Das Ende der Sicherheit

La fin de la sécurité                                                                                                               The end of security

„Das Ende der Sicherheit – Warum die Polizei uns nicht mehr schützen kann“ heißt der Titel eines im Kopp-Verlag erschienenen Buches von Franz Solms-Laubach. Es klingt vielleicht übertrieben, ist es aber nicht, wenn man die Kriminalstatistik und die Tagesereignisse, lokal wie global, zur Kenntnis nimmt. Dazu kommen noch die Gefahr eines Zusammenbruchs des Währungssystems und am Horizont sichtbar gewordene soziale und gesellschaftliche Spannungen, erhöht auch durch den Migrationsdruck. Ja, es gibt Zeiten, in denen sich Welten, besonders unsere, verändern, Ordnungen zerbrechen und Desorientierung und Unsicherheit tägliche Begleiter werden. In solchen Zeiten gilt es, jenseits von Schwarzmalerei und Angstmache, bereit zu sein.

Eine ernsthafte Analyse der politischen und ökonomischen Realität könnte zwar viele bereits in die Resignation führen, was aber keine Lösung wäre. Sinnvoller ist es, sich auf kommende, möglicherweise extrem schwierige Zeiten in jeder Hinsicht entsprechend vorzubereiten Das wäre zwar eine ernste Herausforderung auch für die Politik, aber die ist vornehmlich mit sich selbst und der Machtsicherung beschäftigt und scheint daher über den Tellerrand kaum hinaussehen zu können. Somit scheint jeder von uns eigentlich auf sich allein gestellt Vorsorge in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens (Finanzen, Nahrungsmittel, Hausapotheke, Energieversorgung, Sicherheit usw.) zu treffen.

Mit dem Sicherheitsexperten Wilmont Franta* sprach ich über damit zusammenhängende Fragen, die heute durchaus – man denke nur an die bedenkliche Massenimmigration oder unterbrochene wichtige Transportwege – im internationalen Kontext gesehen werden müssen.

In Europa ist es die Ukraine, die in mehrerer Hinsicht Anlaß zu allerlei Befürchtungen gibt. Sie kennen das Gebiet, waren auch auf der Krim, wie sehen Sie die Vorgänge dort, und könnte daraus ein größerer Krieg entstehen?

Franta: Es ist schon lange her, dass ich in Jalta und Simferopol auf der Krim und später noch im heutigen Russland weilte, doch kenne ich die russische Seele recht gut, um auch zu wissen, daß die Russen keinen Krieg mit dem Westen wollen. Die Entwicklung in der Ukraine zeigt dies recht deutlich. Da kann der Westen noch so lange um „Krieg betteln“, MH17-False-Flag-Aktionen starten und mediale Kriegshetze betreiben, es wird keine Totalkonfrontationen geben.                                                                                                        Putins Politik war geradezu genial. Dies hat er schon im Syrien-Konflikt bewiesen. Die EU hat sich durch die Sanktionspolitik selbst ans Bein gepinkelt. Jetzt beginnt man zurück zu rudern. Nicht ohne Grund darf man die EU auch von daher als „Elends-Union“ bezeichnen.

Damit nicht genug, wird seit längerem ein großer „Crash“ befürchtet. Sehen Sie Anzeichen dafür?

Franta: Ich werde bei Vorträgen und auch sonst immer wieder zum Thema „Crash“ befragt. Meine Antwort lautet hier: Wir befinden uns derzeit in der Inkubationszeit zur Katastrophe. Nur das Wann ist offen, nicht das Ob.

Worin erblicken Sie die Ursachen für die vor allem wirtschaftlich prekäre Lage und einen möglichen „Crash“?

Franta: Unser gesamtes Wirtschaftsgeschehen basiert ausschließlich auf Wachstum. Ist dies nicht möglich, bricht das System bis zur Verelendung zusammen. Daher: Wenn es kein Wachstum gibt, sind wir im A… und so kommt dann alles daher, was zu fürchten ist. Von der Mordbrennerei bis zum Bürgerkrieg samt Fluchtbewegungen. Am Beginn hierzu sind wir schon.

Könnte denn aus Ihrer Sicht die Politik dagegen nicht vorgehen?

Franta: Maßgebliches Gesindel unter den Politikern ist von Hochfinanz und Wirtschaft korrumpiert worden, hat deren Wünsche in Gesetze gegossen. Damit sind alle Machtstrukturen zu Gunsten des Killerkapitalismus zementiert. Alle künstlich in die Verschuldung geführten Länder müssen ihr staatliches Tafelsilber privatisieren. Privatisieren bedeutet in Wirklichkeit etwas verschenken.

Können wir irgendwie Vorsorge treffen, um im Falle eines Falles, z. B. massive Geldentwertung oder Versorgungsengpässe, über die Runden zu kommen?

Franta: Ja, man kann recht umfangreiche Vorsorgen treffen. Sie sehen ja hier bei mir im Kleingarten, daß meine Vorbereitungen optisch wahrnehmbar sind. Zum Beispiel Boxen für Kaninchen, die in Krisenzeiten eine wunderbare Frischfleischquelle sind. Brennholz habe ich für mehrere Jahre vorrätig lagern. Es würde jetzt den Umfang dieses Interviews sprengen, würde ich hier umfangreichere Vorsorgetipps geben. Es gibt genug Vorsorge-Literatur. Beim Kopp-Verlag, zum Beispiel, wird man reichlich fündig.

Worum sich viele in diesem Zusammenhang sorgen, ist das Gebiet der persönlichen Sicherheit. Was kann der einzelne dafür tun?

Franta: „Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Verhalten“, wie es einst Ex-Cobra-Chef Wolfgang Bachler formulierte. Kriminalprävention ist, wie auch der ökonomische Selbstschutz, mein Spezialthema. Es ist jedoch ein komplexes Thema. Daher hier nur so viel: Man schöpfe alle legalen Möglichkeiten entsprechend der verfügbaren finanziellen Mittel aus. Sei es eine Sicherheitstür der Widerstandsklasse 3 oder bloß ein Pfefferspray. Jeder sollte aber wissen, daß er in Österreich unter normalen Umständen sogar einen Rechtsanspruch auf zwei Schusswaffen der Kategorie B nach dem Waffengesetz im Sinne einer Waffenbesitzkarte hat. Hierzu wird jeder Waffenhändler gerne zur Hand gehen und fachlich beraten.
In naher Zukunft könnte es übrigens sinnvoll sein, den öffentlichen Raum zu gewissen Zeiten allein möglichst zu meiden. Ich vermeide jetzt schon, obwohl ich berechtigter Waffenträger bin und stets ein heimisches Pistolenprodukt, eine Glock 26, bei mir führe. auf Grund einer sich verschlechternden Sicherheitslage bestimmte Situationen und Orte.

Anmerkung von mir: Obwohl ehemaliger Berufssoldat und in jüngerer Zeit gefährlichen Drohungen ausgesetzt gewesen, verzichte ich vorerst auf den Besitz bzw. das Tragen einer Waffe. Ich kann aber verstehen, wenn immer mehr Menschen damit liebäugeln, sich eine solche anzuschaffen.

*Ing. Wilmont Franta ist Sicherheitspädagoge in Wien, „Eingetragener Mediator“ im Bundesministerium für Justiz, als Bauingenieur auch ausgebildete Sicherheitsfachkraft (SFK) nach ASchG, Brandschutzbeauftragter und Betrieblicher Ersthelfer. Franta beschäftigt sich auch mit Kriminalprävention und ist Inhaber aufrechter Waffentraggenehmigungen für drei europäische Länder (Ö, CH, D) und hierzu auch umfänglich ausgebildet und ausgerüstet.                                                                                    (E-Mail: ing.w.franta@sicherheit-mediation.com)

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Wenn der Wahnsinn regiert

Quand règne la folie                                                                                                          When madness reigns

Ich weiß nicht, ob ich mich irre, aber ich werde den Eindruck nicht los, daß wir von Verrückten umgeben sind. Schlimmer noch: daß, wie auch John Lennon einmal meinte, unsere kleine wie auch die große Welt von solchen regiert wird. Und das nicht nur hinsichtlich der aktuellen Massenmorde und des Flüchtlingselends. Aber bleiben wir dabei. Was sich derzeit etwa im Nahen und Mittleren Osten abspielt, läßt einem die Haare zu Berge stehen. Einerseits der Dimension der Gewalt und des Chaos wegen, andererseits angesichts der Skrupellosigkeit mit der Menschen- und Länderschicksale der Gier und dem Machstreben einiger weniger ausgeliefert sind.

Die Interessen Washingtons sind ja hinlänglich bekannt. Öl, eh klar, spielt eine wichtige Rolle. Im Zusammenhang mit weiteren ökonomischen Interessen zusehends mehr jene global-strategische Frage, die, über die derzeitigen Geschehnisse in Syrien und im Irak hinaus, auf zwei Gegenspieler des US-Imperialismus hinweist: Rußland und China. Um den beiden auf den Pelz zu rücken, heißt es einmal Syrien niederzuringen und den Iran irgendwie kaltzustellen. Bei der Gelegenheit rechnet man gewiß damit, einen Teil der in Syrien und im Irak eingesetzten Islamisten (darunter auch Tschetschenen, Uiguren) – entsprechend ausgebildet und kampferfahren – über die Grenze nach Rußland und wohl auch nach China einsickern zu lassen. Destabilisierung als Programm.

Wenn der US-Veteran Ken O’Keefe (siehe unten, leider keine deutsche Version vorhanden) die Verantwortlichen beim Namen nennt, dann hebt er einen weiteren Akteur besonders hervor: Israel. Eine Balkanisierung der Region kommt den Interessen der Zionisten (Groß-Israel) tatsächlich wie gelegen. Dazu werden ganze Völkerschaften unter Zuhilfenahme von dafür eigens herangezüchteten, geheimdienstlich geführten Fanatikern der Ausrottung preisgegeben. Die einmalige Tragödie hätten daher überwiegend die USA mit ihren Golf-Verbündeten und auch Israel zu verantworten und sie, als Profiteure des ganzen Elends, und keine anderen hätten vorrangig die verdammte Pflicht, die von ihnen produzierten Flüchtlinge aufzunehmen. Dann allerdings wäre der inszenierte mörderische Spuk möglicherweise bald vorbei.

Daß die meisten europäischen Regierungen im Fahrwasser der mit Lügen und Heuchelei garnierten Politik Washingtons für das Leid und Elend in dieser Region mitverantwortlich zeichnen, hat auch mit dem eingangs Gesagtem zu tun. Dasselbe gilt aber inzwischen ja nicht nur für die Politik und Politiker, auch Wissenschaftler sind, und dabei wechsle ich vom vorhergehenden Thema zu einem anderen, davor nicht gefeit. Aber vielleicht ist es nicht nur Verrücktheit was etwa honorige Persönlichkeiten des deutschen Ethikrates jüngst zu der Feststellung veranlasst haben mag, Unzucht, also Sex unter Geschwistern, sei zu tolerieren. Vielleicht bald auch eine Eheschließung von Ochs und Esel mit Conchita als Brautjungfer?

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Schottland: Ein Pyrrhussieg der Zentralisten

Ecosse: Une victoire à la Pyrrhus des centralistes                                                    Scotland: A pyrrhic victory of the centralists

Wurde die Abstimmung in Schottland manipuliert? Filmaufnahmen (siehe unten) weisen in diese Richtung. Aber unabhängig davon, ob die Vermutungen stimmen oder nicht, könnte sich das Ergebnis für London auch so noch als schwer verdaulicher Brocken erweisen. So werden des britischen Premiers Zusagen an Schottland eine Lawine zusätzlicher Autonomie-Forderungen, auch der Walliser und Nordiren, ja selbst der Engländer selbst, auslösen. Aber bereits die bisher in Aussicht gestellten Zugeständnisse  tragen genug Zündstoff in sich. Großbritannien stehen, so oder so, spannende Zeiten bevor. Da mögen die Zentralisten noch so viel tricksen und die Queen noch so gerührt in die Kamera blicken.

Doch auch jene in Brüssel, die nach dem schottischen Ergebnis aufgeatmet haben, werden mit weiterem Sand im zentral gesteuerten Getriebe rechnen müssen. Der Wind der Freiheit mag sich für einen Augenblick der Geschichte besänftigen, aber nur um später mit viel größerem Schwung gegen jene anzustürmen, die Europa den Banken und Konzernen ausgeliefert haben. Und die dann, wie der österreichische Bundeskanzler verkünden, „unsere Gegner“ seien „die Nationalisten, die Europa zerstören“. Damit meint er natürlich die diktatorisch agierende EU und nicht ein Europa der Selbstbestimmung und Selbstverwaltung freier und eigenverantwortlicher Bürger.

Österreichs Regierungschef kann in dieser Hinsicht stellvertretend für andere ähnlich tickende EU-Politiker gesehen werden. In deren „Wertehaltung“ (Faymann) sind demokratische Prinzipien nur soweit vorgesehen, als sie dem Machterhalt nicht im Wege stehen. Daher auch ihre Angst vor Volksabstimmungen, denn ihre Macht und Legitimation leiten sich in Wirklichkeit nicht vom freien, souveränen Bürger, sondern von den Lobbies und Logen ab. Aber genau dies durchschauen immer mehr, und so bleibt mancherorts den Herrschenden nur die Zuhilfenahme jeglicher Mittel der Manipulation, zu späterer Stunde vielleicht sogar einmal solche der Gewalt.

Der Ungehorsam gegen eine unnütze Regierung oder gegen eine in Richtung Diktatur abdriftende Union wird somit zur unabwendbaren Notwendigkeit. Ein uns von der Hochfinanz aufgezwungenes System kann mit dem Verstand und der Aufrichtigkeit der Mehrheit der von ihm unterdrückten und ausgebeuteten Bürger, die sich, ob in Schottland oder in Österreich, dieser Tatsache noch viel mehr bewußt werden müssen, überwunden werden. Passiver Widerstand überall dort, wo es möglich ist und es dem Gemeinwohl nützt, ist das Gebot des Jahrzehnts. Da mag in naher Zukunft noch der eine oder andere Pyrrhussieg für das System herausschauen, am Ende wird es sich zu Tode gesiegt haben.

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Ami go home!

In diesen Tagen gedenkt man des Wiener Kongresses, der vor 200 Jahren  in der Hauptstadt des ehemaligen österreichischen Kaiserreiches stattgefunden hat. Vergleicht man die damaligen Hauptakteure des Kongresses mit den heute in der Europäischen Union verantwortlichen Politikern, dann könnte einen zum Weinen zumute sein. Wie sollte man sich von diesen Marionetten eine von europäischem Geist getragene Neuordnung des Kontinents, damit auch ein Ende der Besetzung Deutschlands erhoffen dürfen? Dieselben Politiker hätten den Metternichs und Talleyrands bestenfalls in Sachen Intrigen und Skandale auf Augenhöhe begegnen können.

Ging es 1814 immerhin um eine Friedensordnung, so werden heute fortwährend Krisen und Kriege aufgetischt, die zu bewältigen und zu bezahlen die vielfach belogenen und betrogenen Unionsbürger und die zu lösen oder zu beenden die nächsten Generationen auserkoren sind. Die heutige kann vorerst noch mit den stets gleichen Durchhalteparolen und billigem Fronttheater – ja, es ist Krieg! nur wir merken es nicht – zu  verdeckten Tributzahlungen angespornt werden. Doch wie lange noch? Schon stellt eine Tageszeitung fest, daß unsere Gesellschaft immer aggressiver werde. Nicht ohne Grund, aber dem geht weder diese Zeitung noch irgendeine Partei näher nach, müßte sich die Politik dann doch um 180 Grad drehen. Diese Nicht-zur-Kenntnisnahme der tieferen Ursachen einer bestimmten gesellschaftlichen Malaise wird aber Folgen haben. Genauso wie die Weigerung Brüssels, eine Bürgerinitiative gegen unsittliche Freihandelsabkommen zuzulassen. Damit könnte sich die Aggression einmal gegen die da oben oder da draußen wenden.

Von welch selektivem Geist europäische Politik heute getragen wird, dazu braucht man sich nur in die Niederungen der heutigen österreichischen Außenpolitik zu begeben. Was da etwa Außenminister-Lehrling Kurz von sich gibt, offenbart nicht nur dessen Ohnmacht und Inkompetenz, sondern läßt ihn, den „Neutralen“, ganz klar als williges Sprachrohr fremder Interessen erscheinen. Die beiden Brandstifter Brüssel und Washington ignorierend, erklärte er im Brustton der Überzeugung: „Na ja, derjenige, der den Konflikt gestartet, das ist schon Präsident Putin“. Hoffentlich bekommt der hinter den Ohren noch feuchte Hoffnungsträger der ÖVP einmal die Chance selber zu denken.

Auf europäischer Ebene werden wir also US-Amerika immer ähnlicher: ferngesteuerte Politiker, gleichgeschaltete Medien, desinformierte Bürger, zunehmende Gewalt in der Gesellschaft. Unter diesen Bedingungen  könnte, falls je angedacht, selbstverständlich kein neuer Wiener Kongress stattfinden, der das Prädikat europäisch verdiente. Denn im Unterschied zu heute bestimmte eben damals keine außereuropäische Macht maßgeblich das politische und ökonomische Geschehen Europas. In Folge dessen drohen uns aber via Schoßhund EU allumfassende Diktate, Kontrolle und totale Manipulation, die uns endgültig unserer inneren wie äußeren Freiheit berauben würden. Daher: Raus aus EU und NATO, hinein in die Freiheit! Will heißen: Ami go home!

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Die Selbstbestimmung und ihre Feinde

L´auto-détermination et leurs ennemis                                                                               The self-determination and their enemies

Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung, Selbstverwaltung, waren das nicht einmal hehre 68er-Träume? Ja, aber der Junglinken marxistisch unterfütterter Sturm und Drang kam ins Stocken, und als man schließlich den Marsch durch die Institutionen angetreten hatte, begann nach und nach die opportunistische Häutung. Karriere durch Anpassung war fortan für viele angesagt, und inzwischen haben sich dieselben derart den von ihnen einst bekämpften kapitalistischen Ausbeutern unterworfen und sich dem einstigen Feindbild USA angenähert, daß sie inzwischen als deren ergebenste Diener und Propagandisten gesehen werden können.

Als typischer Vertreter dieser opportunistisch gehäuteten Linken könnte der an einer dem Spekulanten Soros nahestehenden Universität wirkende Politologe Anton Pelinka* angesehen werden. Die „Emanzipation der Politik vom Nationalstaat“ ist ihm – den man schon einmal (1994) an der Seite einer RAF-Aktivistin gesichtet haben will und in dessen Institutsräumen Linksextremisten sich einst die Hand gegeben haben sollen – ein dringliches Anliegen. Dafür biete, seiner Meinung nach, die Europäische Union das ideale institutionelle Gefüge. Gewiß, gewiß, und die Emanzipation des Bürgers vom Bei-sich-sein folgt auf dem Fuße

Aus diesem Blickwinkel muß Anton Pelinka das Selbstbestimmungsrecht, etwa der Südtiroler, tatsächlich als „gefährlicher Unfug“ erscheinen. So nämlich äußerte er sich am 5. September in der Tageszeitung online. Nach Pelinkas Auffassung ist es schon deshalb ein Unfug, weil ja, wie er betont, nicht klar ist, was ein Volk sei und, seiner Meinung nach, in Europa ja bereits eine „multikulturelle Gemengelage“ herrsche. Das heißt, Schotten, Katalanen, Südtiroler, Oberschlesier und viele andere hätten sich der Globalisierung zu fügen (und den ermordeten und gefolterten Südtiroler Freiheitskämpfern wäre demnach recht geschehen?)

Wozu noch Widerstand, da wir doch, wie der unabkömmliche Ezzesgeber Pelinka meint, ohnehin bereits auf dem Wege seien, Amerikaner zu werden. Dieser Logik folgend ergibt sich natürlich in der EU die Notwendigkeit eines Staatsvolkes à la USA. Daß für Pelinka die Vereinigten Staaten den Sinn der Geschichte verkörpern, darf daher stark vermutet werden. Nebenbei bemerkt wurde er in einem Beitrag der Hermann-Klahr-Gesellschaft schon als Propagandist des Imperialismus ausgewiesen, und es muß ja nicht alles falsch sein, was Kommunisten sagen.

Pelinka und Konsorten im Geiste scheint also nicht klar zu sein, was ein Volk ist, den Vereinten Nationen schon: „Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung. Kraft dieses Rechts entscheiden sie frei über ihren politischen Status und gestalten in Freiheit ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.“ ** Dasselbe Recht aber ist, wie auch das Heimatrecht, dazu das Recht auf eigene Identität gehört, für der Amerikanisierung zuneigende Intellektuelle in Staat und Gesellschaft natürlich Makulatur.

Selbst wenn der gelegentlich als Gutachter auftretende Herr Professor aus katholischem Elternhaus noch immer „von einer eindeutig marxistisch geprägten Geschichtsinterpretation geprägt“ sein mag, wie vor Gericht einmal festgestellt wurde, so ist dies dennoch mit seinem Faible für den ehemaligen Klassenfeind vereinbar. Gibt es doch zwischen dem (liberal-) kapitalistischen und dem kommunistischen System durchaus einige Gemeinsamkeiten, wobei eine davon, der Gleichheitswahn, sehr maßgeblich hervorsticht. Derselbe sich bei gewissen Menschen mit Verhaltensauffälligkeit, psychologisch durchaus verständlich, großer Beliebtheit erweist. Links, aber, so paradox es einigen klingen mag, auch rechts der Mitte. Wobei natürlich der Wahn auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommt und auf unterschiedlichen Wegen zum jeweils erwünschten Ziele führen kann.

*Anton Pelinka ist seit September 2006 Professor für Politikwissenschaft und Nationalismusstudien an der englischsprachigen Central European University in Budapest. Davor wirkte er an der Universität Innsbruck.                                                 **Menschenrechtspakte von 1966 (Pakt I über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, Pakt II über bürgerliche und politische Rechte, Artikel 1, Absatz 1.)

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Europäische Union, ein Verhängnis für Europa

UE: Une fatalité pour l´Europe / EU: A disaster for Europe

Mit seiner tölpelhaften Vorgangsweise im Zuge der Verhandlungen mit Kiew wollte das von den Konzernen gelenkte Brüssel die Ukraine so mir nichts dir nichts in den atlantischen Machtbereich quasi entführen und, entgegen früheren Zusagen, Moskau vor einen fait accompli stellen. Das ist einmal um den Preis von ukrainischem Blut und Tränen gewaltig mißlungen. Da waren nicht nur in Brüssel mutmaßliche Idioten und Lügenbeutel am Werk, die von verantwortungsvoller Diplomatie nichts zu verstehen scheinen, aber ständig mit ihrem Nichtwissen oder vermeintlichen Schlausein brillieren. Da in der Diplomatie aber alles auf das Wissen ankommt, war das Scheitern dieses dümmlichen Überfalls vorprogrammiert.

Wer nur in einer Seifenblase-Diplomatie manövriert, versucht daher einen geplatzten politischen Vorstoß  mit Schlimmerem am Boden wettzumachen. Sanktionen und militärische Drohungen wurden in Folge auf Geheiß Washingtons ins Treffen geführt. Obwohl die Anwesenheit einer raumfremden Macht auf europäischem Boden allein schon einer Drohung gleich kommt. Dieser Machttatsache trägt die Prätorianergarde der Hochfinanz, in diesem Fall die NATO, militärisch entsprechend Rechnung. Damit es für die breite Öffentlichkeit nicht zu US-amerikanisch aussieht, werden einige europäische Puppen in die tagespolitische Auslage gestellt, deren Aufgabe es auch ist, die Nettozahler auf sie zukommende neue Opfer gnädig zu stimmen.

Wer will kann sich die Folgen der am Potomac ausgetüftelten außenpolitischen Strategie der USA bereits an einigen Beispielen zu Gemüte führen. Nach völkerrechtswidrigen Angriffen und Zerschlagung staatlicher Strukturen ist etwa Libyen heute ein „failed state“, ein gescheiterter Staat. Irak und Syrien sind auf dem besten Wege dahin. Wem wohl zum Vorteil? In allen diesen Fällen haben sich die EU-Marionetten, vielleicht auch durch Bestechung und Erpressung, dafür zur Verfügung gestellt und tatkräftig oder passiv an der Zerstörung von Staat und Gesellschaft in diesen Ländern mitgewirkt. Inklusive Flüchtlingselend. Da können sich die einzelnen Regierungen, unabhängig vom Ausmaß ihrer jeweiligen Schuld, nicht einfach ihrer Verantwortung entziehen.

Auch wenn untergründiger Widerstand von einzelnen EU-Politikern oder eines Verbündeten der USA noch nicht nennenswert spürbar ist, so wird früher oder später doch eine in Ansätzen da und dort bereits wahrnehmbare vereinzelt wachsende Distanz die US-amerikanische Position schwächen. Worauf wohl auch der, laut Die Presse, „hartgesottene Zyniker“ Putin, setzen mag. Aber nicht nur er. Mag die ferngesteuerte Journaille schreiben was sie will, je mehr Europäer in die Lage versetzt werden, die für sie fatale, eigentlich unausgegorene Gesamtstrategie der USA zu erkennen, desto eher wird eine authentische europäische Gesamtstrategie eine Chance bekommen.                                                                 

Daß heute keine europäische Gegenposition erkenntlich ist, hat, entsprechend dem vorher Gesagtem, nicht überraschend eben auch mit dem derzeit zur Verfügung stehenden politischen Bodenpersonal zu tun, das, wie dieser seltsame Herr Schäuble, unbeirrt von Außen zukommende Vorgaben durchzusetzen versucht. Das wird auch unter neuen Parteiköpfen oder Parteien in einer Regierung nicht anders gehandhabt werden. Wer gerne Illusionen anhängt, möge es anders sehen.

Europapolitisch und gesamtstrategisch gesehen ist es längst völlig gleichgültig, welche Partei oder welcher Politiker am Ruder ist. Widerstand aus dem Inneren heraus ist von bei der atlantischen Machtelite auf die eine oder andere Weise im Sold stehenden politischen Hilfstruppen kaum zu erwarten. Und wenn, dann sorgen entsprechender Druck, und, falls dieser nichts fruchtet, mitunter exemplarische Exekutionen für die nötige Ruhe. Zur Verdeutlichung: Als Ex-Bundesbankchef Ackermann gefragt wurde, ob er nicht, die Euro-Krise betreffend, wie einer seiner Vorgänger einen Forderungsverzicht seitens der Banken in den Raum hätte stellen können, soll er geantwortet haben: „Ich glaube, es wäre mir genauso ergangen wie Herrn Herrhausen“. Oder wie Jörg Haider? Wir sehen, nationale Interessen haben da ihre Grenzen, wo jene des „Befreiers“ oder eines mächtigen Erpressers berührt werden.

Daraus ergibt sich, daß ein anderes Europa, als Staatenbund etwa, selbstverständlich eine auch politische und militärische Großmacht werden muß, will es seinem geschichtlichen und kulturellen Erbe, aber auch seinem Raumimperativ gerecht werden. Diesem Machtwillen, so er vorhanden, stehen vorerst noch die im herrschenden fremdbestimmten System wirkenden und diesem bereits innewohnenden verschiedenen Machtarten des Dollarimperiums, das kein anderes Reich neben sich duldet, entgegen. Woraus geschlossen werden kann, daß ohne neue Politikergeneration und ohne Überwindung dieses korrupten Systems kein neues, und damit auch kein freies Europa seinen Platz an der Sonne wieder einnehmen wird können. Nur der Verlust der Machttotalität der einen Seite böte zugleich Herausforderung und Chance für die andere, europäische. Einigkeit und Recht und Freiheit auch für Europa! Dazu wird es aber mehr bedürfen als nur eines möglicherweise angedachten Marsches auf Brüssel.

Zum Thema:

http://www.youtube.com/watch?v=QAWvxF38tqQ
http://www.youtube.com/watch?v=f67c2UKKMAw
https://www.youtube.com/watch?v=JXcWVTpQF3k#t=164                                                                                https://www.youtube.com/watch?v=sYRGDbAwODU&feature=player_detailpage#t=118

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Bruchlinien in der nationalistischen Szene.

Lignes de fracture dans la scène nationaliste                                                                                                            Fracture lines in the nationalist scene

Globalisierung, Wirtschafts- und Währungskrise, EU-Zentralismus, Fremdherrschaft, Einwanderung und damit einhergehende gesellschaftliche, soziale und ökonomische Verwerfungen lassen seit längerem bei den dafür Verantwortlichen die Angst vor einer Renationalisierung aufkommen. Die Erfolge rechtspopulistischer Gruppierungen ließen dergleichen möglich erscheinen, wenn auch einige dieser Parteien auf Grund ihrer Systemtreue (z. B. Ja zur EU) eher das Prädikat pseudonational verdienen und von daher kein Garant für das Wiedererwachen eines souveränen Nationalstaates sein können. Ein solcher ist ohne Systemüberwindung (also eben auch raus aus der fremdbestimmten EU), ohne Unabhängigkeit der Nationalkultur und ohne nachhaltige Lösung der ökonomischen Frage (u. a.: Nein zu Konzernfürstentümer) nicht denkbar. Über den dazu nötigen Freiheitskampf hinausgehend sind auch die Frage nach dem tieferen Sinn eines Nationalstaates und sein Verhältnis zu Volk, Individuum und anderen Völkern bzw. Nationen zu beantworten.

Klar sollte in diesem Zusammenhang sein, daß weder die farblose Unbestimmtheit eines multikulturellen Weltbürgertums noch die fanatische Selbstvergötterung der eigenen Nation das Ziel der nationalen Geschichte sein könne. Eine aus berechtigter Empörung ausfließende neue Ordnung sollte von einem solidarischen und humanistischen nationalen Geist getragen werden. Etwa im Sinne Kleists: Hochschätzung jeder Kultur, aber auch Freiheit „jeder Volksnatur“. Wer sich den Idealen der großen Geister der deutschen Nation verbunden zu glauben fühlt, der sollte, um authentisch zu sein, als zoon politikon diese Ideale auch leben.

Was nun diese Fragen betrifft, gibt es dazu in der nationalistischen Szene durchaus unterschiedliche Auffassungen in Einzelpunkten, die besonders in den Bereichen der Gesellschaftspolitik und des Ökonomischen, aber auch jenem der Außenbeziehungen, dem jeweiligen Menschen- und Weltbild zu schuldende Bruchlinien offenbaren. Ein ideologischer „Röstigraben“ , zum Beispiel, im Falle der Beurteilung von Putins Rußland. Hier finden wir etwa „Sache des Volkes“ (Plattform für sozial- und nationalrevolutionäre Politik) auf der einen Putin-verstehenden Seite und „Europäische Aktion“ (Bewegung für ein freies Europa) auf der anderen (Moskau angeblich am Nasenring der britischen Politik). Die einen: basisdemokratisch orientierte National- bzw. Sozialrevolutionäre, die anderen: Nationalkonservative mit, wie es scheint, u. a. Hang zur Verherrlichung der eigenen Rasse (daher auch anti-eurasisch).

Unabhängig von gutmeinenden Vorschlägen und einzelnen sachlich richtig gesehenen Einschätzungen (z. B. Abstieg der Europäer, unfreies Deutschland etc.) durch „Europäische Aktion“ und ähnliche Strömungen ist wegen deren Neigung zu Vereinfachungen und starker Rückwärtsgewandtheit sowie nicht erkennbaren mehrheitsfähigen, zeitgemäßen gesellschaftspolitischen Alternativen ein durchschlagender Erfolg nur schwer vorstellbar. Unter anderem dürfte dies den Sprecher von „Sache des Volkes“, Jürgen Schwab, zu einem Offenen Brief an einen der Verantwortlichen der „Europäischen Aktion“, Rigolf Hennig, veranlaßt haben. Dieser Offene Brief ist einigermaßen interessant und informativ und soll daher hier nachstehend wiedergegeben werden.

Offener Brief eines Putin-Verstehers an Dr. Rigolf Hennig
Lettre ouverte d´un Poutin-„Versteher“ a M. Dr. Hennig Rudolf
Open letter of a Putin-“Versteher” to Dr. Hennig Rigolf

Lieber Kamerad Hennig,

seit mehreren Jahren bin ich in Ihrem Post-Verteiler, erhalte auch das sehr informative „Mitteilungsblatt der Europäischen Aktion“, wofür ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken möchte. Da dieses Organ, das scheinbar nur in gedruckter Form vorliegt, von Ihnen als presserechtlich Verantwortlichem herausgegeben wird, ist dieses also sowieso öffentlich, kann somit auch von mir öffentlich kritisiert werden. Daß unter anderem Ihr Mitteilungsblatt wahrscheinlich von allen möglichen Behörden und Geheimdiensten ausgewertet wird, bedarf eigentlich keiner weiteren Erwähnung. Meine öffentliche Kritik an dieser Stelle ist in dieser Hinsicht also belanglos.

In Ihrer Ausgabe vom Juni 2014 („E u r o p a r u f t“. Mitteilungsblatt der Europäischen Aktion, S. 2-3) befassen Sie sich auf den Seiten 2 und 3 mit dem „Rätsel Putin“. Für mich, der ich mich zu den Putin-Verstehern zähle, ist es eigentlich ein Rätsel, daß man als politischer Mensch in Putin ein „Rätsel“ sehen kann. Putin ist nach meiner Überzeugung ein russischer Mensch, ein russischer Patriot, ein russischer Machtstaatspolitiker und ein russischer Reichsstratege. Insofern decken sich Putins Positionen mit unseren Standpunkten, der deutschen Nationalisten, zu 80-90 Prozent; aber eine völlige Interessenübereinstimmung werden wir mit ihm wie mit anderen russischen Patrioten und Nationalisten freilich nicht erzielen können.

Daß der russische Patriot Putin heute noch den Sieg der Sowjetunion über „Nazi-Deutschland“ feiert, worüber Sie sich aufregen, ist doch selbstverständlich. Andernfalls wären Rußland, die Ukraine und gesamt Osteuropa deutsche Kolonien geworden – mit allen weiteren Folgen für die Bevölkerung. Putins Vater kämpfte in der Marine der Sowjetarmee gegen die deutsche Wehrmacht, seine Mutter war Fabrikarbeiterin in Leningrad (St. Petersburg). Daß sich Putin darüber freut, daß die Armee, in der sein Vater gedient hatte, gesiegt hatte und nicht die feindliche deutsche Armee, ist für Sie ein Rätsel? Oder daß sich Putin darüber freut, daß seine Mutter, Fabrikarbeiterin in Leningrad, nicht von der Wehrmacht ausgehungert wurde, was ja erst die Voraussetzung dafür war, daß ihr Sohn Wladimir nach dem Zweiten Weltkrieg geboren werden konnte, das ist für Sie ein Rätsel? Ich dachte immer, gerade Mediziner wie Sie zeichneten sich besonders durch Menschenkenntnis aus.

In Ihrem o. g. Artikel wimmelt es nur so von Mutmaßungen und Verschwörungstheorien, für die Sie keine Belege anführen. Putins Mutter soll also keine russische Fabrikarbeiterin aus Leningrad (St. Petersburg) sein, sondern eine Jüdin, die ihn in Israel zur Welt brachte und in Georgien aufzog. Aber möglicherweise, so schreiben Sie, sei diese Dame nur Putins Pflegemutter gewesen. Somit wäre Wladimir Putin nur jüdisch erzogen worden, andernfalls wäre er ethnisch Jude, wenn seine leibliche Mutter Jüdin ist.

Zur Biographie Putins siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Wladimirowitsch_Putin

Für mich sind diese Verschwörungstheorien belanglos, da Stalin als Georgier auch kein ethnischer Russe gewesen war, sich aber selbst als Kommunist georgischer Herkunft auch in den Dienst des damaligen russischen Staates und des russischen Imperiums stellte. Oder nehmen Sie Napoleon Bonaparte, der als Korse auch eher Italiener als Franzose gewesen war. Aber auch Napoleon wollte den französischen Staat und das französische Imperium stark machen – was ihm viele Jahre lang auch gelang. Oder nehmen Sie unseren Kameraden Safet Babic, der sich auch immer wieder auf Altermedia anhören muß, daß er keine deutschen Eltern hat. Andere meinen dann als Entkräftung, Babic habe blaue Augen und sei in seiner Jugendzeit blond gewesen. Tatsache ist, daß sich Babic in den Dienst des deutschen Nationalismus stellt. Daß die Fälle Babic, Napoleon und Stalin nur für den Ausnahmefall vorgesehen und möglich sind, nicht aber für gesamte, kulturfremde Einwanderungsgruppen, das versteht sich von selbst.

Dieser Exkurs nur zu der von Ihnen aufgeworfenen Frage, ob Putins Mutter Russin, Jüdin oder jüdische Pflegemutter ist bzw. gewesen war. Für mich ist eigentlich nur interessant, was Putin a) sagt bzw. schreibt und b) noch viel mehr, was er als Staatsmann macht.

Putin ist ein russischer Machtstaatspolitiker, der den russischen Staat und das russische Imperium stark machen möchte, wobei die Frage der Moral seiner Mittel nur die Schwachen interessiert, um es einmal mit Nietzsche auszudrücken.

In der BRD werden Hitler-Verehrer nicht deshalb verfolgt, wie sie meinen, weil sie politisch ernst zu nehmen wären und kurz vor der Machtergreifung stünden, sondern weil sie gerade im Ausland Negativschlagzeilen über Deutschland bewirken. In der BRD bildet sich seit Jahren ein „neuer Patriotismus“ heraus, zu dem freilich auch der „deutsche“ Weltmeister Mesut Özil seinen Beitrag leisten darf, ohne die Nationalhymne mitsingen zu müssen. Aber deutsche Neonazis dürfen sich nicht an dem „neuen Patriotismus“ beteiligen, da diese vom deutschen Bürgertum als peinlich empfunden werden. Deutsche Neonazis machen hierzulande mit ihrer Hitler-Verehrung („18“, „88“ usw.) nur den Zentralrat der Juden stark, der dann seinen „moralischen“ Druck auf Merkel & Co. mittels „Vergangenheitsbewältigung“ erhöhen kann. Schauen Sie, Dr. Hennig, in Rußland ist das ähnlich. Stellen Sie sich vor, Putin würde den russischen Neonazis keine Schranken setzen, was da los wäre? Die westlichen, antirussischen Medien, wie die Springer-Presse bei uns, würden Putin dafür angreifen, ihn verdächtigen, er selbst sympathisiere mit den russischen Neonazis, er sei am Ende selber einer!

Ob das gerecht ist, Neonazis in Rußland oder Deutschland zu verfolgen, diese Frage stellen sich nur die Neonazis selbst. Das interessiert sonst kaum einen. Zudem sind russische Hitler-Verehrer schon komische Erscheinungen. Zumindest bei mir ist es so, daß sich mein Selbstwertgefühl auch darin ausdrückt, daß Politiker nicht meine Vorbilder sein können, die meine Vorfahren als „Untermenschen“ bezeichnen. Und Hitler ließ eben die Slawen als „Untermenschen“ bezeichnen. Russische Neonazis sind also sowieso keine politischen Größen, mit denen man sich weiter befassen sollte. Bei unseren deutschen Neonazis ist das etwas anderes, die sich, ob blond oder dunkelhaarig, nach Hitlers Logik zur „Herrenrasse“ zählen dürfen. Mit diesen Leuten sollte man sich aus deutscher nationaler Sicht noch einmal befassen.

Lieber Dr. Hennig, Sie begehen den grundsätzlichen Fehler, Wladimir Putin zu einseitig aus Ihrer eigenen deutsch-völkischen Position heraus zu beurteilen. Ihre „Analyse“ ist mir zu subjektiv; mehr Objektivität oder das Streben danach, wäre bei Ihnen angebracht. So werfen Sie Putin vor, zu wenig die völkische und rassische Komponente zu vertreten. Auch Alexander Dugin sei zu sehr auf das „Eurasische“ fixiert. Putin und Dugin sind nach meiner Einschätzung weniger russisch-völkisch oder weiß-großrassisch geprägt als auf die russische Reichsidee ausgerichtet – und die ist nun einmal eurasisch.

Um das russische Imperium, das in der Tradition sowohl des Zaren-Reiches als auch der Sowjetunion steht, zu erhalten und zu stärken, müssen Putin, Dugin usw. auch die anderen Stämme und Völker dieses Imperiums für sich gewinnen. Die USA sind ja gerade dabei, die Tschetschenen und anderen nicht-russischen Völker, die dem russischen Reich angehören, gegen die Zentrale in Moskau aufzuhetzen.

Stellen Sie sich einmal vor, Putin würde sich offen „rassistisch“ gegen die asiatischen Völker und Stämme äußern, was dies bewirken würde? Das russische Imperium würde in wenigen Jahren wie ein Kartenhaus zusammenfallen, die USA und ihre Verbündeten könnten dann endlich die russische Konkursmasse unter sich aufteilen – die Rohstoffquellen, die Landwirtschaftsgebiete, die großen Märkte und die Arbeitskräfte. Genau dies will Putin verhindern. Deshalb umschmeichelt er auch die Kaukasier und die anderen asiatischen Völker und Stämme. Ob dies irgendwelchen Rassentheoretikern, Zoologen usw. in der Schweiz und anderswo gefällt, interessiert Putin nicht, ihm geht es nur um den russischen Machtstaat und das russische Imperium. Putin ist – auch wenn er von diesen Schriftstellern kein Wort gelesen haben sollte – bei Hegel, Machiavelli und Carl Schmitt in die Lehre gegangen. Alexander Dugin, davon können wir ausgehen, hat diese Autoren gelesen und verstanden.

Und weil es Putin um die russische Macht geht, duldet er auch russische Juden, die sich ihm nicht in den Weg stellen. Genau das hätte Hitler auch machen sollen, sich mit den „guten Juden“ gegen die ihm feindlich gesonnenen Juden zu verbünden. Aber er hat es eben nicht getan, aber wir heutigen Deutschen können aus seinen Fehlern lernen.

Siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsbund_j%C3%BCdischer_Frontsoldaten

Was viel zu wenig beachtet wird, sind die west- und mitteleuropäischen Bündnispartner Putins. Putin steht der Partei „Einiges Rußland“ nahe, deren Vorsitzender er einmal gewesen war.

Siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Einiges_Russland

Putin wie sein politisches Umfeld sehen in folgenden west- und mitteleuropäischen Parteien ihre Bündnispartner: im Front National (Frankreich), in der Lega Nord (Nord-Italien) und in der FPÖ (Österreich).

Siehe:
http://kurier.at/politik/inland/heilige-allianz-geheimtreffen-der-eurasier-und-rechten-in-wien/68.660.733

Wie die FPÖ nicht in jedem Fall völkisch argumentiert, sondern pragmatisch (oder opportunistisch?), so auch Putin. Auch ein Jude oder ein Kaukasier, der sich ihm unterordnet oder sich mit ihm arrangiert, darf bei ihm mitmachen. Ansonsten ist Putin marktwirtschaftlich orientiert wie die FPÖ, wobei der Markt freilich durch den Staat gelenkt werden soll. Um die Wiedereinführung des Bolschewismus in Staat und Wirtschaft, wie dies Bernhard Schaub vermutet, geht es Putin nicht. Während Putin den Markt durch den Staat lenken läßt, geht es Patrick Wieschke von der NPD darum, „Eingriffe des Staates in den freien Markt“ zu verhindern.

Siehe (ab Minute 2:20):
https://www.youtube.com/watch?v=advdn8lX2_Y&feature=youtu.be

Wer also möchte, daß der Staat in den Markt eingreift, ist nach Auffassung von Wieschke ein „Bolschewist“ wie in der DDR. Was dann mit solchen Leute geschehen soll nach der faschistischen Machtergreifung – das ist ohnehin klar! Aber keine Angst, Wieschke, Heise usw. möchten zwar an den Fleischtöpfen des Systems ankommen, werden aber von den Systemkräften zumindest als Koalitionspartner nicht gebraucht – allenfalls zur Schwächung des Nationalen Widerstands.

Lieber Kamerad Hennig, ich stimme mit Ihnen, Bernhard Schaub und den anderen in der „Europäischen Aktion“ darin überein, daß „Rasse“ und „Juden“ wichtige Themen sind, um die deutsche Lage und die Weltpolitik zu begreifen. Aber es gibt eben auch andere Themen, die ebenso wichtig sind: wirtschaftliche Interessen, Geopolitik, Staatsformen- und Regierungssysteme, Kultur, Sprache, Geschichte usw. usf. Vor allem sollte man nicht alles, was uns nationalen Deutschen nicht gefällt, von einer „Jüdischen Weltverschwörung“ ableiten. Dabei kann nur Unsinn herauskommen, mit dem wir uns bei politisch interessierten Deutschen und anderen intelligenten Menschen lächerlich machen. Ist es nicht komisch, daß die „Europäische Aktion“ für alle Äußerungen und Entscheidungen Putins, die uns nicht gefallen, einen jüdischen Einfluß, gar eine angeblich jüdische Herkunft Putins verantwortlich machen muß? Oder liegt es nicht einfach daran, daß der russische Patriot Putin nicht immer so tickt wie wir deutschen Nationalisten und Patrioten?

Siehe hierzu auch:
http://sachedesvolkes.wordpress.com/2014/08/21/dummfaschisten-20/

Mit kameradschaftlichen Grüßen
Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:
Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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