Ein österreichischer Bankdirektor hält die Politiker des Landes für blöd und feige. Dies im Zusammenhang mit der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise. Sie redeten bloß gescheit, hätten aber von Wirtschaft keine Ahnung. Da hat der Herr Bestverdiener nicht unrecht, aber anders als durch wenig intelligente Dampfplauderei wird man in der österreichischen Politik nun einmal nichts. Viel reden und nichts sagen, heißt das eine Erfolgsrezept, Hirnrissiges verkünden und dann das Echo abwarten, das andere. Da sind sie alle gleich, wenn es auch jene in der Opposition risikofreier sein dürfen.
Unlängst sprach sich Wiens Bürgermeister, Michael Häupl, dafür aus, die Öffnungszeiten für Lokale bis 6 Uhr früh zu verlängern. Eine phantastische Idee, nur ein bißchen blöd, junge Leute nicht zu Besinnung kommen zu lassen. Seine rotgrünen Koalitionsgenossen haben auch eine Schwäche für Schnapsideen. So fordern sie türkisch als Maturafach. Auf diesen gloriosen Einfall muß unsereiner erst einmal kommen. Möglicherweise erst nach erfolgter Hirnamputation. Vizekanzler Spindelegger schließlich propagiert ein von Saudi-Arabien finanziertes Zentrum für den Dialog der Religionen. Da müßte einer aber ganz schön blöd sein, um nicht zu ahnen, was dabei herauskommt.
Die Herrschaften meinen das ja wirklich ernst, und das steigert natürlich deren Wert auf der Blödheit-Skala. Aber was bezwecken sie eigentlich sonst damit? Ich vermute, sie sind in diesem Falle zu feige, um nein sagen zu können. Der Bürgermeister, selbst gerne feuchtfröhlich unterwegs, möchte die Wirte nicht verärgern, und schon gar nicht gewisse Nachtschwärmer. Die Rotgrünen, sie glauben, ihrer türkischen „Community“ einen besonderen Gefallen tun zu müssen, und im übrigen der roten Konkurrenz damit einige Türken-Stimmen abjagen zu können. Was aber bloß den deklarierten Katholik Spindelegger bewegt? Vielleicht seine knieweiche Kirche.
Blöd und feige, mag schon stimmen. Aber nur das? Sind sie nicht auch kriminell, die einen, fahrlässig verantwortungslos, die anderen? Blöder ist nur die Wählerschaft, die einmal dem Gigl, ein andermal dem Gogl nachrennt. Auf jedem Fall immer dem, der am meisten verspricht. Und feige auch noch, da sie vor wirklichen Veränderungen, die nötig wären, die Hose voll hat. Voran die Bürgerlichen.