?

Nous, les manipulés?

We the manipulated?

„Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppendenkens verstehen, wird es möglich sein, die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern.“ Edward Bernays

Wir Manipulierten also? Edward Bernays, der Neffe Freuds, wusste aber auch, dass man schon vorher die maßgeblichen Politiker und Journalisten eines Landes auf seine Seite gebracht haben musste. Nichts leichter als das bei dem derzeitigen Personal. Und so versteht man auch, warum man in den meisten westlichen Ländern zu bestimmten Themen, vom Konsumverhalten bis zur Kriegsführung, von den meisten Medien Halbwahrheiten und Lügen serviert bekommt. Einseitiges auf jeden Fall, etwa der Art, dass in der Ukraine nur Russen Kriegsverbrechen begehen.

Die von Bernays empfohlenen Manipulationstechniken führen meist dazu, dass sich zu viele  Manipulierte, dazu auch viele Ukrainer zählen, am Ende mit den Ansichten etwa einer kriegslüsternen neokonservativen US-Elite voll identifizieren, sich, wenn man so will, ganz auf die Seite derselben schlagen und zu deren eifrigste Propagandisten werden. Was natürlich ohne Desinformationskampagnen eines korrupten Journalismus nicht in dem Ausmaße möglich wäre.

Es grenzt daher schon an Sisyphosarbeit gegenüber von milliardenschweren Interessen gelenkten Einheitsmedien da eine Sichtkorrektur durchzusetzen versuchen. Das war zu Corona-Hochzeiten so, aber auch bei der ewig gleichen CO2-Erzählung und erst recht beim Thema Ukraine. Jede zu kritische oder anderslautende Stimme wird da im Namen der hoch gepriesenen „westlichen Werte“ ignoriert oder ermahnt, unter Druck gesetzt, bloßgestellt und gedemütigt. Oder man landet, um ein aktuelles Beispiel zu nennen,als AfD-Politiker auf einer ukrainischen oder sonstigen Todesliste.

Wenn aber all das notwendig ist, um eine erwünschte Meinung durchzusetzen, dann kann man absolut sicher sein, dass an der einen (und jeder anderen) „alleinseligmachenden“ Sache etwas faul ist. Und so wie die Bevölkerung in dieser EU in Sachen Corona hinter das Licht geführt wurde, so haben die gleichen Unheil bringenden Kreise, wie der Schweizer Sicherheitsexperte Jacques Baud richtig feststellt, die Ukraine „in perverser Weise instrumentalisiert“. Noch ist aber nicht aller Tage Abend!

Inzwischen dürfte ja selbst im bisher stets kriegstreiberisch aufgelegten London der Groschen gefallen und man sich dort der für eine russische Atomrakete kurzen Flugzeit bis in das Herz der City bewusst geworden zu sein. Das könnte erklären, warum, seit Kurzem von unseren Medien unterschlagene Geheimverhandlungen zwischen englischen und russischen Diplomaten stattfinden. Vielleicht nicht ganz zur Freude der aggressiven US-Neocons (wie B.Kristoll, R.Kagan und dessen berüchtigte Ehefrau V. Nuland u.a.) die bis zur Zerstörung Russlands gehen möchten.

Man wird dabei daran erinnert, dass Ähnliches auch für Deutschland einmal vorgesehen war, ja sogar vor 1945 bereits angedacht wurde. Anscheinend eine in manchen US-Kreisen nicht selten anzutreffende  „uralte“ Denkweise, denn wie der französische Geostratege Jean Duourcq berichtet, hätten ihn US-Experten bei einer NATO-Tagung einmal gefragt, warum die französische Armee 1914 nicht gleich bis Berlin marschiert sei. Also auch hier: Die Sache bis zum Ende treiben, alles niedermachen. Allerdings steht heute mehr als nur ein unliebsamer Staat auf dem Spiel. Denn dass US-Neokonservative ein Faible für einen atomaren Erstschlag bekunden, sollte man wissen..

Und auch das: Die USA, die blind und taub sind für die Sicherheitsinteressen anderer Länder, sind für etwa 80 Prozent der bewaffneten Konflikte nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Sie haben wie der US-Ökonom Jeffrey Sachs feststellt, zwischen 1947 und 1989 „nicht weniger als 70 Regimewechsel-Operationen“ durchgeführt und seitdem „unzählige weitere“ weltweit, dazu auch der von westlichen Medien ignorierte und doch insgeheim begrüßte Putsch gegen einen russlandfreundlichen ukrainischen Präsidenten gezählt werden darf.

Alle  Indizien sprechen dafür: Washington wollte den Krieg in der Ukraine und wusste auch – Stichwort: NATO-Erweiterung – wie man Russland zum Kriegführen anleiten konnte. Auch die korrupten ukrainischen Eliten wussten nachweislich von Anbeginn, wohin die für ihr Volk tödliche Reise gehen wird und sind daher für die vielen Opfer und Zerstörungen auch mitverantwortlich. Im Sinne des Verursacherprinzips nehmen sich aber die jetzt von den US-Finanzriesen Blackrock und JP Morgan für die Mehrheit der Ukrainer in Aussicht gestellten sündteuren Kredite wie blanker Hohn aus.

Zum Ansehen

USA kalt erwischt https://youtu.be/0YBoH7lb6g4

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